Schüler-Wiki

Hier geht’s zum Wiki dreier meiner Klassen [Link gelöscht], das diese im Informatik-Unterricht gemeinsam angelegt haben. (Zu Hause durften sie natürlich auch daran arbeiten.) Ich habe gefragt, ob ich’s vorzeigen darf. Abnahme und Notenvergabe kommt erst noch; ich weiß noch nicht, wie genau sich die Schüler an die Vorgaben gehalten haben. Das Zeug wächst so schnell, dass man als Lehrer kaum Überblick behalten kann. Immerhin, was ich sehe, ist zum allergrößten Teil selbst produziert; der Tonfall ist freundlich; die Rechtschreibung noch verbesserungswürdig – aber sie wird auch immer weider verbessert.

Gerade das Urheberrecht ist ein Problem. Zwei Titelbilder von Büchern oder Plattencover pro Seite habe ich erlaubt, sofern die Bilder nicht zu groß sind; bereits das ist allerdings wohl schon eine Grauzone. Sicher weiß man das ja nie. Andere Bilder stammen aus der Wikipedia; und für ein Fußball-Bild hat ein Schüler extra beim Verein angerufen. Dort habe man ihm gesagt, er dürfe; man sehe sich solche Seiten aber immer regelmäßig an, auf dass kein Schindluder mit den Bildern getrieben werde. Da konnte ich doch nicht auf einer schriftlichen Erlaubnis des Vereins bestehen.

Entstanden ist das Wiki im Informatikunterricht; nächstes Jahr mache ich das wieder so ähnlich (wenn auch nicht unbedingt mit MediaWiki mit MediaWiki oder einer anderen Wiki-Software), werde aber mehr auf die Vorbereitung und Projektplanung achten. So haben die Schüler zuerst nur in Kleingruppen gearbeitet und erst nachträglich ihre Seiten verlinkt. Ich denke, auf diese Vernetzung sollte ich bereits vorher achten. Aber für den Anfang ist das schon ganz okay so.

Hanns Dieter Hüsch gestorben

Als die Bäcker von Beumelburg in der bekannten Herrgottsfrühe, mit Dietrich dem Genscher und dem kleinen Schmetterling, dem bescheidenen Vorschlag, ich erziehe meinen Leib, du erziehst deinen Leib, er erzieht seinen Leib; mit Bockwurstspringen und roten Beschleunigungssocken, Spazierganggebern und ‑nehmern, dem säbelnden Springen vom Baum zu Baum (den musst du dir anschauen, gerade du, wenn du den iregndwo noch erwischen kannst), mit Ditz und Hedwig, mit den Ausschreitungen unserer Phantasie und den Entartungen unserer Herzen, also Kunst – ohne große Reihenfolge einfach mal nur aufgezählt, sicher auch mit Wiederholungen.

