Philip J. Hindle-Briscall, 1083, Bond Street (Teil 1)

(English version below.)

Mit diesem Buch hat es eine besondere Bewandtnis und ich bitte um Hilfe.

Vor etwa fünf oder sechs Jahren blätterte ich müßig im Bücherregal meiner Schwiegereltern und stieß auf ein Buch mit Lustigen Weltrekorden oder Merkwürdigen Tatsachen – nicht das Guinness Buch der Weltrekorde, aber so etwas ähnliches. Es war vielleicht vom Schneider Buch Verlag, auf jeden Fall mit Pappeinband, ziemlich bunt – wenn ich mich recht erinnere.
In der Kategorie „Bücher “ stieß ich darin auf Einträge zu Krimis, wer am meisten davon geschrieben hat und dergleichen, und auch eine Kuriosität: Ein Buch, bei dem der Leser der Täter ist. Der Titel des Buches war 1083, Bond Street und der Name des Autors war „Philip J. Hindle-Briscall“.
Der Beweis für die Wahrheit meines Berichts so weit:

Das ist die Streifenkarte, auf deren Rückseite ich damals Autor und Titel notierte, und die ich seitdem immer mit mir herumtrage. Dieses Buch wollte ich finden (ich interessiere mich ein bisschen für Erzähltheorie und Krimis) und ich war ja auch versiert im Aufstöbern von Büchern. Bei diesem Buch und diesem Autor habe ich allerdings versagt. Nichts, nirgendwo. Dabei klang die Idee so vielversprechend. Ich war ihr schon zuvor begegnet, und vermutlich habe ich sie mir auch deshalb notiert:
Auf der letzten Seite von der Nachschrift zum ‚Namen der Rose‘ (italienische Fassung 1983, zitiert die deutsche Ausgabe von 1986) schreibt Umberto Eco (der sich auch ein bisschen für Erzähltheorie und Krimis interessiert):

Kürzlich soll das Pariser OuLiPo („Ouvroir de Littérature Potentielle“) ein Pattern aller möglichen Krimikonstellationen aufgestellt haben (der Mörder ist der Butler, der Mörder ist der Erzähler, der Mörder ist der Detektiv, usw. usw.), wobei herauskam: Es bleibt noch ein Buch zu schreiben, in dem der Mörder der Leser ist.

OuLiPo ist eine Organisation von avantgardistischen, sprachverliebten Autoren, Herumspielern und Mathematikern. Raymond Queneau, François Le Lionnais, Claude Berge, Georges Perec, Italo Calvino gehörten unter anderem dazu.

Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass Philip J. Hindle-Briscall ein erfundener Autor ist, wie sie ja gelegentlich durch die Nachschlagewerke ziehen, oft als gemeinschaftlich hergestellter Schabernack.

Vor fünf Monaten schrieb ich in die Kommentare bei Lila [nach Lilas Blog-Umzug leider nicht mehr aktuell] von dieser Geschichte. Etwa gleichzeitig suchte ich bei meinen Schwiegereltern nach dem Buch, das diese Suche ursprünglich ausgelöst hatte. Es war nicht mehr da. Und meine Schwiegereltern sagten, es sei unwahrscheinlich, dass sie je so ein Buch besessen hätten. (Ganz vielleicht würde der Schwager mehr wissen.)
Es schien eine dieser Geschichten zu sein um geheimnisvolle Läden, in denen man etwas kauft, und die danach sich in Luft auflösen. Damit war die letzte Spur verschwunden. Ich war froh, dass ich noch die Streifenkarte hatte (mit DM-Aufdruck, ansonsten ohne eruierbares Datum), die ich oben eingescannt habe. Mehr war mir als Beweis nicht geblieben.

 
 

Meldet sich doch vor zwei Tagen der Sohn von Philip J. Hindle-Briscall bei mir.

 
 

Er war über Lila, der ich gar nicht genug danken kann für diese Geschichte, auf mich gestoßen. Ich habe einige E-Mails mit ihm gewechselt und will nun unseren Wissenstand mit seiner Erlaubnis hier präsentieren.
Sein Vater hieß Percy John Hindle-Briscall, genannt Pip oder manchmal auch Philip. Er lebte von 1907-1978, änderte etwa 1928 aufgrund einer Testamentsklausel seinen Namen von Briscall in Hindle-Briscall. Sein Sohn ist der einzige weitere männliche Träger dieses Namens. P.J. Hindle-Briscall war Journalist und später in der PR, geboren in Manchester, gelebt in London. Er hat seinem Sohn zufolge einen einzigen Roman geschrieben, der kurz vor dem zweiten Weltkrieg in Paris hätte erscheinen soll, dann aber nie herauskam. Kein Krimi.

