Naomi Novik, Temeraire

novik_temeraire(Amerikanischer Originaltitel: His Majesty’s Dragon, deutscher Titel: Drachenbrut.)

Der Urvater der Geschichten um einen Jungen und seinen Drachen ist wohl “The Reluctant Dragon” von Kenneth Grahame (1898), den ich zuerst als Disneyverfilmung (1941) kennengelernt habe.
Als ich jung war, hieß “Drachen und ihre Reiter” vor allem: die Romanserie um die Drachenreiter von Pern von Anne McCaffrey. Ein Buch davon hatte ich mal gelesen, war mir sehr fremd geblieben, was rückblickend eher für das Buch spricht.
Vor zehn Jahren tauchten die Eragon-Romane auf, sehr populär in manchen Kreisen, ich habe nie reingeschaut. Eher nichts für mich. Darin geht es jeweils auch um Drachen und ihre Reiter.

Ein paar Jahre später gab es dann die Temeraire-Reihe von Naomi Novik, deutsch: Die Feuerreiter Seiner Majestät. Verschiedene Leute hatten mir davon erzählt, so dass ich jetzt das erste Buch gelesen habe:

Anfang des 19. Jahrhunderts wird England von den französischen Truppen unter Napoleon bedroht. Admiral Nelson schlägt sich tapfer, siegt bei Trafalgar über die französische Flotte – wenn da nur nicht die zahlenmäßig weit überlegenen französischen Luftstreitkräfte wären: In dieser Welt gibt es Drachen, die – mindestens seit den Kreuzzügen – auch im Krieg eingesetzt werden.
Es gibt viele verschiedene Arten von Drachen, die auch von Menschen gezüchtet werden. Kleine werden als schnelle Transportmittel für Kuriere eingesetzt, mittlere greifen gegnerische Schiffe oder Drachen unmittelbar an, die großen haben eine ganze Besatzung von Scharfschützen und Bombern.
Drachen sind sprachbegabt und intelligent, manche sehr, andere weniger. Wenn sie frisch aus dem Ei schlüpfen, kommt es in der Regel zu einer Prägung auf einen der ersten Menschen, der ihnen begegnet.

Hauptperson des Romans ist Captain Laurence, zufriedener und erfolgreicher Marinekapitän, der unverhofft zum Partner eines frisch geschlüpften Drachen wird. Das heißt, er muss die Marine verlassen, seine bisherige Karriere völlig aufgeben und Teil der königlichen Luftwaffe werden. Denn aufgrund des besonderen Verhältnisses zwischen einem Drachen und seinem Menschen leben die Menschen außerhalb der Konventionen der englischen Gesellschaft, wie man sie etwa aus Jane Austen kennt.
Die Luftwaffe ist dann auch wesentlich lockerer als die Marine, die Laurence gewohnt ist. Es ist amüsant zu lesen, wie sich Laurence erst anpassen muss, zumal es in der Lufwaffe auch Frauen gibt. Die Öffentlichkeit ahnt nichts davon, aber was soll man machen – Drachen sind rar und Drachenreiter wertvoll, und manche Drachen suchen sich nur Frauen aus.

Laut Danksagung hat die Autorin versucht, anachronistische Wörter zu vermeiden; aufgefallen ist mir nur “strafing”, das Beschießen von Personen auf dem Boden von auf einem Flugzeug montierten Schusswaffen aus. Das Wort stammt aus dem ersten Weltkrieg und kommt von “Gott strafe England”, einem – deutschen – Schlachtruf aus dem Ersten Weltkrieg. Aber gut, irgendein Wort für diese Praxis muss es auch in der Drachenreiterwelt geben.

Ich mag ja militärische Abenteurromane, die zu dieser Zeit spielen – die Aubrey/Maturin-Serie, etwas später Flashman von George Macdonald Fraser, nicht ganz so unterhaltsam Edwin Thomas, die Hornblower-Serie.

Temeraire hat all das, und dann auch noch Drachen. In späteren Bänden wird noch mehr das Verhältnis zwischen Menschen und Drachen erschlossen. Im Moment sind sie so ein bisschen wie die Hauselfen bei Harry Potter, nur größer und intelligenter, aber ihrem Menschen ebenso treu ergeben. Interessant verspricht auch die Rolle der unabhängigen Frauen zu werden, die als Drachenreiter sehr selbstständig und selbstbewusst mit den Männern leben, deren Existenz aber vor dem Rest Englands geheim gehalten werden muss. Überhaupt haben die Drachenreiter einen schlechten Ruf, stehen ganz am Rand der englischen Gesellschaft.

