Informatik 7. Klasse: Bilder ins Web stellen

Heute ging es darum, Bilder ins Wiki einzubauen. Einem Film glaubt ein Schüler mehr als tausend Lehrerworten, deshalb habe ich wieder mal Marions Kochbuch herausgekramt und den Schülern gezeigt:

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Danach haben die Schüler schon viele Fragen, die sie beantwortet haben. Immer dabei: Gilt das auch für die Bildchen, die man in sein Profil in einem Forum einbaut? (Ja. Erstes Erbleichen.) Und die ganz Schlauen: Aber ich kann doch ein Foto abfotographieren, dann ist es nicht mehr das Original. (Geht natürlich auch nicht.) Natürlich sage ich den Schülern auch, dass man meistens keine Probleme kriegt, wenn man fremde Bilder verwendet, dass das dadurch aber nicht rechtmäßig wird.

Dass ich das gegenwärtige Urheberrecht für dringend überholungsbedürftig halte, sage ich aber auch. (“Es gibt kein Recht auf Privatkopie.” Wenn das unser Kulturstaatsminister sagt, dann wird das sachlich schon so stimmen. Leider versäumte er den Nachsatz: “Und das muss dringend geändert werden.”)

Vorerst gilt: nur eigene Bilder verwenden oder um Erlaubnis fragen. Zwei Schülerinnen haben schon über ein Kontaktformular um Erlaubnis gefragt und sie auch erhalten.
Als Vorgriff auf nächste Stunde habe ich außerdem die meisten Bilder aus Wikipedia als erlaubt deklariert, wenn die Schüler den Fundort mit angeben. Nächste Stunde sage ich dann etwas zu Creative Commons. Im Lehrplan steht so direkt natürlich nichts von all dem.

In der zweiten Hälfte der Stunde habe ich ein Foto von den Schülern gemacht (alle umgedreht, keine Gesichter) und ins Wiki hochgeladen, dann sollten die Schüler das mit den eigenen, in den letzten Stunden mitgebrachten Bildern selber machen. Reihenfolge und Hefteintrag, direkt unter den Regeln zur Wiki-Fomatierung:

  1. Bild auf Festplatte speichern.
  2. Bild verkleinern.
  3. Zu Wiki-Seite gehen, anmelden, auf Editiermodus schalten.
  4. Als eigenen Absatz in den Text schreiben:
    Attach:bildname.jpg
  5. Seite speichern
    Zwischenfrage: Warum kann man jetzt noch kein Bild sehen, obwohl der Name schon dasteht? Wo ist denn das Bild jetzt noch? Auf der Festplatte, deshalb.
  6. Bild auswählen und auf Server hochladen. (Indem man dem angelegten Link folgt.)

Gottfried Benn, Nachtcafé

Eines der Gedichte von Gottfried Benn, das ich immer wieder gern mit Schülern mache. Kann man gut Metonymien mit üben. So fängt es an:

Nachtcafé

824: Der Frauen Liebe und Leben.
Das Cello trinkt rasch mal. Die Flöte
rülpst tief drei Takte lang: das schöne Abendbrot.
Die Trommel liest den Kriminalroman zu Ende.

Grüne Zähne, Pickel im Gesicht
winkt einer Lidrandentzündung.

Fett im Haar
spricht zu offenem Mund mit Rachenmandel
Glaube Liebe Hoffnung um den Hals.

Junger Kropf ist Sattelnase gut.
Er bezahlt für sie drei Biere.

Bartflechte kauft Nelken,
Doppelkinn zu erweichen.

Der Vorschlag, das ganze doch unter dem Titel “Schülerdisco” aktualisierend umzudichten, wurde von meinen Leistungskursschülern empört zurückgewiesen. er inspirierte aber immerhin zu Interpretationsansätzen und zur Frage, was dieser Beobachter da eigentlich in dem Nachtcafé treibt.

Grummelgrummelgrummel.

Schlechte Laune. Also, nicht die missmutige schlechte Laune, bin einfach nur lustlos und etwas niedergeschlagen. Man gibt mir zu essen, man gibt mir zu arbeiten, ist schon alles okay. Aber noch keine Weihnachtsstimmung.

War heute beim Nichtraucher-Volksbegehren. Sehr lange Schlange vor dem Münchner Rathaus, beide Male (Ausweis vergessen) – aber sehr gut organisiert und die Schlange bewegte sich sehr schnell; nach zehn Minuten war alles vorbei. Das hat trotzdem diverse Vordrängler nicht am Drängeln gehindet, ich habe verschiedene Taktiken beobachten und wieder etwas mehr vom Glauben an das Gute im Menschen verloren. Aber jede Stimme hilft, sei’s drum.

