Wochenrückblick, wie angekündigt

Über den Unterricht habe ich lange nichts mehr geschrieben. Es läuft harmonisch, die Schüler und ich vertragen uns entweder gut oder zumindest viel besser als vor Weihnachten; sie lernen was und mir macht die Schule Spaß. Heute nachmittag gehe ich mit der 6. Klasse ins Kino Percy Jackson – Diebe im Olymp anschauen. Vorschlag der Schüler, wir machen ja viel griechische Mythen.

Außerdem bat ich höflich um die Erlaubnis für die Veröffentlichung von einigem Material, dass die Schüler erstellt haben. Und das eben nicht nur auf der passwortgeschützten Schulhomepage, sondern auch auf meiner Internetseite. Also musste ich kurz erklären, was ein Blog ist. Das mache ich ja nicht ungern. Eine Schülerin hatte auch schon zu Hause diverse Texte entdeckt, etwa „Wieso Herr Rau seinen Bart abrasierte“. Den mussten wir dann lesen.

In Informatik in der 11. Klasse hält die Praktikantin bald eine Stunde. Spannend. Mit Deutsch und vor allem Englisch habe ich ja viel Erfahrung aus Unterricht und Universität, aber bei Informatik erfinde ich sehr viel selbst.

Die Doppelstunden in Informatik in der 10. Klasse sind eine gute Idee, Nachmittag hin oder her. Endlich teile ich mehr Zeit ein für einen erklärenden Lehrervortrag am Anfang, und der ist eine gute Idee. Danach können die Schüler besser alleine arbeiten.

In Informatik in der 7. Klasse habe ich mit Robot Karol begonnen. Das geht bisher wie von selber, ich weiß jetzt aber auch besser als die vielen letzten Male, wo ich damit hinwill.

Leistungskurs Deutsch: Da sitzt einem das ganze letzte Semester über der Notenschluss und das Abitur im Nacken und die Zeit rennt davon. Ich muss eilig Noten machen. Trotzdem war noch, als Übertrag vom letzten Semester, Zeit für eine Sequenz, in der die Schüler in drei Gruppen kurze Szenen schrieben und auf der Bühne in der Aula aufführten. Das erste Stück war sehr modern, aufwendig choreographiert, mit viel Schminke und Ganzkörperkostümen. Das zweite, eine Parodie auf Kafkas Verwandlung, war etwas konventioneller, aber in metrisch korrekten Reimversen verfasst. Die Schulleitung hat wohl über die Brüstung gelinst, sich aber nicht zu uns ins Publikum gesetzt… schade, hätte gleich ein Unterrichtsbesuch sein können… jetzt überlege ich nur noch, unter welchem Vorwand ich mal eine ganze Klasse in die Aula verfrachten und dort eine öffentliche Unterrichtsstunde halten kann. Einfach so, weil lustig.

Tagged: Tags

2 Thoughts to “Wochenrückblick, wie angekündigt

  1. „In Informatik in der 7. Klasse habe ich mit Robot Karol begonnen. Das geht bisher wie von selber, ich weiß jetzt aber auch besser als die vielen letzten Male, wo ich damit hinwill.“

    Mensch Herr Rau, jetzt bin ich neugierig, da ich selbst schon den 3. Durchlauf hinter mir habe: Wo soll es denn hinlaufen dein Karol-Männchen, respektive dein Unterricht mit ihm?

  2. Okay, erwischt. Da habe ich beim Schreiben den Mund zu voll genommen, ohne es gemerkt zu haben. Danke für den Hinweis.

    Was ich hätte schreiben sollen: ich weiß, wo die Schüler Schwierigkeiten haben, ich gehe anders vor als (in einem Kurs) gelernt und anders vor als das Buch. Erster Schritt: der Unterschied zwischen dem manuellen Lenken des Roboters und dem Steuern durch ein Programm.

    Dann: es kommt nicht auf das Ergebnis an, sondern auf die Art, wie man es erreicht. Und dass Kontrollstrukturen erst einmal wichtiger für Schüler sind als die Definition von Anweisungen, zumindest so, wie ich unterrichte. Deshalb beginne ich diesmal mit den einen und verschiebe die anderen nach hinten.

    Aber wo mein Männchen hinlaufen soll: da habe ich tatsächlich nichts, das ich formulieren kann. (Lehrplanziele, okay, aber um die geht es nicht.) Am Schluss wieder ein Gesamt-Bauprojekt (jetzt auch in einer Welt der Höhe 31). Positive Stimmung dem Programmieren gegenüber, vielleicht hält sich das ja doch bis in die 10. Klasse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.