Und Adrian Hindle-Briscall und ich, wir würden zu gerne wissen, was es mit dieser Geschichte auf sich hat. Wie kommt Philip J. Hindle-Briscall in diese Sammlung von Rekorden? Ich meine: Ich spinne doch nicht, oder?
Falls also irgend jemand hier ein Lustiges Buch der Rekorde, Tausend Tolle Tatsachen oder Die Größten, Schnellsten, Weitesten zu Hause hat: Könntet ihr bitte aufstehen und nachschlagen, ob da etwas über Krimiautoren und Philip J. Hindle-Briscall steht? Den kleinen Bruder, die kleine Schwester fragen? Andere Blogger fragen? Vermutlich handelt es sich bei dem Buch um eine Übersetzung aus dem Englischen, aber das muss nicht sein.
Dieses Buch herauszufinden ist wohl die heißeste Spur zum Krimi, in dem der Leser der Mörder ist. Oder was auch immer.

(Mögliche Theorien: Ein Hoax. Eine Verwechslung. Hindle-Briscall als Rezensent und nicht als Autor.)

(Und die Bond Street in London geht nicht bis zu dieser Hausnummer. Incidentally. Wenn das ein Hoax ist: Ich war’s wirklich nicht.)

(PS: Fehlanzeigen nehme ich auch entgegen, damit ich nicht bei Ebay Bücher kaufe, in denen es sicher nicht drinsteht.)

 
 

The tale told in English

Dear reader, I’m looking for a book and an author and this is how that came to be:

Some six years ago, I was staying at my parents-in-law and idly looking through their bookshelves. In one of the books there, in a collection similar to the Guinness Book of World Records, I found a chapter on interesting facts on mystery writers – who wrote the most, or the fastest. One book was mentioned which featured something very interesting: a book in which the reader was the murderer.

I had heard of that idea before, on the last page of Umberto Eco’s 1984 Postscript to ‚The Name of the Rose‘, where Eco writes about having heard that the (avantgarde French) OuLiPo society had „recently“ analyzed whodunit constellations and found out that the only thing left to do was a version where the reader did it.
I like whodunits, I like mysteries, I like literary criticism and narrative theory. I found all this fairly intriguing. So I wrote down the title of the book and the name of its author, both of which I got from that book of fun facts (or whatever it was called) in my parents-in-law’s library.
As proof I offer you the tram ticket, on whose back side I jotted down this information:

Philip J. Hindle-Briscall, 1083, Bond Street.

I rather pride myself on being able to locate obscure books, but I never found out anything about book or writer. Some months ago I wrote at Lila’s blog about my problem, and at the same time went to my parents-in-law’s to look for the book that had started it all.
Guess what, the book wasn’t there anymore. Not only that, but my in-laws also don’t remember such a book and think it unlikely they ever had possessed such a book. So I resigned myself to the fact that author and book were made-up, in the way that many entries even in respectable works of reference are made up (see a previous blog entry). And the book at my in-laws must have been one of these books similar to those now-you-see-them-now-you-don’t shops (which see).

Then, I hear from P.J. Hindle-Briscall’s son.

I’ll quote him:

My father was Percy John Hindle-Briscall, usually called Pip or sometimes Philip, 1907-1978. There can have been no other people of that name, as he changed his name from Briscall to Hindle-Briscall about 1928 under the terms of a legacy and I’m the only other male to have had that surname. Hindle had been his third forename.
He had been a journalist and later in Public Relations.
I have never heard of the book you mention. He never mentioned writing any novels, except for one, an erotic story that was to have beeen published by I think the Olympia Press. This was based in Paris and this was just before the Second World War so the book never came out. He may have embellished the story, but I expect there is a basis in fact.
He was from Manchester but lived in London all his adult life. If the title referred to the famous London shopping street called Bond Street, there are not 1083 numbers in it, nor in any other London street I believe.

So Adrian Hindle-Briscall and I, we both would like to know very much what all this is about. Does such a book as 1083, Bond Street exist? Who is its author? How did P.J. Hindle-Briscall get associated with it?
Did I dream it all? Does the Book of Extraordinary Facts which started it all really exist? It must; I’m really not making any of this up.
Our most promising lead is this book. It possibly was a German translation of an English original. If you happen to read this, would you mind just popping into your library, or asking your children to go through theirs, and see if there’s an entry on Philip J. Hindle-Briscall in the Bumper Book of Records?