Ja, und dann ist da dieses komische Verhältnis zwischen Drache und Mensch, zwischen Captain Laurence und Temeraire. Das hatte mir von Anfang etwas keusch Eskapistisches, das ich sonst nur von Geschichten um Mädchen und ihre Einhörner kannte. Eine Liebesbeziehung ohne Sex. Dass Laurence Temeraire häufig mit “My dear” anspricht, ist historisch wohl auch unter Männern korrekt, und doch… Die beiden erfreuen sich an gemeinsamen Bädern (S. 62), Drachen mögen Schmuck, und Temeraire freut sich riesig über das Schmuckstück, das Laurence ihm kaumt (S. 56) und will es nicht hergeben (S. 73). Als Laurence in Kapitel 4 in sein Elternhaus kommt und den Eltern offenbart, dass er jetzt Drachenreiter ist, reagiert der Vater wie bei einer unstandesgemäßen Heirat und verweist ihn quasi des Hauses. Die Mutter ist etwas versöhnlicher und will nur wissen, ob er glücklich ist:

But she still looked at him anxiously, and there was a silent question in her eyes.
“Yes,” he said, trying to answer it. “I count myself very fortunate, I promise you.” (S. 106)

Die Mutter ermahnt Temeraire, gut auf ihn aufzupassen, was der Drache auch verspricht – unklar ist ein bisschen, ob er eher Schwiegersohn oder Schwiegertochter ist.

Ein anderer Drachenreiter – allerdings von den Kollegen verachtet, weil er seinen Drachen schlecht behandelt – gibt Laurence den Tipp, besorgte Drachen mit Schmuck zu beruhigen, die seien “just like a temperamental mistress” (S. 160). Laurence muss sich an anderer Stelle zusammenreißen (S. 256), um nicht so stolz von seinem Drachen zu erzählen wie einer dieser Männer “who could not stop talking of the beauty of their mistress.”

Ein wenig weniger keusch wird es, als Temeraire in die Pubertät kommt und Laurence ihm die frisch gewachsenen Barthaare streichelt, wohl eine erogene Zone bei Drachen (S. 206).

- Die wunderbaren TV Tropes zu Temeraire zählen viele Topoi auf, die im Buch auftauchen, etwa: A Boy and His X, Action Girl, Changeling Fantasy, Dragon Rider, Egg McGuffin, und viele weitere. Unter anderem auch Ascended Fanon: wenn Fanfic als eigenständiges Werk veröffentlicht. Anscheinend hat Temeraire als Fanfic zur Serie um Aubrey & Maturin von Patrick O’Brian begonnen, so wie Fifty Shades of Grey als Twilight-Fanfic begonnen hat.

Fazit: Ich hätte gerne noch etwas mehr Marine oder Militär und bin gespannt, was aus dem Verhältnis zu den Drachen noch alles wird. Vergnügliche Lektüre.

Unser aller Abhören

Der Generalbundesanwalt sieht keinen Anlass – keinen Grund? keine Möglichkeit? – gegen das systematische Ausspähen unserer Daten durch die USA zu ermitteln. Er ist weisungsgebunden dem Justizministerium gegenüber; ich gehe davon aus, dass auch das Justizministerium keinen solchen Anlass sieht.

Das ist ein Armutszeugnis. Oder zumindest ein Offenbarungseid. Dahinter kann eigentlich nur die Einstellung stecken, dass es letztlich in Ordnung ist, wenn die guten Staaten einander abhören, dass Deutschland von der Freundschaft zu den USA und von den für den eigenen Geheimdienst ausspionierten Daten zu sehr profitiert, als dass man Unstimmigkeiten mit den USA riskiert. Dass es okay ist, wenn Merkel und ich abgehört werden. Diese Haltung verstehe ich völlig. Das ist pragmatisch.

Aber dann soll die Regierung das bitte so sagen.

– Für die Schule: Mal mit einigen Schülern eine kleine Kryptoparty veranstalten? Nicht viel, nur PGP, Thunderbird, das Plugin dazu, Schlüsselverwaltung. Allein der Aufwand, ein eigenes Mailprogramm zu verwenden statt der Webschnittstelle, die die meisten verwenden, ist allerdings groß.
Erstens ist es cool, verschlüsselte Mails verschicken zu können, zweitens sensibilisiert es für den Gedanken, dass man Dinge verbergen darf.

(Dass man das leicht umgehen kann, wenn man bei mir einbricht, physikalisch oder mit Staatstrojaner, und mir einen Keylogger unterjubelt, ist eine andere Sache.)

Aufsicht bei der Deutschklausur

Irgendwann höre ich noch mal auf, meine lieben Kollegen Lehrer hier im Blog zu verteidigen. Jedenfalls begab es sich (lange Geschichte), dass ich heute zu einer Aufsicht bei einer Deutschklausur kam. Und dann nochmal. So oder so habe ich einer Menge Schülern beim Aufsatzschreiben zugesehen. Es waren fast nur Schüler, die ich nicht kannte, und ich habe vor mich hin überlegt, wer wohl einen guten Aufsatz schreiben wird und wer nicht.

Mädchen, Jungs. Kurze Haare, lange Haare, Brille oder nicht. Zappelig oder ruhig. Füller oder Kugelschreiber. Aufrechte Haltung oder zerknautscht. Tippex auf dem Tisch oder Korrekturband. Viele Stifte oder wenig, bunt oder nicht. Turnschuhe oder nicht, brav oder wildlich, Piercings oder keine.

Aber keine Chance. Kein Instinkt hat mir gesagt, wer gut bei dem Aufsatz sein wird und wer nicht. Man sieht es wirklich nicht.