Grummelgrummelgrummel. Melde mich spätestens nächste Woche wieder, da bin ich dann aus dem Gröbsten raus.

Vom Nutzen von Vera 8 und den Jahrgangsstufentests zur Schulentwicklung

Das ISB stellt einige nützliche Instrumente zur Verfügung. Den Jahrgangsstufentest für das Fach Deutsch zum Beispiel, an den sich inzwischen alle gewöhnt haben dürften. Er wird zentral gestellt und durch die Lehrer nach einem festen Schlüssel korrigiert und benotet. Getestet werden Lesefähigkeit, Ausdrucksvermögen, Grammatikkenntnisse und Rechtschreibung.

Am Test müssen alle 6. Klassen teilnehmen; bei den 8. Klassen war die Teilnahme dieses Jahr den Schulen freigestellt, da die 8. Klassen im März zusätzlich durch VERA getestet werden.
(Es haben in der Jahrgangsstufe 8 wohl deutlich weniger als die Hälfte der Gymnasien mitgemacht, aber das dürfte eher mit der Doppelbelastung von Schülern und Lehrern zu tun haben als mit einer Ablehnung des Jahrgangsstufentests.)

Vor allem die Auswertung des Tests ist vielleicht ganz praktisch. Wenn man die richtige Eingabedatei verwendet hat (nämlich die für Fortgeschrittene) und die korrekten Ergebnisse der Schule und des Landes Bayern eintippt, dann kann man sich per Makro und Mausklick für jeden Schüler so ein Diagramm auf den Bildschirm holen:

Und das kann man dann interpretieren: Manuela Musterfrau ist überdurchschnittlich in ihrem Wortschatz und bei der Rechtschreibung. Verbessern kann sie sich aber auch da noch. Die Lesefähigkeit ist leicht unterdurchschnittlich, vor allem im Vergleich zum Rest der Klasse. Noch mehr gilt das für die formalen Sprachkenntnisse (also Kenntnisse über Grammatik), hier gibt es am meisten zu verbessern.
Der Vergleich mit dem Rest der Klasse ist möglich und der Vergleich mit dem bayerischen Durchschnitt. (Und mit dem Schuldurchschnitt. Den habe ich mal überall bei 50% eingetragen. Nicht die echten Daten meiner Schule.)

Letzte Woche war Elternabend an meiner Schule, und ich sitze da in der Regel in einem der Computerräume. Ich hatte die Datei mit den Ergebnissen meiner 6. Klasse geöffnet, und wenn Eltern nach den Leistungen der Schüler fragten, konnte ich ihnen diese Tabelle zeigen. Das beeindruckt wohl schon ein bisschen, heißt aber nicht, dass ich die Zeit habe, mich auch wirklich um die Schwachstellen der Schüler zu kümmern. Aber es ist zumindest interessant, wie unterschiedlich die Ergebnisse für einzelne Schüler sind.

Wirklich aussagekräftig sind diese Diagramme natürlich nur, wenn die Tests auch tatsächlich das abprüfen, was sie zu überprüfen vorgeben. Ich bin mir sicher, dass sich die Arbeitsgruppe, die diese Tests entwirft, die größte Mühe gibt. Aber mir fehlt die Kompetenz, zu entscheiden, wie gut der Test gemacht ist – da muss ich Vertrauen haben.


Noch interessanter sind die Auswertungen von VERA 8 aus dem letzten Schuljahr. Da wurde in der 8. Jahrgangsstufe in Deutsch, Englisch und Mathematik getestet. Und zwar nicht unmittelbar der Lehrplanstoff, sondern Kompetenzen, die von der KMK vereinbart wurden und die bis zum Ende der 10. Klasse erreicht sein sollten. Wie weit sind Schüler in der 8. Klasse schon auf dem Weg dorthin?

In Englisch wurde im letzten Jahr nur Leseverstehen getestet, in Deutsch nur Lesen und Sprachgebrauch, in Mathematik alles mögliche. Seit Juli, glaube ich, gibt es die Ergebnisse; wir haben sie in der Fachsitzung Deutsch letzte Woche besprochen. Leider sind sie nicht öffentlich, ich habe auch nur eine Schule im Web gefunden, die ihre Durchschnitte auf die Homepage gestellt hat.

Man erfährt dabei für jede Klasse, welche Kompetenzstufen von wie vielen Schülern erreicht wurden. Sagen wir, es gibt 5 Kompetenzstufen, dann haben vielleicht 25% der Schüler Stufe V, 30% Stufe IV, 35% Stufe III, 8% Stufe II und 3% Stufe I. Außerdem erfährt man diese Verteilung für alle vergleichbaren Schularten in Bayern.

