Rollenspielen 2019 (mit merkwürdigen Hotelcodes)

Wie in den letzten Jahren (siehe Eintrag von 2018) war in der Herbstferienwoche beim Rollenspielen. Zu Beginn der Kampagne waren die Spieler so um die vierzig, jetzt sind sie schon fünfzig oder deutlich darüber. Aber Schlafsack und Couch wie die Jungen; lediglich die Chipsfutterei ist weniger geworden in letzter Zeit, und wir spielen nur noch zwei Tage (drei Nächte) statt drei. Ein wenig ist mir peinlich, dass ich spätestens um zehn Uhr für eine Stunde, sagen wir mal, eher ein wenig einnicke; diesmal ging es einen Tick besser als sonst.

Die Geschichte war spannend: Ausnahmsweise ging es nicht weiter um monsterhafte Weltbedrohungen oder die Nazis – beide plagen uns seit 1933, inzwischen haben wir 1941. Diesmal war es eine kleinere Geschichte, ausnahmsweise ein gekauftes Szenario, aber großzügig mit eigenem Material ergänzt.

Aus persönlichen Gründen verschlug es uns in den Harz, im Spätwinter, alles eingeschneit, in den kleinen Kur- und Urlaubsort Schierke. (Wikipedia: “die letzte Ortschaft unterhalb des Brockengipfels.”) Die Anreise aus Berlin gestaltete sich umständlicher als gedacht. Der Spielleiter überreichte uns das Kursbuch der Reichsbahn von 1939, und wir mussten uns die Verbindungen selber heraussuchen. Mit dem Bedienen solcher Kursbücher kannte ich mich vor zwanzig oder dreißig Jahren noch gut aus, inzwischen war ich arg eingerostet. Da nähert sich das Rollenspiel dann doch dem Escape-Room. – Tatsächlich gab es im Winter auch wirklich nur eine einzige Verbindung am Tag, die uns spätabends nach Schierke brachte.

Wir übernachteten im Haus Waldesruh:

Dem kleingedruckten Bändchen Meyers Reisebücher: Harz von 1928 (in einer Druckfassung von 1934) entnahmen wir, dass “nur christliche Gäste” willkommen waren, aber das war dann doch kein Problem.

Ich wäre ursprünglich lieber im mondänen Hotel Fürst zu Stolberg untergekommen. Der originale Vorkriegsprospekt informierte uns: Moderne Heizanlagen! Annähernd alle Zimmer mit warmem und kalten Wasser! Doppeltüren! (Ich weiß nicht, was daran erwähnenswert ist.) Ski wird noch nicht viel gefahren, ein bisschen Langlauf gibt es, Bobbahnen, und für die Kraftfahrzeuge stehen verschließbare Autogaragen und eine Reparaturgrube zur Verfügung.

Interessant fand ich diesen “Code für Bestellungen”, immer noch für das Hotel Fürst zu Stolberg. Mehr Erklärung als hier gibt es im Prospekt nicht:

War das üblich, so dass man davon ausgehen konnte, dass die Gäste mit diesem System vertraut waren? “Alba” heißt: 1 Zimmer mit 1 Bett, “Dirich” heißt: 4 Zimmer mit insgesamt 8 Betten, “Belab” sind zwei Einzelzimmer. War das, um das Telegramm kurz zu halten und damit Geld zu sparen? Man telegraphierte also nur “Ciroc Serv” und Datum und Namen?

Ich habe nicht herausgefunden, was aus dem Haus Waldesruh wurde, es gibt dort heute noch Unterkünfte dieses Namens, die aber nicht dasselbe Haus sind. Das Hotel Fürst zu Stolberg gibt es nicht mehr. Von 1946 bis 1994 hieß es “Hotel Heinrich Heine”, von 1995–2016 stand es leer und verfiel und wurde abgerissen. Die Einzelheiten gibt es bei Wikipedia.

Keine Hakenkreuze in den vielen Werbebroschüren aus der Zeit, die der Spielleiter aufgetrieben hatte, aber doch ein Tonfall, auf den man heute zurecht empfindlich reagiert: “Roßtrappe und Hexentanzplatz sind umwoben vom Schmuck geheimnisvoller Mythen und Sagen. Sie sind Werde- und Weihestätten altsächsicher Gottesverehrrung.” Dort gibt es “die denkbar größte Mannigfaltigkeit der Landschaftsgestaltung und Stammessondernheiten.”

Zum Abenteuer selbst schreibe ich nicht viel, auch weil es kommerziell erhältlich ist und ich nicht spoilern will. Es gab etliche genuine Schüttelmomente darin, unbequem auf andere Art als in den meisten anderen Spielen. Sagen wir: die Runde der Spieler und Spielerinnen muss mit empfindlichen Themen umgehen können, oder gedankenlos robust sein. (Wir waren letzteres.)

