Zeit für Konsolidierung?

Zu diesem Zeitpunkt haben wir hier in Bayern seit siebeneinhalb Wochen keine keine Schule, zwei Wochen davon waren Osterferien. Seit eineinhalb Wochen wird die 12. und letzte Jahrgangsstufe unterrichtet (an anderen Schularten andere Jahrgänge), kommende Woche soll die 11. Jahrgangsstufe wieder Fuß fassen. Danach, aber so weit denke ich nicht, irgendwann mal 5. und 6., Pfingstferien, dann die anderen, ein bisschen. Regulären Unterricht kann ich mich nicht vorstellen.

Viele der letzten Wochen wurde mit Unterricht zu Hause verbracht. “Homeschooling” wird das oft genannt, aber das bedeutet etwas anderes, wie ich ja auch kein “Homeoffice” mache – dazu bräuchte es Geräte, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden und eine arbeitsmedizinisch überprüfte Arbeitsplatzgestaltung, mindestens. Man redet nicht darüber, was Lehrer und Lehrerinnen zu Hause eigentlich tun müssen, und auch nicht darüber, was Schüler und Schülerinnen eigentlich müssen – die Schule unterbreitet, irgendwie, ein Lernangebot, und das Kultusministerium freut sich, wenn es angenommen wird.

Nicht alle freuen sich auf den kommenden Präsenzunterricht, den ich selber mehr als eine Art “Schule spielen” sehe und der Ressourcen aus anderen Bereichen abzieht:

Maximilian Buddenbohm (Hamburg) hat Sohn II befragt, wie er sich die Schule in Zukunft wünschen würde, ganz ohne Corona:

Eine Expertenmeinung
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Meine Zusammenfassung: Ein bisschen Präsenzzeit in der Schule, in kleinen Gruppen, um nachfragen zu können und vor allem Freunde zu treffen, und das eigentliche Arbeiten zu Hause erledigen – freie Zeiteinteilung, schöner Arbeitsplatz, Ruhe. (Für die mit Arbeitsplatz und Ruhe, jedenfalls.) Auch hier keine Sehnsucht nach der alten Schule.

Im Moment läuft also gemischter Unterricht zu Hause, mit gemischtem Erfolg und zu zu gemischter Zufriedenheit. Die Kollegen steigen langsam in Mebis/Moodle um, vom “Forum” als anfänglichem Mittel zum Stellen und Einsammeln von Aufgaben hin zur Aktivtät “Aufgabe”. Das ist für Schülerinnern und Schüler einen Tick aufwendiger, erleichtert aber die Arbeit beim Verwalten und Korrigieren sehr, und auch die Gefahr von verloren gehenden Nachrichten ist geringer. Aber die Schüler und Schülerinnen gewinnen auch etwas mehr Sicherheit, und die Ansprüche steigen. “Bitte nicht als .docx.” “Bitte nicht so viele Nachrichten.” “Wir möchten ein Erklärvideo zu…” “Können Sie das nicht so machen wie Frau…?”

Eine schöne und schwierige Sache, aus verschiedenen Gründen. Sagen wir: Ich wünsche mir als Lehrkraft dringend, auf Probleme angesprochen zu werden; um die Lösungen möchte ich mich dann selber kümmern. Bei unverlangt eingesandten Lösungsvorschlägen sind Lehrkräfte empfindlich.

Viele Eltern wünschen sich wohl übersichtlichere Kurse. Jedenfalls hat auch das Mebis-Team eine neue Präsentation oder Anleitung veröffentlicht mit dem Schwerpunkt: Wie kriegen die Schüler und Schülerinnen mit, dass es etwas Neues zu tun gibt und was sie tun sollen? Hier der Link:

Lernplattform – Auf neue Inhalte hinweisen
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Ich denke jedenfalls, dass man nach einer Phase des ersten Arbeitsn mit Mebis daran gehen sollte, besser mit Mebis zu arbeiten. Und das heißt auch, da kann ich die Eltern verstehen, einheitlicher. Aber der Föderalismus ist stark in Bayern und tief in einem Kollegium verwurzelt. Mal sehen, ob da etwas geht.

Es gibt unter Brechts sehr geschätzten Geschichten vom Herrn Keuner eine, die “Zwei Fahrer” heißt. Da geht es um zwei Autofahrer, den einen, der geschickt fährt, sich an die Regeln hält, und “vorsichtig und kühn” den besten Weg zwischen den anderen Verkegrsteilnehmern findet. Der andere fährt dagegen gedanklich mit den anderen Wagen um sich herum mit, ohne den schnellsten Weg für sich zu wählen, “mit einem ständigen Vergnügen an dem Vorwärtskommen aller Wägen und der Fußgänger dazu.”

Solche unterschiedlichen Fahrer gibt es auch in einem Kollegium. Einige verkriechen sich vielleicht ganz, weil sie überfordert sind – das verstehe ich. Viele lernen dazu, manche langsamer, manche schneller – völlig okay. Andere machen ihr eigenes Ding, vielleicht auch erfolgreich, aber sie positionieren sich dabei stets so, dass sie gar nicht in die Lage kommen, von anderen um Hilfe gebeten zu werden. Da wird mein Hals deutlich dicker.

Und mein Sabbatjahr ist genehmigt! Das Schuljahr 2022/23 wird ohne mich stattfinden. Ich bin schon sehr gespannt. Nein, keine Pläne; bisschen Urlaub mit Frau Rau, ansonsten Lesezeichen und Festplatte. sortieren.

Synology-NAS in der Schule

Ich habe ja selber ein kleines NAS zu Hause (Blogeintrag). Aber so etwas gibt es auch in groß, etwa für eine ganze Schule. Das ist dann ein relativ leistungsfähiger Rechner mit großer Festplatte und geeigneter Software darauf, auf den gleichzeitig viele Benutzer über verschiedene Internetprotokolle – insbesondere https, also mit einem Browser – zugreifen können. Man könnte auch Cloud dazu sagen, es ist zumindest ein Wölkchen. Zuerst könnte das weite Teile sonstiger schulischer Infrastruktur ergänzen, später vielleicht sogar ersetzen.

DiskStation Manager DSM: Das zentrale Browser-Desktop

Im Browser sieht das für den angemeldeten Benutzer aus wie ein Desktop, den man aus verschiedenen Betriebssystemen kennt – Icons, die man verteilen kann, ein Menü, Fenster, die auf- und zugehen, darunter ein Datei-Explorer (heißt hier: File Station), der einem zeigt, was es für Verzeichnisse und Dateien gibt. In der Systemsteuerung kann man natürlich festlegen, welche Benutzer und Benutzergruppen Zugang auf welche Verzeichniss haben sollen.

Module und Apps dafür

Es gibt eine Auswahl an Programmen, die auf dem Server installiert werden können, und die jeweils den Benutzern verschiedene Dienste anbieten. Für viele der Anwendungen gibt es separate Apps für Windows, zum Beispiel, so dass man etwa für den Chat nicht im Browserfenster arbeiten muss, oder es gibt eigene Smartphone-Apps dafür.

Hier stelle ich einige der Module der Synology-Cloud vor.

File Station

Das ist das Äquivalent zum Windows-Explorer oder Finder. Braucht man grundsätzlich. Es gibt eine eigene Smartphone-App dafür. Sinnvollerweise ist das so eingestellt, dass man nur die Verzeichnisse sieht, für die man zumindest Leseberechtigung hat. Als App ist das gar nicht so wichtig.

