Tse.

Jetzt gehen mir nach sieben Jahren doch tatsächlich die Themen aus. Ich korrigiere zu viel, lese ausreichend, war in Berlin bei einer Familienfeier, entdecke neue Vorschriften, aber nichts davon drängt mich gerade zum Schreiben. Na, wenigstens das wollte ich loswerden.

There’s an unnameable unimaginable thing in my basement

“It’s kinda hard to tell the size of things in that basement because of the Non-Euclidean Geometry” – jetzt ist H.P. Lovecraft endgültig mainstream.

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(Burnistoun, BBC Scotland.)

Hätte man noch besser machen können, aber ich finde es interessant, wie weit verbreitet Lovecraft jetzt ist. Die angekündigte Verfilmung von At the Mountains of Madness durch Guillermo del Toro ist leider erst mal aufgeschoben worden, er sucht jetzt ein anderes Studio.)

Meine schönsten Fehler im Unterricht (vielleicht Teil 1)

Martin Kurz hat einen tollen Blogeintrag mit der gleichen Überschrift geschrieben. Viele seiner Fehler habe ich bei mir wiedererkannt. Aber ich mache noch ganz andere! Hier sind einige davon, angelehnt an Martins Beitrag.

Völlig unvorbereiteter Unterricht

Kommt eigentlich nicht vor.

Nur materialvorbereiteter Unterricht

Ah, das schon eher. Eher selten ist der Fall, dass ich einfach nur ein paar Aufgaben aus dem Buch oder Arbeitsheft heraussuche und die Schüler daran arbeiten lasse – und wenn, dann sind das keine schlechten Stunden. Was aber zu oft vorkommt, sind Stunden, bei denen ich gaaaanz tolles Material habe. Einen tollen Text, ein wunderbares Lied, eine spannende Aufgabe. Wirklich tolles Material. Witzig. Knifflig. Spannend. Material, auf das ich mich gestürzt hätte. Aber das Material allein reicht nicht für guten Unterricht.

Material nicht wirken lassen

Zumindest sollte ich dann genug Zeit zum Umgang mit dem Material lassen und nicht in der nächsten Stunde schon wieder mit einem ganz tollen Text ankommen.

Gleichzeitig werden mehrere Ziele verfolgt

Ich weiß nicht, ob das bei mir ein Problem ist. Eher nicht. Das Problem, mit dem Stoff zurückzuliegen, also vom Lehrplan noch nicht alles zu haben, kenne ich kaum. Was nicht heißt, dass alle Schüler den behandelten Stoff könnten. Das kann und wird nie geschehen und ist auch nicht vorgesehen – wer einen Teil gut kann und einen anderen Teil absolut und überhaupt gar nicht, der kommt insgesamt mit einem soliden “ausreichend” durchs Schuljahr.

Unklare oder ineffektive Ziele

Unklare Ziele: da habe ich nicht genug nachgedacht darüber, was am Ende der Stunde herauskommen soll. Dann kommt oft gar nichts heraus. Manchmal macht das nichts, wenn das etwa eine Stunde vor einem Deutschaufsatz ist und es einfach nichts mehr zu üben gibt, aber auch kein neues Thema sinnvoll ist. Ineffektive Ziele: ich mache etwas, weil es im Lehrplan steht, wohl wissend, dass das nicht so gründlich geschehen wird, dass es nachhaltig verfügbar bleibt.

Zu langer Lehrervortrag, verbunden mit einem Lehrer-Schüler-Gespräch

Lange Lehrervorträge, die den Namen verdienen, gibt es viel zu selten. Das sind Vorträge, bei denen die Schüler mitschreiben müssen, und wo der Inhalt des Vortrags danach überprüft wird. Nützliche Fähigkeiten, effiziente Methode, gibt es an Schulen leider kaum. Anders das Lehrer-Schüler-Gespräch. Es entwickelt sich manchmal in gegenseitigem Einvernehmen, wenn weder Schüler noch Lehrer Lust auf geistige Arbeit haben. Ansonsten: wenn es funktioniert, war’s gut, aber öfter gibt es bessere Methoden.