Nachtrag: Viel schöner hier: http://ivy.antville.org/stories/1277257/

Begrüßung
Happy Hour
Einstellung
Gesang I
Gross oder klein
Korrupt
Gesang II
Im Cafe ‘Pilatus’
Angebote
Männer an den Herd
Gesang III
Nichts
Was ich nicht kann…
Scherzartikel und Geduldspiel
Deutschland mein Land?
Männer ernähren sich ungesund
Goethes Christiane
Eleganz und Gebrechlichkeit
Gesang IV
Der alte Fritz
Zeitungsnotiz
Gesang V
Der Heiligenschein
Vhs
Zukunft
Moerser Erinnerung
Gesang VI
Abendlied
Fünfzeiler
Niederrheinische Weisheit
Im Januar
Unsterbliche Sätze
Schwarz – Weisse Kühe
Familie Schwan
Seychellen
Matrose und Tenor
Tante Mariechen
Und Samstags immer auf dem Friedhof
Kannze doch mal aussteigen
Kühe am Altrhein
Ansichtskarten
Rammdösig
Niederrheinische Erklärung
Kappes und Kohl
So ähnlich jedenfalls
Fünf Gedichte
Krank, Kränker, Am Kränksten
Sach ma nix II
Atrops im Himmel
Abendlied
Gymnastische Übung
Alle Geräte lassen nach
Alles bestellen
Praktische Geschenke
Die Schlange
Bericht
Kein Liebeslied
Der lange Pullover
Muscheln essen
Pinkeln
Alte Filme
Nachts im Hotel
Moments musicaux
Religiöse Nachricht
Eiweissheit
Wie binde ich einen Schlips
Scheunen, Schuppen, Schlachthöfe
Honig
Große Salatblätter
Groß-Größer-Am Größten
Geschichte
Taxifahrer
Choral
Man kann sich nichts aussuchen
Jeder braucht jeden
Anteilnahme
Ausflügler
Terry
Heiterkeit
Obduktion
Ich möchte mir
Nachrichten
Knoblauch
Befund
An-Liegen
Nicht Kindskopf, sondern Kunstkopf
Suite
Lothar Trappmann
Das Wort zum Montag
Requiem
Abendlied
Szenenwechsel
Vortrag
Nünkteplein
Das Wort zum Sonntag
Liedermacher
Weltende
Liedermacher
Prolog
Ungerechter Tag
Alle Menschen sind frei
Mein Auge juckt
Wenn ich König wäre
Weltmusik
Das tückische Brot
Nach dem Kommunismus
Deutsches Eis
Menschen am Telefon
So heftig schlägt das Gewissen des Westens nicht
Ein junger Journalist
Schlechtes Wetter
Es mehren sich die Beweise
Dinosaurier
Nicht Aufstieg und Wohlstand
Tagesthemen
Niemand darf der Folter
Kein Kenner
Psalm
Papiertaschentücher
Besser als gar nix
Vaclaw Havel
Fluch-Blatt
Lichtenberg
Niederrheinische Unterhaltung
Mehr Küssen
Ossis und Wessis
Warnung
Im Hallenbad
Unappetitlich
Reporter
Tiere oder nicht
Bedenkenlos
Kirche, Klo und Kälte
Ein berühmter lateinamerikanischer Philosoph
Meine Zahnbürste
Psalm
Was ist Gesünder
Jede Regierung degeneriert
Über unsere Verhältnisse
Blinder Mann
Nichts geht mehr
Begrüßung
Spaziergang
Hedwig
Hagenbuch und die Schriftsteller
Mein Onkel
Die Geschichte von den Bäckern aus Beumelburg
Geschichte
Jugend
Das Alter
Abendlied
Was soll die Frieda kochen
Das Wort zum Montag
Schluß gemacht
Inside Story
Solei mit Kultur
Orangerie
Wo bin ich
Japanischer Film
Dialog mit der Jugend
Die Forelle
Religiothek
Ich setze auf die Liebe
Meine Geschichten
Pullover
Namensgebung
Die Jagd
Ist zur Kur
Mir zuliebe
Humbug an der Spitze
Alexander der Große
Sensibel
Tomatenschnitz und Apfelsinenscheibe
Ich möcht’ ein Clown sein
Schneller Gehen
Der Hustenreiz
Vorschläge
Auffallend
Autogespräche
Ganz besondere Briefeschreiber
Das Klavier im Kinderbett
Zwischen den Sätzen
Spielregeln
Formen
Wie man gesehen werden will
Halleluja, Herr Pfarrer
Japanischer Film
Wenn der Mond sich silbern schminkt
Mutti was meinst du
Ganz ruhig
Grosses Gelächter
Wenn meine Frau ihren Mann im Fernsehen sieht
Das Phaenomen

Lynne Truss, Talk to the Hand

Der Ellenbogentest: Ist deine Haut am Ellenbogen so jung und glatt, dass sie nach dem Beugen sofort wieder glatt anliegt, dann ist dieses Buch nichts für dich.
Noch zu jung, tut mir leid.
Bitte weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.
Ich kann da auch nichts machen, hat die Autorin so gesagt. Am Rande.