Drive & Office

Zusammen ist das quasi so etwas wie Google Drive: Man kann Dokumente erstellen und im Browser bearbeiten (Tabellenkalkulation, Text, Präsentation). Die App ist nur mäßig hilfreich, sie bietet einen für User übersichtlicheren Zugang als die File-App und ist auf das eigene Drive-Unterverzeichnis beschränkt, in dem die Drive-Dokumente gespeichert sind. Man kann die Dokumente in der App betrachten, zum Bearbeiten muss man aber in einen Browser. Das Wichtige an diesem Modul ist die Möglichkeit, alleine oder öffentlich oder für bestimmte Nutzer oder Gruppen freigegeben an diesen Dokumenten zu arbeiten.

Einsatz in der Schule: Offensichtlich die Arbeit an und Präsentation von Dokumenten in Klassen und unter Schülern und Schülerinnen und Lehrkräften. Außerdem einfache Uploadmöglichkeit vom Handy – einfach an Drive schicken, und schon ist die Datei hochgeladen.

Wenn man ein Dokument übrigens öffentlich freigibt und einen Gast kommentieren lässt, dann macht ein Chatbot eine Konversation mit einem auf und informiert darüber.

Chat

Das ist so eine Art Mini-WhatsApp. Auch dafür gibt es eine App sowie einen Desktop-Client, aber man das Modul natürlich auch im Browser nutzen. Die App ist am praktischsten. Es gibt Konversationen, das sind Chats zwischen einer kleinen Zahl von Personen, und Kanäle, für die Kommunikation innerhalber größeren Gruppen. Nach der Installation gibt es zwei vom System erzeugte Kanäle, “Allgemein” und “Zufällig” (vielleicht schlecht übersetzt für “Random” im Sinn von “Beliebiges”).

Konversationen und Kanäle können privat sein, dann kann man ihnen nur per Einladung beitreten, einzelne User oder Gruppen. Allerdings kann das dann jeder in der Konversation oder dem Kanal, es gibt keine ausgezeichneten Administratoren mit mehr Rechten. Auch löschen kann jedes Mitglied den Kanal – ausgenommen die beiden Systemkanäle. Zu klären: Kann man weitere Sytemkanäle anlegen? Alle Gespräche können verschlüsselt werden, so dass nicht einmal die Admins sie lesen können; für die Schule ist das aber nicht sinnvoll, da das ohnehin nur zu schulischen Zwecken verwendet werden darf.

Interessante Optionen: Automatische Löschung von Chats nach einer bestimmten Zeitspanne. Chatbots und Makros. Was fehlt: Bestimmte Kanäle nur bestimmten Gruppen zugänglich machen.

Einsatz in der Schule: Mal schauen. Man muss Vertrauen in Schüler und Schülerinnen haben und kann einzelne bei Missbrauch vom Benutzen ausschließen. Auf Klassenfahrten und Wandertagen kann man so Kontakt halten. Auf Wunsch und bei Bedarf kann man für einzelne Kurse oder Klassen vielleicht einen Chat anlegen? Oder Kommunikation unter Lehrkräften? Ich nutze ja WhatsApp so gut wie nicht, aber solange meine Kollegen und Kolleginnen nicht bei Twitter sind, könnte ich mich mit dem Chat anfreunden.

Video Station

Man legt dazu Videodateien ab, standardmäßig im nicht öffentlich zugänglichen Ordner “video”, mit beliebigen Unterordner. Als Admin legt man dann in der Video Station sogenannte “Bibliotheken” an. Je Bibliothek gibt man exakt 1 Ordner samt aller Unterverzeichnisse frei – man wird also entweder eine Bibliothek “Lehrfilme” anlegen, die auf einen Ordner mit Englisch‑, Deutsch‑, Informatikverzeichnissen darin verweist, oder man wird je 1 Bibliothek für Deutsch, Englisch, Informatik anlegen, jeweils auf 1 Verzeichnis verweisend. Kombinieren der Methoden geht nicht. Diese Bibliotheken kann ich auf einzelne Usern oder Usergruppen begrenzen.

Wenn die Bibliothek erst einmal da ist, kann man sie nach den Festplatten-Ordnern sortiert durchsuchen und jeder Nutzer kann sich Wiedergabelisten anlegen. Als Admin kann ich eine Wiedergabelisten öffentlich freigeben, das sehen die anderen User zwar nicht, aber wenn man den Link dazu verteilt, kann jeder das anschauen, auch ohne Systemanmeldung.

Verschlagwortung gibt es keine, also auch keine Tags für Jahr oder Genre und so weiter.

Einsatz in der Schule: Vieles von dem, was man nicht bei Youtube findet oder nicht dort hochladen und Klassen zur Verfügung stellen möchte, kann man hier auf den eigenen Server stellen. Ob das so viel sein wird? Wenn man Bibliotheken nur eingeschränkten Gruppen zugänglich machen möchte, wie es bei urheberrechtlich geschütztem Material manchmal nötig ist, muss man für jede Gruppe 1 Bibliothek und damit 1 separates Verzeichnis mit Dateien darin anlegen. Trotzdem eine schöne Möglichkeit, mit der App schnell aus einem Sortiment an Filmen auswählen zu können – und von dort aus auch an andere Quellen zu schicken.

Audio Station

Das funktioniert ein bisschen anders als die Video Station. Es gibt wieder ein Verzeichnis (am besten nicht öffentlich zugänglich) mit Audiodateien darin, in beliebigen Unterverzeichnissen. Sämtliche Dateien darin werden automatisch indiziert und über die Station zur Verfügung gestellt, es gibt also keine Bibliotheken. Die Dateien sind durchsuchbar nach Interpret, Genre, Komponist, Album und auch nach dem tatsächlichen Verzeichnis, in dem sie sich befinden.

Man kann auch Radiosender hören, auch benutzerdefinierte – etwa das irische RTÉ Radio 1 (Streamadresse: http://av.rasset.ie/av/live/radio/radio1.m3u). Leider kann jeder User diese benutzerdefinierten Sender ändern oder löschen.

Alle User können für sich selber Wiedergabelisten erstellen, alle User können Wiedergabelisten für andere sichtbar machen, die sie dann benutzen, aber nicht verändern können.

Einsatz in der Schule: Die Lehrkräfte bzw. Admins laden Dateien in eine sinnvolle Verzeichnisstruktur hoch und sorgen dafür, dass die ordentlich verschlagwortet sind. Dazu autorisierte User – Lehrer und Lehrerinnen – können außerdem für alle einsehbare Wiedergabelisten erstellen. Beschränkungen auf bestimmte Gruppen sind nicht möglich. Lehrkräfte können zusätzliche Radiosender hinzufügen, damit die Schüler und Schülerinnen sie nicht selber anlegen müssen – die können zwar alle anderen löschen, aber wenn man sie in eine Gruppen-Wiedergabeliste packt, bleiben sie dort erhalten (lassen sich aber nicht mehr editieren).

LDAP

Von diesem Modul kriegt man als User nicht viel mit. Aber es ermöglicht – für die Systembetreuung – die Synchronisierung mit bestehenden Benutzerkonten und ‑gruppen, sprich: Die Anmeldung etwa am bisherigen Schulsystem.

Note

Ermöglichst Notizen und To-do-Listen. App dazu. Weiß noch nicht, was ich damit anfangen würde, es ist halt eine Notizapp neben weiteren.

GitLab

Dieses Modul habe ich noch nicht in Aktion gesehen, klingt aber vielversprechend – letztlich eine Github-Alternative, mit Git und Wiki und Issue-Tracking. Datenschutzrechtlich saubere Lösung für den Informatikunterricht. Ist leider schwieriger zu installieren als reguläre Module; es läuft bei uns noch nicht.

Weitere Module

Unter anderem: Medienserver, iTunes Server, VPN-Server, Discourse, Kalender, Mailserver.

