Probestudium Informatik 2012

Gestern war ich, und von Montag bis Mittwoch nächster Woche bin ich wie schon letztes Jahr beim Probestudium an der LMU. Da können Schüler ab der 10. Klasse schon mal in die Uni hineinschnuppern – innerhalb von vier Tage mit drei Vorlesungen, vier Workshops, und gut hundert anderen Schülern darin.

Leider konnte viele Anmeldungen nicht berücksichtigt werden, da es einfach zu viele waren. Die Schüler wirken alle sehr nett, sind freiwillig drei Ferientage hier (und den letzten Schultag vor den Osterferien), und zwar jeweils von zehn bis halb sechs, sechs. Die Schüler wirken nicht auffällig motivierter als andere Schüler auch, fassen aber Hinweise und Anregungen enorm rasch auf. Man macht Vorschläge und deutet Möglichkeiten an (also meist mein Kollege S., in dessen Workshop ich assistiere), und die setzen das um. Und wenn sie etwas wissen wollen, fragen sie. Mehr kann man nicht verlangen. Man stelle sich vor, man könnte in einem Fach wie Deutsch – aus vielen Gründen nicht vergleich- und umsetzbar – solche Anregungen geben, mal kurz erklären, was eine Metapher ist, oder eine germanische Langzeile, und dann wird schon drauflosgebastelt.

Der Arbeitsraum unseres Workshops ist in der sogenannten Baracke, außerhalb vom Hauptgebäude. Klingt schlechter, als es ist – im Gegenteil, wir können gut arbeiten darin, und zwar in der Antarktis. So heißt der Computerraum in der Baracke, die anderen heißen Gobi, Takla-Makan und Sibirien. Da wird einem angenehm abenteuerlich ums Herz. Das Wellblech auf dem Dach und die schräge Decke in der Antarktis geben mir wirklich das Gefühl, auf einer Forschungsstation irgendwo in den Mountains of Madness zu arbeiten – Lovcerafts Meistererzählung aus der Antarktis, deren Kombination von Südpol, Horror und Science Fiction letztlich zu Campbells “Who Goes There?” und dessen dreimaliger Verfilmung als “The Thing” führte.

Der Inhalt des Workshops: 3D-Welten erstellen mit VPython. Python ist eine der einfachsten Programmiersprachen, die ich kenne. (Viele kenne ich aber auch nicht.) Und VPYthon ist ein Zusatzmodul dazu, mit dem man sehr einfach Kugeln und Quader und dann auch gleich ganze Städte und Welten bauen kann. VPython-Skripte lassen sich zwar nicht in Webseiten einbauen, aber es gibt ein Projekt, mit dem VPython-Skripte automatisch und halbwegs fehlerfrei in Javascript kovertiert werden, auch wenn Nachbesserungen nötig sind. Unter Glowscript kann man sich die umgewandelten VPython-Beispiel im Browser anschauen. (Firefox: eventuell WebGL einschalten.)

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