Dem Lehrer ist langweilig

Martin führt unter dieser Überschrift Fälle an, wenn er selber durch Scherze, Sprüche, Nebenbemerkungen die Konzentration in der Klasse verschwinden lässt. Keines meiner größeren Probleme,

Unkenntnis der Schülernamen

Schuldig.

Erfolgreiche Stunde wiederholen

Manchmal hat eine Stunde gut geklappt. Vielleicht auch noch so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Dann versuche ich manchmal, diese Stunde so zu wiederholen. Und das klappt dann selten. Liegt es daran, dass ich mich da zu schlampig vorbereite, oder daran, dass die Schüler nicht so reagieren, wie ich mich erinnere und daher wohl auch erwarte?

— Es gibt noch eine Reihe von anderen Fehlern, teilweise ernsteren, aber die zu formulieren fiel mir schwer, so dass ich sie auf einen anderen Eintrag verschiebe.

Verlorene Links, Fortsetzung

Der Webweiser hat auf eine Seite hingewiesen, die – auf Englisch – Werke der Weltliteratur schön aufbereitet: Invitation to World Literature. Zeitleisten, Kommentare, Videos, Text, schön gemacht. Mehr dazu unter den beiden Links. Allerdings: gleich beim ersten Titel, dem Gilgamesch-Epos, das ich mir als ein Fan davon angeschaut habe, ist der Textauszug voller Fehler. “Were its bricks not fired in an over?” Actually, no, it was an oven. (Per Kontaktformular weitergeleitet. Bin jetzt leserbriefschreibender Deutschlehrer.)

Im Blog Medien im Geschichtsunterricht hat Daniel Eisenmenger ein Fundstück: Historische Schulwandbilder. Solche etwa wie das hier:


“Tabak” – Schulwandbild aus der Reihe “Ausländische Kulturpflanzen”.

Mehr dazu in Daniels Blog.

Buongiorno, Prof! hat eine Idee für Erörterungen. Er zieht die Seite Wen wählen? heran, auf der Kandidaten (für die Bundestagswahl 2009) zu verschiedenen Themen Stellung beziehen. Etwa zur These: “Das Internet soll stärker reguliert werden”. Die Pro-Contra-Argumente dort kann man, je nach deren Qualität, als Fundgrube für eine Erörterung nehmen oder kritisch auseinandernehmen.

Via Teachersnews: ein ganz tolles Projekt namens ARTigo von verschiedenen Gruppen der LMU (Kunsthistoriker, Informatiker, Sprachwissenschaftler). Ausgangspunkt ist eine Datenbank mit 25.000 bekannten oder weniger bekannten Bilder. Diese Bilder wollen alle verschlagwortet werden. Das geschieht entweder durch Experten oder – bei diesem Projekt – durch ein Spiel: Wenn man mitspielt, kriegt man a) einen unbekannten Mitspieler und b) der Reihe nach fünf Bilder gezeigt. Zu jedem Bild muss man innerhalb einer kurzen Zeit Schlagwörter eingeben. Dafür kriegt man Punkte. Wenn beide – unabhängig von einander arbeitende – Spieler das gleiche Schlagwort eingeben, ist die Wahrscheinlich recht hoch, dass es tatsächlich zum Bild passt, und das wird in der Schlagwortdatenbank vermerkt. Was man davon hat?

“Am Ende jeder Spielrunde werden zu den Bildern noch Angaben zum Künstler, der Titel oder die Datierung angezeigt. Wir denken, dass das einen großen psychologischen Effekt hat: Wenn man vorher mit einem Bild begrifflich gearbeitet hat und im Anschluss die historische Einordnung präsentiert bekommt, memoriert man dieses Wissen besser.”

