Informatik-Escape-Room, und andere Schnitzeljagden

Escape Rooms gibt es auch für den Einsatz in der Schule; im Web findet man sie häufig auch unter dem Stichwort “Edu-Breakout”. An der Uni Potsdam entstand in zwei Semestern am Lehrstuhl für Didaktik der Informatik ein Escape Room für Informatik-Inhalte – gedacht für 1–6 Teilnehmer, ab 10. Jahrgangsstufe, Dauer 90 Minuten: https://www.cs.uni-potsdam.de//room‑x/files/Fall181120/ Man kann auf der Seite eine ganze Menge Material dazu herunterladen, wenn auch ein wenig unübersichtlich. Das liegt auch daran, dass es neben der ursprünglichen Version 1 eine etwas gekürzte und gestraffte Version 2 gibt. Wenn man alles zusammengesucht und zusammengebaut hat, kriegt man diesen übergroßen Schuhkarton: …

Hack the Web: Unterrichts- und Fortbildungsformat?

Vor ein paar Wochen war in meiner 9. Klasse in Informatik nach einem Test noch eine Stunde Zeit; Wiederholung und Vertiefung passte danach nicht. Glücklicherweise hatte einer der Praktikanten eine schöne Idee: Er hatte als Projekt eine Webseite erstellt mit gemischten kleinen Aufgaben aus der, hm, Web-Bearbeitung? Informatik? Angewandten Informatik? – Benutzer legen sich dabei ein Konto an und haben dann 30 Minuten Zeit, auf Hack the Web möglichst viel Aufgaben zu lösen und viele Punkte zu erreichen. Die Punkte kann man dann auf einer High-Score-Liste vergleichen. So ähnlich habe ich das als “Capture the Flag” mal auf einer Fortbildung …

Amie Kaufman & Jay Kristoff, Illuminae

Foto des Buches von der Seite, so dass man verschiedene Seitenfarben erkennt
Foto des Buches von der Seite, so dass man verschiedene Seitenfarben erkennt

(Weitgehend frei von dem, was ich als Spoiler bezeichnen würde.) Schon beim ersten Blick in Illuminae erkennt man ein Bauprinzip des Buchs: Der Roman ist quasi eine Art Briefroman, eine Sammlung von E‑Mails, Interviews, gelegentlichen Postern, Funksprüchen, anderer Kommunikation, jeweils aufwendig grafisch gestaltet. Die Sammlung ist aber nicht zufällig entstanden, sondern kuratiert: In einem ganz kurzen Anschreiben zu Anfang des Textes erfahren wir, dass eine Partei für einen Auftraggeber alle Dokumente zusammengetragen hat, die mit dem Angriff auf eine illegale planetare Schürfoperation und dessen Folgen zu tun haben. Technisch handelt es sich also um einen geordneten Schuhkarton. Das ist meine …

Ernest Cline, Ready Player One

Von Gary Larson gibt es einen Cartoon. “Hopeful Parents” steht darunter, und man sieht ein eher dümmlich aussehendes Kind mit einer Spielekonsole gebannt vor dem Bildschirm sitzen, während die dahinter stehenden, stolz zusehenden Eltern eine Vision von zukünftigen Stellenanzeigen haben: “Nintendo Expert Needed. $50,000 salary + bonus” und “Looking for good Mario Brothers Player $100,000 plus your own car.” Dieser Cartoon könnte der Ausgangspunkt von Ready Player One von Ernest Cline gewesen sein. Wie müsste eine Welt beschaffen sein, in der es wirklich etwas bringt, Computerspiele spielen zu können? Und noch einen Schritt weiter: Wie müsste eine Welt beschaffen sein, …

Das klingelnde Klassenzimmer

Ich arbeite ja bekanntlich an einer neu gebauten Schule mit ganz viel Technik drin. Sie funktioniert so etwa zu drei Vierteln, was viel besser als nichts ist. Unter anderem gibt es in jedem Klassenzimmer ein Haustelefon. Man kann zwar nicht heraustelefonieren, aber man kann zumindest vom Lehrerzimmer aus dort anrufen. Schabernack. Ich habe ja schon mal über Telefonierpläne berichtet. Beim gemeinsamen abendlichen Heimfahren ist der verdiente Kollege Z. gestern auf eine Idee gekommen, die wir heute früh in die Tat umgesetzt haben – mit meiner einzigen Englischklasse dieses Jahr, einer Intensivierungsstunde in der 6. Klasse. (Englischlehrer der Klasse ist jemand …

Eine Nacht lang Trenchcoat tragen (Schnitzeljagd II)

Ich bin mal eine Nacht lang Philip Marlowe hinterher gerannt. Erwischt habe ich ihn nicht, aber ich war sooo knapp davor. Es begann, wie sich das gehört, mit einem Telegramm. Es trudelte im Laufe meines 21. Geburtstags ein, will heißen: Es wurde mir telefonisch durch die Post vorgelesen. (So war das nämlich mit Telegrammen damals. Am Tag darauf brachte der Postbote das Papier.) Ein Telegramm von P.M. – Philip Marlowe, soviel wusste ich. Um 23.59 Uhr oder allenfalls einige Minuten zuvor war ich pünktlich und mit elterlichem Auto an der angegebenen Telefonzelle. Ich hatte meinen besten Regenmantel an und den …

Anrufen in Bishopsbridge (Schnitzeljagd I)

Eine Englisch-Didaktik-Übung an der Uni habe ich noch gut in Erinnerung: Es ging um verschiedene spielerische Methoden im Unterricht. Ein Höhepunkt war die folgende Aktion des Seminarleiters. In der Woche zuvor waren wir gebeten worden, jeweils ein paar Mark in Münzen mitzunehmen. Der Seminarleiter begann mit einer Geschichte; er müsse jetzt nicht mehr unterrichten, weil er überraschend zu Geld gekommen sei. Wir könnten ihn aber dazu erpressen. Und er teilte den einzelnen Gruppen ein erstes Blatt mit Arbeitsanweisungen aus. Den Rest der Stunde verbrachten wir auf einer Schnitzeljagd durchs Universitätsgelände. Zuerst waren wir bei einem (muttersprachlichen) Dozenten. Er stellte sich …