– Letztes Jahr erschien Eats, Shoots & Leaves, ein unerwarteter Bestseller von Lynne Truss. Darin beklagte Truss lauthalst, aber nicht ohne ironischen Sinn für ihre eigene Absurdität, die mangelhafte Zeichensetzung, der sie sich allerorts ausgesetzt sah.
Ich habe versucht, mit diesem Satz den Spagat zu vermitteln, den Truss in jenem Buch schlägt – zwischen Ernst und Humor, Selbstironie, Eifer, Liebe zur Sprache, Zorn. Truss ist keine Apokalyptikerin, sie beklagt sich nicht darüber, dass alles schlechter wird. Aber sie kann einfach nicht schweigen angesichts der vielen fehlenden Kommas und Apostrophen. “I see dead punctuation”, sagt sie, so wie der kleine Junge im Film The Sixth Sense die Geister von Verstorbenen sieht.

Jetzt hat Lynne Truss ihr nächstes Buch veröffentlicht. Und es ist keine einträglich-einfache Fortsetzung, wie sie vielleicht zu erwarten gewesen wäre, aber vielleicht doch eine Variation des Themas: Es geht um Höflichkeit und Unhöflichkeit, um “The Utter Bloody Rudeness of Everyday Life”, so der Untertitel.
Und das ist ein viel heikleres Thema als die Zeichensetzung. Wer sich an Sprache stört (wie das Sprachblog), ist schöngeistig, wer an falschen Apostrophen hängen bleibt und sich eine Meinung zum Semikolon leistet, ist auf liebevolle Weise altmodisch, ein Original, hat einen Spleen. Aber wer die Gegenwart zu unhöflich findet, der ist vielleicht nur spießig, kleinkariert oder elitär.

Insofern begann ich Talk to the Hand mit gemischten Gefühlen. Aber das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es geht nicht um Etikette, nicht darum, mit welchem Löffel man welche Haare spaltet. Es geht nicht um willkürliche Manieren, die hauptsächlich dazu sind, sich von anderen abzugrenzen.

Es geht darum, dass die Autorin auf dem Handy angerufen wird und ihr ein Tonband etwas verkaufen will. Es geht darum, dass sie Bahn fährt und die Leute neben ihr rücksichtslos laut Musik hören. Es geht um das Fehlen von freundlichen Bitte-Danke-Ritualen, um inkompetente Call Center und Warteschleifen, um das Ignorieren von Mitmenschen. Lynne Truss zitiert dabei viel aus dem köstlichen Watching the English von Kate Fox. (Da fühlt man sich gleich gut, wenn man das Buch auch gelesen hat.) Und ein bissen Anthropologie ist dann auch hängen geblieben, denn Truss versucht zu erklären, wo dieses unhöfliche Verhalten herkommt.

Eine ihrer Thesen: Leute benehmen sich in der Öffentlichkeit immer mehr so, als ob sie allein und zu Hause wären. Daher das ungenierte Ausplaudern privater Informationen am Handy, die laute Musik, die Füße auf den Stühlen. Der Sinn dafür, dass man den öffentlichen Bereich mit anderen teilt, fehlt. Das erklärt auch, warum die Menschen, wenn man sie bittet, doch ihren Müll bitte nicht auf den Boden der S‑Bahn zu werfen, so aggressiv-irritiert reagieren. (“Fuck off.”) Wie kommt man denn dazu, diese Leute in ihrem privaten Bereich zu belästigen, einzudringen in ihre Privatsphäre, sich einzumischen?

(Ich bin selbst auch einer dieser Leute, die regelmäßig S‑Bahn-Passagiere bitten, ihren Mp3-Player leiser zu stellen. Das funktioniert meistens übrigens ganz gut, ganz selten wird man gebeten, etwas anatomisch vermutlich völlig Unmögliches zu tun. Die meisten Leute stellen ihre Geräte leiser, manchmal sogar bereitwillig. Ich weiß auch nicht, warum ich das mache; sicher einmal, weil mich die Musik nervt, vermutlich will ich mir aber auch etas beweisen.)