(Oder kann es doch so etwas geben? Bei der Riesenmaschine gibt es die sehr erfolgreiche automatische Literaturkritik, wo auch Laien mittels eines einfachen Kriterienkatalogs, der in diesem Blogeintrag verlinkt wird, den Gewinner des Bachmann-Preises voraussagen können. Allerdings geht es das um die Entscheidung der Jury, die ja doch hoffentlich etwas anderes ist als die Entscheidung der Lehrer… denke ich. Außerdem: den Text muss man dazu schon kennen.)

Fantawerbung

Aktuelle Werbekampagne von Fanta: “100 Dinge, die du tun solltest, bevor du erwachsen bist.”

Ist okay, nette Idee. Macht den armen Teenagern, wenn sie das denn ernst nehmen würden, aber noch mehr Stress. Haben die nicht schon genug Hausaufgaben? Müssen die jetzt auch noch eine Checkliste abarbeiten?

Schön wäre auch die Folgekampagne: “100 Dinge, die du nicht mehr tun solltest, wenn du erwachsen bist.”

“Sea Lawyer”

Vermutlich habe ich diese Vokabel bei einem nautischen Abenteuerroman aufgeschnappt und mir gemerkt. Ein sea lawyer ist laut Wörterbuch ein “streitsüchtiger” oder “streitlustiger Seemann”, oder “a sailor inclined to question or complain about the orders given.” (Die Bedeutung “Möchtegernanwalt” bei Urban Dictionary halte ich für erfunden.)

Das mit dem “streitsüchtig” trifft wohl nur die halbe Geschichte, da passt das “argumentative” etwas besser. Ein sea lawyer streitet nicht mit seinen Kameraden, sondern mit seinen Vorgesetzten. Und er streitet nicht wirklich, sondern er argumentiert, weiß alles besser, insbesondere – soweit ich mich richtig erinnere – kennt er Vorschriften und hält sie den Vorgesetzten vor die Nase. Streitlustig sicher aus der Perspektive dieser Vorgesetzten, für die es wichtiger ist, schnell und richtig Entscheidungen zu treffen. Möchte man als Kapitän nicht auf dem Schiff haben.

An das Wort denke ich ab und zu in der Schule. Da gibt es Schüler, die die Vorschriften für Lehrer gut kennen, oder auch nur ein oder zwei aufgeschnappt haben. “Das dürfen Sie aber nicht.” Je nach Situation kann das manchmal nerven, aber ich finde es gut, wenn Schüler Regeln kennen.

Schließlich ist man als Lehrer manchmal in der gleichen Situation. Da kennt – oder nimmt – man die Vorschriften vielleicht genauer als die Schulleitung.

Nominalstil mit Perry Rhodan

Nominalstil ist zum Beispiel bei Gliederungen verlangt. Nominalphrasen bestehen aus einem nominalen Kern (in der Regel ein Substantiv) mit möglichen Attributen drumherum. Eine Nominalphrase im Nominativ kann zum Beispiel immer als Subjekt eines Satzes eingesetzt werden.
Keine Nominalphrase liegt vor, wenn es sich um einen ganzen Satz handelt. Oder einen unvollständigen Satz. Oder eine Präpositionalphrase: “wegen des schönen Wetters” ist keine Nominalphrase, “das schöne Wetter” schon.

Wem das zu theoretisch ist, der kann das mit der Liste der ersten 2699 Perry-Rhodan-Heftromane üben. Vorher aber zur Einstimmung, wie bei meinen Schüern, sich bei Google die Titelbilder anschauen, oder gleich bei der Perrypedia. Das Kulturgut Heftroman wieder mal in Erinnerung rufen.

Danach erhielten meine Schüler eine Tabellenkalkulationsdatei, in der sie – bei den ersten 300 Heften – ankreuzen sollten, bei welchem Titel es sich um eine Nominalphrase (257), eine Präpositionalphrase (23), einen ganzen Satz (12) oder eine Ellipse (9) handelt. Bei Ellipse und Satz kann man unterschiedlicher Meinung sein, und auch sonst kann man über meine Zahlen streiten. Die Schüler haben jedenfalls etliche Fehler in meiner Musterlösung gefunden.

Ich denke, auch Genitiv- oder Präpositional-Attribute lassen sich mit der Liste gut üben.

Alternativ gibt es noch Geisterjäger John Sinclair (1800+ Hefte) oder Jerry Cotton (3000? Hefte), aber das ist wohl weniger geeignet für die Schule. Dafür ist es hilfreich, bei Perry Rhodan erklären zu können, was ein Mausbiber ist – allerdings hat kein Schüler danach gefragt.