Aufbaukurs Sprachwissenschaft, 2. Semester, 1989 (mit etwas Computerlinguistik)

Beim Wühlen gefunden: Unterlagen aus dem 2. Semester in Augsburg, damals, Anglistikstudium. Ich hatte in Erinnerung, dass die meisten Veranstaltungen in englischer Sprache stattfanden, eine Besonderheit und Augsburger Spezialität damals. Diese war anscheinend auf Deutsch. Hier das Programm für das Semester – ein Einführungstermin und danach 11 weitere, denke ich, an jedem der letzteren mehrere Referate von Studenten und Studentinnen. Ich weiß noch, dass wir explizit gehalten waren, nicht mehr als 5 Minuten für die Referate zu verwenden, und nur einen groben Übeblick zu geben – ob das didaktische Gründe hatte oder ob eben so viele Referate untergebracht werden mussten, das weiß ich nicht. Es wurde jedenfalls auch diskutiert darüber. Spannende Themen und guter Überblick, finde ich:

Hier mein Papier zu meinem Thema, aus der Computerlinguistik. Ich glaube, ich brauchte eher 6 Minuten dafür als 5. Ich finde mein Blatt immer noch sehr verständlich. Geschrieben am Computer, ausgedruckt am Typenraddrucker – noch nichts mit kursiv oder Fettdruck oder Schriftgrößen, dafür ein leicht kaputtes “k” am Typenrad, an das ich mich noch gut erinnere.

Semesterbeginn 2019, Schulwoche

Am Dienstagmorgen laufen gewesen – Zombies, Run!, kleine Runde, das übliche. Danach waren die Praktikanten an der Schule. Schultag okay, abends dann Leserunde, Buch besprechen. Der Tag fühlte sich voll an; wenn ich morgens laufen war, habe ich den ganzen Tag über das Gefühl, schon ganz viel gemacht zu haben.

Am Mittwoch erst Schule, teils gut, teils nicht. Nun ja. Mit der Deutsch-Q12 Satzschlusszeichen geübt: Wir machen eh gerade Parabeln und Kafka, und sie kriegten eine Datei mit einer Version von “Eine kaiserliche Botschaft”, in der ich alle Satzzeichen durch Kommas ersetzt hatte. Das muissten sie dann wieder rückgängig machen und Satzzeichen einfügen – vielleicht gewöhnen sie sich dann daran, wie neulich geübt, auch mal ein Semikolon zu benutzen, einen Doppelpunkt oder einen Gedankenstrich. Über den Inhalt und die Sprache reden wir dann nächstes Mal.

Am Spätnachmittag dann die erste Didaktik-Vorlesung in diesem Semester. Das fing zwar bereits letzte Woche an, aber da musste ich zum Klassenelternabend. Ich nehme mir ja schon seit einer Weile vor, mit den Vorlesungen aufzuhören. Es ist halt doch immer zusätzlicher Aufwand zum Hauptberuf, und wiederholt sich doch irgendwie, und wird von der Uni nicht wirklich wahrgenommen oder unterstützt. An der LMU gibt es keinen Lehrstuhl für Didaktik der Informatik, und nur halbherzig Zuständige, und die Veranstaltungen werden von teilabgeordneten Lehrern und Lehrerinnen und Ehemaligen wie mir bestritten. Lebensnah, aber nicht furchtbar professionell. (Aber das Sekretariat ist toll.) Und dann macht’s ja doch immer wieder Spaß.

Bei Twitter diskutiert, wie ich es mit dem Anreden halten soll in der Vorlesung. (Vorlesung klingt wichtig, aber es sind immer nur ein Dutzend Hörer und Hörerinnen.) Siezen und Nachname, Siezen und Vorname; die Studis so und ich anders; oder gleich duzen? Ich glaube, ich werde nächste Woche um eine wie auch immer geartete symmetrische Lösung bitten.

Heute am Donnerstag dann früh mit einer großen grünen Kiste und einer Banjolele aus dem Haus. Mit all dem zur Schule, Unterricht machen, dann mit all dem zu einem Freund in Diedorf bei Augsburg, um einen Podcast aufzunehmen und Musik zu machen. (Laienhafter Blues auf Banjolele und Klavier.) Danach mit all dem zurück nach München, um dort endlich die leere grüne Kiste gegen eine volle zu tauschen: die wöchentliche Kartoffelkombinatslieferung abholen. (Blogeintrag dazu.)

Türkischer Honig (auf der Auer Dult)

Kurzer Nachtrag zum Wochenende: Gestern habe ich auf der Auer Dult türkischen Honig gekriegt, und anscheinend habe ich noch nie über den geschrieben. Also: In Bayern versteht man unter türkischem Honig ursprünglich, also in meiner Kindheit, ein klebriges gelbrosa Zuckerprodukt. Heute wird oft das als türkischre Honig bezeichnet, was meist korrekt an den Ständen als “türkischer Nougat” oder “weißer Nougat” bezeichnet wird: Das sind abgepackte Blöcke aus einer relativ weichen Eiweiß- und Zucker-Masse, gerne mit Nüssen, Mandeln, Früchten darin.

Bayerischer türkischer Honig dagegen besteht zwar ebenfalls aus Eiweiß und Zucker (oder Glucosesirup?), ist aber viel klebriger und vor allem fester. Zur Portionierung werden von einem großen Block Späne abgeschlagen oder abgeschabt:

Türkischer Honig ist immer weiß und rosa. Die frischen Splitter kann man gut essen, aber schon nach einer Weile klebt wieder alles zusammen zu einer nur optisch getrennten Masse, die man aber doch nur mit etwas Anstrengung wieder in Stücken- oder eher Brockenform kriegt. Sie ist zäh und klebrig und keinesfalls mürbe.

Wikipedia behauptet, “türkischer Honig” sei eine “ältere Bezeichnung für weißen Nougat” und will die gelbrosa Masse “türkischer Nougat” genannt haben. Dass die Wurzeln in der Türkei liegen: sehr wahrscheinlich. Ich wüsste gerne, wann der gelbrosa türkische Honig zu uns kam – sicher lange vor dem weißen Nougat, den es im meiner Kindheit auf den Volksfesten gar nicht gab.