Als weiteren Faktor sieht Truss mangelnde Empathie: Die mangelnde Bereitschaft oder Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen. Wenn ich es nicht eilig habe, und das ist so gut wie nie der Fall, gehe ich nie bei Rot über die Ampel, solange dort andere Leute warten. Die kommen sich dann nämlich dumm vor, wenn sie warten und andere nicht, und das muss ja nicht sein.

Zum Bitte-und-Danke-Sagen: Man hält einem anderen die Tür auf, der sagt “Danke” und man selber “Bitte” und die Transaktion ist erledigt. Man fühlt sich daraufhin: erleichtert, gerechtfertigt, bestätigt, wahrgenommen und als guter Mensch. Das alles, ohne dass man sich irgendwie für den anderen interessiert. Bleibt das “danke” aus, fühlt man sich: erbost, enttäuscht, unsichtbar, zornig, schlecht, wütend.

Die Höflichkeit, die mit Klassenbewusstsein verbunden war, gibt es nicht mehr, und das findet auch Lynne Truss eine gute Sache. Aber sie zählt zwanzig Gründe auf, weshalb man früher zu bestimmten Personengruppen besonders höflich war – Gründe, die nichts mit Klassendenken zu tun haben:

they are older
they know more than you
they know less than you do
they have educational qualifications in the subject under discussion
they are less fortunate than you
they have achieved status in the wider world
they are your boss
they work for you
they are a policeman/teacher/doctor/judge

Ah, wo sind sie hin, die Zeiten.

Schließen will ich mit einer Schopenhauer-Parabel, die auch Truss erzählt:

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich an einem kalten Wintertage recht nah zusammen, um durch die gegenseitige Wärme sich vor dem Erfrieren zu schützen.
Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wann nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammen brachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, so dass sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.
Und diese Entfernung nannten sie Höflichkeit und feine Sitte.

So ist es. Und vielleicht bin ich auch noch einen Klacks höflicher in Zukunft. Heute auf der Post hat das schon mal sehr gut geklappt.

ZUM-Wiki (LehrerWiki)

Weil ich’s bei Ein Blog gesehen habe, hänge ich mich dran: Die Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM) hat ein Wiki: das ZUM-Wiki

Das ist ein Wiki für Lehrer. Jeder kann zu den Texten dort beitragen (am besten, wenn man sich dazu dort anmeldet, aber das ist nicht nötig). Es ist kein Dikussionsforum, obwohl zu jedem Beitrag eine Diskussionsseite existiert, wo man den Eintrag kommentieren kann. Wie bei einem Wiki üblich, kann jeder an jedem Eintrag mitschreiben, jeden Eintrag verbessern. Das ist besser, als wenn jeder Lehrer sein Material einzeln veröffentlicht. Ich hatte mir auch vorgenommen, viel mehr dort mitzuarbeiten. Bislang habe ich nur einen Eintrag geschrieben, hoffe aber, dass ich bald dazu komme, mehr zu schreiben. Ein Vorschlag an die lieben Kollegen: Schaut euch doch dort mal um und schreibt auch etwas.

ESL Podcasts

Hier gibt es ganz tolle Englisch-Podcasts: http://www.eslpod.com/.

Den täglichen English as a Second Language-Podcast:
http://feeds.feedburner.com/EnglishAsASecondLanguagePodcast

Das wöchentliche English Through Stories:
http://feeds.feedburner.com/ets/ (English through stories)
(Eine dramatische Geschichte um eine Entführung.)

Ebenfalls wöchentlich der TOEFL-Podcast:
http://feeds.feedburner.com/toeflpodcast

Die Podcasts sind schlicht produziert und keine Hörspiele; es gibt sehr wenige Sprecher; das Englisch ist einfach und sehr langsam. Mit der Dauer wird das unseren Schülern vielleicht zu eintönig. Aber bislang funktioniert das in der 10. Klasse gut.