Your help would be most appreciated.

(Part 2 of this saga, with some new developments.)

(Teil 2, mit einigen neuen Entwicklungen.)

Nachtrag:

Blog-Leserin Db hat recherchiert und mir eine Theorie zu dem Eintrag gemailt. Demnach ist der Lexikoneintrag kein Hinweis auf ein real existierendes Buch, sondern eine codierte Totenehrung für Mr. P.J. Hindle-Briscall.

Er starb 1978; im gleichen Jahr erschien die 4. Auflage mit dem ominösen Eintrag. In der vorherigen 3. Auflage gibt es noch keinen solchen Eintrag.

Mr. Hindle-Briscall war der Besitzer von Modern Books, „London’s first licensed gay sex store“. Damit ist er kein Kriminalschriftsteller – wohl aber ein Verbreiter von krimineller Literatur, denn in den Augen der konservativen Bevölkerung ist Homosexualität noch kriminell. Mit der Schriftstellerei hat H.-B. insoweit zu tun, dass im Todesjahr sein Laden in die Hände des Verlegers des bekannten Gay-Magazines „Zipper“ überging, die Buchhandlung wurde ebenfalls in „Zipper“ umbenannt.

Der „Modern Books“-Laden liegt zwar in 1083, Bond Street. Aber die reale Adresse 283, Camden High Street stimmt zumindest in zwei Ziffern überein – oder gar in drei? 10 in Binärcode gelesen gibt 2 in Dezimalcode…

„Daß der Schuldige nur der Leser selbst sein kann“ heißt hier, dass man als Leser homosexueller Erotika in den 1970ern automatisch schuldig war. Erst seit 1967 ist in England (erst später: Nordirland, Schottland) Homosexualität zwischen Männern über 21 nicht mehr strafbar, jedoch nicht in öffentlichen Räumen, Hotels oder wenn etwa ein dritter im selben Haus, jedoch in einem anderen Zimmer anwesend ist.

25 Gedanken zu “Philip J. Hindle-Briscall, 1083, Bond Street (Teil 1)

  1. Pingback: Hokey
  2. Also mal ehrlich: Schreiben Sie gerade an diesem Buch? Weil ich fühle mich in eine Handlung hinein gezogen, die wie ein Krimi klingt … nicht schlecht!

  3. Beim Schreiben ist mir auch aufgefallen, dass die Geschichte selber wie – eine Geschichte klingt. Merkwürdige Namenswechsel, plötzlich auftauchende Söhne. Ich bin jedenfalls nicht der Autor.

  4. Hallo Herr Rau!

    Das Ganze klingt in der Tat sehr spannend. Auch ich hab mich gleich mal (wenn auch zeitbedingt recht oberflächlich) auf Spurensuche begeben…
    Gefunden hab das hier:
    http://web.fu-berlin.de/phin/phin28/p28t3.htm

    Ob das weiter hilft???!

    Etwas anderes: Vielleicht haben Sie es auch schon längst mitbekommen, aber ich bin erst heute – von anderer Stelle – darauf aufmerksam gemacht worden:

    http://bildung.focus.msn.de/bildung/schule/weblogs

    Ich bin doch positiv überrascht von der Resonanz (auch wenn es gar stimmt, dass in „meinem“ LK-Blog Dritte nicht kommentieren dürfen).

  5. grrrr… Korrektur:
    Im letzten Satz meines vorherigen Kommentars fehlt das Wörtchen „NICHT“.

    (Tja,…Deutschlehrer!)

  6. Den Focus-Beitrag habe ich noch nicht gelesen, aber die Autorin hatte mich angerufen und ein bisschen recherchiert; einen Beleg-Focus (Printausgabe) habe ich auch gekriegt.

    (Den Tabucchi habe ich leider nirgendwo auf Deutsch gefunden, den Aufsatz bislang nur überflogen, werde ihn aber lesen – obwohl man mich mit dem Wort „dekonstruieren“ leicht verjagt, ich bin da eher angelsächsisch-nüchtern.)

  7. Puuh. Es ist schon komisch, dass man dazu überhaupt gaaar nichts findet. Ist es möglich, dass Hindle-Briscall unter Pseudonym veröffentlicht hat?

  8. Ich besitze einen winzigen Zeitungsausschnitt aus den 60iger Jahren, in dem das Buch erwähnt ist. Ich habe 40 Jahre gebraucht, mich um die Anschaffung zu kümmern: Fehlanzeige.
    Ich stehe genauso auf dem Schlauch.