Auch sonst überall Sprachverwirrung: Auf Englisch heißt das blockförmige weiche Produkt nougat. Unser N(o)ugat heißt da Viennese nougat. Deutsches Krokant ist in England (aber nicht in den USA) praline, Pralinen sind chocolates, In Italien gibt es torrone und in Spanien turrón. Und in der Schweiz wird auch Blätterkrokant als Nougat bezeichnet, sagt Wikipedia.

Insgesamt übrigens: Mehr Kindheitserinnerung als echte Leckerei.

Lebenszeichen: Klassenelternabend und Info-Fortbildung

Seit einer Woche bin ich erkältet, aber jetzt schon wieder über den Berg.

Am Dienstag waren die Praktikanten für dieses Semester zum ersten Mal an der Schule – das ist das studienbegleitende Praktikum in einem Fach, hier Informatik; ein Semester lang einen Tag pro Schulwoche an der Schule bei einer Praktikumslehrkraft (das bin ich). Letztes Jahr war das im zweiten Halbjahr, vom Lehrplan her nicht so geschickt, weil da noch mehr ausfällt und viel Projektarbeit ansteht – und die ist eben nicht Alltag, und den sollte man kennenlernen.

(Die beiden Praktikanten für dieses Jahr kenne ich schon von der Uni.)

Am Mittwoch war ich eine Stunde früher an der Schule, um den Unterricht einer Kollegin in einem anderen Fach zu besuchen. Wir machen das jetzt, ganz freiwillig, um mehr Überblick zu haben und Neues zu lernen – und, in meinem misstrauischen Fall, Vertrauen aufzubauen. Noch war ich bei keinem Sportkollegen. Wieder was gelernt, ansonsten.

Am Abend Klassenelternabend, so dass ich gleich in der Schule geblieben bin. (Nachmittags ohnehin eine Teambesprechung.) Wie immer sehr angenehm. Manche Kollegen und Kolleginnen reden deutlich länger als andere. Erst spät nach Hause gekommen.

Am Donnerstag und Freitag war ich auf einer Fortbildung in München, bis halb acht beziehungsweise sechs Uhr: die war sehr gelungen. Nicht viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen, gut zwanzig vielleicht, aber alle aktiv und interessiert; einige kurze und informative Vorträge auf die zwei Tage verteilt. Ansonsten am Anfang ein paar Stationen zum Thema KI, wo man sich oberflächlich zu verschiedenen didaktischen Aufbereitungen verschiedener fachwissenschaftlicher Aspekte informieren konnte, und dann stellten bildeten sich lose Gruppen zusammen, die sich mit diesen Aufbereitungen beschäftigte. Wie funktioniert Jupyter Notebook (Python-Umgebung zur Präsentation und Ausführung von Code und Textblöcken), was geht mit Orange (Data Mining mit KI), wie programmiert man neuronale Netze in Java und welche Aspekte des Umgangs damit lassen sich für Schüler und Schülerinnen erschließbar machen; wie programmiert man einen KI-Spieler für Pong oder andere einfache Spiele. Maschinelles Lernen in Snap!, AI Unplugged und vieles mehr.

Noch einmal die Links, etwas sortierter:

Das war schon recht intensiv. Ort waren die Räumlichkeiten eines mittelständischen Softwareunternehmens, das ohnehin viel mit Schulen kooperiert und als Gastgeber auch für Essen und Getränke sorgte:

Alles sehr produktiv.

Am Samstag und Sonntag dann kurz verschnaufen, eine Geburtstagsfeier besuchen, Unterricht und Vorlesung vorbereiten. Nachrichten nachholen.

Im Web gelesen:

Hauptschulblues zeigt immer wieder Bilder vom Fuchs im heimischen Garten.

Frau Klugscheißer stellt ihre Leser und Leserinnen vor, darunter auch mich. Eine interessante Idee. Ich glaube, ich könnte nur über wenige etwas schreiben. Hauptschulblues, Frau Klugscheißer, embee, einen Kollegen, Anne, Aginor, Maik, Norman, Walter – ich bin einfach mal chronologisch die letzten Kommentare durchgegangen. Ich könnte nur wenig erzählen von diesen Gästen, oder wenig, dessen ich mir sicher sein könnten, denn getroffen habe ich nur ganz wenige davon je. Das ist anders als bei den anderen Bloggern und Bloggerinnen der ersten Generationen, zu denen Frau Klugscheißer gehört; über Frau Rau kenne ich auch eine ganze Menge von ihnen. Lehrerblogger im engeren Sinn gibt es nicht mehr so viele, aber eine große sehr gut vernetzte Szene über Twitter – die treffen sich zwar auch sehr oft, aber ich bin da nie dabei, weil ich ein Reisemuffel bin und doch sehr gerne über Blogs kommuniziere, und die, die ich kenne, nicht groß kommentieren.

“Eigentlich weiß ich viel zu wenig vom Herrn Rau, der bei extrovertierten Gegenüber sehr schnell in die Zuhörerrolle tritt.” So soll es sein. :-)

Historische Lehrpläne (Bayern)

Das waren die Lehrpläne am bayerischen Gymnasium, die ich miterlebt habe:

Fettgedruckt in der rechten Spalte heißt: Abiturjahrgang. Im Schuljahr 2024/25 gibt es gar keinen*, im Jahr 2010/11 gab es zwei davon. Die mit x markierten Zellen am Anfang sind meine eigene Schulzeit; die fett und kursiv markierten Zellen in den Jahren 1995–1998 sind meine Referendariatszeit und die Jahrgangsstufen, die ich da unterrichtete – zum Teil eben wohl noch nach dem alten curricularen Lehrplan meiner Jugend.