Ich finde es enorm interessant, die eigene Schule mit den anderen zu vergleichen. Fragen, die sich stellen:

  • Weicht die Verteilung der Kompetenzstufen der eigenen Schule vom Bayerndurchschnitt ab? Woran liegt das?
  • Sind manche Klassen in Deutsch, Englisch und Mathematik besser oder schlechter als andere Klassen? Woran liegt das? Was sagt das über die Rolle der Lehrkraft in diesen Klassen aus? (Gibt es also etwa doch bessere und schlechtere Klassen und nicht nur bessere oder schlechtere Lehrer?)
  • Unterscheiden sich die Leistungen der Schüler einer Schule in den drei Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik? Wenn ja: ist das Teil des Schulprofils oder unbeabsichtigt?
  • Welche Unterschiede gibt es zu den Ergebnissen des Jahrgangsstufentests? Der misst ja gelernten Stoff, nicht stoffunabhängige Kompetenzen.

Warum ich das so interessant finde, kann ich natürlich nicht sagen, ohne etwas über die Auswertung für meine Schule zu verraten. Das darf ich natürlich nicht.

Bislang gibt es nur die Testergebnisse eines Jahres. Um wirklich etwas über die Schule auszusagen, braucht man sicher noch mehr Daten. Aber ich halte das tatsächlich für ein Mittel zur Schulentwicklung, das sich geschickt anwenden lässt. Und auch wenn das Korrigieren der Tests Mühe macht, ich freue mich auf weitere Erkentnisse.

Erkenntnis zum Frühstück (schnell aufschreiben, bevor sie unwichtig wird)

Das Vergehen der Zeit ist nicht nur abhängig von Masse/Geschwindigkeit – wie bei der Geschichte von den Zwillingen, von denen einer mit dem Raumschiff nahe Lichtgeschwindigkeit reist – , sondern auch von der Temperatur: im Brotkasten zwei Hälften desselben Laib Brotes. Die eine schon trocken und hart (und nur noch in Resten vorhanden), die andere, vor wenigen Stunden aufgetaut, liegt jugendlich frisch daneben.

Kontaktbrief Deutsch 2009

Sehr schöne Idee von rip: der hat auf seinem Blog den Kontaktbrief Englisch ins Wordle gesteckt. Der Kontaktbrief kommt einmal pro Jahr heraus, erreicht früher oder – seien wir ehrlich – sehr viel später die Lehrkräfte, und darin sagt uns das ISB, was es uns mitteilen möchte.

Nachdem bei uns morgen Fachsitzung Deutsch ist, stelle ich hier mal den Kontaktbrief Deutsch 2009 herein:

Hier zum Vergleich der Kontaktbrief 2008:

Nicht sehr ergiebig. Tendenz: weniger “Kompetenzen”, mehr “bitte”. “Lehrplan” beliebt wie eh und je, ein weitere Schwerpunkt diesmal: neue Oberstufe. “Ersetzungsmaßnahmen” ist durch “Ersetzung” ersetzt worden.

Hier gibt’s die Kontaktbriefe im Original vom ISB. (Die Links dort sind manchmal sehr kurzlebig, der sieht aber stabil aus.)

Vorgangsbeschreibung: Die Knalltüte

Zwischendrin zum Üben in der 6. Klasse, damit die Kinder auch genug Unfug lernen. Die Schüler haben die gezeichnete Anleitung gekriegt, aber das hat ihnen noch nicht gereicht zum Nachbauen – etwas Text dazu muss eben doch sein, etwas Erklärung, ein paar Temporalsätze und Final- oder Kausalsätze. Daher die Vorgangsbeschreibung.

Die Zeichnung habe ich selbst gemacht, da ich keine freien Zeichnungen fürs Blog gefunden habe. Ist vielleicht etwas einfach für die 6. Klasse, aber immerhin bringe ich ihnen auch die Fachausdrücke “Bergfalte” und “Talfalte” bei. Ein bisschen Origami sollte ohnehin jeder können.
Natürlich haben die Schüler danach nicht mehr viel Unterricht gemacht, sondern nur versucht, diese Knalltüte auch zum Knallen zu bringen. Ganz so einfach ist das auch nicht, man braucht schon etwas Schwung dazu. Die Jungs hatten keine Probleme, aber ein paar Mädchen schon.