Ausblick

Wie wird so eine Cloud damit klarkommen, wenn eine ganze Schule daran hängt? Eine Schule im Nachbarlandkreis hat’s vorgemacht, ich weiß von einer weiteren in der Schweiz, die das nutzt. Man braucht vermutlich eine ordentliche Internetanbindung der Schule.

Datenschutzrechtlich ist das eine saubere Lösung, da der Server in der Schule selber steht und dem Datenschutzbeauftragten dessen Sicherheit leichter erklärt werden kann.

Erster kleiner Schultag nach den Schulschließungen

Am Sonntag Yoga gemacht, und das ich! Also, ungewöhnlich eigentlich wegen der Bewegung, mit Buddhismus habe ich mich ja tatsächlich ein bisschen beschäftigt, udn weiß aus dieser Ecke ein bisschen was darüber. Aber ich hatte die zwei Nächte davor unruhig geschlafen, und am Freitag tagsüber war ich sehr erschöpft. Die letzten Wochen haben mich dann doch mehr angestrengt, als ich dachte.

(Das mit dem Yoga fing schon schwer an. Auf den Boden auf die Matte setzen, eigentlich in irgendeiner Position, Hauptsache bequem. Au, au, au, irgendwas zwickt immer.)

Danach habe ich wie schon am Samstag allen Schülern und Schülerinnen hinterhertelefoniert, die sich nicht pünktlich gemeldet hatten, egal ob mit der Wochenaufgabe oder einer kurzen Notiz, dass es aus welchen Gründen auch immer eben keine gibt. Aber melden müssen sie sich, und daran sollen sie sich gewöhnen.

Montagmorgen dann eine Runde gelaufen, danach Videosprechstunde mit der 7. Klasse, in der ich Klassleitung bin. Es waren nur ein paar da, bisschen geplaudert; es war nicht das erste solche Gespräch und gab nicht viel zu bereden. Danach fast zum ersten Mal seit sechs Wochen in die Schule gefahren. Insgesamt wieder putzmunter, keine Spur mehr der Schwäche vom Wochenende.

In Bayern müssen in dieser Woche nur die Abschlussklassen in die Schule, bei uns sind das die Kurse der 12. Jahrgangsstufe. Dabei sollen besondere Sicherheitsregeln beachtet werden. Das kann ungeschickt laufen, wenn das in diesem Twitter-Thread stimmt:

Bei uns lief das deutlich besser ab; eine Arbeitsgruppe hat sich gekümmert. Es gibt einen geänderten Stundenplan mit geänderten Räumen, mehrere separate Eingänge für die verschiedenen Kurs, abgesperrte Wege, und für alle eine Toilettenkarte: Die legt man auf einen der beiden vorbereiteten Teller vor jeder Toilette, sofern einer frei ist; ansonsten muss man warten. Beim gehen nimmt jeder die eigene Karte wieder mit. (Semaphoren, schon wieder?)

Es gab Masken für alle Lehrkräfte in den Fächern, manche in dunklem Himmelblau, andere in chirurgischem Grün. Eine Kollegin war mit ihrem Grün unzufrieden, so dass ich die Gelegenheit zum Tausch ergriff, weil dieses Grün doch viel cooler ist.

Es gibt keine Pausen im Pausenhof, stattdessen gehen die Schüler und Schülerinnen direkt von Klassenzimmer zu Klassenzimmer; Lehrkräfte stehen als Ordner in den Gängen. Auch in den Klassenzimmern ist ständig eine Lehrkraft und achtet auf Abstand; die Pausen werden im Klassenzimmer verbracht, Wurstbrot und alles.

Und doch… selbst mit Einzeltischen sind 16–17 Leute in einem Zimmer schon recht voll. Alle waren gut gelaunt und disziplinert, Masken hatten alle – für die Gänge, nicht fürs Klassenzimmer.

Ich habe seit sechs Wochen zum ersten Mal wieder Leute gehört, die durcheinander reden! Bei Videokonferenzen geht das ja schlechter, als man es gewöhnt ist, und gewöhnt es sich so vielleicht ein bisschen ab; jedenfalls geht es mir so.

Die Stimmung war gut, die Schüler und Schülerinnen wirkten entspannt. Wir haben Haarschnitte verglichen, Formalitäten geklärt, weiteres Vorgehen besprochen: Ich habe allen dringend empfohlen, zur zweiten Sitzung diese Woche nicht zu kommen. Weil, wozu? Unterricht werde ich nicht machen, vielleicht Fragen klären, aber alles andere kann für mein Fach (Deutsch) von zu Hause laufen. Ja, die letzte Lektüre kommt zu kurz, wir machen fast gar nichts damit; auch kein Problem.

(Mal sehen, wie das in der nächsten Zeit mit der 11. Klasse in Informatik wird. Da fehlt noch eine Klausurnote, aber mit dem Stoff sind wir durch, die letzten Reste haben wir in den letzten Wochen gemacht. Ab jetzt ist nur noch Programmierprojekt in Kleingruppen, und in der Softwareentwicklung werden ohnehin viele digitale Werkzeuge zur Zusammenarbeit eingesetzt. Da ist Arbeiten von zu Hause aus auch aus fachlicher Sicht sinnvoller als Präsenzunterricht.)

Ein bisschen viel, ist es nicht

Mir geht es wirklich sehr, sehr gut. Ich war immer schon privilegiert: bildungsbürgerlicher Hintergrund, zwar weder Abitur noch gar Studium in der Familie, eher Hauptschulabschluss als Realschule, aber liebevolle und kluge und sehr weltoffene Eltern, die mir sehr viel von der Welt zeigten und mir ermöglichten, sehr viel von der Welt selbst zu entdecken. Außerdem hatte ich es von Temperament und Neigung her leicht in der Schule, im Studium, im Beruf, und hatte obendrein stets viel Glück.

Auch jetzt bin ich privilegiert, aus so vielen Gründen. Auch jetzt geht es mir gut. Darf ich trotzdem etwas jammern? Das war zumindest meine Motivation zu diesem Blogeintrag, inzwischen fürchte ich, es läuft eher auf Herumangebern heraus als Jammern, aber soll sein, soll sein.

Im Vergleich zu Leute, die wirklich etwas zu tun haben, etwa der beeindruckenden Frau Novemberregen, verbringe ich den Tag voller Muße. Aber für einen mittelalten bayerischen Beamten ist das viel, was heute alles los war:

  • Videogespräch mit Uni (mit Zoom, weil ich mit Jitsi schon genug Erfahrung habe; das einfarbige T‑Shirt und Greenscreen genutzt, um die anderen zu verwirren)
  • Baked Beans nach einem Rezept von Yotam Ottolenghi aufgesetzt
  • Videogespräch mit meiner Unterstufen-Klasse, nur mal so zum Ausprobieren (etwa die Hälfte dabei, ein paar leider technische Schwierigkeiten; ging allen gut, haben genug zu tun)
  • Baked Beans zu Ende gemacht, Brot aufgetaut, gegessen
  • Fahrrad vom Reparieren geholt
  • Blumen gegossen
  • Spülmaschine ausgeräumt
  • Mail: den Klassenelternsprecherinnen Feedback auf Klassenfeedback gegeben (zu forsch gewesen?)
  • Elternbeirat Feedback gegeben, aber nur kurz und vorläufig
  • Elterntelefonat
  • ganz kurz mit einem Journalisten korrespondiert und elefoniert (Ciffi)
  • die wöchentliche Kartoffelkiste geholt
  • Eltern angerufen, deren Kind laut Kollegin Probleme mit Mebis hat, gefragt, ob ich deren Account übernehmen kann, um das aus Schülerinnensicht zu sehen, ging dann auch, erledigt, zurückgemailt
  • Homepage aktualisiert
  • Videogespräch: Uni
  • Versucht, Kollegen zu erreichen, wegen Sache; mache mir Sorgen, werde es morgen noch einmal versuchen
  • überlegt, einem überforderten Kollegen eine Klasse abzunehmen; hätte da schöne Idee, was ich spontan in den kommenden drei Wochen ohne allzu viel Aufwand Schönes machen könnte
  • Videogespräch: Kollegin
  • Sporadisch Twitter gelesen, nach und nach Feedreader abgearbeitet; Guardian, Independent und Slat gelesen
  • E‑Mails empfangen: um die 100, versendet nur um die 15. Nicht gezählt die Nachrichten bei Mebis, da habe ich keinen Überblick. 15 Nachrichten im schulinternen Portal abgesetzt, wie viel gekriegt, weiß ich nicht, weil ich die nach Erledigung immer gleich lösche.