*Nachtrag: Auf Twitter bin ich auf den Schulversuch “Mittelstufe Plus” hingewiesen worden, den es 2015/16 und 2016/17 gab. Die Schüler und Schülerinnen, die daran teilnehmen, haben 9 Jahre Zeit für den G8-Lehrplan, und deren zweite Hälfte macht dann tatsächlich am Ende des Schuljahrs 2024/25 Abitur.

1) Der curriculare Lehrplan
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 1974? 1976?

Das war der Lehrplan meiner eigenen Schulzeit. Und das war der Lehrplan, von dem ich im Referendariat noch die letzten Reste mitgekriegt habe. Nach und nach kamen bis 1988 immer wieder verschiedene Ergänzungen heraus, insgesamt “über 4500 Druckseiten” (E. Happ, “Ein neuer Lehrplan für das Gymnasium.” In: Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München: Jahresbericht 1989. München 1990, S. 8. – Zitiert nach: Hans Jürgen Apel, Lehrplan- und Curriculum-Entwicklung in Bayern (1950–1991). München 1991, S. 96.)

Lehrer und Lehrerinnen meiner Generation erinnern sich noch dunkel an diesen Lehrplan. Er war damals revolutionär, nämlich curricular, wurde aber wohl auch als lästig und kleinschrittig wahrgenommen. Das herausragendste Merkmal: Er war vierspaltig, unterteilt nach: Lernziele (in Form von Grobzielen), Lerninhalte, Unterrichtsverfahren, Lernzielkontrollen. Lernziele waren damals etwas Neues.

(Screenshot leicht bearbeitet)

Diese 4500 Druckseiten gibt es leider online nicht. Das Comenius-Projekt der LMU München sammelt bayerische Lehrpläne aus dem 19. und 20. Jahrhundert, vorerst aber mit dem Schwerpunkt Geschichte und Sozialkunde – zu anderen Fächern gibt es noch nichts. An meiner Schule habe ich bisher nur Lehrpläne für Biologie und Chemie auftreiben können und präsentiere sie hier stolz als liebevoll eingescannten Internet-Erstauftritt samt Vorvorgängers-Annotationen. (Ich habe sie nicht alle durchgesehen beim Scannen – hoffentlich sind die gelegentlichen Kommentare alle für die Öffentlichkeit geeignet.)

An sich müssten aber in alten Amtsblättern tief unten im Archiv auch noch die Lehrpläne der anderen Fächer sein. Laut LMU-Bibliothekskatalog gibt es Papierausgaben da und dort in einzelnen Institutsbibliotheken, aber wer will sich schon mit Papier herumschlagen? Ich habe auch schon das ISB angeschrieben, aber die haben auch nichts digital. Mich würde interessieren, ob ich Elemente daraus wiedererkenne in dem Unterricht, den ich als Schüler genossen habe. Falls also irgendwer eine Quelle insbesondere für Deutsch oder Englisch hat, ich wäre sehr interessiert.

Wurde nach diesen Lehrplänen wirklich bis ins Jahr 2000 geprüft? Da müssten die letzten Abitur gemacht haben. Ich habe mir das hochgerechnet, weil 1992/93 der Nachfolgelehrplan in Kraft trat, und – vermute ich jedenfalls – von unten nach oben aufgebaut wurde. Oder wurde gar die Oberstufe komplett auf einmal ausgewechselt?

2) Das klassische neunjährige Gymnasium
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 1992/93

Diese Lehrpläne gibt es online:
https://www.isb.bayern.de/gymnasium/lehrplan/archiv/

Sie waren nicht mehr vierspaltig, sondern letztlich einspaltig nach inhaltlichen Gebieten sortiert. In Englisch etwa:

  1. Sprache (Lautlehre, Wortschatz, Grammatische Strukturen, Sprachbetrachtung)
  2. Texte (Textarten, Wichtige Verfahren der Texterschließung und ‑erstellung)
  3. Landeskunde (…)

Zu jedem Oberpunkt gab es einen zusammenfassenden Text, danach Details zu den Unterpunkten:

In Deutsch musste man auswendig lernen:

Einige Gedichte, darunter mindestens drei aus dem “Verzeichnis der Lieder und Gedichte” , sind von den Schülern zu erlernen und auswendig vorzutragen.

Auch in den Folgelehrplänen ist der freie Vortrag von Gedichten enthalten, aber ohne Mindestzahl und ohne kanonische Sammlung. Dieses Verzeichnis stand im “Erlaß des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 6. Mai 1985” (KMBl I, Nr. 9/1985, S. 74)”, online natürlich nicht zu finden, und den Lehrern und Lehrerinnen eh nur als separat zu erwerbendes Klett-Büchlein (1986) bekannt. Die Auswahl darin ist gut.