Der TOEFL-Podcast dauert etwa 15 Minuten pro Folge und sieht immer so aus:
1. kurze Szene (Dialog zwischen Student und Professor) in langsamem Englisch
2. Erklärung der verwendeten Wörter und Wendungen
3. die gleiche kurze Szene nochmal, aber schneller (wenn auch immer noch langsam)
4. eine Multiple-Choice-Frage dazu

In meiner 10. sieht das so aus: Den Schülern spiele ich die Folge auf CD vor und sie schreiben die erklärten Wörter und Wendungen mit. Danach decke ich nach und nach eine Folie auf mit eben diesen Wörtern auf, damit die Schüler die Schreibung korrgieren können. Dann spielen zwei Schüler die Szene nach; die Folie mit Wörtern bleibt dabei sichtbar. (Das gibt schon mal zwei Noten.) Am Anfang der nächsten Stunde müssen wieder zwei die Szene vom Vortag nachspielen. (Auch zwei Noten.)

So komme ich auf vier Noten pro Stunde. Bewertet werden Höflichkeit, Lautheit, Angemessenheit des Gesprächs; ob sie genau die neuen Wörter verwenden, spielt keine Rolle.

Wenn man das ein paarmal hintereinander macht, ist da auch schön Routine drin (immer hilfreich für Schüler und Lehrer). Die Gespräche sind manchmal besser, manchmal weniger geeignet, aber irgendeine Art von gespräch muss immer zustande kommen können.
Allerdings geht halt jeweils mindestens die Hälfte der Stunde dabei drauf. In der 10. Klasse ist das, finde ich, machbar.

(Was ein Podcast ist, hat übrigens noch kein Schüler gefragt.)

Heute im Anzug

Denn ich habe Bewerbungsgespräche mit den 9.-Klässlern geführt. Die Tage zuvor (also: Wochen, in der 9. Klasse) hatten wir mit Lebenslauf und Bewerbungsschreiben im Computerraum verbracht; heute mussten sie zu mir in die Personalabteilung.

Das war lustig. Ich glaube, ich sollte öfter Krawatte tragen; auch in der 10. Klasse hat das Spaß gemacht, die Schüler mit “Miss Seibold” (or whatever) anzureden und professionelles Verhalten einzufordern.

Blog-Workshop: Was mach ich nur?

In zehn Tagen oder so bin ich auf einem Symposium zum Thema Zukunft neuer Medien in der Schule und leite dort einen Workshop zu Blogs; Teilnehmer sind andere Lehrer. Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich kenne mich zwar mit Blogs aus und mit Schülern und habe schon viel gebastelt, also habe ich wohl schon genug mitzuteilen. Aber ich bin trotzdem aufgeregt. Man bietet mir Beamer an und Rechner und Flipcharts. Hilfe, solchen Reichtum bin ich nicht gewöhnt! Tafelschwämme und Tageslichtprojektoren mit kaputten Birnen sind alles, was ich kenne.

Wie gesagt, ich bin aufgeregt. Was sag ich nur, was mach ich nur, was lass ich machen? Wenn einer von euch Ideen hat, meldet euch. Was würdet ihr denn von einem solchen Workshop gerne mit nach Hause tragen?

Zur Belohnung poste ich dann auch live vom Symposium.

Da trifft es sich gut, dass ich heute Schönes bei Gryanzen zum Thema gesehen habe.

Besuch in der Grundschule

Gestern waren zwei Kolleginnen und ich zu Besuch in einer benachbarten Grundschule, um uns eine Englischstunde dort anzusehen. Wir planen mehr solche gegenseitigen Besuche, um uns Vorurteile zu nehmen (oder sie zu begründeten Urteilen werden zu lassen) und zu wissen, worauf wir aufbauen können beziehungsweise worauf die Grundschule vorbereiten muss. Allerdings muss die Grundschule ebenso auf die anderen Schularten vorbereiten.