(Prof. Dr. Hubertus Kohle in einem rbb-Radiobeitrag, aus dem Blog zum Projekt)

Etwas in dieser Art stelle ich mir auch für die Bildbeschreibung im Deutschunterricht vor. Welche Begriffe erwarte ich bei der Beschreibung eine konkreten Bildes?

Bei einem zweiten Spiel kann man unmittelbarer mit einem – weiterhin unbekannten – Mitspieler interagieren. Beide Spieler kriegen in verkleinerter Darstellung eine Reihe von sehr ähnlichen Bildern zu sehen. (Wie die Ähnlichkeit ermittelt wird, weiß ich nicht. Sie sind sich jedenfalls sehr ähnlich.) Ein Mitspieler muss ein ganz bestimmtes Bild aus dieser Reihe dem anderen mit Hilfe von Schlagwörtern beschreiben. Der muss anhand der Schlagwörter herausfinden, welches Bild das ist. Das ist kniffliger, als es klingt.

Und zuletzt ein Hinweis auf DFG Science TV, das Internetfernsehen der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Es gibt eine neue Staffel über Rituale verschiedener Kulturen und Jahrhunderte. Hm, Geschichte! Rituale! Antike! Und natürlich: Gegenwart. Initiationsrituale in Nepal.

Fußnote: meinen ersten Beeren-Pie gemacht. So wie ich ihn sonst nur aus Garfield-Cartoons kenne. Ausgesprochen lecker!

Abitur Informatik: Premiere

Letzten Freitag haben alle G8-Schüler der 12. Jahrgangsstufe ihr Deutsch-Abitur geschrieben. Nächsten Freitag schreiben alle das Mathematik-Abitur. Und dazwischen, nämlich heute, hatten sie ihr drittes schriftliches Fach. Das kann so ziemlich jedes andere Fach sein, und da in Musik, Englisch, Französisch jeweils auch noch Hörtexte zu den schriftlichen Aufgaben kommen, gab es bei uns sehr viele kleine Gruppen von Schülern – und zwei Aufsichten pro Gruppe, unabhängig von deren Größe. Sag ja nur. In den nächsten beiden Wochen finden dann mündliche Prüfungen in zwei weiteren Fächern statt.

(Parallel dazu Probeunterricht und Personalratswahlen.)

Insbesondere war heute das Abitur Informatik, zum ersten Mal in Bayern. Zehn Schüler haben das bei uns geschrieben; die Arbeiten habe ich noch nicht angeschaut, deshalb kann ich jetzt noch darüber schreiben. Die Aufgaben sahen durchaus machbar aus, sehr dem Musterabitur vergleichbar. Den Schüler hatte ich brav noch ein Periodensystem der chemischen Elemente besorgt, weil das ein zugelassenes Hilfsmittel für die Prüfung ist, das von der Schule gestellt wird. Ja mei, wenn’s schlau macht.

Es gibt zwei Themengebiete: “Modellierung und Programmierung” zu 80 Punkten und “Theoretische und technische Informatik” zu 40 Punkten. Zu jedem Gebiet gibt es zwei Aufgabensätze, der Fachausschuss wählt jeweils einen davon aus, den die Schüler dann bearbeiten. Hoffentlich haben diese sich die anderen Aufgaben auch angeschaut: die Lösung zu einer Frage aus dem ersten Gebiet befand sich in einer Angabe aus dem anderen, durchgestrichenen Satz. Beim zweiten Gebiet gab es auch einen Hinweis im jeweils anderen Fragensatz.

Bin schon gespannt, wie anders sich das korrigiert als das Deutschabitur. Bei dem war ich sehr gelassen, ist ja auch schon das vielte Mal; bei Informatik war ich ein bisschen aufgeregter.

(Ein Schüler fragte schon per Mail, wann und wo man die Lösungen einsehen könnte. Oh schöne neue Welt.)


Nachtrag: Glücksbringer vor dem Informatik-Abitur.