2 (Variante) Schulversuch Europäisches Gymnasium I‑III
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 1999/2000 (neunjährig)

Eigentlich hat der Schulversuch schon früher begonnen, wurde dann aber ausgeweitet. Dieser Versuch war gut, jedenfalls hatten wir mindestens zwei tolle Jahrgänge mit sehr interessierten und begabten Schülern und Schülerinnen, als wir da mitmachten. Es gab Informatik in den Jahrgangsstufen 6, 10 und 11. Ich habe zweimal die 10. Klasse unterrichtet, und inzwischen weiß ich, dass es dafür einen Lehrplan gab – ich bin mir aber nicht sicher, dass irgendwer an meiner Schule den kannte. Es gab bereits wackelige Computerräume, aber wenig Software, man hat mit Word und Paint und Robot Karol gearbeitet, nach einem Blitzeinschlag auch ein halbes Jahr ganz ohne Rechner.

Ein Merkmal des Europäischen Gymnasiums Typ III (vielleicht auch der anderen Typen) war das umfangreiche Wahlpflichtprogramm in der Mittelstufe. Als Wahlfach konnte so ziemlich jeder Wahlunterricht gezählt werden und jeder, auch private, Sport- oder Musikunterricht. Das führte dazu, dass man den Vereins-Eishockey-Übungsleitern hinterhertelefonieren musste, dass die ihre Noten abgaben fürs Zeugnis der Schüler und Schülerinnen mit Wahlpflichtfach “Sport (extern)”. Es dürften wohl viele 1er dabei gewesen sein. Manche dieser Übungsleiter waren selber noch Schüler, auch bei uns.

3a) Der erste abgebrochene Lehrplan
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 2003/04 (neunjährig)

Dieser Lehrplan ist verschollen. Ich glaube, es gab ihn als Loseblattsammlung in einem Ordner, und jeder Lehrer und jede Lehrerin am Gymnasium bekam so einen Ordner. Das war ein Fortschritt, vorher gab es pro Schule und Fach immer nur wenige Ausgaben. Jedes Jahr sollten neue Blätter hinzukommen. Online war nichts, soweit ich mich erinnere. Mit diesem Lehrplan wurde das Fach Informatik eingeführt, an allen Zweigen ein bisschen und im naturwissenschaftlich orientierten Zweig in den Jahrgangsstufen 6–11, glaube ich. Aber daraus wurde nichts, noch während der 5. Jahrgangsstufe wurde das achtjährige Gymnasium beschlossen und Stoff und Stunden mussten zusammengestrichen werden auf acht Jahre.

3b) Fortführung als
achtjähriges Gymnasium
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 2003/04 (achtjährig)

Ist online hier, noch:
http://www.isb-gym8-lehrplan.de

Das war das klassische achtjährige Gymnasium. Informatik in 6 und 7 für alle (im Rahmen der Mogelpackung Natur und Technik), in 9 und 10 nur für den jetzt naturwissenschaftlich-technologisch genannten Zweig. Nicht in 8. Vielleicht wurde der Loseblatt-Ordner ergänzt, aber das weiß keiner mehr – inzwischen war das Web auch in der Schule angekommen, der Lehrplan war jetzt online. Weil es immer wieder Klagen über Schulstress und Stofffülle gab, wurde auch hier nachgebessert, eine Stunde in Englisch in der 7. Jahrgangsstufe wurde gestrichen und durch Intensivierungsstunden ersetzt – frage nicht. Die Intensivierungsstunden waren das Herz des achtjährigen Gymnasiums und stellten sich als wenig sinnvoll heraus.

Der Lehrplan für das achtjährige Gymnasium war ähnlich aufgebaut wie der Vorgänger, nur sprachlich deutlich knapper, mit wesentlich weniger Details. Hier wieder Englisch 7:

Man sieht, es gibt inzwischen keine Anzahl an Vokabeln mehr im Lehrplan; bei G9 7. Klasse waren es noch 500 Einheiten gewesen.

4a) Der zweite abgebrochener Lehrplan
LehrplanPlus achtjährig
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 2017

Diesmal wollten sie alles richtig machen: Weil der Lehrplan zuvor so plötzlich, also mitten im Schuljahr, eingeführt wurde, und beim G8 auch so alles drunter und drüber ging, gab es zum achtjährigen LehrplanPlus einen langen Vorlauf an verpflichtenden Fortbildungen für die Fachbetreuungen und Aufklärungsarbeit. Schreibprogramme sollten wir entwickeln für den Deutschunterricht. Aber weh, als dann der LehrplanPlus fürs achtjährige Gymnasium stand, zumindest für die ersten Jahre, und als die Fünftklässler und ‑klässlerinnen so richtig am Fünftklässeln waren, da hieß es: zurück zum neunjährigen Gymnasium, wir machen den LehrplanPlus neu. Und so ist auch dieser Lehrplan verschollen. Und unser Schreibprogramm überholt, bevor es je zum Einsatz kam. Inzwischen rät das ISB: Schreibprogramm von unten Aufbauen, ohne darauf zu achten, was später kommen mag – weil wer kann das schon wissen?

4b) Fortführung als
LehrplanPlus neunjährig
Beginn 5. Jahrgangsstufe: 2017

Das ist der aktuelle Lehrplan, ist online noch hier:
https://www.lehrplanplus.bayern.de/schulart/gymnasium/inhalt/fachlehrplaene
(Es wäre nicht das erste Mal, dass mein Blog länger hält als diese Links.)

Kennzeichnend: Bei dem Fächern, für die es KMK-Bildungsstandards gibt, also etwa Deutsch, Englisch, Mathematik, gibt es nur eine Überschrift pro Teilbereich, nämlich “Kompetenzerwartungen und Inhalte” . Für die anderen Fächer, etwa Informatik, Natur und Technik, Physik, – trennt der Lehrplan “Kompetenzerwartungen” und “Inhalte”. Ich weiß nicht, ob es dafür eine didaktische Begründung gibt. Von den Formulierungen her unterscheidet sich dieser Lehrplan, den manche kompetenzorientiert nennen, nicht wirklich von seinen Vorgängern.