Tag davor ähnlich, nur ohne mitzählen. (Vier Videokonferenzen, das weiß ich noch.) Das klingt jetzt gar nicht nach so viel, aber irgendwie war’s das schon. Vielleicht habe ich etwas vergessen?

An sich stelle ich mir meinen Workflow so vor, jedenfalls so lange es jedenfalls keinen Video-Präsenzunterricht gibt: Am Wochenende erstelle ich Aufgaben für die Woche, die ich am Sonntagabend online stelle. Im Lauf der Woche korrigiere ich die Arbeiten der Vorwoche und halte Online-Sprechstunden.

Aber da kommt halt immer etwas dazwischen, und nächste Woche soll ich wieder die Q12 in Deutsch unterrichten. Mache ich ja auch, obwohl es die nicht nötig haben: In Deutsch werden Kompetenzen gelehrt, nämlich der Umgang mit unbekannten Texten auf Basis eines breiten Wissens – ob da ein Text mehr oder weniger gelesen wurde, eine Epoche intensiver oder weniger intensiv behandelt wurde, ist für die Abiturprüfungen nicht wichtig. Anders ist das bei Mathematik, wo es wohl kaum Übertragungen gibt und bis kurz vor dem Abitur neuer Stoff prüfungsrelevant ist – das ist eben kein komptenzorientiertes Fach, und deswegen haben die das ja auch erfunden mit der Kompetenzorientierung und uns anderen aufgehalts.

Apropos Hals: Mich geärgert über Kollegen und Kolleginnen, die wahrscheinlich souverän ihr eigenes Ding machen, aber nicht sichtbar in Erscheinung treten und auch andere Kanäle als die gemeinsam genutzten verwenden. Ist schon recht so, aber die fallen halt schon mal als potentiell Helfende für andere aus, so dass vielleicht einen Tick mehr Anrufe bei mir landen als nötig. Aber wer weiß, die tun sicher anderswo Gutes.

Nachtrag: Ich möchte den Begriff der “Herdenintelligenz” einführen, falls es den noch nicht gibt, und der etwas ganz anderes bezeichnet als Schwarmintelligenz. Nämlich: Wenn in einer Gruppe ein Werkzeug weit genug verbreitet ist, dann tun sich alle damit leichter.

Osterferien 2020, zweite Woche

In der ersten Woche hatte ich die üblichen Ferienarbeiten: Eine Klausur zu Ende korrigieren (zugegeben, Uni, nicht Schule), einen Test korrigieren (12. Klasse). Aber keine Aufsätze zu korrigieren und keine anderen Prüfungen. So muss das als Nicht-Sprachen-Lehrer immer sein.

Aber ich habe natürlich sonst viel für die Schule vorbereitet, Videokonferenzen mit Kollegen ausprobiert und Sachen besprochen. Das hier ist aber die Videokonferenz zum sehr traditionellen Osterfrühstück von Frau Rau in vier Wohnungen mit elf Beteiligten und einem Besucher draußen im Garten, durch geschlossene Tür hereinwinkend. – Rote Bete mit Meerrettich als Beilage zu Wurst und Schinken, hier sehr wichtig.

Außerdem noch eine Videokonferenz mit Freunden, zu denen als Überraschung auch ein alter Freund aus den USA stieß und von dort berichtete.

Irgendwann habe ich auch Ensaladilla gemacht, also ensaladilla rusa – russischer Salat. Das gibt es in wohl jeder spanischen Bar als ración. Kartoffeln und Mayonnaise (selbst gemacht), dazu Karotten, Steckrübe, als gewürfelt und separat gekocht, mit Thunfisch und Erbsen für die Farbe. Sicherheitshalber noch etwas mehr Mayonnaise (aus dem Glas). Dekoriert mit Dosenspargel und Streifen gebratener, eingelegter Paprika. Ist sehr lecker.

Das Bein vom Zicklein, vor drei Wochen eingefroren, zubereitet mit restlichem Kombinatsgemüse und dem Steckrübenrest. Zweieinhalb Stunden bei 140 Grad, hätte noch etwas länger drin bleiben können, vielleicht.

Beim Einkaufen das hier gesehen und an ein Konzept aus der Informatik gedacht:

Das Konzept heißt “Semaphor”. Den braucht man, wenn verschiedene Programme (“Prozesse”) gleichzeitig ablaufen oder quasi-gleichzeitig, also abwechselnd mal beim einen eine Code-Zeile, dann beim anderen, und so weiter. Man weiß nie, wann wer dran ist und sollte stets damit rechnen, dass das im schlimmsten möglichen Moment geschieht. Das kann eigentlich immer sein, wenn beide auf einen gemeinsamen gemerkten Wert zugreifen, etwa einen Kontostand: Wenn der eine Prozess etwas einzahlt oder abhebt, und der andere das quasi-gleichzeitig macht, können die sich so in die Quere kommen, dass der Kontostand am Ende falsch ist.

Die Lösung: Es darf immer nur ein Prozess gleichzeitig ans Konto, oder wenn es statt eines Kontos ein Aufzug für bis zu 4 Personen ist: es dürfen immer nur maximal 4 gleichzeitig in den Aufzug. Wie ein Semaphor genau funktioniert, ist hier nicht wichtig, aber man kann sich das so vorstellen, dass vor dem Konto 1 gelbes Steinchen liegt, oder vor dem Aufzug 4 grüne Steinchen liegen. Wer’s benutzen will, nimmt sich ein Steinchen und legt es nach der Benutzung wieder zurück, wenn kein Steinchen da ist, muss man warten. Mit so etwas arbeitet man in der 12. Klasse in Informatik. Und so funktioniert das im Supermarkt auch mit den Einkaufswagen. (Kann man auch mit Toilettenschlüssel oder mit Spielecken-Zugang im Kindergarten, oder dem Muschelhorn in Herr der Fliegen erklären.)

Kartoffel-Apfel-Kuchen, irisch oder walisisch: Den habe ich aus einer Art Küchengeschichte Großbritanniens, über die ich noch einmal schreiben muss (Dorothy Hartley, Food in England, 1954). So ganz ohne Backzeit und ohne Temperatur und mit nicht vielen Details, eins von früher. Ein Teig mit nicht viel Butter drin, stattdessen zermanschte Kartoffeln und ein Viertel so viel Mehl, wird halbiert, ausgerollt, mit Apfelstückchen belegt und mit der zweiten Teigscheibe bedeckt.

Kein Salz, kaum Zucker im Rezept, ich hielt mich daran, nahm lediglich eine Pie-Form, von der nirgendwo die Rede war. Ich ließ den Kuchen/Pie bei 180°C für 55–60 Minuten im Ofen.

Und danach laut Rezept oben ein Stück ausgeschnitten werden, dann Zucker und dünne Scheiben Butter hinein, wieder zugemacht und noch eine Minute in den Offen. Ich habe das mal halbherzig versucht und zumindest an einer Hälfte des Pies so operiert. Gegessen wurde dann auch nicht unmittelbar danach, wie angegeben, sondern zehn Minuten später.