Der Besuch war spannend und nutzbringend. 26 Schüler, aber ein großes Klassenzimmer mit freiem Raum in der Mitte, wo Tische mit Freiarbeitsmaterial standen. Das Klassenzimmer und die Räume davor, die sich zugegeben im neuen Teil des Gebäudes befanden, waren sehr bunt und sehr sauber. Überall Farben und Bilder; die Füße in Hausschuhen; alles aufgeräumt. Ein Projektor mit fest montierter Leinwand über und hinter der Tafel – einer Metalltafel, an deren einem Flügel zumindest Bilder mit Magneten aufgehängt werden konnten. An der seitlichen Wand eine kleinere Tafel, auf der alle Hausaufgaben des Tages für die verschiedenen Fächer notiert waren. Unter den Pulten der Schüler waren Körbe für Bücher und Arbeitsmaterial. (Bei uns sind diese Fächer abgeschafft oder abmontiert worden, da sich regelmäßig zuviel Müll dort sammelte. Körbe sind natürlich noch eine viel bessere Idee als das brachiale Entfernen.) Hinten im Klassenzimmer waren Matten, Bücher, ein Computer, Malblöcke, Farben, Regale.

All das habe ich neidisch beobachtet. Man hört vielleicht an meinem Tonfall, dass wir all das nicht haben – schon mal deshalb, weil die Räume nicht den Lehrern zugeordnet sind, so dass kein Lehrer für einen Raum verantwortlich ist und kein Lehrer all sein Material in einem Raum deponieren kann. Auch sind unsere Klassen größer, unsere Schüler älter.
Aber so schön bunt und so schön sauber, das hätte ich auch gern.

Die Englisch-Stunde hat mir sehr gut gefallen. Es gibt viele Vorurteile unter Gymnasiallehrer Gymnasiallehrern, sag ich jetzt mal so, gegen die Grundschule. Vielleicht treffen manche davon auch zu. Aber diese Englisch-Stunde war so, wie ich sie mir für die Anfangsjahre Englisch an der Grundschule erhoffe. Sehr viel mündlich, neue Vokabeln, sehr viel Kommunikation. Das fällt auch nicht so schwer, schließlich sind die Kommunikationsanlässe begrenzt und den Schülern vertraut. Das Englisch der Lehrerin war sehr gut; die Unterrichtssprache war die ganze Stunde über Englisch. Die Schüler sprechen zwar nur selten in ganzen Sätzen (abgesehen von rituellen Begrüßungs- und anderen Formeln), kennen aber viele Vokabeln und haben keine Scheu zu reden. Ihre Aussprache ist gut.

Leider können wir uns am Gymnasium noch nicht darauf verlassen, dass alle Schüler mit einheitlichen Kenntnissen zu uns kommen – ein verbindlicher Lehrplan gilt erst ab der aktuellen dritten Klasse; diese Schüler kommen also erst in zwei Jahren zu uns. Dazu kommt, dass neben Englisch auch Französisch als Grundschulfremdsprache zugelassen ist; einige Grundschulen nehmen diese Möglichkeit auch wahr.

Wir laden die Grundschullehrer (Deutsch, Englisch, Mathe) auch zu uns ein; ich bin gespannt, was die dann zu unserem Unterricht sagen.

Familienstand: Liiert

Heute 9. Klasse, Arbeiten an Bewerbungsschreiben/Lebenslauf im Computerraum. Das machen wir seit ein paar Tagen; nächste Woche gibt es Bewerbungsgespräche. Ein Fachmann dafür bin ich übrigens bei weitem nicht, da sind die Wirtschaftslehrer kompetenter. (Vor allem natürlich Kollege D. mit Leistungskurs Deutsch seinerzeit.)
Ob “Familienstand: liiert” in Ordnung sei, will eine Schülerin wissen.