Hier wieder ein Ausschnitt aus Englisch 7:

Es gibt weiterhin keine Anzahl an Vokabeln mehr im Lehrplan; bei G9 7. Klasse waren es noch 500 Einheiten gewesen. Beim aktuellen Englischbuch habe ich 658 Vokabeln gezählt, worüber es einen eigenen Blogeintrag geben wird – es gibt sicher Vorgaben des Kultusministeriums für die Schulbuchverlage, aber nichts Öffentliches.

Neben dem Lehrplan gibt es nämlich noch den inoffiziellen Lehrplan – das Lehrwerk, also Schulbuch. Deutschlehrer und ‑lehrerinnen waren früher berüchtigt dafür, und stoz darauf, wenig mit dem Buch zu arbeiten. Ich gehe in allen meinen Fächern gerne frei mit dem Buch um, mache viel damit, anderes ohne – Informatik 7 und 10 ohne, 9 und 11 mit Buch zum Beispiel. In Englisch vor der Oberstufe ist man besonders auf Bücher angewiesen – da verlassen sich die Lehrer und Lehrerinnen der Folgejahre darauf, dass die Vokabeln gemacht worden sind.

Zum aktuellen Siebtklassbuch Englisch an meiner Schule gibt es einen dicken Ordner mit Anweisungen und Anleitungen für die Lehrkraft, online einen detaillierten Stoffverteilungsplan, da ist jede einzelne Stunde durchexerziert – viel, viel detaillierter als in jenem seligen curricularen Lehrplan oben. Ohne Luft für Lektüren oder Eigenes. War das schon immer so? Ich habe noch nie mit Lehrerbänden oder so etwas gearbeitet. Wenn das so kleinschrittig geht, dann brauche ich nur noch Classroom-Management- und Prüfungskompetenzen, der Rest ist programmiert.

Die Zukunft

Einen mache ich noch mit. Der tritt dann vielleicht 2026 oder 2027 in Kraft, hoffentlich mein letzter. Vermutlich wird er weiterhin “LehrplanPlus” heißen, weil man aus diesem Namen nicht mehr herauskommt – “LehrplanDoppelplus” wäre zu albern. Dann fällt auch nicht auf, dass das ein neuer Lehrplan ist; “kontinuierliche Anpassung und Verbesserung” nennt man das dort wohl; kein plumper statischer Lehrplan mehr wie früher.

Insgesamt trete ich neuen Lehrplänen mit Interesse und Neugier, aber nicht mehr mit dem erwarteten Enthusiasmus gegenüber.

Wandertag 2019 & kleinere Rants

Ich bin kein Freund von Wandertagen. Klar, man könnte… aber man tut nicht: ich bin kein Freund von real existierenden Wandertagen. – Bis vor fünfzehn Jahren etwa waren zwei Wandertage pro Schuljahr verpflichtend vorgeschrieben. Dann hat man das den Schulen selbst überlassen. Seit fünfzehn Jahren gibt es zwei Wandertage an meiner Schule. Meine Englischklasse habe ich dann 9 Tage nicht gesehen, gerade am Anfang des Schuljahres ist das etwas blöd.

Aber wir waren im Zoo, und das war schon schön. Ich habe meiner 7. Klasse Aufgaben gestellt, letztlich eine aktualisierte Kurzversion meiner Zookärtchen von 2004 – neue Bilder, neue Tiere. Schlammspringer und Röhrenaale gibt es wohl nicht mehr in Hellabrunn; ein neues Suchtier ist der rote Panda, englisch Firefox.

(Nicht meine Schüler oder Schülerinnen.)
Nicht die einzigen Pfauen, die heute unterwegs waren – es regnete und war ansonsten ziemlich leer.

Am Ende überraschten mich die Schüler und Schülerinnen der 7. Klasse mit einem Geschenk, das ich sicher nicht annehmen darf und das deshalb das Klassenmaskottchen werden wird:

Von hinten legten sie es mir um, ich wusste wirklich nicht, was da kommen würde. Aber von den Kattas hatte ich der Klasse natürlich erzählt. (Ich war dann so auch einkaufen auf dem Heimweg. Im Drogeriemarkt machte man mich freundlich aufmerksam: “Sie wissen, dass Sie da so ein Tierchen… um den Hals…”)

Ansonsten verschiedene Diskussionen auf Twitter. Eine führte zu diesem Cartoon, mit dem jemand zeigen wollte, dass es nicht immer um richtig oder falsch geht:

Der kam mir gleich dubios vor, wie mir überhaupt alle weisen Sprüche im Internet mit einem bekannten Namen darunter dubios vorkommen. Und natürlich ist das so von Marcus Aurelius nicht überliefert, auch wenn das weit im Internet kursiert. Das focht die Cartoonsenderin aber nicht an, weil, recht habe sie ja doch. Das mag schon sein, ein Angriff auf den fiktiven Autor eines Zitats kann man als argumentum ad hominem betrachten. Andereits ist so ein Cartoon ja schon der freche Versuch eines argumentum ad verecundiam – die Berufung auf eine Autorität.

