Schultag heute

Warum bis zum Schuljahresende warten? Heute habe ich in der 6. Klasse, der letzten meiner Informatikstunden vor den Ferien, den Evaluationsbogen ausfüllen lassen, den Hokey hier empfohlen hatte. In den nächsten Tagen mache ich das noch mit zwei anderen Klassen, wenn ich mich traue. Mit dem einen Kollegen zusammen habe ich mir Mut gemacht.
Die Ergebnisse sind auch, soweit ich das beim ersten Blick gemerkt habe, gut. Aber es gibt noch durchaus Einiges zu verbessern. Wenn ich damit erst einmal Erfahrung gesammelt habe, kann ich das den Kollegen meiner Schule demonstrieren.

Das Auswerten der Bögen ist entweder mühsam oder stichpunktartig. Alsooo.… muss das Web her. Es gibt einige Dienste, die Fragebögen anbieten, aber am meisten Spielraum habe ich doch, wenn ich die Software auf einem eigenen Server laufen lasse. An Open-Source-Programmen habe ich gefunden: LimeSurvey und opensurveypilot. Das ist was für die Weihnachtsferien: Die Software installieren und dann den Test von oben (wenn ich das denn darf) dafür umwandeln. Oder hat jemand schon eine andere Quelle?

Dann der Englisch-LK: In der Woche vor Weihnachten macht man nichts sehr Anstrengendes mehr. Heute in der Doppelstunde zuerst eine Art Mindmap-Tafelbild zu The Martian Chronicles, um zum Abschluss der Sequenz noch einmal das Wichtigste zu sammeln.
Danach eine Kopie aus einem Bildwörterbuch zu Baseball, um ein paar Vokabel-Grundlagen zu schaffen für Who’s On First. (First base, infield, outfield, pitcher…) Einmal Vorspielen, dann in Paaren üben lassen, danach vortragen lassen.

Zum Schluss noch “Hu’s in China” angehört. Kursiert als Text seit mindestens sieben Jahren im Web, hier ist eine mit Bildern unterlegte Youtube-Fassung:

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In der 9. Klasse ging es mit Lektüre weiter: Der Herr der Fliegen. Gestern war es um das Menschenbild gegangen und darum, dass die Menschen doch gar nicht so böse sind… ein Schüler hatte auch schon vom Standford-Experiment gehört, aber keine Details mehr im Kopf. Also referierte er heute kurz der Klasse darüber. Und als Bonus gab’s auch noch das Milgram-Experiment. Sehr spannend.

6 Antworten auf „Schultag heute“

  1. Wir verwenden bei uns Fragebögen, die auf denen basieren, die der österreichische Bildungsserver (Qualität in Schulen) anbietet:
    http://www.qis.at/qisfb.asp?Dokument=16&Reihenfolge=2

    Unser Systembetreuer hat dazu auch eine Webversion gebastelt, die im Nu ausgewertet ist. Das hat einen enormen psychischen Vorteil: Wenn man die Bögen per Hand auswertet, muss man jede Bewertung, die einem nicht so behagt, selbst mit dem Stift hinkritzeln, und die Gefahr, dass man diese kritischen Wertungen als persönlichen Angriff empfindet, ist groß. Bei der Auswertung durch den Computer hat man von vornherein eine angenehme Distanz: 80 Prozent Zustimmung liest sich viel schöner, wenn man das gleich als Prozentwert präsentiert bekommt, als wenn man die zwanzig Prozent einzeln per Hand erst erfassen musste.
    Das heißt nicht, dass man sich mit den kritischen Stimmen nicht auseinandersetzt – aber man kann es sachlicher tun, und das ist natürlich sinnvoller.

  2. Na das ist ja eine tolle Idee – Auswertung gleich am Computer, ich bin begeistert.
    Bisher habe ich meinen Fragebogen immer selbst per Strichlein übertragen und ausgewertet und mir ging es dabei schon so, wie rip es sagt: die positiven Striche gehen von alleine, bei den negativen geht der Stift immer zaudernd und es ist schmerzlich…

    Was das psychologische Moment angeht, habe ich einen weiteren Trick bei mir eingebaut, “Frage 13”: Die ist so formuliert, dass ich weiß “wer da nicht wenigstens im schwach positiven Bereich sein Kreuz setzt, dessen Bogen kann ich mit gutem Gewissen vollständig wegwerfen, denn er oder sie hat seine Objektivität in hohem Bogen weggeworfen.” Nach etwa zwei Jahren und dementsprechend vielen Klassen (ich mache den Bogen immer und habe auch in heiklen Klassen immer faire Rückmeldungen…) fiel mir die annähernd konstante 100%-Quote dieser Frage auf und ich habe seither den Spieß umgedreht und nutze sie als “Qualitätskontrolle”…

    Was “Frage 13” ist? Also bei mir (jede Lehrkraft hat wohl so “seine” Frage, der bei ihr immer zugestimmt werden muss bzw. müsste) ist es “Mein Lehrer ist auf den Unterricht vorbereitet”. Da hat sich der Arbeitsethos meiner Anfangszeit offenkundig so weit erhalten, dass die Schüler merken, dass ich tatsächlich und immer ein Konzept mitbringe. Besonders geeignet als Qualitätskontrolle ist diese Frage wohl auch deshalb, weil sie eben gerade nichts über die Qualität meines Unterrichts aussagt oder über meine menschlichen oder sonstigen Eigenschaften. Und wer mir das – als einer unter vielleicht 60/70 – abspricht, der kann wohl aus lauter Frust über die Note oder über sonstwelche negativen Sachen an mir nicht mehr trennen zwischen (oftmals ja berechtigter) Kritik an Einzelpunkten und pauschalem Negativurteil.

    Hmm. Und mittlerweile weiß ich nicht mehr, ob ich den Schülern wirklich gönnen will, sich hinter dem Berg von Kreuzen der Gesamtklasse zu verstecken oder ob es mir das nicht Wert ist, jedes einzelne “Kreuzchenprofil” auch mal optisch vor mir gesehen zu haben (denn oft zeichnen sich im Fragebogen, der thematisch strukturiert ist, geradezu Kurven ab in der Art “mit der Notengebung unzufrieden, der Rest passt” oder “alles Ok, nur bei der Länge und der Schwierigkeit der Schulaufgaben, da setzt es aus”…)

  3. Danke für die vielen Tipps. Die helfen mir sehr, sowohl das mit der Gesamtauswertung als auch die Frage 13. Morgen kommt meine dritte Klasse an. Eines kann ich schon mal sagen: Die Rückmeldungen wirken alle ehrlich und konstruktiv, also keineswegs nur nach Sympathie oder Antipathie verteilt.

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