Zum Einstimmen ein paar Titel:

  1. Unternehmen Stardust
  2. Die dritte Macht
  3. Die strahlende Kuppel
  4. Götterdämmerung
  5. Atom-Alarm
  6. Das Mutanten-Korps
  7. Invasion aus dem All
  8. Die Venusbasis
  9. Hilfe für die Erde
  10. Raumschlacht im Wega-Sektor
  11. Mutanten im Einsatz
  12. Das Geheimnis der Zeitgruft
  13. Die Festung der sechs Monde
  14. Das galaktische Rätsel
  15. Die Spur durch Zeit und Raum
  16. Die Geister von Gol
  17. Planet der sterbenden Sonne
  18. Die Rebellen von Tuglan
  19. Der Unsterbliche
  20. Venus in Gefahr
  21. Der Atomkrieg findet nicht statt
  22. Thoras Flucht
  23. Geheimschaltung X
  24. Im Dschungel der Urwelt
  25. Der Overhead
  26. Duell der Mutanten
  27. Im Banne des Hypno
  28. Der kosmische Lockvogel
  29. Die Flotte der Springer
  30. Tifflor, der Partisan
  31. Der Kaiser von New York
  32. Ausflug in die Unendlichkeit
  33. Eiswelt in Flammen
  34. Levtan, der Verräter
  35. Im Land der Götter
  36. Die Seuche des Vergessens
  37. Ein Planet spielt verrückt
  38. Vorstoß nach Arkon
  39. Die Welt der drei Planeten
  40. Aktion gegen Unbekannt
  41. Der Partner des Giganten
  42. Raumschiff TITAN funkt SOS
  43. Rauschgifthändler der Galaxis
  44. Der Mensch und das Monster
  45. Seuchenherd Aralon
  46. Geschäfte mit Arkon-Stahl
  47. Gom antwortet nicht
  48. Rotes Auge Beteigeuze
  49. Die Erde stirbt
  50. Der Einsame der Zeit
  51. Jagd nach dem Leben
  52. Der falsche Inspekteur
  53. Die Verdammten von Isan
  54. Der Zweikampf
  55. Der Schatten des Overhead
  56. Die Toten leben
  57. Der Attentäter
  58. Attacke aus dem Unsichtbaren
  59. Rückkehr aus dem Nichts
  60. Festung Atlantis
  61. Der Robot-Spion
  62. Die blauen Zwerge
  63. Die Mikro-Techniker
  64. Im Zeit-Gefängnis
  65. Ein Hauch Ewigkeit
  66. Wächter der Verbannten
  67. Zwischenspiel auf Siliko V
  68. Hetzjagd durch die Dimensionen
  69. Im Halbraum lauert der Tod
  70. Die letzten Tage von Atlantis
  71. Fehlsprung der Tigris
  72. Die Gesandten von Aurigel
  73. Die drei Deserteure
  74. Das Grauen
  75. Das rote Universum
  76. Unter den Sternen von Druufon
  77. In den Fesseln der Ewigkeit
  78. Thoras Opfergang
  79. Die Atomhölle von Gray Beast
  80. In den Höhlen der Druuf
  81. Raumschiff der Ahnen
  82. Schach dem Universum
  83. Hallo Topsid, bitte melden!
  84. Rekruten für Arkon
  85. Kampfschule Naator
  86. Der Schlüssel zur Macht
  87. Die Schläfer der ISC
  88. Der Fall Kolumbus
  89. Guckys große Stunde
  90. Atlan in Not
  91. Ernst Ellerts Rückkehr
  92. Geheimmission Moluk
  93. Der Feind im Dunkel
  94. Die flammende Sonne
  95. Himmel ohne Sterne
  96. Der Anti
  97. Preis der Macht
  98. Entfesselte Gewalten
  99. Ein Freund der Menschen
  100. Der Zielstern
  101. Der Weltraum-Tramp
  102. Abteilung III greift ein
  103. Das Plasma-Ungeheuer
  104. Nur ein Greenhorn
  105. Die Geisterflotte
  106. Der Götze von Passa
  107. Das blaue System
  108. Die Wüste des Todes
  109. Der Blockadering um Lepso
  110. Auf den Spuren der Antis
  111. Unter falscher Flagge
  112. Der Mann mit den zwei Gesichtern
  113. Die Wunderblume von Utik
  114. Rufer aus der Ewigkeit
  115. Der Imperator und das Ungeheuer
  116. Duell unter der Doppelsonne
  117. Die gestohlene Raumflotte
  118. Der Robot-Sergeant
  119. Saat des Verderbens
  120. Der Planet Mechanica
  121. Das Erbe der Echsen
  122. Der Tod des Lordadmirals
  123. Saboteure in A‑1
  124. Das Psycho-Duell
  125. Retter des Imperiums
  126. Die Schatten greifen an
  127. Zwischen den Milchstraßen
  128. Mörder aus dem Hyperraum
  129. Atombrand auf Mechanica
  130. Freiwillige für Frago
  131. Das Versteck in der Zukunft
  132. Die Macht der Unheimlichen
  133. Roboter, Bomben und Mutanten
  134. Die Kanonen von Everblack
  135. Wächter in der Einsamkeit
  136. Bestien der Unterwelt
  137. Sturm auf die Galaxis
  138. Risiko unendlich groß
  139. Die Laurins kommen!
  140. Ein Toter soll nicht sterben
  141. Station der Unsichtbaren
  142. Agenten der Vernichtung
  143. Für Menschen verboten
  144. Roboter lassen bitten…
  145. Armee der Gespenster
  146. Hinter der Zeitmauer
  147. Amoklauf der Maschinen
  148. Sprung in den Interkosmos
  149. Kampf um die Hundertsonnenwelt
  150. Die Spezialisten der USO
  151. Signale der Ewigkeit
  152. Größer als die Sonne…
  153. Eine Handvoll Leben