Ein anderer Cartoon auf Twitter war der hier:

Auch hier wurde mir jemand als Autorität präsentiert. Selbstverständlich kriegt man auf “Das lyrische Ich befindet sich auf dem Heimweg” bessere Noten als auf die Erinnerung an den Eindruck des Mondes als grünen Keks. Ob das unter weitgehender Ausschaltung des Gehirns geschieht, ist für die Noten ebenfalls irrelevant. Das mit dem “Heimweg” ist eine achtenswerte Leistung; das Wort taucht im Gedicht nicht auf. Man kann darüber streiten, ob das mit dem Heimweg stimmt oder nicht; auch das ist gut. Die eigenen Erinnerungen an den Mond sind – wer das mag – ein geeigneter Einstieg für die Beschäftigung mit dem Gedicht, aber sie sind nicht benotbar und man kann nicht darüber streiten. Es sei denn, man will die Noten abschaffen, um frei über Inhalte assoziieren zu können. Halte ich für Unsinn, ist gesellschaftlich nicht gewünscht, würde mir das Leben aber erleichtern – Notengeben ist das, was mir keinen Spaß macht, und wofür – so sage ich mir – ich das viele Geld kriege.

Immer wieder lustig: SMB und “Why I could never be a math teacher”.

Schildkröten & Otter in Informatik, Essays in Deutsch

Informatik 11

Es gibt eine alte Geschichte (Wikipedia), nach der die Welt auf einer Schildkröte ruht. Die wiederum steht auf einer weiteren Schildkröte, und die wieder auf einer, und so weiter. Fragen zweifelnde Menschen, was denn ganz unten kommt, lautet die Antwort: “It’s turtles all the way down.”

Das war der Einstieg in das erste große Informatik-Kapitel in der 11. Jahrgangsstufe: Das Bild oben kann man nämlich als Objektdiagramm darstellen, wo jede Schildkröte einzeln dargestellt wird, oder einfacher als Klassendiagramm, in dem man Aussagen über alle Welten und Schildkröten macht. Das sieht dann so aus:

Und so sehen auch einfach verkettete Listen aus, mit deren Programmierung wir die nächste Zeit verbringen:

Außerdem verwaltet jeder Knoten noch ein Datenelement. Und der Nachfolger kann auch null sein, anders als bei den Schildkröten, so dass die Liste dann doch eher endlich sind.

Nach und nach kommen dann rekursive Methoden wie die folgende hinzu, um die Länge der Liste zu ermitteln:

Informatik 9

In der ersten Hälfte der 9. Jahrgangsstufe beschäftigt man sich nach dem geltenden Lehrplan mit Tabellenkalulationsprogrammen. Das geschieht nicht unter dem Gesichtspunkt der Anwendbarkeit, sondern unter dem, was fachwissenschaftlich für Informatik dabei herauszuholen ist – aber natürlich übt man auch ein bisschen den Umgang damit. Am Anfang steht dabei das Kopieren von Formeln. Hier haben wir sechs Rollenspiel-Figuren mit unterschiedlichen Werten für die klassischen Attribute Stärke, Intelligenz und Geschicklichkeit und einer daraus errechneten Gesamt-Kampfkraft:

Die Formel zu Berechnung der Gesamtkampfkraft lautet: Stärke mal deren Gewichtung, plus Intelligenz mal deren Gewichtung, plus Geschicklichkeit mal deren Gewichtung. Die Gewichtung ist für alle Figuren gleich, soll aber insgesamt geändert werden können. Wenn man die lange Formel =B7*$B$2+C7*$B$3+D7*$B$4 einmal in Zelle E7 getippt hat, möchte man sie für die Zelle darunter einfach kopieren – allerdings sollen manche Zellbezüge dabei angepasst werden (es soll in Zeile 8 nicht mehr die Stärke in B7, sondern die in B8 genommen werden), andere nicht (die Gewichtung steht unverändert in B2). Das heißt dann absolute und relative Zellbezüge, erstere werden mit dem $-Zeichen im Zeilen- oder Spaltenbezug markiert.

Kurzes Fachsimpeln über weitere typische Attribute, Geschwindigkeit (oft aus anderen Attributen abgeleitet) oder Genauigkeit – ich spottete erst darüber, aber angeblich gibt es bei Warhammer (40K?) ein Fernkampfattribut dieses Namens. Soll sein, soll sein, soll sein.

Eine Schülerin bemängelte, dass der Geschicklichkeitswert für den Riesenotter zu hoch sei. Also musste ich natürlich einen Videoclip zu Ottern zeigen:

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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(Die Informatikbücher haben meist Buchhaltungs- und Mathematikaufgaben. Ich finde meine vel schöner.)

Deutsch 11

Wir beginnen gerade mit dem Essay. Zuerst abgegrenzt von oder in Zusammenhang gestellt mit verwandten Textsorten – Erörterung, Kommentar, Glosse, Rant, Streitschrift. Dann typische Titel dafür vorgestellt:

  • Versuch über…
  • Abhandlung über…
  • Kritik der…
  • Die Verteidigung der…

Klappt immer, ob Schweinebraten oder Currywurst, Kindheit, Schule, Schuhe, Ruhe, Rehe. Und weil ich fies bin, gleich auch noch den hier:

  • Quo vadis, …

Lateinunterricht, Schweinebraten, Currywurst, Kindheit, Schule, Schuhe, Ruhe, Rehe. Whatever. Wenn man danach googelt, stößt man erst auf viele italienische Restaurants, die so heißen, mit ein bisschen Einschränkung dann aber auf viele, viele, größtenteils ernst gemeinte Titel. Das ist billig und abgedroschen, aber hey, fürs Abitur-Thema Essay reicht das ja wohl immer noch.