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Mikrowelle im Lehrerzimmer

Mal in die Runde gefragt… wir haben einen Mikrowellenherd (aber so heißt das Ding gar nicht mehr, oder?) im Lehrerzimmer, der aber so gut wie nie benutzt wird. Wo jetzt irgendwann mal die kalte Jahreszeit anfängt: Was könnte ich mir denn in den Mittagspausen damit Köstliches bereiten? Heiße Schokolade mit Marshmallows? Nachos mit Käse? Bin für Vorschläge offen.

Fußnote:
Im ReliBlog gefunden: Naturwissenschaftlicher Humor. A virus walks into a bar… a neutrino walks into a bar… Lustig.)

Mrs. Oliphant, A Beleaguered City

Margaret Oliphant Oliphant, geborene Oliphant Wilson, heiratete ihren Cousin. Das erklärt die Dopplung des Oliphant; wo der Name ursprünglich herkommt, ist mir immer noch unklar.

oliphant_beleaguered_city

Auf dieses Buch (erschienen 1880) bin ich durch Rudyard Kiplings Stalky & Co gekommen. Dort erschreckt Beetle (der junge Kipling) seine Mitschüler mit einer auf ihre Schule umgemünzten Nacherzählung dieses Buches.


Die Bewohner des verschlafenenen Städtchens Semur sind eher weltlich orientiert. Man genießt das gute Leben; das Glockenläutern der Klosterschwestern stört eher die Sonntagsruhe als dass es zur Erbauung beiträgt. Da geschehen unerhörte Dinge, die größtenteils vom Bürgermeister – ein wenig eingebildet, ein wenig angeberisch, ein wenig neidisch auf die größeren Gemeinden drumherum – erzählt werden. Einzelne Kapitel werden von anderen Personen erzählt; gerade der Stellvertreter des Bürgermeisters sieht einige Sachen anders, ist aber nicht weniger eingebildet als sein Chef.

Es beginnt mit einer merkwürdige Dunkelheit mitten im Sommer, die nur das kleine Städtchen betrifft. Die Stimmung ist winterlich, es wird spät hell, früh dunkel. Lecamus, ein etwas verschrobener und belächelter Bürger, führt den Bürgermeister Dupin zu einem der kleineren Stadttore. Die Wächter dort zieren sich etwas, keiner will so recht vor die Stadt. Lecamus und Dupin gehen hinaus und Dupin spürt eine große Menschenmenge, einen Strom von Leuten, die alle an ihm vorbei und um ihn herum in die Stadt ziehen. Er tut das als Einbildung ab. Eine unheimliche Szene.
Bald darauf taucht ein Schreiben am Tor der Kirche auf, eine Aufforderung. Jeder liest seinen eigenen Namen dort. Am nächsten Morgen ziehen alle Einwohner vor die Stadt, ohne zu wissen warum und ohne sich wehren zu können. Hinter ihnen fällt Stadttor zu.

Manche Frauen und einige Männer sehen ihre toten Kinder und andere Verwandte, so berichtet es jedenfalls der Bürgermeister, der das noch halb für Hysterie hält. Diese Ausgewählten empfangen eine Botschaft, oder bilden sich irgendetwas ein, jedenfalls ziehen die Frauen in verschiedene Notunterkünfte in der Umgebung. Die meisten Männer lagern vor den Stadttoren. Keiner kann näher als ein paar Schritte an die Stadttore heran. Gelegentlich hören die Bürger Geräusche aus ihrer besetzten Stadt, Musik, Stimmen. Zu sehen ist niemand. Das ganze ist unheimlicher als es hier klingt.

Die dunklen Wolken lichten sich manchmal über dem Kirchturm. Man einigt sich darauf, dass es tatsächliche die Seelen der Toten sind, die das Städtchen besetzt halten, und dass einige Mensche, vor allem die Frauen, Nachrichten von ihnen empfangen können. Ihre Motive sind noch unklar. Eine der interessanteren Figuren ist der Priester, der zwar tief religiös ist, aber genauso wenig von den Toten mitbekommt wie die meisten anderen, und das nicht versteht. Agnès, die Frau des Bürgermeisters, will als Botschafterin in die Stadt – und notfalls dazu sterben. Da kommt Lecamus, der in den letzten Tagen nicht mehr gesehen worden ist, aus der Stadt. Ganz bleich ist er, und bringt eine Einladung von den Toten.

(Diese Szene hat mich an die Unterwelt-Sequenz aus der Odyssee erinnert: Odysseus und seine Gefährten machen sich von Kirke aus auf in die Unterwelt, um den Seher Teiresias um Rat zu fragen. Beim überstürzten Aufbruch fällt der letzte in ihrer Reihe, Elpenor, vom Dach des Hauses – Sonnenbad – und bricht sich den Hals. Die Gruppe kriegt gar nicht mit, dass er nicht mehr bei ihnen ist – und im Hades wundert sich Odysseus dann, dass ihr Gefährte Elpenor schon da ist, obwohl er doch der letzte war.)