Phantasiererörterung

Neben der Phantasiererzählung gibt es natürlich auch die Aufgabensorte der Phantasieerörterung. In der 7. Klasse so:

Ein unbekannter Gönner hat der Schule 20.000 Euro geschenkt unter der Bedingung, dass die Schüler darüber entscheiden, was mit dem Geld geschehen soll. Schlage eine Sache vor, für die das Geld ausgegeben werden soll, und begründe deinen Vorschlag.

Bin schon mal gespannt, was alles herauskommt. Nach Rücksprache konnte die Summe auf 40.000 Euro aufgestockt werden, falls die Idee gut, aber teuer war. Überhaupt muss man vorher klären, wofür 20.000 Euro überhaupt reichen. Hm, schönes Recherchethema für die Schülerzeitung, fällt mir gerade ein: wieviel was am Schulunterhalt so kostet.

(Dass man mit Geld nicht alle Probleme lösen kann, kommt dann in den nächsten Jahren.)

Wandertag heute, Elternabend gestern

Gestern von früh bis spät in der Schule gewesen. Am Wochenende war ich noch etwas frustriert über schlechte Ergebnisse und zu viel Korrektur. Aber die Schüler am Montagvormittag haben mich dann wieder etwas aufgepäppelt, sind halt doch nette Menschen. Und die Sonne hat auch geschienen. Am Nachmittag mit einem Kollegen die Rechner hergerichtet für die Einschreibung am folgenden Tag, ab fünf Uhr war dann Elternabend. Dort schulweit nicht allzuviel los. Beim traditionellen Kuchenverkauf hatte ich das Vergnügen, einen Schüler anschreien zu dürfen. Also, nicht anschreien weil ich böse war oder so, und mein Ton war auch gar nicht böse. Aber der hatte einen Kopfhörerknopf im einen Ohr, daran ein Kabel baumelte, das dann wohl zu einem mp3-Player führte. Ja, und da muss ich doch davon ausgehen, dass das entweder eine Hörhilfe ist, oder der Schüler eventuell abgelenkt ist, so dass das man sehr langsam und deutlich und sehr laut mit dem Schüler reden muss, damit er einen versteht.

Ich ließ mir auch ein Gebäckteil aufdrängen, das die Verkäufer selbst nicht kannten und das ich identifizieren sollte. Flach, in herzförmiger, überbärentatzengroßer Form gebacken, stellte es sich dann als überraschend und lecker mohngefüllt heraus.

Heute dann Wandertag. Allein schon das Wort, so veraltet wie “Stegreifaufgabe aus dem Deutschen”. Obwohl ich das ja gern mag; Schule darf gern ein Hort alter Worte sein. Seit Menschengedenken verlangt das eherne Gesetz zwei Wandertage pro Schuljahr. Bei uns sieht das so aus, dass der zweite davon fachlich orientiert ist – den meisten Fächern ist eine Jahrgangsstufe zugeordnet, und die Lehrer dieses Faches organisieren dann etwas für die Klassen. Heute war ich bei den 9. Klassen, Religion/Ethik. Die einen fuhren ins jüdische Museum, andere in die Synagoge nach Augsburg, glaube ich, und ich war mit einer Klasse im Stadtmuseum im München. Dort gab es eine Einführung in hebräische Schrift.

(Das erste Bild ist ein Detail der S‑Bahn-Fahrt. Hm. Gegen mp3-Player auf Schulausflügen habe ich etwas. Und Bücher?)

Die Schüler kopierten die hebräische Fassung von Harry Potter (Gänsekiel, selbstgemachte Tinte) beziehungsweise verzierten ihr Blatt mit dekorativen Elementen (mineralische Pigmente, frisch gemahlen). Wer sich um die eigene Kleidung sorgte, nahm eine Schürze oder ein großes Hemd aus einem Stapel und schütze sich damit vor Farbklecksen. Danach teilweise schicker als zuvor.