Tatsächlich geben diese Titel ja auch schon Struktur vor. “Quo vadis, Satire” (Satire war 2018 das denkbar ungeeignete Thema bei der Essay-Abituraufgabe) – da weiß man doch gleich, was man schreiben soll. Hausaufgabe für das nächste Mal: Vier Überschriften für Essays zu beliebigen Themen und zu jedem zweieinhalb Zeilen Inhaltsangabe. “In diesem Essay erklärt <Schülername>…”

Das Schreiben üben wir dann später. Aus Erfahrung: Beschränkung rhetorischer Fragen auf maximal eine, und Ironie muss man fast verbieten, weil zu schwer.

Englisch 7

Habe Verwandtschaftsverhältnisse der Personen im Buch immer noch nicht herausgekriegt. Das ist so, wie wenn man in eine Serie mitten in Staffel 3 einsteigt. Sind die beiden Jugendlichen, die sich streiten, Geschwister oder Freunde? Eine Mum kann man in Beispielsätzen wohl immer auftauchen lassen – aber gibt es sicher eine? Ist der Vater Witwer? Gibt es zwei Mums, zwei Väter? Selbst bei bayerischen Schulbüchern habe ich die Hoffnung, mir nicht sicher sein zu können.

Personalausflug

Mittwochnachmittag Personalausflug. Riesenportion Salzburger Nockerl, aber sie waren leider nicht gut, eigentlich fast nur geflämmter Eischnee.

Meine erste App (öffentlicher Betatest)

Schon letztes Jahr habe ich mit dem MIT App Inventor 2 eine App erstellt, um das mal auszuprobieren. Im Moment bietet sie nicht viel: Ein kleines Schiebespiel mit freizuschaltenden Medaillen, eine Lageplan unserer Schule, den jeweils aktuellen Speiseplan.

Das ist keine offizielle Schul-App, sondern reines Privatvergnügen; alles verwendete Material – also der Speiseplan vor allem – ist öffentlich zugänglich.

Der Lageplan der Schule ist gezeichnet und wird nicht aus dem Web heruntergeladen, obwohl man das schön machen könnte – aber so geht kein Datenvolumen dafür drauf. Die eigene Position wird als Punkt angezeigt, und es gibt eine Reihe von interessanten Punkten auf dem Schulgelände zu entdecken, da kriegt man dann jeweils etwas Bild und Text zu sehen. Da man das aus der Ferne schlecht ausprobieren kann, werden alle Orte freigeschaltet, wenn man im Schiebespiel die 4. Medaille erreicht hat.

Inzwischen würde ich nicht mehr mit dem App Inventor arbeiten, sondern gleich mit Android Studio – kein blockbasiertes Programmieren mehr (einfach, aber so umständlich), sondern gleich Java im Texteditor. Dazu war ich letztes Jahr auf Fortbildung. Es gibt weitere Webseiten, die einem das Erstellen von Apps blockbasiert ermöglichen, auch für Android und IOS parallel. Aber das ist halt jetzt das Ergebnis meiner ersten App-Inventor-Erfahrungen. In Zukunft könnte ich Ergebnisse von, sagen wir mal, Elftklass-Projekten, in eine App packen und veröffentlichen.

Das Erstellen von Apps ist interessant genug, aber richtig spannend wird es beim Veröffentlichen. Nach dem einmaligen Registrieren, was 25 Euro oder so kostet, steht einem die Infrastruktur zur Verfügung: Man kann seine App hochladen, worauf sie erstmal ein paar Tage geprüft wird – auf Zulässigkeit, legale Inhalte und so weiter. Man kann und muss den Play-Store-Eintrag anlegen, mit Screenshots und bestimmten Pflichtangaben, insbesondere zu Altersgemäßheit und Datenschutz.

Und dann kann man nach und nach die App veröffentlichen… für interne Tester, auf einem Alphakanal (nur auf Einladung), auf einem Betakanal (öffentlich sichtbar, aber als Beta markiert) bis hin zum offiziellen Release. Während dieser Stufen wird die App automatisch geprüft und man erlebt seine ersten Misserfolgserlebnisse – auf 5 von 12 automatisch geprüften Geräten stürzt die App im Test ab, es hagelt Sicherheitswarnungen (der Speiseplan wird ungeschützt übertragen) und Verbesserungsvorschläge. Manches davon kann ich nicht gut verbessern, dazu ist der App Inventor zu plump – was geht, ist die App in Android Studio zu importieren und dort zu verbessern, aber damit fange ich gar nicht erst an, sonst muss ich konkurrierende Versionen da und dort verwalten.

Manche der automatisierten Tests kann man auch als Screenshot mitverfolgen:

Den Link zur App… gibt es hier. Sie läuft… immer noch nur auf 7 von 12 Geräten, und nur unter Android, tut mir leid. Ist immer noch in einem Beta-Stadium.

Reflexivpronomen, Englisch 7. Klasse

Natürlich fürs bessere Merken auch so:

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“Ich fühle mich gut” geht im Englischen aber ohne Reflexivpronomen, wie überhaupt viele deutsche reflexive Verben englische Entsprechungen haben, die eben nicht reflexiv sind. Wir merken uns:

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Das hier habe ich meinen Schülern und Schülerinnen nicht gezeigt, weil, uh.

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Lieder für später mal:

  • I can see clearly now
  • I feel pretty