Zockstöckchen

Jan-Martin Klinge hat mir Fragen gestellt, die seinerseits ihm gestellt wurden. Diesmal geht es um Computerspiele. (Als ich ein Kind war, war “zocken” nur mit Glücksspiel assoziiert. Heute bedeutet es “Computerspiele spielen”. Sprachwandel in action.

Was war dein allererstes Computerspiel (Konsole o.ä. zählt auch)?

Das dürfte so 1973, 1974 gewesen sein. “Table tennis” auf der ersten kommerziellen Spielekonsole, der Magnavox Odyssey, die mein Vater ins Haus gebracht hatte. Schwarzweiß, auch auf einem Farbfernseher. Um die Spiele bunter zu machen, gab es für jedes Spiel selbsthaftende Folien, die man auf dem Bildschirm anbrachte, und die mit dem Spiel eigentlich nichts zu tun hat. Bei der Pong-Variante spielten zwei Spieler das bekannte Spiel gegeneinander, aber noch ganz rudimentär: Jeder Schläger konnte quer über das ganze Spielfeld bewegt werden (auch in die gegnerische Hälfte), und wenn der Ball ins Aus flog, kam einfach ein neuer Ball. Eine Punktezählung gab es nicht.
Danach kamen simple Spiele auf alten Commodore-Rechnern, Zahlenraten (eine Standard-Programmierübung), oder eine Art Autorennen in Ascii-Art:

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Die Straße scrollt von oben nach unten, und man muss innerhalb der Linien bleiben. So ähnlich wie hier im Youtube-Video.
Space Invaders, Startrek, Lunar lander, das waren weitere Spiele auf dem dem PET.

Mein erstes Spiel in Farbe, das man als Spiel heute wiedererkennen würde, war 1981 auf der Intellivision-Konsole, und da das Spiel Astro Smash. Läuft bei mir im Emulator und auf dem Tablet, ich spiele es ab und zu immer noch.

DSA oder D&D
DSA. (Wir wollen es bei den schönen kryptischen Abkürzungen belassen. D&D natürlich auch, aber die schöneren Erfahrungen gab’s bei DSA.)

Pen&Paper oder MMORPG?
Pen&Paper, eindeutig. Ich mach ja nicht mal LARP. “It runs on the world’s most powerful graphics chip, imagination.” Interessant ist das mit den MMORPG und emergent behaviour aber schon auch.

Welches Spiel hat dich vor allem durch den fantastischen Soundtrack auf ewig verzaubert?
Puh. Möglicherweise The Martian Chronicles, Byron Preiss 1995 oder so. Als Spiel seiner Zeit hinterher, aber tolle Atmosphäre, und vielleicht lag das auch am Soundtrack. Sonst ällt mir jedenfalls keines ein.

Dein liebstes Computerspiel ever?
Also nicht das, das ich für das beste halte, sondern das, das mir zu einer Phase so lieb war wie danach und davor keines mehr? Oder eines, das ich heute noch manchmal spiele? Alles schwere Fragen. Brettspiele wären leichter. Eines, das mich nicht loslässt: PSI‑5 Trading Station auf dem Commodore 64, obwohl ich es nie viel gespielt habe. Oder DOOM. Odere Freedom Force, ein wenig bekanntes rundenbasiertes Superheldenspiel aus den frühen 2000er Jahren. Nein, ich habe vermutlich kein liebstes Computerspiel. Beeindruckende Spiele kenne ich viele.

Das größte Mysterium für dich in einem Spiel?
Soll das heißen, ein Rätsel, an dem ich lange herumgerätselt habe? Fällt mir keines ein, das Spuren hinterlassen hat. Ansonsten: Was die Programmier aus dem Commodore 64 alles herausholten.

So schwer, dass ich’s nie geschafft habe und kurz davor war meine Konsole/meinen Rechner anzuzünden…
Vermutlich das Jump-and-Run meiner Schüler. Ich habe es nie zu Ende gespielt. Ansonsten haben zu schwere Spiele keine Chance bei mir, dann verzichte ich lieber. (Anders als Denksportaufgaben, da gebe ich jahrelang nicht auf.)

Welcher Spielecharakter hat dich am meisten überzeugt?
Auch hier fällt mir erst mal niemand ein. Ich mag die eher gestaltlosen, mit denen ich mich leichter identifizieren kann. Ansonsten vielleicht Grunk, der Orc, der im Textadventure Lost Pig nach seinem verlorenen Schwein sucht. Aber auch das ist nur eine vorläufige Antwort.

Zocke ich gerade?
Nein. Ich komme meist nur in den Ferien dazu. Vor zwei Wochen habe ich Her Story gespielt, ein kurzes Spiel, bei dem man aus Interviewschnipseln, die man selber in unterschiedlicher Reihenfolge auswählt, die Geschichte dahinter ermitteln muss. Etwas enttäuschend, einmal wegen der Geschichte, und dann wegen der fehlenden Gewinnbedingung oder sonstiger Markierung eines Endes. Aber gute Idee.

Bevorzugte “Sparte” (Action, Adventure, Sport, Strategie, usw.?)
Adventure.

Zockt ihr auf dem smarten Phone/Tablet – wenn ja, was?
Eigentlich nichts. Ich habe Interpreter für Textadventures und Emulatoren für alte Geräte, aber alle halben Jahre ein casual game, das war’s. Nie eines der bekannten.

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