Ach, die Wandertage. Ich weiß nicht, wieso der so früh im Jahr war. Vielleicht weil heute Einschreibung war und das Schulhaus damit leer von Schülern. Macht einen aufgeräumteren Eindruck. Allerdings ist jetzt mitten in der Abiturzeit – die in diesem Jahr doppelt so lang ist – das beste für alle: Routine, und dazu gehört der Wandertag nicht. Weniger wichtig ist, auch wenn man das oft hört, dass man ja noch Noten machen muss und einem so Unterricht ausfällt. Üblicherweise ist der Wandertag nach dem Notenschluss.

Vom diesjährigen Abitur abgesehen bin ich aber für einen frühen Wandertag, also mitten im Jahr wie heute. Auch Projekttage gehören mitten ins Schuljahr und nicht ans Ende. Denn was in den letzten zwei Wochen an angeordnetem Programm geschieht, wird doch eh nie richtig ernst genommen.

Thor

Also in Thor gewesen. In den USA ist der Film ein Erfolg bei Kritik und dann wohl auch beim Publikum im erwarteten, nicht übermäßig spektakulären Rahmen, das freut mich. Selber fand ich ihn nicht besonders gut, und das lag an Drehbuch und Regie. Und der Musik. Die Schauspieler sind okay, die Sets wirkten nicht übertrieben und waren keine reinen Vorzeigestücke, aber besonders schön fand ich sie nicht. In Asgard fehlten die Bäume, und ich hatte nie das Gefühl, dass es da eine ganze Welt zu erkunden gäbe. Durchweg gefehlt haben kleine kurze Szenen, die für mich die Figuren individualisieren und charakterisieren.

Der Erfolg freut mich trotzdem: das kann nur gut sein für The Avengers, der 2012 ins Kino kommen wird. Avengers war 1963 das erste Marvel-Superheldenteam, wenn man von den Fantastic Four absieht, die eher eine Familie als ein Team sind. Und so wird der Kinofilm dazu auch der erste Film sein, der verschiedene bereits existierende Marvel-Helden versammelt: Hulk, Thor, Iron Man aus den bereits gesehenen Filmen und Captain America aus dessen eigenem Film, der im Frühsommer diesen Jahre in die Kinos kommen wird. Dazu Nebenfiguren aus allen diesen Filmen, Hawkeye und (wohl) Luke Cage, die bereits in Thor einen Gastauftritt haben. So viele Figuren, die untergebracht werden wollen, das kann eigentlich nur in die Hose gehen. Aber so kühn, dieser Plan!

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Lieblingsszenen aus der germanischen Mythologie: die Asen haben den Vater der Riesin Skadi getötet, die Genugtuung möchte. Sie will einen der Asen heiraten, am liebsten den schmucken Balder. Aber die Götter machen es ihr schwer – sie kriegt von einer Reihe göttlicher Junggesellen nur die Füße und Beine zu sehen, der Rest bleibt verhüllt. Skadi kriegt Balder nicht, sondern fällt auf die hübschen Beine des Gottes Njörd herein. Ich hab’s schon mal gefragt, aber gibt es tatsächlich eine Kontinuität zwischen germanischer Mythologie und Hochzeitsbräuchen in der Gegenwart? Da gibt es genau solche Spielchen ja auch.
Danach ist Skadi ist immer noch traurig, und um sie aufzuheitern, bindet Loki das eine Ende eines Stricks einer Ziege um den Bart, das andere Ende sich selber um die Hoden, und ein lustiges Tauziehen beginnt. Ein lustiges Volk, diese Götter.