  154. Der Gehetzte von Aralon
  155. Die Sklaven von Nowhere
  156. Lemy und der Krötenwolf
  157. Explorer in Not
  158. Die Geißel der Galaxis
  159. Gucky, der Großwildjäger
  160. Der Spiegel des Grauens
  161. Vier von der USO
  162. Der Pakt mit dem Tod
  163. Das zweite Imperium
  164. Im Bann des Riesenplaneten
  165. Kontaktschiff Terrania
  166. Im Labyrinth von Eysal
  167. Spione von der Erde
  168. Die Eisfalle
  169. Die kleinen Männer von Siga
  170. Im Dschungel der Sterne
  171. Kampf der vier Mächte
  172. Das Geheimnis der heiligen Insel
  173. Unternehmen Nautilus
  174. Die Panzerbrecher
  175. Wettlauf gegen die Zeit
  176. In letzter Minute
  177. Der Untergang des 2. Imperiums
  178. Die Todeskandidaten von Akon
  179. Notlandung auf Beauly II
  180. Der gnadenlose Gegner
  181. Gefangen in Zentral-City
  182. Drei von der galaktischen Abwehr
  183. Die Dschungel-Armee
  184. Gucky und die Blaue Garde
  185. Flammen über Badun
  186. Die Hypno-Kugel
  187. Soldaten für Kahalo
  188. Die lebenden Toten
  189. Die Expedition der Mausbiber
  190. Admiral Gecko
  191. Tschato, der Löwe
  192. Die Kriegslist des Akonen
  193. Panik im Sonnensystem
  194. Die heimliche Invasion
  195. Der Sturz des Sterndiktators
  196. Planet der letzten Hoffnung
  197. Höllentanz der Riesen
  198. Die letzte Bastion
  199. Arkons Ende
  200. Die Straße nach Andromeda
  201. Sternstation im Nichts
  202. Die Retter der CREST
  203. Die Stadt der Verfemten
  204. Das Drung
  205. Der Wächter von Andromeda
  206. Die Schrecken der Hohlwelt
  207. Die 73. Eiszeit
  208. Die blauen Herrscher
  209. Im Banne der Scheintöter
  210. Auf den Spuren der CREST
  211. Geheimwaffe Horror
  212. Die Mikro-Festung
  213. Giganten am Südpol
  214. Der Kampf um die Pyramiden
  215. Endstation des Grauens
  216. Aufbruch der Oldtimer
  217. Gefahr aus der Vergangenheit
  218. Brennpunkt Twin
  219. Teleporter Achtung!
  220. Der Tod von den Sternen
  221. Verschleppt nach Andro-Alpha
  222. Die Doppelgänger von Andromeda
  223. Die fünfte Kolonne
  224. Agenten gegen das Imperium
  225. Rendezvous im All
  226. Die Parasprinter
  227. Der Duplo und sein Schatten
  228. Die Rache des Mutanten
  229. Feind aus fremder Galaxis
  230. Finale für Twin
  231. Das System der Verlorenen
  232. Die Zeitfalle
  233. Geheimsatellit Troja
  234. Wachkommando Andro-Beta
  235. Die Kaste der Weißrüssel
  236. Im Camp der Gesetzlosen
  237. Die drei Sternenbrüder
  238. Der Geleitzug ins Ungewisse
  239. Welt unter heißer Strahlung
  240. An der Schwelle der Hölle
  241. Fünf von der CREST
  242. Das Rätsel des Sumpfplaneten
  243. Raumaufklärer 008
  244. Die Kugel aus Zeit und Raum
  245. Notrufe aus dem Nichts
  246. Kontrollstation Modul
  247. Der Herr der Androiden
  248. Unter Einsatz seines Lebens…
  249. Der Geist der Maschine
  250. Die sechste Epoche
  251. Die Armee der Biospalter
  252. Die Welt der Regenerierten
  253. Vorstoß in die Dunkelwelt
  254. Die Geistersonne
  255. Sperrzone Andromeda
  256. Im Reiche der Zentrumswächter
  257. Der Dreitöter
  258. Die Mikro-Henker
  259. Der unheimliche Roboter
  260. Gespenster der Vergangenheit
  261. Die Fabrik des Teufels
  262. Der Meisterplan
  263. Sieben Stunden Angst
  264. Die Invasion der Toten
  265. Das Zeitauge
  266. Die Tempel von Darak
  267. Rückkehr in die Gegenwart
  268. Stoßtrupp in Zeit und Raum
  269. Jagd auf den Zeitagenten
  270. Ultimatum an Unbekannt
  271. Die Welt der Körperlosen
  272. Flaggschiff in Not
  273. Unter den Gletschern von Nevada
  274. Zwischen Feuer und Eis
  275. Der Flug nach Barkon
  276. Irrweg durch die Zeit
  277. Befehle aus der 5. Dimension
  278. In geheimer Mission auf Lemuria
  279. Die Bezwinger der Zeit
  280. Die Weltraumdetektive greifen ein
  281. Kampf in der Tiefsee
  282. Die Spur zu Jagos Stern
  283. Flucht vom Giftplaneten
  284. Anschlag gegen die Erde
  285. Die dritte Waffe
  286. Jagd auf die Teleporterkugel
  287. Die Halle der Unbesiegbaren
  288. Das Sonneninferno
  289. Das System der blauen Riesen
  290. Koordinaten ins Jenseits
  291. Brücke zwischen den Sternen
  292. Der Bahnhof im Weltraum
  293. Unternehmen Central-Station
  294. Die Eroberer
  295. Der verlorene Planet
  296. Die Herrin der Sterne
  297. Superfestung Tamanium
  298. Amoklauf der Schläfer
  299. Am Ende der Macht
  300. Alarm im Sektor Morgenrot