Fazit: Ich mag Apfelkuchenfüllung, beim nächsten Mal etwas Salz in den Teig, das ganze noch 5 Minuten länger im Ofen lassen. Der Teig selber gut, passt zu den Äpfeln, gibt ihnen aber auch nicht viel – beim nächsten Mal den gleichen Teig mit herzhafter Füllung?

Und hier bin ich im Lokalteil der Süddeutschen Zeitung, im Rahmen einer Reihe darüber, wie Leute arbeiten während der COVID-19-Einschränkungen.

Neil Gaiman, Coraline, als begehbarer Text

Coraline als Buch

Ich habe vor, uh, sechzehn Jahren schon mal einen Blogeintrag dazu verfasst, und aktuell ist das die Englischlektüre in meiner 9. Klasse. (Damals eher 8.) Inzwischen gibt es auch eine Verfilmung, und ich glaube, ich lese das Buch tatsächlich zum ersten Mal mit einer Klasse. Es kommt gut an, auch mir gefällt es weiterhin gut.

Die Handlung: Coraline lebt mit ihren Eltern in einer Hälfte eines älteren Hauses; es gibt eine verschlossene Tür im Wohnzimmer, hinter der aber nur Mauer ist – das Haus ist vor Zeiten mal in zwei Teile getrennt worden. Coraline verschlägt es durch diese Türe in eine andere Wohnung, die fast genau so aussieht wie ihre eigene. Am Anfang sind nur Details anders, später kommen mehr Unterschiede hinzu, und vor allem lebt dort ihre andere Mutter mit ihrem anderen Vater, und im Dach und Keller leben andere Nachbarn. Die andere Mutter – die eigentliche Erschafferin dieser anderen Welt – hat gruselige angenähte Knöpfe statt Augen und will Coraline bei sich behalten, entführt und versteckt dazu Coralines Eltern. Coraline muss die Eltern und drei Geister vor der anderen Mutter retten und zurück in ihre eigene Welt; hilfreich dabei ist nur eine manchmal sprechende Katze, die eigene Wege zwischen den Welten kennt. Das ganze unbrutal, aber schon schaurig und mit etwas makabrem Humor.

Coraline als Spiel

Beim Wiederlesen in den Osterferien kam mir die Idee, daraus mit den Schülern und Schülerinnen ein Textadventure zu machen, interactive fiction, lange Geschichte, schon oft darüber geschrieben, aber in den letzten Jahren weniger, Zork und so. So ein Spiel lebt von der Sprache, von knappen, aber anschaulichen Beschreibungen, und die könnte die Klasse aus dem Buch übernehmen.

Außerdem eignet sich die Handlung des Buchs besonders gut für ein traditionelles Textadventure/Interactive fiction. Es gibt viele moderne Spiele, die andere Wege einschlagen, aber klassische Merkmale sind diese:

  • spielt in relativ überschaubarer Welt
  • dennoch spielt Exploration eine große Rolle
  • es gibt eine Tür mit Schlüssel als klares Hindernis (an den Schlüssel gelangt Coraline erst durch eine Kombination Küchenstuhl plus Besen, typische Aufgabe), daneben einen verschließbaren Spiegel als Gefängnis
  • es gibt relativ wenig Personen, und vor allem wenig Interaktionen und überhaupt wenig Interaktionsmöglichkeiten zwischen ihnen (zwischen Coraline und den Nachbarn und auch den Eltern findet wenig Kommunikation statt; die Erwachsenen hören Coraline nie richtig zu)
  • nur eine Hauptperson, keine Perspektivenwechsel
  • es gibt eine klare Suchaufgabe: finde drei magische Murmeln und das geheime Gefängnis der Eltern

Der Aufbau der Spielwelt (nerdig, gerne überspringen)

Erste Idee: Ich lege die Räume spiegelverkehrt an – so wie in der Karte oben. Sie unterscheiden sich vor allem in der gespiegelten Anordnung und natürlich in ihrer Beschreibung und der der Objekte darin. Die Gegenstände werden allerdings nicht gedoppelt, dachte ich mir, sondern alle Gegenstände haben die normale Beschreibung und eine andere Beschreibung. Wenn Coraline/die Spielerin durch die magische hölzerne Türe geht, wird bei allen Gegenständen Folgendes durchgeführt:

  • die normale Beschreibung und die andere Beschreibung werden – sofern die andere Beschreibung nicht leer ist – vertauscht, so dass ab jetzt die Gegenstände beim Betrachten anders beschrieben werden,
  • jeder Gegenstand, der nicht zu einem anderen Gegenstand gehört (also auf etwas oder in etwas liegt oder von jemandem getragen wird), der sich also unmittelbar in einem Raum befindet, tauscht den Raum mit dem zugeordneten Spiegelraum des aktuellen Raums – Ausnahme die Spielerin selber, und Türen.

Dazu musste ich erst die bijektive symmetrische Relation “ist Spiegelraum von” anlegen; Inform 7 macht das Arbeiten mit Relationen leicht. Natürlich könnte jeder Raum auch ein Raum-Attribut als Spiegelraum erhalten, aber das wäre doppelt so viel Arbeit, weil da die Symmetrie nicht von vornherein gegeben wäre.

Zweite Idee: Warum das nicht auch mit den Räumen machen? Dann gibt es keine Spiegelräume mehr, und ich brauche leider meine schöne Relation nicht mehr, dafür gibt es nur halb so viele Räume – und eine Variable (global oder als Attribut) entscheidet darüber, ob die normale Beschreibung von Gegenständen und Orten angezeigt wird oder die andere. Dann ist die andere Welt aber nicht mehr spiegelsymmetrisch angelegt zur realen – aber ist das im Buch nicht auch so? Eigentlich trifft es das Buch so besser, auch wenn die Situation mit der anderen Welt einen zuerst an eine Spiegelwelt denken lässt.

Also sieht die Welt dann doch so aus:

Ich hadere noch etwas damit. Beim Spielen kann man ja nicht erkennen, ob man sich in einem anderen Raum befindet, der dem eigentlichen nur sehr ähnelt, oder man im gleichen Raum ist, der nur anders beschrieben ist – und doch fühlt es sich anders an, da ich ja weiß, dass es nur eine Welt gibt. Die fehlende Spiegelverkehrtheit trägt außerdem zu meiner Desorientierung bei, aber das ist vielleicht auch gut.

Aufgabe der Schüler und Schülerinnen (ab hier wieder interessant)

Die Programmierarbeit mache ich, viel ist es nicht, schließlich erwarte ich nicht, dass ein besonders interessantes Spiel als Spiel daraus wird, sondern nur eine literarische Spielerei, eine Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Text. Ein begehbarer Text sozusagen.

Aufgabe der Schüler und Schülerinnen: Beschreibungen aller Objekte und Räume anfertigen, teilweise in doppelter Ausführung, und sich dabei großzügig an der Buchvorlage bedienen. Die Beschreibungen dort sind sehr anschaulich und dabei kurz, gut für so ein Spiel geeignet. Davor muss die Klasse natürlich erst erst einmal sammeln, welche Gegenstände und Personen es überhaupt geben sollte im Spiel. (Mindestens: Telefon, Spiegel, Küchenstuhl, Besen, Schlüssel, 3 Murmeln, Schneekugel, Talisman, Brunnen, Bretter, Spielzeugbox, Nachbar oben, Nachbarn unten, Katze, andere Mutter, anderer Vater, diverse Möbel. Optional Hausschuhe, Gummistiefel, Morgenmantel.)