  9. Liebe Bloger,
    durch Zufall kam ich auf diese Seite, weil ich heute endlich wieder einmal nach besagtem Buch suchen wollte, dass ich bisher in keinem Bibliothekskatalog finden konnte: „1083, Bond Street“!
    Wie Sie bin ich auf dieses Buch in einem alten „Rekorde“-Buch gestoßen. (Wenn ich das Buch wieder finde gebe ich Bescheid – vermute aber, dass es nicht verschwunden ist, da ich es noch vor vll. einem Jahr mal wieder in der Hand hatte…). Sie sind also jedenfalls nicht der einzige, der durch den Verlag veräppelt wurde, wenn es dieses Buch tatsächlich nicht gibt.
    Bin ja mal sehr gespannt, ob sich sowas jemals auflöst. Wenn ja, geben Sie mir bitte, bitte Bescheid!

    Mit den besten Weihnachtsgrüßen,
    Michael

  10. Hallo,

    habe heute durch Zufall diese Seite hier gefunden, da auch ich auf der Suche nach diesem Buch bin. Habe hier vor mir das „Rekorde-Buch“ liegen, in dem foldender Text abgedruckt ist:

    „Philip J. Hindle-Briscall, einer der bekanntesten englischen Kriminalschriftsteller, hatte mit seinem Werk „1083, Bond Street“ einen außergewöhnlichen Erfolg. Er hatte die grandiose Idee, im Verlauf seiner Kriminalgeschichte zu beweisen, dass der Schuldige nur der Leser selbst sein kann.“

    Rubrik: Kultur
    U – Rubrik: Bücher und Leser
    S. 147, „Der seltsamste Kriminalroman“

    TATSACHEN, SchneiderBuch der Rekorde, 5. Ausgabe mit neuesten Daten
    1980, ISBN 3 505 01296 3

  11. A-ha, ich wusste es! Die 5. Auflage hat also tatsächlich „Bond Street“, wie ich mir damals notiert hatte, und nicht „Bondstreet“ wie in der 4. Auflage. (Zum Eintrag in der 4. Auflage siehe in diesem Blogeintrag.)
    Ich habe auch eine deutlich kürzere 2. Auflage (Tatsachen in verblüffenden Zahlen und Berichten, Schneider 1974) noch ohne Hindle-Briscall-Eintrag unter der Rubrik Kultur (und auch sonst).

  12. Nebenbei: Der Mitautor der Bücher Bodo Harenberg ist wohl der Harenberg von hier – also „Chronik des 20. Jahrhunderts“, „Harenbergs Lexikon der Weltliteratur“, „Die bibliophilen Taschenbücher“ und vieles mehr.

  13. Details zum Zeitungsausschnitt von Richard weiter oben:

    > Der Hinweis auf das Buch ist in den „Dürener Nachrichten“ (örtliche
    > Ausgabe der „Aachener Nachrichten“) Mitte der 60iger-Jahre erschienen,
    > ein Vier- oder Fünfzeiler, etwa 6 cm breit. Ich tippe auf 1965/1966.
    > Damals hat die Zeitung in fast jeder Ausgabe eine kleine Buchempfehlung
    > gedruckt, soweit erinnerlich, nicht im Feuilleton (weiter hinten),
    > sondern auf Seite 3.

    Vielleicht hilft’s bei der Spurensuche.

  14. Hallo Zusammen,
    auch ich bin seit ca. 15 Jahren auf der Suche nach diesem Buch. Habe Buchhandlungen aufgesucht, mit Antiquariaten gesprochen, sogar Bibliotekare angesprochen, die sich mit englischer Literatur auskennen. Mein Erfolg: Nichts, rein gar nichts. Das Buch gibt es leider nicht. Ich bin der Meinung, es handelt sich um eine Zusammenstellung von Informationen im Schneider-Buch der Rekorde mit Hilfe der damals üblichen Informationsquellen. Meist Zeitungsartikel und andere Presseberichte. Für mich ist die Geschichte mittlerweile zur „Ente“ geworden, der ich leider viel zu lange aufgesessen bin.

    In einem Punkt stimme ich zu: Das Buch muss geschrieben werden.

  15. Guten Tag Herr Rau,
    ich bin auf der Suche nach Adrian Hindle-Briscall. Können Sie mir weiterhelfen? Vielen Dank!

  16. Hallo Herr Rau
    Irgendwie fühle cih mich jetzt nicht mehr alleine. Seit über 20 Jahren schwirrt mit dieses Buch im Kopf herum, wahrscheinlich der einzige Titel, bei dem ich mich mein Leben lang an Autor und Titel werde erinnern können.