(Tabellenkalkulationsdatei herunterladen, mit Lösung für die ersten 300 Hefte; das Dokument ist geschützt, so dass man nur in manche Zellen etwas eingeben kann, der Schutz kann aber ohne Kennwort aufgehoben werden.)

Wenn ich das nächste Mal Datenbanken in der 9. Klasse mache, weiß ich schon, mit welcher Beispieldatenbank ich arbeiten werde…

Fußball!

Gestern war ich im Stadion, Augsburg gegen Eintracht Frankfurt. Und das kam so:

Eine meiner Augsburger Freundinnen ist seit Jahren und für mich doch immer noch überraschend Fußballfan, so richtig mit Dauerkarte. Irgendwer machte dann bei einem der letzten Treffen den Vorschlag, dass wir uns alle ein Spiel der Augsburger ansehen könnten. Vor über 35 Jahren habe ich mein letztes Spiel live gesehen, zu meiner, ahem, Zeit als aktiver Spieler. Fußball interessiert mich genauso wenig wie andere Mannschaftssportarten. Aber seit Augsburg in der Bundesliga ist (jetzt drei volle Jahre), verfolge ich zumindest die Ergebnisse des Vereins meiner Heimatstadt.

Vorher hatte ich die Stadionordnung gelesen, um zu sehen, was ich alles mitnehmen darf. Ohne Tablet und vor allem ohne Buch bin ich sonst eigentlich nie unterwegs, aber beides kann man ja eigentlich auch als Wurfgeschosse vewenden. Oder wie ist das? Jedenfalls habe ich alles außerhalb deponieren können, und war dann so ganz ohne Buch unterwegs. Ungewohnt.

Also: Gelangweilt habe ich mich nicht. Wurst gegessen, Bier getrunken. Das Spielfeld sieht kleiner aus als im Fernsehen – gilt für Bundestag und Showbühne auch, wird also wohl bei allem so sein. Man sieht überall sehr gut hin, aber ob irgendwas, das am anderen Ende des Spielfeldes passiert, ein Foul ist oder nicht, das kann ich nicht erkennen.

Es gibt diverse “Blöcke”. In einem sitzen die Gäste, ein anderer ist der “Familienblock”, damit man davon ausgehen kann, dass es da besonders gesittet zugeht. Und dann gibt es den Block, wo die lauten Fans stehen und springen und singen und allerlei Geräusch machen. (Andere Leute wissen das alles wohl schon.) Ich saß brav gesittet in einer ruhigen Ecke nahe einem Tor. Immer wieder mal musste man aufstehen und sich dann wieder hinsetzen, je nachdem, was gerade gesungen oder im Mikrofon gesagt wurde. Wie beim Gottesdienst, wenn man sich nicht auskennt und auf die anderen schauen muss.

Schön ist, dass nach einem Tor der Augsburger die Torhymne im Stadion gespielt wird. (Apropos, muss man für Fangesänge eigentlich Gebühren an die GEMA zahlen?) Denn die ist “Eine Insel mit zwei Bergen” aus der Version von Jim Knopf der Augsburger Puppenkiste. Und das hört man immer gern. Überhaupt ist Augsburg ein sympathischer, kleiner Underdogverein, der sich gut schlägt.

Wir haben dann auch verdient gewonnen. Im Stadion ging es übrigens sehr zivisiliert zu, kein Gedränge, kein unangenehmes Geschrei. Und zuschauen macht schon einen gewissen Spaß.

Überrascht hat mich die Jahrmarktsatmosphäre, die der Ansager verbreitet hat. Klang wie beim Autoscooter.
Nach dem Verhalten im Stadion ist mir klar, warum auch bei Klassensprecherwahlen die (männlichen) Schüler gerne mal für ihre Favoriten jubeln und die anderen ausbuhen – Hauptsache, es wird irgendein Lärm gemacht, Hauptsache, man hat ein Lager.