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Die Marvel-Parodie auf den VW-Spot kennen vielleicht schon einige:

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Marvel-Filme, die noch kommen:

  • Captain America: The First Avengers 2011 (bin skeptisch, erwarte aber eher mehr als bei Thor; spielt im 2. Weltkrieg)
  • X‑Men: First Class 2011 (Trailer laufen schon, möglicherweise okay)
  • ein zweiter Ghost Rider 2012 (Nicolas Cage, habe geringe Erwartungen)
  • ein neuer Spider-Man 2012 (Re-Launch; noch keine Meinung dazu)
  • The Wolverine 2012 (der letzte war schlecht – aber wir mögen Hugh Jackman)
  • The Avengers 2012 (sooo gespannt!)

Jerome K. Jerome, Three Men on the Bummel

Lest, in spite of all, the British schoolboy should obtain, even from the like of [terrible British schoolbooks] some glimmering of French, the British educational method further handicaps him by bestowing upon him the assistance of, what is termed in the prospectus, “A native gentleman.” This native French gentleman, who, by-the-by, is generally a Belgian, is no doubt a most worthy person, and can, it is true, understand and speak his own language with tolerable fluency. There his qualifications cease. Invariably he is a man with a quite remarkable inability to teach anybody anything. Indeed, he would seem to be chosen not so much as an instructor as an amuser of youth. He is always a comic figure. No Frenchman of a dignified appearance would be engaged for any English school. If he possess by nature a few harmless peculiarities, calculated to cause merriment, so much the more is he esteemed by his employers. The class naturally regards him as an animated joke. The two to four hours a week that are deliberately wasted on this ancient farce, are looked forward to by the boys as a merry interlude in an otherwise monotonous existence. And then, when the proud parent takes his son and heir to Dieppe merely to discover that the lad does not know enough to call a cab, he abuses not the system, but its innocent victim.

I confine my remarks to French, because that is the only language we attempt to teach our youth. An English boy who could speak German would be looked down upon as unpatriotic. Why we waste time in teaching even French according to this method I have never been able to understand. A perfect unacquaintance with a language is respectable. But putting aside comic journalists and lady novelists, for whom it is a business necessity, this smattering of French which we are so proud to possess only serves to render us ridiculous.

In the German school the method is somewhat different. One hour every day is devoted to the same language. The idea is not to give the lad time between each lesson to forget what he learned at the last; the idea is for him to get on. There is no comic foreigner provided for his amusement. The desired language is taught by a German school-master who knows it inside and out as thoroughly as he knows his own. Maybe this system does not provide the German youth with that perfection of foreign accent for which the British tourist is in every land remarkable, but it has other advantages. The boy does not call his master “froggy,” or “sausage,” nor prepare for the French or English hour any exhibition of homely wit whatever. He just sits there, and for his own sake tries to learn that foreign tongue with as little trouble to everybody concerned as possible. When he has left school he can talk, not about penknives and gardeners and aunts merely, but about European politics, history, Shakespeare, or the musical glasses, according to the turn the conversation may take.

Jerome K. Jerome, Three Men on the Bummel (1900)

Schöne Textaufgabe für einen Englischdidaktikkurs: Nehmen Sie kritisch Stellung zu verschiedenen didaktischen Konzepten, die in diesem Romanauszug angerissen werden.

Har, har. Kleine Presseschau.

Was hat das Kultusministerium denn jemals für uns getan? Genau. Nichts!

– Außer den Aquädukten. Und die Kanalisation! Die Sanitäranlagen! Rückgang der Kriminalität! Und der Weinanbau, ja, der Wein!

Ach nein, das war ja gar nicht das Kultusministerium, das waren die Römer.

Also: Was hat das Kultusministerium denn jemals für uns getan? Viel.

