Alan Bennett, The Uncommon Reader

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Ein äußerst liebenswürdiges schmales Bändchen. Die Prämisse: Die Queen entdeckt zufällig und eher spät in ihrem Leben, dann aber um so heftiger, das Lesen. Der Hofstaat sieht das gar nicht gern: Sie wird unpünktlich, dafür aber weniger ungeduldig bei Zugfahrten; sie lernt, mit einer Hand aus der Kutsche zu winken, während sie heimlich in ihrem Buch liest (das ihr der Sekretär immer zu verstecken versucht). Bei Gesprächen mit Diplomaten und öffentlichen Auftritten stellt sie unerwartete Fragen („Was lesen Sie gerade?“), und weil sie sich nicht um ihn kümmert, bricht der Premierminister seinen Aufenthalt in Balmoral mit irgendeiner fadenscheinigen Ausrede („‚trouble in the Middle East'“) ab. Es gibt unerwartete und doch konsequente Wendungen. Das Buch ist eine Utopie, ein Lobgesang aufs Lesen.

Bücher: immer noch unschlagbar.

(Entdeckt durchs Web: hier, hier oder hier.)

6 Antworten auf „Alan Bennett, The Uncommon Reader“

  1. Ebenfalls von Bennett, ebenfalls (ihmo) sehr lesenswert: Cosi fan tutte. Ehepaar kommt abends nach Hause und die Wohnung ist leer. So richtig leer. Wunderbar die Seitenhiebe in den Nebensätzen, toller Stil, keine hundert Seiten.

  2. Danke, habe es notiert. Ich mach englische oder amerikanische Novellen. Es gibt nicht viele davon, aber die Länge liegt mir sehr.

  3. Ein wirklich tolles Buch. Und was ja auch immer interessant ist: Was wird denn so gelesen. Dass die Queen z.B. in Genet schmökert, ist eine witzige Idee!

  4. Hallo,

    gibt es zu diesem hinreißenden Roman bei irgendeinem Verlag Lehrerhandreichungen? Würde es gerne mit einem Englisch GK lesen.

    Herzl.Grüße

    Claudia

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