In der Parallelwelt von Jasper Fforde nimmt Literatur einen ähnlichen Platz in der Populärkultur ein wie bei uns Sport. Das wäre mir auch recht. Dramatisch schildert das die Kurzgeschichte “Endspiel im Prosastadion” (“Prose Bowl”) von Bill Pronzini und Barry N. Malzberg. Dort tritt der junge Herausforderer Rex Sackett gegen den Veteranen Leon Culp an, Schreibmaschine gegen Schreibmaschine, vor Zehntausenden von Zuschauern. Nationalhymne, Anspiel, 5 Sekunden Zeit für die Wahl zwischen “A) Futuristisches Liebesabenteuer” und “B) Krimi Mitte zwanzigstes Jahrhundert”. Beide schreiben in den Halbzeiten um die Wette, Schiedsrichter pfeifen bei “Personenverwechslung” oder “Ausdrucksweise unannehmbar”.

Im Referendariat hieß es, dass Fußballkenntnisse für die Schule sehr nützlich sind, wegen Bonding mit den Schülern und so. Stimmt wohl, es geht aber auch ohne, und man muss den jungen Leuten schließlich auch Gegenentwürfe aufzeigen.

VERA 8 (2014)

“Wie soll ich das meinen Eltern erklären? Das verstehe ich doch selbst nicht.”

Die Ergebnisse für VERA 8 2014 sind heraus, zumindest in Bayern. Die Schüler kriegen dabei eine Rückmeldung, auf welcher von 5 Kompetenzsstufen sie in den getesteten Bereichen “Deutsch-Sprachgebrauch” und “Deutsch-Leseverstehen” sie sich jeweils befinden. Auf dem auszudruckenden Blatt kriegen sie jeweils eine “Beschreibung der Kompetenzstufen”. Darin geht es um: “Morphologie, Morphosyntax, prozedurales Wissen, Kasusmorphem”, und das nur auf Stufe 1. Später kommen “deklaratives Wissen, basale Wortarten, semantische Beziehungen” hinzu, wird “expliziert oder reflektiert”.

Es wäre schön gewesen, auf den Schülerrückmeldungen verständlichere Formulierungen zu verwenden. So haben halt vor allem Schulen und das Unterrichtsministerium etwas davon.

Neugierige Schüler wollten gleich wissen, wie der Test in anderen Bundesländern ausgefallen ist. Wir haben den Test ja auch mit dem Hinweis schmackhaft gemacht, dass der Test in fast allen Bundesländern gleichzeitig geschrieben und ganz spannend und wichtig ist. Ich weiß aber nicht, ob geplant ist, die Ergebnisse der Länder öffentlich zu machen.

Gemma Elwin Harris (Hrsg.), Big Questions from Little People

big_questionsDieses Buch entstand als Benefizprojekt für die englische NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children). An zehn englischen Grundschulen – Alter der Kinder: 4 bis 12 – wurden Fragen eingesammelt, auf die die Kinder gerne eine Antwort gehabt hätten. Diese Fragen gingen dann an Experten, was sich so ziemlich alles vom Wissenschaftler bis zur Fernsehbekanntheit sein konnte. Die versuchten die Frage kurz und verständlich zu beantworten. Darunter sind namhafte Leute: Noam Chomsky, Richard Dawkins, David Crystal, David Attenborough, Philip Pullman, Simon Singh, Rupert Sheldrake.

Die Fragen sind eine bunte Mischung. “Warum ist Pipi gelb? Warum ist Blut rot? Warum ist der Himmel blau? Wo kommt der Wind her? Wer hatte das erste Haustier? Wo kommen die Namen der Städte her?”
Etwa achzig davon gibt es, jede ist auf etwa zwei Seiten (um die 330–380 Wörter) beantwortet. Es gibt Fragen ähnlichen denen, die jede Woche von Randall Munroe auf seiner Seite what if? beantwortet werden: “Wenn eine Kuh ein Jahr lang nicht furzt, und dann alles auf einmal, kann sie dann in den Weltraum fliegen?”, und sehr spezifische Fragen wie: “Mochte Alexander der Große Frösche?” Bei vielen Fragen geht es um naturwissenschaftliche Phänomene (Tiere, Regenbogen, Klima, der menschliche Körper), bei anderen um Ethik und Philosophie (“Warum sind manche Menschen gemein?” “Warum gibt es Kriege?” “Warum bin ich ich?”).

Mir gefällt am Buch – abgesehen davon, dass ich generell Antworten auf Fragen mag – die Textsorte. Die Texte sind leicht verständlich, wenig dicht, und kurz. Für den Englischunterricht die Schule kann ich so etwas brauchen.
Aber auch als Textsorte für Schüler gefällt mir das. “Erklären” ist an der Schule ohnehin völlig unterrepräsentiert. Gelegentlich finde ich bei Aufgabenstellungen diesen Operator, aber gemeint ist dann doch immer “Begründe deine Ansicht”, und das ist doch etwa anderes. Schüler sollten öfter etwas erklären müssen.