Aber Lecamus ist nicht, wie man zunächst denkt, beim Auszug aus der Stadt gestorben, so dass er jetzt zu den neuen Einwohner gehört. Aber er ist sichtlich angegriffen von seinen Erlebnissen und wird nach wenigen Tagen sterben.

Ab dieser Stelle wird das Buch langsam uninteressant. Der Bürgermeister und der Priester gehen in die Stadt, haben Visionen, blablabla, beschließen öfter in die Kirche zu gehen, das Dunkel lichtet sich, die Männer ziehen ein, die Frauen ziehen ein, großer Gottesdienst, noch ein paar geisterliche Spuren. Immerhin: Der Bürgermeister gibt in seinem Bericht zu, dass die guten Absichten nicht lange gehalten haben, und die ersten nachweislich falschen Legenden bilden sich um die Ereignisse.


Die erste Hälfte der Erzählung ist ein spannender Gruselroman, die zweite Hälfte dann eher religiöse Lehrgeschichte. Aber die erste Hälfte ist überraschend unheimlich und könnte Vorbild für manche Stephen-King-Geschichten gewesen sein. Ich hatte beim Lesen ständig im Kopf, wie ich die Handlung als Horror-Rollenspiel aufbauen würde. Als Call-of-Cthulhu-Rollenspiel müsste man die Handlung in die 1920er Jahre verlegen. Ein Problem: Kommunikationsmöglichkeiten, vermutlich wäre bald die Presse da. Also müsste aus dem Städtchen ein noch kleineres Dorf werden. Ein Holzfällerlager irgendwo im Wald? Oder gleich Innsmouth?
Die Spielercharaktere stoßen auf Versuche, in Gebäude der Stadt einzudringen. Man bildet sich ein, etwas zu spüren, zu sehen ist nichts. Hinweise auf ein düsteres Geheimnis, Recherchearbeiten. (Muss bei CoC einfach sein.) An einem Morgen ziehen alle Bewohner vor die Stadt. Warum? Ein paar Leute behaupten, Stimmen zu hören. Gehet in euch! rufen sie. Andere murmeln von einem Fluch. Den Spielercharakteren gelingt das Eindringen in die Stadt. Sicher keine Geister der Toten, eher Deep Ones und die Vorbereitung auf das Erscheinen eienr größeren Mythosgestalt. Vor den Toren religiöse Eiferer, daneben ein paar Kultisten.
Vielleicht mache ich mal etwas daraus.

Wiki 7. Klasse, wieder mal

In Informatik in der 7. Klasse müssen meine Schüler immer ein Wiki zu einem mehr oder weniger selbst gewählten Thema füllen. So werde ich dem Lehrplanpunkt “vernetzte Dokumente erstellen” gerecht.

Mein Schwerpunkt ist dabei die Produktion von Inhalt, auch weil ich Deutschlehrer bin. HTML sollen die Schüler ohnehin nicht lernen.

Damit ich die Vorgehensweise nicht vergesse:

  1. Zuerst einigen wir uns auf ein gemeinsames Thema; jeder Schüler hat einen Aspekt als erste Aufgabe. Dabei sein müssen zum Schluss: 1–2 Bilder, mindestens 2 Links.
  2. Die Schüler schreiben ihren Artikel erst einmal vor. Er muss noch nicht fertig sein, aber es muss schon viel Text da sein. Unformatiert, ohne Zentrierung, Unterstreichung, Schriftgröße und dergleichen zeitstehlendem Zeug mehr. Ganze Sätze, keine Stichpunktlisten.
    Und da ist das Hauptproblem: Viele Schüler können erst einmal keine längeren Texte schreiben. Sie können im Rahmen von Deutschaufsätzen Geschichten erzählen und beschreiben, erklären, berichten. Aber außerhalb eines Aufsatzes mit wochenlanger Vorbereitung: kaum Ergebnisse. Vier Zeilen und dann wissen sie nicht mehr, was sie schreiben sollen – oder können. Hier macht es wirklich Sinn, mehr Kompetenzen zu üben als Aufsätze.
  3. Einführung ins Wiki, Übertragung des Textes ins Wiki. Ab da wird nur noch online gearbeitet: Texte verfeinern. Wikitypische Layoutfragen.
  4. Bilder hochladen. Fragen des Urheber- und Persönlichkeitsrechts.
  5. Links anlegen und weitere Wikibeiträge schreiben.