Einsammeln kann ich das zum Beispiel über die Datenbank-Aktivität bei Mebis, vereinfacht so:

Wenn die Schüler und Schülerinnen darüber hinaus Ideen für die Handlung oder Ergänzungen haben sollten, um so besser. Solche Spiele leben nicht nur von den Rätseln, sondern vor allem von den vielen Dingen, die es nebenbei zu entdecken gibt, und von den angemessenen Reaktionen auf diverse Versuche der Spieler. Selbst wenn “jump” und “break the mirror” und “eat the cat” zu nichts führen und den Zustand der Welt nicht beeinflussen, so freut man sich doch darüber, dass die Autoren und Autorinnen so ein Verhalten vorausgesehen haben und mit passendem Text darauf reagieren.

Inform-Beispielcode (nerdig)

Ich mache dann solchen Code aus den Beschreibungen, wobei Teile des Textes direkt aus Gaimans Buch kommen:

Coraline's Room is a room.

The description is "This is your room, your own, comfortable room. It may be a little bit boring and it may be a little too small for your age. A window lets you see a little bit of the world outside. Your bed is against one wall, a wardrobe is opposite it. The door leads north to the rest of the flat."


The other description is "This looks like your own room, but then it looks different, too. The walls are painted a very cheerful green and pink. A window lets you see a little bit of the world outside. Your bed is against one wall, a wardrobe is opposite it. The door leads north to the rest of the flat."

The window is scenery in Coraline's room.
The window can be either open or closed. It is closed.


The description is "You see trees, fields, and beyond them, on the horizon, distant purple hills. The window is [if open]open[otherwise]closed[end if]."
The other description is "You see trees, fields, and beyond them, on the horizon, distant grey hills. The trees look as if they were drawn in crayon by a little child. The window is [if open]open[otherwise]closed[end if]."

Instead of opening the window:
  if the window is open, say "It's already open.";
  otherwise:
    say "You open the window a little bit.";
    now the window is open.
Instead of closing the window:
  if the window is closed, say "It's already closed.";
  otherwise:
    say "You close the window.";
    now the window is closed.

So viele Umstände muss man sich aber gar nicht machen. Das Fenster kann man öffnen und schließen, aber das ist reine Deko zum Ausprobieren. Die Standardbeschreibung würde schon reichen.

Demoversion

Im Spiel sieht das dann so aus:

https://herr-rau.de/coraline

Demoversion, noch keine Beiträge aus der Klasse, nur Coralines Zimmer als Startraum ist halbwegs ausgearbeitet. Karte wie oben. Ausprobieren, jeweils nacheinander: n / w / take key / e / e / unlock door with key / open door / x door / close door / open door / x door / e / e.

Strukturierung

Während der Aufbau linearer Geschichten häufig durch eine Spannungskurve mit drei oder fünf Akten bestimmt wird, ist das bei solchen Spielen gerne mal bestimmt durch Erweiterung des verfügbaren Raums. Eine Phase ist dann vorbei, wenn man sich an der zugänglichen Umgebung vielleicht schon satt gesehen und nun endlich herausgefunden hat, wie man an einem Hindernis vorbei kommt, das einem neue Räume erschließt – an deren Ende irgendwo wieder das nächste Hindernis wartet:

  • zuerst ist man auf die eigene Wohnung und die Umgebung begrenzt und muss diese erkunden (eventuell muss man erst die Gummistiefel für draußen finden, um dort, sagen wir, sich mit der Katze anzufreunden?)
  • dann erhält man (via Schlüssel) Zugang zur anderen Wohnung, kommt aber aus dieser nicht mehr zurück und muss diese erkunden
  • dann erhält man von der anderen Mutter (Schlüssel) Zugang zur Nachbarwohnung, wo man die letzte verlorene Murmel findet
  • dann erhält man wieder Zugang zur eigenen Welt

Informatikaufgaben

Informatikaufgaben fallen auch ab, wie schön, dass ich in der 9. Klasse auch Datenbanken habe.

Überführe folgendes Klassendiagramm in ein relationales Modell, lege für jede Relation eine Tabelle an und fülle sie mit drei sinnvollen Datensätzen:

Dass es die Unterklasse Container gibt, habe ich mal weggelassen – Vererbung kommt erst im Jahr darauf.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Klasse Lust hat mitzumachen, und dass sie sich nicht zu viel erwarten: Ein gutes Spiel zu schreiben, erfordert mindestens so viel Aufwand wie eine gute Geschichte zu schreiben, und beides lernt man in der Schule nicht. Aber eine lustige Fingerübung, das reicht ihnen vielleicht auch.

Torrijas vom Torrijero

  • Dunstabzugshaube einschalten,
  • 1 überbaguettegroßes Weißbrot vom Vortag (←Planung!) in fingerdicke Scheiben schneiden,
  • 6 Eier trennen, die Eiweiße steif schlagen, dann die verquirlten Eigelbe unterheben,
  • 0,8 Liter Mich + 4 Päckchen Vanillinzucker + 250g Zucker so gut mischen, wie eben geht, etwas erwärmen vielleicht, dann löst sicher Zucker schon auf,
  • in Streifen abgelöste Schalen von 1 Zitrone und 1 Orange dazu,
  • jeweils 4 Brotscheiben in Milch tauchen, bis sie noch nicht auseinanderfallen,
  • in die Eimasse tauchen und
  • in reichlich Öl (aber nicht notwendigerweise schwimmend) von beiden Seiten braten,
  • in eine Form schichten und jede Schicht mit Zucker und Zimt bestreuen,
  • am Ende 1 Flasche trockenen Weißwein darüber gießen, vielleicht auch etwas mehr, wenn da ist (statt Wein, heißt es, kann man beim Servieren auch verdünnten Honig nehmen),
  • beim Servieren immer erst die untere Lage nehmen, weil die sich voll Wein gesogen hat

Und es gibt natürlich viele andere Rezepte dafür, aber so ist das Rezept nun einmal auf mich gekommen. Weil dabei ein bisschen Ei und viel zuckersüße Milch übrig geblieben ist, habe ich beides zusammengemischt und drei Esslöffel Milchreis dazu gegeben. Bei 150°C in den Ofen, zwei Stunden, je nachdem, wie breiig man das möchte. (Das ist dann so eine Mischung aus Reisauflauf und rice pudding.) Alternativ kann man natürlich mit etwas weniger Milch und Zucker anfangen.

Torrijero: Ich glaube nicht, dass das Wort so existiert. Ein Torero macht was mit Stieren, ein Churrero oder eine Churrera verkauft Churros, und wer Torrijas backt, ist dann halt Torrijero oder Torrijera.

Horrorfilm zu Hause

Ein schöner kleiner dreiminütiger Horrorfilm, vom Profi David F. Sandberg in der eigenen Wohnung produziert:

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Noch interessanter ist das Making Of. Ich hatte keine Ahnung, wie so etwas produziert wird. Und wie gut man als Produzent-Regisseur selber mit der Software umgehen kann.

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Darauf gekommen über Film School Rejects, wo noch mehr zum Hintergrund.

Und weil das vielleicht nicht reicht für einen Blogeintrag, hier Links zu Lehrern und Lehrerinnen und wie Schulen mit Schule zu Hause umgehen:

Anonsten: Für Nachbarn Päckchen angenommen, Post geholt, Blumen gegossen, Sim-Karte in neues Handy eingelegt.

Ausprobieren von Erklärvideos (Git und BlueJ)

Weil die Q11 bald nach den Osterferien ohnehin mit einem Programmierprojekt begonnen hätte und weil ich ihnen dazu Git vorstellen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit Software zum Erstellen von Erklärvideos zu arbeiten. Ich mache das schon länger, wollte mich jetzt aber etwas gründlicher damit beschäftigen.

Hardware

Meine Hardware dazu: Eine uralte Webcam, die ich in meinem Regal gefunden habe und die gleichzeitig auch das Mikrofon darstellt. Mein Hauptrechner ist zwar ein Laptop mit Kamera (von Mitte 2013, im Herbst 2016 einmal zur Reparatur gebracht ), aber der steht unter dem Tisch, so dass ich davon nichts habe.