Sagt das Kultusministerium, in Pressemitteilung Nr. 086:

“Wir nehmen die Lehrkräfte als Beteiligte auf dem Weg zu einer guten Bildung für unsere jungen Menschen ernst, holen ihren Rat ein und degradieren sie nicht zu unmündigen Ausführenden”, so der Minister. “Wir werden diese Kultur des Dialogs noch breiter anlegen”, betonte der Minister und verwies u.a. auf die Einladung der Grundschullehrkräfte, an der Ausarbeitung des künftigen Lehrplans mitzuwirken. […]

Den Vorwurf von “bürokratischen und angeordneten Störungen der Lehrer durch die Bildungspolitik und das Bayerische Kultusministerium”, den der BLLV-Präsident angesichts der Erhebung heute interpretativ geäußert hat, ist für das Kultusministerium unhaltbar: “Die demokratisch gewählten Landtagsabgeordneten stellen entsprechend der Bayerischen Verfassung die Weichen für die Bildungspolitik und das Kultusministerium setzt die Beschlüsse um. Dabei versteht sich das Ministerium mit seinen Einrichtungen einschließlich der Schulberatungsstellen auch als Dienstleister für die Schulen”, argumentiert der Minister.

Anlass der Pressemitteilung war die Pressemitteilung des BLLV zu einer BLLV-Umfrage unter bayerischen Lehrern. Dort heißt es:

Allerdings fühlen [die Lehrer] sich wenig unterstützt, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Es fehlen Beratungsfachkräfte, Sozialpädagogen, Mobile Sonderpädagogische Dienste oder bedarfsgerechte Förderkurse. Über ein Drittel der rund 3000 Befragten gibt an, dass es an ihrer Schule keine Differenzierungsstunden zur individuellen Förderung gibt. Die meisten Lehrkräfte empfinden schulpolitische Zwänge und wachsende Bürokratisierung als belastend und hinderlich, um ihre pädagogische Profession zu verwirklichen. Beispiel Ziffernnoten: Sie sind zwar der großen Mehrheit der Befragten nicht wichtig, ihre Vergabe zählt aber zu den Aufgaben, die sie am häufigsten tun müssen.

Als Dienstleister habe ich das Kultusministerium noch nie empfunden, das ist wahr. Dabei habe ich mir das tatsächlich in genau diesen Worten so vorgestellt, und dass die Strukturen von Kultusministerium bis hinunter zur Schulleitung letztlich genau das sein sollten und ihre Aufgabe sein sollte, den Unterrichtenden den Rücken frei zu halten und ihnen – mit den Schülern – Unterricht zu ermöglichen.

Das mit den Noten… sagen wir: im Lehrplan stehen allein für das Fach Deutsch tolle Sachen drin. Kulturelle und ästhetische Bildung erweitern. Werthaltungen aufbauen. Urteilsvermögen ausbilden. Identität entwickeln. Sich als Teil der Gesellschaft begreifen. Soziale Kompetenz festigen. Leben gestalten. Dafür gibt es aber keine Noten. Ich melde an Schulleitung und Ministerium aber nur Noten zurück, und man tritt mit einer Aufforderung zum Dialog an mich, wenn mit den Noten etwas nicht klappt. Sonst sind die expliziten Aufforderungen zum Dialog eher spärlich.

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In der Welt kann man Lesen (via Bildungsklick), dass Professoren eine höhere Lebenserwartung haben als der Durchschnitt. Und Lehrer übrigens auch. Haben Forscher herausgefunden. Möcht schon sein. Allerdings gilt für die Lebensversicherung – inzwischen nicht mehr online ohne Registrierung möglich – immer noch, was ich vor drei Jahren mal geschrieben habe: Hochschullehrer sind in Berufsklasse 1 (“Akademische Berufe mit besonders guten Berufsaussichten und ohne körperliche Belastung”), Beamte in Klasse 3 (“Berufe ohne wesentliche Belastung oder sonstige Gefährdung”) – explizit ausgenommen Lehrer, die sich mit Taxifahrern und Chemielaboranten in Klasse 4 befinden (“Berufe mit körperlicher Tätigkeit oder für Tätigkeiten mit sonstigen Belastungen oder Gefährdungen”). Mein ja nur.

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(Hier endet das Werk des Meisters. Ich betrachte diesen Blogeintrag als unfertig, muss jetzt aber endlich damit abschließen. Mehr gibt’s heute nicht.)