Die Fragen sind sehr unterschiedlich gut beantwortet. Viele sind nachvollziehbar, verständlich. Warum Flugzteuge fliegen können etwa (nichts mit dem Gesetz von Bernoulli zu tun hat), warum Pipi gelb ist. Andere finde ich wohlmeinend-herablassend. Auf die Frage: “Warum schmeckt Kuchen so gut?” lautet die gegebene Antwort letztlich, dass das wie Magie und überhaupt ganz toll ist, dass aus so einfachen Zutaten etwas so leckeres entsteht. “Warum kochen wir unser Essen?” dagegen: Hinweis auf rohes Essen, auf die historische Entwickung, dann drei knackige Gründe. Solide beantwortet. Die Frage “Where does ‘good’ come from?” wird meiner Meinung nach auch nicht bwantwortet, weil man dann zugeben müsste, dass das Gute eine Erfindung ist. Aber das ist sicher auch Ansichtssache. Auf die Frage: “Warum kriegen Mädchen Kinder und Buben nicht?” lautet die Antwort, neben einigen Punkten zur Entwicklung eines Fötus: Liegt an den Hormonen, Östrogen beziehungsweise Testosteron. Nun ist das mit dem “Warum” ja immer so eine Sache, das kann man so oder so verstehen. Mich hätte die Antwort mit den Hormonen nicht befriedigt, weil ich letztlich hätte wissen wollen, warum es überhaupt diese Arbeitsteilung in Kinderkrieger und Nichtkinderkrieger gibt.

Am wenigsten zufrieden bin ich aber mit der Antwort darauf, ob Zucker wirklicht schlecht für einen ist (Annabel Karmel, parenting author).
Zucker wird nicht verdammt, okay, und generell ist die Antwort schon richtig. Aber Fruchtzucker wird als irgendwie besser als raffinierter Zucker hingestellt, denn: “[th]ese forms of sugar haven’t been played about with”. Zucker sei außerdem schlecht für die Zähne. Gut, das sehe ich ein. Aber dann wird als Beleg dafür angeführt, dass man ja vielleicht dieses Experiment kenne, wo man einen Zahn oder eine Kupfermünze in ein Glass “fizzy drink” legen könne. Nach ein paar Stunden schon würde man ja sehen, was dann damit geschehe!

Bitte was? Ich hätte ja gedacht, dass alles, was da geschieht, an der Kohlensäure liegt, bei Cola auch noch an der Phosphorsäure, und nicht am Zuckergehalt.

Also frischauf ans Werk, ausprobieren. Ich habe fünf gleichermaßen gebraucht aussehende 5‑Cent-Münzen gesucht. Jede liegt im Moment in einem Glas mit jeweils 200ml Flüssigkeit, Raumtemperatur. Cola mit und ohne Zucker, Limo mit und ohne Zucker, und Zuckerwasser ohne Kohlensäure. Dann wollen wir doch mal sehen, wie die Münzen am Schluss aussehen.

Inhalt der Gläser:

  1. Coca-Cola: 10,6 g Zucker pro 100 ml (Kohlensäure, Phosphorsäure)
  2. Coca-Cola zero: 0 g Zucker pro 100ml (Kohlensäure, Phosphorsäure)
  3. Sprite: 9,1 g Zucker pro 100 ml (Kohlensäure, Zitronensäure)
  4. Sprite zero: 0 g Zucker pro 100 ml (Kohlensäure, Zitronensäure)
  5. Zuckerwasser, selbst hergestellt: 10 g Zucker pro 100 ml. (Das sind etwa 4 Teelöffel pro eher kleinem Glas, was schon einiges and Umrühren erforderte.)

Verbleiben im Glas: 7 Stunden.

Versuchsanordnung:

zucker_versuchsanordnung

So sahen die Münzen vorher aus:

zucker_muenzen_vorher

So sahen die Münzen danach aus (die Seite, die oben lag):
zucker_muenzen_nachher1

So sahen die Münzen danach aus (die Seite, die unten lag):
zucker_muenzen_nachher2

Meine Interpretation der Ergebnisse:

Die kohlensäurehaltigen Flüssigkeiten haben das Metall angegriffen beziehungsweise gereinigt. Das Zuckerwasser überhaupt nicht. Die Unterseiten der Münzen, die auf dem Glasboden lagen, sind weniger angeriffen als die Oberseiten. Der Zusammenhang, der im Buch hergestellt wird, stimmt nicht.

Das heißt nicht nicht, dass Zucker den Zähnen nicht doch schadet. (Weil die Bakterien den essen.) Und auch sonst beweist das Experiment nichts, weil ein Experiment nicht viel beweisen kann. Durch Experimente überprüft man seine Vermutungen. Nötig wären jetzt weitere Experimente, mit Messung des Säuregehalts, mit verschiedenen Kombinationen von Säure- und Zuckergehalt, mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser ohne Zitronen- oder Phosphorsäure, dann hat man mehr Daten und kann seine Vermutungen immer genauer überprüfen. Und als bewiesen kann man Sachen annehmen, wenn man eine Theorie dazu entwickelt hat und diese Theorie ermöglicht, Voraussagen zu treffen. Gibt es natürlich alles schon, siehe Chemieunterricht.

(Nebenbei: Fehlgeschlagene Experimente gibt es nicht, oder nur insofern, als sie falsch geplant oder fehlerhaft durchgeführt worden sind. Ein Experiment, bei dem nicht das herauskommt, was man erwartet hat, dürfte sogar ein höchst interessantes Experiment sein. Es kommt halt leider nicht immer das heraus, was man sich erhofft, aber aber ist etwas anderes.)