    Ich bin damals auf den Hinweis zu dem Buch gestoßen über einen Artikel im „Spiegel“ (Ähnlich wie Sie habe ich mir den Titel auf einem kleinen Zettel notiert, bei mir ein Kinderblock; ich glaube, den Zettel werde ich noch verereben). Gefunden habe ich das Buch jedoch nie, dieses Blog ist mein bisher bester Anhaltspunkt. Eine Nachfrage beim „Spiegel“ ergab damals nicht einmal mehr eine Erinnerung an den Artikel. Seit dem habe ich das Gefühl, einem Gespenst hinterher zu rennen (oder zu spinnen;-) ).

    Mein Aufruf an alle Interessierten und Wissenden: Helft mir! Ich will dieses Buch lesen!!!!!!

  17. Eine ganz neue Spur. Was stand denn drin in dem Spiegel-Artikel, war’s sicher der Spiegel, welches Jahr ungefähr? In den “Dürener Nachrichten” (siehe oben) soll das Mitte der 60er gewesen sein.
    Ich halte einen Scherz oder schelchte Recherche für wahrscheinlicher. Aber vielleicht stoßen wir ja doch noch auf eine Quelle.

  18. Sonderbar, dass mein Blog einen Trackback geschickt hat!?

    Den Spiegel-Artikel könnte man unter Umständen und mit entsprechendem Aufwand noch recherhieren – in Hamburg geht ja nichts verloren und manches gibt es ja schon in digitalisierter Form.

  19. Ganz 100%ig sicher bin ich nicht, dass es der Spiegel war, aber ich habe seit vielen Jahren diesen Gedanken im Kopf. Und da meine Eltern damals nur den Spiegel gelesen haben, muß es dieser gewesen sein. Ich meine, es war nur ein sehr kurzer Artikel mit dem Hinweis auf das Buch, aber hier kann ich mich auch täuschen.

    Wie schon gesagt, habe ich vor Jahren mal eine Anfrage an den Spiegel gestellt wg. des Artikels, leider ohne Ergebnis… Vielleicht kann es ja noch einmal ein anderer probieren, der vielleicht jemanden kennt, der jemanden bei Spiegel kennt…

  20. Neue Fundstelle, vermutlich jedenfalls: Das Hamburger Abendblatt vom 11. Januar 1952 (pdf) berichtet groß von einer spektakulären Havarie. Dazu:

    „Ich habe einen Scheck über 100 000 Dollar in der Tasche“, sagte mir gestern abend Mr. Hindle-Briscall. „Mein Chef bietet Carlsen 100 000 Dollar für alle Bühnenrechte seiner Story. Carlsen [der Kapitän] kann die 100 000 Dollar auf sein Bankkonto eingezahlt bekommen, wenn er einen Vertrag unterzeichnet. Orson Welles bietet durch uns, wenn Carlsen ihm die Filmrechte seiner Story überläßt.“

    Jetzt spielt auch noch Orson Welles mit! Die Stelle mit „Mr. Hindle-Briscall“ befindet sich in der vierten Spalte; er wird mit keiner Silbe vorher erwähnt oder eingeführt.

    Wenn noch weitere Archive digitalisiert werden, könnte mehr zum Vorschein kommen. Vielleicht tatsächlich auch mal über den Krimi.

  21. Hi Thomas,

    ich habe gerade mal wieder den o.g. Titel bei google.de eingegeben und bin auf deine Seite gekommen. Leider weiß ich auch nicht mehr darüber. Ich habe mir den Titel vor ca. 20 Jahren aus einer Brigitte oder freundin-Zeitschirft notiert, weil ich die Idee auch so spannend fand. Ich dachte schon mal daran, die jeweiligen Redaktionen zu kontaktieren, wie sie dazu kamen dieses -offensichtliche nicht existierende Buch – zu besprechen. Habe die Zeitschrift nicht mehr, sondern einfach nur die Notiz mit Titel und Autor.

    Gruß Mirjam (Marktoberdorf 1997????)

  22. Hallo Mirjam, das ist jetzt aber schon lange her. Schön von dir zu hören! Habe altes Foto rausgekramt, ja, Erinnerung hat nicht getrogen.
    Und du dann auch noch unter den Hindle-Briscall-Forscherinnen. Oben wurde der Spiegel als mögliche Quelle genannt, deine Brigitte/Freundin ist entweder dieselbe Quelle – oder das Ding ging damals durch mehrere Zeitschriften: eine Verschwörung!

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