Software

Ganz einfach geht das Aufnehmen mit Microsoft Powerpoint, jedenfalls in den neueren Fassungen der letzten zehn Jahre. Da gibt es unter “Bildschirmpräsentationen” einen Punkt “Bildschirmpräsentation aufzeichnen”, und der tut genau das: Gespeichert werden die Zeitpunkte der Folienwechsel und – und nur dadurch wird es interessant – die parallele Mikrofonaufnahme dazu. (In den neuesten Versionen wohl auch mit der Möglichkeit, von der Videokamera aufzunehmen, aber ich habe nur Office 2016, und auch das noch nicht lange, und auch nicht wegen meiner.) Vorteil: Je Folie wird der Audiotext einzeln gespeichert, man kann also leicht eine Folie neu besprechen, ohne die anderen verändern zu müssen. Wenn man nicht voraussetzen will, dass das Zielpublikum die gleiche Software benutzt, muss man das als Film exportieren. Mein Vorgehen: Erstellen der Datei mit Libre Office unter Verzicht auf diejenigen Punkte, bei denen sich Microsoft anstellt, Öffnen und Besprechen in Powerpoint, Export als Film und Upload bei Youtube.

Flexibler ist man, wenn man ein Programm nutzt, um den Bildschirm oder einen Teilbereich davon aufzuzeichnen, egal was sich darauf befindet. Da gibt es viele Lösungen dafür, kostenlose und andere, webbasiert oder nicht, mehr oder weniger fisselig in den Einstellungen bei Videoformat und Mikrofoneingang. (Selbst VLC kann das zur Not von Haus aus.) Ich nutze ein paar davon und behalte sie, falls ich mal darauf zurückgreifen muss, aber im Moment nutze ich dafür die Bildschirmaufnahmefunktion von Active Presenter.

Active Presenter ist eine kommerzielle Software zum Erstellen von Lernpräsentationen. Die kostenlose Version davon reicht für mich aber völlig aus; sie ist in ihrer Funktionalität nur wenig eingeschränkt, allerdings auf nichtkommerzielle Benutzung beschränkt. Eigentlich kann das Programm viel mehr als nur den Bildschirm aufzeichnen:

  • Ähnlich wie bei anderer Präsentationssoftware gibt es Elemente, die erscheinen und verschwinden können.
  • Dazu zählen auch Elemente, die während der Präsentation interaktiv sind, Texteingabe‑, Frage/Antwortfelder.
  • Die Hauptmetapher ist aber nicht die von einzelne diskreten Folien, wie bei Impress oder Powerpoint, sondern das ist eher wie Filmschnittsoftware: Für die Elemente gibt es eine kontinuierliche Timeline, über die man das Erscheinen und anderes Verhalten regelt.

Das brauche ich aber alles gar nicht. Ich nutze fast nur die Bildschirmaufnahmefunktion in der Variante mit zusätzlicher Mikrofon- und Kameraaufnahme. Dann habe ich danach letztlich zwei separate Videos – vom Bildschirm und von mir. Die kann ich dann übereinander anordnen – oder nebeneinander.

Nachtrag: Eine freie Alternative, auch sehr schön, ist OBS (Open Broadcaster Software) Studio: https://obsproject.com – ich habe aber noch nicht damit gearbeitet.

Noch nicht ganz geklärte Formatfragen

Ich weiß noch nicht, welches Format mir am besten gefällt. Für meine Präsentationen verwende ich das Format 4:3 und nicht 16:9 – aus Tradition? Weil man das dann noch am besten als DIN-A4-nahe Pdf-Datei ausgeben kann? Weil ich weniger breitformatig denke? Tatsächlich weiß ich nicht, ob meine Entscheidung, an 4:3 festzuhalten, wirklich sinnvoll ist und hätte gerne Rat dazu.

Ich weiß auch noch nicht, ob ich mich selber als Sprecher in den Videos sichtbar machen soll oder nicht. Eitelkeit und Spielwunsch sagen ja, was der Kundschaft besser tut, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es so, dass mein Bild-im-Bild dann regulär über der Präsentation liegen würde, ich also beim Erstellen der Präsentation bereits darauf achten müsste, Platz auszusparen.

Meine aktuelle Lösung: Ich nehme einen Bildschirmausschnitt der Größe 960x720 Pixel auf, Seitenverhältnis 4:3. Dann erweitere ich in Active Presenter das Projektformat auf 1080x720 Pixel, fachsprachlich halbherziges HD genannt. (Videos sind heutzutage ja eh alle entweder breitformatiger oder TikTok.) Dabei soll das bisherige Material, also die Filme, nicht skaliert werden, was dazu führt, dass ich einen breiten Rand habe. Und in den schiebe ich dann das kleine Video von mir. In diese Randspalte könnte ich dann noch mit Active Presenter weitere Ergänzungen vornehmen, so als eine Art Glossierung.

Beispiele

Gedacht für die Q11 Informatik. Jeweils nur ein Take, Fehler bleiben drin, weiter geht mein Anspruch nicht. Inhaltliche Fehler… gibt es vielleicht. Die kann ich nachträglich im Rand korrigieren!

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Didaktischer Ausblick

Vermutlich wäre es sinnvoller, erst einmal zu sichten und auszuwählen, was es schon an schönem Material gibt, statt eigene Videos zu produzieren. Aber man will ja auch basteln.

Und was ich eigentlich möchte, ist, dass Schüler und Schülerinnen so etwas produzieren. Gerne ohne Kamera. Aber wenn die etwas wissen, dann fällt es ihnen wirklich schwer, das herunterzubrechen für die, die nicht so weit sind, und wenn sie nichts wissen, dann lohnt es sich nicht. Aber ich will dran bleiben.

Selber mag ich Erklärvideos übrigens nicht besonders. Für die meisten Anlässe: Gebt mir Text!

Welche Haus-Aufgaben ich zur Zeit gebe

Es geht mir gut, ich koche viel, laufe jeden zweiten Tag eine Runde. Ich hätte nur gerne Zeit zum Lesen, dazu komme ich gar nicht; und ich würde gerne länger schlafen – ich wache immer so um halb sechs auf. Adrenalin? Außerdem verschwimmen die Wochentage, ich mache seit über zwei Wochen jeden Tag ungefähr das gleiche.

Ich kommuniziere gerade viel, auch weil ich die Finger nicht von Twitter lassen kann. Von wegen kontaktarm. Aber dafür kriege ich ein bisschen mit, was an anderen Schulen und in anderen Bundesländern so läuft. Da scheint es Missverständnisse zu geben. Das bayerische Kultusministerium hat – spät – eigentlich Offensichtliches klargestellt, nämlich dass es keine Prüfungen und keine Noten zur Zeit gibt, dass kein neuer Stoff gelernt wird, der später vorausgesetzt abgeprüft werden soll – es geht um Struktur, Normalität, Kontinuität. (Genauer und vielleicht einschränkender: siehe unten im Kommentar.)

Anderswo müssen Eltern viele Seiten Arbeitsblätter ausdrucken, und viele Stunden Nachhilfe geben müssen. Vielleicht gibt es Gründe dafür, das mag von Fach zu Fach und Schulart zu Schulart verschieden sein. Glücklickerweise komme ich ohne aus. Grundschule stelle ich mir sehr viel schwieriger vor.

