James Bond im Kino, und Rollenspielen 2012

Seit langem wieder im Kino gewesen, den neuen James Bond („Skyfall“) anschauen. Hat mir gut gefallen, sogar besser als die Pierce-Brosnan-Filme davor. Brosnan mochte ich gerne, aber die Filme waren eher so mäßig.

Diesmal gab es keine überflüssigen Schauplatzwechsel, nur um ein neues Set demonstrieren zu können. Der Schurke war hervorragend, und von meinen monierten Plot Holes wollte mir Frau Rau nur einige zugestehen. Nach einer spannenden Pre-Title-Sequenz war der erste Akt des Films nostalgisch schön – mehrfach musste ich an Indiana Jones und frühe Bond-Filme denken. Eine schöne Verbeugung vor dem traditionellen Haifischbecken gibt es auch. Mit der Entdeckung des Schurken beginnt der zweite Akt, der mir nicht mehr ganz so gut gefallen hat. Musste zu sehr an die Sherlock-Holmes-Verfilmung denken, und das störte mich. Der letzte Akt bringt wieder etwas Ruhe ins Spiel – zurück zu den Wurzeln. Bond verbarrikadiert sich an einem abgelegenen Ort und wartet auf die Schurken. Das sah zuerst nach Kevin – Allein zu Haus aus, danach erkannte ich aber, was das wirklich war: ein typisches Rollenspiel-Szenario. Da ist es zwar meistens die Spielergruppe, die in ein Haus einbricht, aber andersherum funktioniert es genauso.

— Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich am letzten Wochenende wieder beim jährlichen Rollenspielen war, drei Tage lang. Call of Cthulhu, wie die Jahre zuvor; inzwischen ist 1935 und wir trieben uns in Görlitz, Dresden, dem Westen von Irland und in London herum. Der Spielleiter hatte liebevoll Material vorbereitet: deutsche Shell-Straßenkarten aus der Mitte der 1930er Jahre; Fotos der wichtigsten Nichtspielercharaktere; einen Grundriss des British Museum (von 1935, wo er das Zeug nur immer herkriegt). Ein Gemisch aus Wahrheit und Erfindung um sorbische Legenden, um den maßstabsgetreuen Nachbau in Görlitz des Heiligen Grabes in Jersualem, um Agnes Finger (gestorben um 1514 in Görlitz), ihre Stiftung des Agnetenbrots und ihre Reise nach Jerusalem. Okkulte Nazis gab es natürlich auch. Und ja, wir brachen in das das Britische Museum in London ein, aber es war für einen guten Zweck. —

Ein Thema des Bond-Films war sicher das Altern, das von M und das von Bond selber. Judi Dench zitiert dann auch Tennysons „Ulysses“:

Tho‘ much is taken, much abides; and tho‘
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are;
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

In diesem Gedicht will es der alte Odysseus, dessen etwas biederer Sohn die Regentschaft übernommen hat, noch einmal wissen und zieht noch einmal los zu den glücklichen Inseln. So etwas erhoffe ich mir ja auch von der neuen Conan-Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger, die 2014 ins Kino kommen soll. Denn einen jungen Helden kann er doch wirklich nicht mehr spielen.

— Nachtrag: Jetzt (2013), rückblickend, wünsche ich mir, ich hätte jedes Jahr mehr zu den Rollenspielen geschrieben. Nicht Schulkram oder Bildungspolitik, die Erinnerungen sind es, über die ich mich freue, wenn ich sie wieder lese. Als Anreißer des Protokolls vom letzten Mal:

Mai 1935 — Die Archäologin Thea Kohler erhält einen Brief des Heidelberger Professors Marian Graf von Hesselborn. Bei Ausgrabungen in der Grabkapelle in Görlitz, einer Nachbildung des Heiligen Grabes in Jerusalem, sei unterhalb der Kapelle ein komplett mit Pech versiegeltes Grab gefunden worden. Üblich sind – im kleinasiatischen Raum – mit Pech versiegelte Mumien. Dem Brief liegen Fotos von der Ausgrabung bei, die das versiegelte Grab zeigen. Von Hesselborn bittet Thea, die über Erfahrungen bei der Ausgrabung von solchen Mumien besitzt, um ihre Expertise und bittet sie, das freigelegte Grab in Görlitz selbst in Augenschein zu nehmen. Als Unterkunft schlägt er den „Frenzelhof“ vor, in dem auch die Grabungsgesellschaft untergebracht ist.

2007 – nur eine Zeile nebenbei.
2008 – etwas ausführlicher, mit Bild.
2009 – nur eine Zeile nebenbei.
2010 – einigermaßen ausführlich.
2011 – etwas Text, zumindest mit Bild.

Eine Antwort auf „James Bond im Kino, und Rollenspielen 2012“

  1. **SPOILER**

    Am besten hat mir der Plot da gefallen, als der scheinbar übermächtige Held von Hubschraubern und der Übermacht und List der Guten gefangen genommen wurde. Anschließend wurde er in einen Glaskäfig gesperrt und führte ein Zwiegespräch mit der Anführerin, während der superschlaue Nerd im Labor an der Lösung des Problems werkelte. Leider stellte sich heraus, dass sich der Bösewicht freiwillig gefangen nehmen ließ, um in der Basis der Guten für Verwirrung zu sorgen.
    …und dann hat der Hulk alles kaputtgemacht.

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