Meine Klassen-Aufgaben zur Zeit

Ich schicke pro Klasse und Woche höchstens einen Arbeitsauftrag für die ganze Woche. Gelegentlich melde ich mich zwischendurch auch einmal, aber ohne Auftrag; bin über E‑Mail erreichbar und antworte. Ich gebe nur so viel auf, wie ich selber korrigierend bewältigen kann, oder versuche das zumindest – bei einer Klasse bin ich hinterher, deshalb auch keine neue Aufgabe, sondern nur regelmäßige Meldung.

Die Aufträge stelle ich sowohl als Pdf als auch als Forenbeitrag/E‑Mail, Abgabe wird im Forum, per Mail, oder per Moodle-Dateiabgaben-Aufgabe angenommen, als Dokument, Foto oder Pdf. Wichtiger als die Aufgaben ist so oder so der Kontakt.

7. Klasse Englisch

  • Ich gebe einen Satz Vokabeln aus dem Buch zu lernen vor, die Schüler und Schülerinnen lernen die Vokabeln und machen Sätze damit und schicken mir die Sätze, als Foto vom Heft oder Datei. Ich melde rück.
  • Aufgaben im Buch mit Fragen zu Texten im Buch: Lasse ich mir schicken, meist Einzelrückmeldung, teilweise Musterlösung online. Auch Hörverstehensübungen, anhören in Mebis oder als Download.
  • Audiodateien anhören (via Mebis, am Handy) und Lesen üben.
  • Optional: Ich habe mal das erste Kapitel von Roddy Doyle, The Giggler Treatment, hochgeladen, (2 1/2 Minuten, Geschwindigkeit 10% verlangsamt), falls jemand Arbeit braucht, und um Rückmeldung gebeten. Mal schauen, ob was kommt.

9. Klasse Englisch

Lektüre weiterlesen: Neil Gaiman, Coraline.

  • Filmfassung anschauen (bei Youtube).
  • Bildbeschreibungen zu Bildern schreiben, die ich dann korrigiere. (Bin gerade hinterher, aber mache das bei allen.)
  • Auf Englisch einfach ins Forum schreiben, wie’s einem geht und was man sich wünscht.
  • Optional und zur Übung der eigentlich geplanten mündlichen Schulaufgabe: Zu bearbeitetem fiktionalen Text im Buch einen Monolog schreiben, am Handy aufnehmen und hochladen.
  • Videokonferenz, nur mal zum Herumspielen.

9. Klasse Deutsch

Lektüre besprechen: Wolfgang Herrndorf, Tschick.

  • Kapitel mit Überschrift versehen und gruppieren, Foto von Hefteintrag dazu hochladen oder Datei.
  • Bestimmte erzähltechnische Sonderfälle in drei bestimmten Kapiteln finden und erklären. Foto oder Datei.
  • Diese Erklärung der Heldenreise anschauen und schriftlich festhalten, welche Elemente zu Tschick passen – schwierig, aber natürlich mit zusätzlicher schriftlichen Erklärung und Beschwichtigung:
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9. Klasse Informatik

  • Kapitel im Buch lesen.
  • Klassendiagramm zu Aufgaben im Buch oder frei erstellen.
  • Relationales Datenmodell aus Klassendiagramm entwickeln.
  • Musterlösung ausgeteilt.

11. Klasse Informatik

  • Mein zehn Jahre altes Erklärvideo zu Dijkstra-Algorithmus anschauen, Buch dazu lesen, Arbeitsblatt mit Beispiel-Durchführung dazu ausfüllen – auf Papier oder in die Datei. Drucker oder Computer nötig.
  • Kapitel zu Softwareentwicklung im Buch lesen und Präsentation von mir dazu anschauen, Aufgaben im Buch beantworten. Hochladen; mit meiner Musterlösung vergleichen.
  • Entwurfsmuster Model-View-Controller: 2 Seiten Pdf-Erklärung und Arbeitsauftrag lesen – Drucker oder Computer nötig. Inhaltlich eine Wiederholung, mit kleinem Arbeitsauftrag dazu, und Kapitel im Buch zu lesen.
  • Gedanken machen zur Projektarbeit nach den Ferien. Spätestens dann wird es wohl Zeit für Git.

12. Klasse Deutsch

  • Da mache ich am wenigsten. Kontakt halten, vager Arbeitsauftrag zur Lektüre (Bov Bjerg, Auerhaus), aber eigentlich sind die alle abiturreif. Abiaufgaben ausgeteilt, Musterlösungen angekündigt. Die sollen sich auf Mathematik konzentrieren.

- Das sind alles gewohnte, bekannte Formate, ohne technischen Aufwand zu bearbeiten. Ich nutze die vielfältigen Möglichkeiten, die Onlinezusammenarbeit bietet, nicht oder nicht aus. Kein Druck, oder nur ein bisschen – da wo ich Klassleiter bin, habe ich zumindest denen hinterhertelefoniert, von denen ich gar nichts gehört hatte: Alle könnten, wenn sie wollten. Von anderen Schulen höre ich, wie Schüler und Schülerinnen selbstständig Padlets befüllen und werde ein bisschen neidisch. Aber Deutsch 12 braucht das nicht, in Info 11 bietet sich das nicht an, und den anderen will ich das nicht zumuten.

Gut gefallen mir übrigens die Aufgaben, die ich von Kunst mitkriege: Letztlich zu Hause arbeiten, Foto hochladen, Kommentar dazu schreiben. Auch wenn nicht alle Schüler und Schülerinnen zu Hause gleiche Arbeitsmöglichkeiten haben: an der Technik wird es nicht scheitern.

Spätestens in den Osterferien, denke ich, wird man erfahren müssen, wie es danach weiter geht. Unterricht in der Schule für alle? Unterricht nur für Abschlussklassen, oder nicht einmal für die?

Wir haben uns die drei Wochen bis Ostern wacker geschlagen. Aber wenn wir danach noch weiter machen sollten, dann bräuchten wir ein paar mehr Regeln:

  1. Wenn weiterhin keine Noten mehr gemacht werden, dann halte ich das für meine Schulart nicht für problematisch. Keine Noten, keine Prüfungen, oder zumindest: keine Prüfungen mit Noten.
  2. Allerdings muss sicher gestellt werden, dass alle Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit haben, am Online-Unterricht teilzunehmen.
  3. Und alle müssen diese Möglichkeit soweit möglich auch nutzen. Im Moment kann ja jeder abtauchen und drei Wochen Urlaub machen – es gibt sicher keine Pflicht, an irgendwelchen Onlineaktionen von bayerischen Schulen teilzunehmen. Das müsste man ändern, zumindest formal – Druck würde man trotzdem nicht aufbauen sollen. Wer kann, muss mitmachen; sonst nicht.
  4. Schulintern müsste man sich einigen auf Aufgabenformate und Rechte und Pflichten von Schülern und Schülerinnen; dass man keinen Drucker zu Hause voraussetzen darf und keinen rgelmäßigen Zugang zu einem eigenen Cumputer; dass man Aufgaben so stellen muss, dass sie ohne Eltern bearbeitet werden können, dass Schüler, Schülerinnen und Eltern Rückmeldung geben müssen (mehr als sonst) über Belastung und Probleme und dass es dafür Kanäle gibt. Und Schüler und Schülerinnen müssten wissen, wie sie ihre Aufgaben machen sollen: langsamer, gründlicher, sorgfältiger als sonst, denke ich – wenn sie die Zeit haben.
  5. Dann könnte man die Gelegenheit auch für ein ganz anderes Arbeiten und Lernen nutzen.

Nachtrag – Was ich bei Kollegen und Kolleginnen so sehe: Umfrage in Mebis zu Umfang und Schwierigkeit des Arbeitens; Zehntklass-Lektürebesprechung im Discord-Chat (nicht das meine, aber wenn’s läuft, und – nachgefragt – alle Schüler und Schülerinnen sind drin).

Nachtrag: Sehr schöne Offline-Aufgabe via diesem Tweet: