Einstieg in die Erörterung: Mit Liegestützen zum Bürgerentscheid

Ich habe ja oft genug geschrieben, dass ich mit der Erörterung hadere. Aber gut, auf ein Neues!

Vor vier Wochen gab es einen Bürgerentscheid in München, abgestimmt wurde über folgende Frage:

Sind Sie dafür, dass der Block 2 (Steinkohlekraftwerk) des Heizkraftwerks Nord bis spätestens 31.12.2022 stillgelegt wird?

Zusammen mit den Unterlagen zum Bürgerentscheid kam ein kleines vierseitiges Heftchen, in dem die Vertreter des Bürgerentscheids auf der einen sowie der Stadtrat auf der anderen Seite Stellung zu dem Entscheid nahmen – Pro und Kontra, These und Antithese. Diese Texte lasen die Schülerinnen und Schüler und mussten sich danach ohne größere Diskussion für eine Seite entscheiden. Also mit Ja stimmen, mit Nein, oder gar nicht erst zum Entscheid gehen – denn diese Möglichkeit sollte es auch geben. Dass bei Klassensprecherwahlen die Wahlbeteiligung immer 100% ist, irritiert mich ja jedesmal, also konnte, wer nicht wollte, einfach nicht abstimmen. Im Gegenteil, um die Mühsal des Wahlvorgangs wenigstens ein bisschen zu simulieren, musste jeder, der abstimmen wollte, zehn Liegestütze oder zwanzig Kniebeugen machen.

Trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei 95% (München: um die 18%, glaube ich), das Quorum wurde damit erreicht (München: 10%, kleinere Städte: 20%), mit 55% stimmte eine knappe Mehrheit für Ja (München: 60%).

Danach begann die eigentliche Diskussion, zusammen mit einer Betrachtung der beiden Stellungnahmen: Welche Seite war überzeugender? Die Ja-Seite hat mehr, aber kürzere Punkte; die Nein-Seite wenige, ausgeführtere Argumente. Quellen gab es da keine, bei der Ja-Seite schon – andererseits waren die Belege dort nicht sehr relevant oder nicht von unparteiischen Organisationen. Die Ja-Seite war je nach Sichtweise entweder umfassend oder zu wenig konkret.

Daran schloss sich die Lektüre eines an sich nur mäßigen Kommentars der Süddeutschen Zeitung (Münchenteil) an, dessen Tenor war, dass Bürgerentscheide mit ihren Ja-Nein-Entscheidungen nicht das richtige Instrument für komplexe Probleme wie dieses seien. Und schon waren wir bei dem, was früher die dialektische Erörterung war, die vor sechseinhalb Jahren und anderthalb Lehrplänen zum letzten Mal in der Wildbahn beobachtet wurde. (Abitur 2011: „Erörtern Sie ausgehend von einer sorgfältigen Klärung des Zitats Hegels, inwiefern das von ihm diagnostizierte Problem auch auf den heutigen Kulturbetrieb zutrifft, und zeigen Sie Lösungsmöglichkeiten auf!“)

Inzwischen gibt es nur noch die antithetische Erörterung, oder das antithetische Erörtern, oder das Erörtern von Sachverhalten – aber die Wörter „dialektisch“ oder „Synthese“ stehen nicht mehr im Lehrplan. Dennoch schnappen die Schülerinnen und Schüler sie beim einen oder anderen Lehrer auf und wollen sie erklärt haben. Also bitte: Synthese heißt hier, dass man sich nicht abhängig machen soll von den Optionen, die einem der Aufgabensteller gibt, sondern die Möglichkeit haben soll, einen dritten, besseren Vorschlag darzubieten. Im Schulbuch steht das unter „Fazit“, was zu leicht auf eine oberflächliche Zusammenfassung des zuvor Geschriebenen oder einen exakt in der Mitte platzierten Kompromiss hinausführt.

(Download der Broschüre, notdürftig eingescannt.)

Für den Übungsaufsatz gibt es natürlich ein anderes Thema, mehr aus der Lebenswelt der Schüler. Ich glaube aber, dieser Ausflug in die Lebenswelt Münchner Bürger hat ihnen auch etwas gebracht.

Fleisch, Calliope, Eulenspiegel, Tempelritter

Calliope und Eightball

Über Calliope habe ich ja noch gar nicht geschrieben, glaube ich. Das ist schon seit einiger Zeit die letzte heißeste Sache in Schul-Microcomputern, und der Hype ist absolut gerechtfertigt. Ich habe ja in meinem Klassenzimmer eine magische Billiardkugel, die man umdrehen kann und die einem dann eine Orakelantwort auf eine Entscheidungsfrage gibt – Yes, No, Maybe, Not Sure und so weiter. Kleine und große Schüler greifen immer wieder mal zu dieser Kugel. Ich habe einfach eine Calliope danebengelegt, mit Batteriekästchen daran. Wenn man die Calliope schüttelt, piepst sie und gibt auf ihren 5×5 Leuchtdioden eine lesbare Laufschrift aus: Ja, Nein, Kaum, Sicher, Vielleicht. Frag Herrn Rau. Das interessiert die Schülerinnen und Schüler ebenso. Und bald verteile ich Calliopes an meine 6. Klasse zum Ausprobieren im Informatikunterricht.


Fleischteile in Plastik

Zum Geburtstag hatte ich Gutscheine für kaufnekuh.de gekriegt. Dort kauft man Anteile an einer Kuh, und wenn die Kuh ganz verkauft ist, wird sie geschlachtet und das Fleisch an die Käufer verteilt. Nach etwas Reifezeit kam heute die Kiste mit dem Fleisch an. Kommt ins Tiefkühlfach.


Meine 6. Klasse hatte sich beim Kinderkanal für die Quizshow „Deutschlands beste Klasse“ beworben und einen schönen Videofilm produziert. Gestern kam die Nachricht, dass wir leider nicht zu den gehören, die eingeladen werden – es gab aber auch 1100 Anmeldungen. Aber mit Film könnte man noch mal etwas machen.

Im Arbeitsheft ging es in einigen Aufgaben um Eulenspiegel, und sie wollten mehr von ihm erfahren. Also brachte ich ein paar Geschichten mit und las sie vor, brave und schulbekannte, aber auch die, die man sonst gerne mal nicht zeigt, darunter die, „wie Eulenspiegel einer Wirtin in das Bett schiss und ihr einredete, das habe ein Pfaffe getan.“ Sehr vergnüglich.


Im meiner zehnten Klasse muss jetzt jede Stunde von einem Schüler oder einer Schülerin eröffnet werden, mit Begrüßung und irgend etwas Interessantem zum Einstieg. Wir hatten schon Rätsel, Bilder, Witze, Wissenswertes – darunter neulich etwas zu Freitag dem 13., der deshalb als Unglückstag gilt, weil Jacques de Molay – der letzte Großmeister des Templerordens – an diesem Tag hingerichtet wurde. Das habe der Schüler aus verlässlicher Quelle. (Assassin’s Creed vielleicht?) Im Zusammenhang mit Aufklärung und Nathan war schon mal vorab ganz kurz von Templern und Illuminaten die Rede gewesen. Jedenfalls bot es sich an, gleich mal das Recherchieren und Beurteilen von Quellen zu üben. Diese Begründung für den Aberglauben kam mir sehr unwahrscheinlich vor, und Wikipedia, und die Links und Quellenangaben dort bestätigten das auch.

— Danach in Erörterung eingestiegen, aber das wird ein eigener Beitrag.


Elternsprechabend. Diesmal voll ausgebucht, anders als in den Jahren zuvor, aber wieder sehr angenehm und freundlich und interessant. Zumindest für mich gewinnbringend. Danach noch traditionell Imbiss mit dem Elternbeirat – von diesem üppig organisiert.

Informatikunterricht in Klasse 6

Heute sehr gerne Informatik in der 6. Klasse gegeben. Das ist nicht immer so.

Wenn man gerade damit angeben will, dann hat Bayern in der 6. und 7. Jahrgangsstufe ein Pflichtfach Informatik (und darüber hinaus im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig in 9 und 10, ab der aktuellen Reform auch in den anderen Zweigen). Tatsächlich gibt es in 6 und 7 aber das Fach Natur und Technik, mit jeweils einer Stunde Informatik darin, losgelöst von Biologie oder Physik, die jeweils den größeren Anteil des Fachs ausmachen. De facto ist das also ein einstündiges Fach Informatik, das lediglich aus kosmetischen Gründen nicht so heißt.

Wenn man die Unterstufenklasse einmal pro Woche für eine Dreiviertelstunde sieht, bringt das kaum etwas. Einstündige Fächer sind Käse. Weil an meiner Schule so viel wie möglich in Doppelstunden unterrichtet wird, kommt es oft vor, dass auch Sechstklassinformatik als Doppelstunde stattfindet, nachmittags, aber nur alle 14 Tage. Das ist noch größerer Käse – Nachmittagsunterricht fällt regelmäßig aus – Sitzungen, Abiturprüfungen, Abiturnachprüfungen.

Auch dieses Jahr gibt es viel doppelstündige vierzehntägige Sechstklassinformatik, aber ich habe meine Klasse gleichzeitig auch im Deutschunterricht, und das macht einen enormen Unterschied. Ich kenne die Schülerinnen und Schüler; sie kennen mich; da können wir alle völlig anders arbeiten. Dann, und nur dann, geht auch in einer Wochenstunde viel.

Außerdem halte ich mich dieses Jahr nur lose an den Lehrplan – die Erfahrung zeigt, dass bei dem 14-Tage-Modus der Lehrplan nicht erfüllt werden kann, was mir quasi die Lizenz zum kreativen Umgang damit gibt. Ziel der 6. Klasse ist Objektorientierung (Attribute, Attribtuwerte, Methoden, Klasse) anhand von Vektorgraphik-, Textverarbeitungs- und Präsentationssoftware. Den theoretischen Einstieg und die Vektorgraphik (LibreOffice Draw) habe ich mir diesmal völlig geschenkt, und gleich mit einem Programm angefangen, bei dem man richtig Code schreiben muss (EOS), und da schreiben die Sechstklässlerinnen jetzt:

rumpf:KREIS
rumpf.mittelpunktSetzen(0,-60)
rumpf.radiusSetzen(60)

und sie zeichnen damit Autos und Schneemänner und Häuser. Das ist ein sehr abrupter Einstieg, aber ich habe nun mal nicht mehr Zeit, und ich kenne die Klasse und weiß, was geht. Wenn die Puntkschreibweise für Methodenaufrufe so wichtig ist, dann doch gleich. Inzwischen spielen die ersten Jungs codecombat.com, wo man mit hero.modeDown() und Python-Syntax Fanatsyfiguren in einem Dungeon bewegt. (Nicht zu verwechseln mit codefights.com, das spiele ich gerade, sofern ich Zeit dazu habe. Macht süchtig. Kleine fiese Programmieraufgaben in der Sprache deiner Wahl, und man kriegt Punkte fürs Weitermachen.)
Das macht alles so viel mehr Spaß als Deutschunterricht, obwohl das da schon auch gut läuft, und ich bin so froh, dass ich da richtig Informatik unterrrichte und nicht einfach nur Digitales. Es ist toll zu sehen, wie die Schüler und Schülerinnen immer mehr Sicherheit im Umgang mit Informatiksystemen gewinnen.

Am liebsten würde ich jetzt mit 3D-Grafik in Python weitermachen, oder mit ersten Kontrollstrukturen. Aber dann halte ich mich doch an den Lehrplan und springe von der Punktschreibweise und den Methodenaufrufen direkt zur Textverarbeitung. Es gibt da zwei Tools, ponto (für Python) und Tolg (Java), beide schon betagt und zumindest in Computerräumen kaum zum Laufen zu kriegen, mit denen man über Punktschreibweise oder Programmcode die Absätze und Zeichen eines Textes bei Open/Libre Office direkt manipulieren kann, also etwa:

from ponto3 import Dokument
dok1 = Dokument()
absatz1 = dok1.erzeugeAbsatz("Hallo Welt")
absatz1.setzeEinzugLinks(2000)
absatz2 = dok1.erzeugeAbsatz("Das ist der zweite Absatz")

Das zeige ich aber nur kurz als Überleitung.

— Ich bin nach den Informatikstunden ganz erschöpft. weil ich da so viel hineinpacke, aber die saugen das auch alle auf. (Ganz anders vor zwei Jahren, einstündig, gleiche Bedingungen – nur dass ich da eben nicht Deutsch- oder auch nur irgend ein anderer Lehrer war.)

Schul- und sonstige Woche: Dim Sum, Mebis, Räuber

Huhn kochen

Letzte Woche kaufte Frau Rau ein Hühnchen. Ich löste die zwei Brüste heraus, zum Abendessen gab es Hühnerbrust à la Kim. (Hühnerbrüste einschneiden, mit Frischkäse und Pesto füllen, mit Parmaschinken umwinkeln und in Alufolie in den Ofen. Sehr lecker. Das Pesto hatte ich aus dem Grün der frischen Radieschen aus der letzten Kartoffelkiste gemacht, mit Parmesan, Öl, Salz, gerösteten Pinienkernen und Walnüssen.)

Das Fleisch der Schenkel kam in den Kühlschrank, aus der Karkasse kochte ich eine Hühnerbrühe. Anlass des ganzen: Am Tag darauf kochten wir mit der neuen Nachbarin gemeinsam Dim Sum, und dazu brauchte ich Hühnerhack – aus dem Fleisch im Kühlschrank – und Hühnerbrühe. (Dim Sum nach Rezepten aus Dumplings All Day Wong von Lee Anne Wong.)

Die Brühe war über Nacht draußen, die anderntags abgeschöpfte Fettschicht nahm ich, um das Weißkraut aus der Kartoffelkiste anzubraten. Und das gekochte Fleisch von der Karkasse gab noch einen leckeren Geflügelsalat. Es war ausgesprochen befriedigend, dieses Huhn so rundum und verschieden aufzubrauchen.

Mebis-Fortbildung

Montag Schule. Dienstag Fortbildung, letztlich zum Einsatz von Mebis für den Fremdsprachenunterricht. Letztlich habe ich nicht so viel Neues gehört, aber ich konnte mir endlich mal die Zeit nehmen zu schauen, was es bei Moodle (das hinter dem bayerischen Mebis steckt) alles an Neuerungen gibt. Das hat sich schon sehr verbessert. Ich traf Weggefährten von früher; tatsächlich habe ich – teilweise mit den gleichen Leuten – genau diese Fortbildungen vor sieben oder acht Jahren selber gegeben. Es hat mich ein bisschen erschreckt, wie wenig sich da geändert hat – die gleichen Inhalte, die gleichen Fragen, die gleichen Probleme. Mit dem Computer als Werkzeug umgehen können, das ist einfach wichtig.

Räuber

Mittwoch und Donnerstag dann Schule. Elterngespräche per Mail und Telefon, nichts, über das ich hier schreiben kann. Tipp für den Deutschunterricht:

Dialekte und Lautschrift

Im Englischuntericht der Q11 habe ich Lautschrift wiederholt und englische Dialekte beziehungsweise Akzente vorgestellt.

  • Hier ein liebenswerter Videoclip dazu, wie überhaupt das Web voll von Material ist:
  • Zur Übung der Lautschrift empfehle ich die Wikipedia-Seite List of names in English with counterintuitive pronunciations, und da insbesondere die separaten Seiten zu englischen oder amerikanischen Ortsnamen. Alphabetisch sortiert und mit IPA-Lautschrift daneben. Cholmondeley, Magdalen Hill (insgesamt zweisilbig), Woolfardisworthy, Gnadenhutten (Ohio) – /dʒəˌneɪdənˈhʌtən/, übrigens.

Format zeigen

Spielt es eine Rolle, in welcher Art Datei ich jemandem Informationen schicke? Aber ja. Dieser Cartoon erklärt, wie viel Vertrauen man dem Inhalt einer Datei entgegenbringt, abhängig von deren Dateiformat:

Cartoon zu Dateiformaten
https://xkcd.com/1301/
Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5

Eine .pdf-Datei ist glaubwürdiger als eine .doc-Datei, eine Grafik als .png glaubwürdiger als eine mit der Endung .jpg oder gar .jpeg, un d von .gif brauchen wir erst gar nicht anzufangen.

Dieser Cartoon ist natürlich überspitzt, aber da ist auch Wahres dran. Wenn mir eine Behörde eine .docx-Datei schickt, seufze ich, und erwarte wenig und halte wenig von dieser Behörde. Beispiel: Fortbildungsangebot – kommt das als .docx statt als .pdf, weiß ich, dass da jemand dahintersaß, der keine Ahnung hat. (Bei einem Informatiklehrertag obendrein, seufz.) Ähnlich gilt das für Dateien zum Download auf Schulhomepages, Rundschreiben der Schulleitung. Der Inhalt mag noch so gut sein, ich vertraue dem Urheber erst mal weniger.

Vielleicht ist das aber gar nicht wichtig. Wenn die Erzeuger dieser Dateien den Unterschied zwischen .pdf und anderen Formaten nicht kennen, spielt er für die Adressaten ebenfalls keine Rolle? Gehören Randall Munroe von xkcd und ich zu einer immer kleiner werdenden Gruppe?

Anlass für diese Gedanken war dieser Tweet:

Ich weiß nicht, welche Diskussion dem Tweet voranging; da ich nicht regelmäßig twittere und so auch nicht immer alle Tweets meiner Timeline lese, betrachte ich Tweets als weitgehend kontextfrei – kleine Kunstwerke, die auf eigenen Füßen stehen müssen. Jedenfalls widersprach ich, denn ich halte Libre Office ans Schulen nicht für gescheitert – jedenfalls unter den Schülern. Es sind die Lehrer, die auf Microsoft Word bestehen, und da wiederum vor allem die Schulleitungen, die regelmäßig Schreiben als .docx erhalten, weil die übergeordneten Behörden die so gerne versenden. Schuld daran ist fehlende Kompetenz, was Dokumente und Dateiformate ist. Viele Kollegen und Kolleginnen – am Kultusministerium, in Schulleitungen, als normale Lehrer – wissen gar nicht, dass es so etwas wie Dateiformate gibt und sind überhaupt nicht in der Lage, mündige Entscheidungen zu treffen. Der Unterschied zwischen Betriebssystem und (anderer) Software, zwischen offline und online ist ja oft schon nicht klar.

Das macht diese Kolleginnen und Kollegen für mich ein Stück kleiner. Verachten ist sicher zu stark, aber irgendwas zwischen geringschätzen und belächeln kommt hin, Tendenz zum ersteren.

Noch weniger verstehe ich die, die es eigentlich besser wissen müssten:

Ich habe ja angeboten, „schüttelt es mich“ durch „fühle ich mich beschämt“ zu ersetzen, aber das wollte Andreas nicht. :-) Warum es ihn schüttelt: weiß ich nicht, weil kontextfrei. Wenn es Microsoft-User schüttelt, wenn sie eine odt-Datei kriegen, dann schüttelt es Libre-/Open-Office-User genauso, wenn sie eine pdf-Datei kriegen.

Die Ursache ist: docx (als Implementierung des Standards OOXML) und odt (als Implementierung des Standards ODF) sind nicht völlig kompatibel. Das liegt an der Komplexität der Formate, aber auch daran, dass Microsoft kein Interesse daran hat, den anderen Standard zu fördern; der eigene Standard wurde nur unter bedenklichen Umständen als ISO zertifiziert (Wikipedia). Auch die 6000 Seiten Dokumentation von OOXML machen es anderen nicht leicht, den Standard zu implementieren.

Welche Software die Leute benutzen, das ist mir völlig egal. Ich mag die Menüstruktur von Libre Office lieber, aber wer mit Microsoft besser zurechtkommt: Gerne. (Ich glaube, die Serienbreiffunktion ist dort übersichtlicher, weiß das aber nicht sicher, weil ich ja nicht damit arbeite.) Wichtig ist, welches Dateiformat unterstützt wird und am Ende herauskommt. Das sollte offen, transparent, und möglichst auch noch nicht-proprietär sein. Klar will Microsoft keine Trennung von Software und Dateiformat; dass .docx nur von Word richtig bis in die Feinheiten unterstützt wird, ist ja ein wichtiger Grund für den Erfolg von Word.

Bei den Schülern und Schülerinnen sieht es übrigens so aus:

Ich lasse mir immer wieder Aufsätze per Mail oder über Moodle schicken, zu den Formaten mache ich dazu keine Angaben. Selbst Pages ginge zur Not. Unter Schülern ist odt also durchaus verbreitet. Wir bieten in der Schule aber auch kein Rundum-Sorglos-Microsoft-Office-365-Paket an. Der objektorientierte Informatikunterricht beginnt mit Klassen bei LibreOffice, das funktionale Programmieren – oder der Ansatz dazu – ebenfalls. Schnickschnack bei der Präsentation wird dabei vermieden, damit ist auch genug Kompatibilität zwischen der Microsfot und Libre Office vorhanden.

Die Formatfrage halte ich für wichtig. Mündige Nutzer sollten sich bewusst für ein Format entscheiden können. Die aktuelle Unmündigkeit ist zum Teil selbstverschuldet. OER in proprietären Formaten halte ich bei pdf und mp3 für völlig in Ordnung, weil es dafür verschiedene offene Programme gibt; OER, das mit docx arbeitet, das nur durch ein einziges kommerzielles Programm unterstützt wird, geht gar nicht. Das ist wie eine Kommunikationssteuer, die an Microsoft gezahlt wird.

Naomi Alderman, The Power

Titelbild The Power

Ein gutes Buch, aber nicht so gut, wie es sein könnte.
Das heißt, das Buch, das ich nicht lese, aber im Kopf immer noch erwarte, ist eben noch besser – zwei Bücher zum Preis von einem, wie schön!

Die Prämisse dieses Romans: In Folge einer – ausreichend glaubhaft herbeierklärten – Genveränderung entwickeln weltweit alle oder fast alle Frauen die Fähigkeit, elektrische Stromstöße auszusenden, teilweise von großer Stärke.

Und wie Science Fiction so ist, heißt es von da an: Schauen wir mal, wo uns das hinführt – das heißt, eigentlich weiß man vorher schon, wo das hinführen soll: Wie sähe die Welt aus, wenn plötzlich ein Geschlecht sehr viel mächtiger als das andere wäre? Aber eigentlich ist das auch nicht die Frage, weil die Antwort kennen wir ja schon – in so einer Welt leben wir ja. Also nochmal: Das Buch zeigt, in welcher Welt wir leben, indem die Rollen umgedreht werden. Damit ist es vielleicht doch weniger Science Fiction und mehr Gesellschaftsabbild.

Anhand von fünf Hauptpersonen wird die Geschichte erzählt vom ersten Auftreten dieses Phänomens, über die ersten Reaktionen, erste kleine Veränderungen im Machtverhältnis, Revolutionen in Saudi Arabien und Moldawien, bis hin zu… es kann nichts Gutes sein, was da kommt, und das weiß man schon am Anfang. Die Kapitel überschrieben sind mit „Noch zehn Jahre“, „Noch neun Jahre“, „Noch acht Jahre“. Das geht nicht gut aus. Es gibt auch etliche brutale Szenen, wenn auch noch innerhalb der Schullektürenzumutbarkeitsgrenze.

Ich war beim Lesen mancher Stellen versucht zu sagen, dass, ja, das Prinzip der Umkehrung habe ich schon verstanden, aber das ist jetzt doch ein wenig übertrieben… aber natürlich ist da nichts dabei, was nicht in unserer Welt mit den herkömmlichen Vorzeichen tatsächlich so der Fall ist. Es geht lediglich vielleicht ein wenig Herr-der-Fliegen-artig schnell mit dem Wandel der Verhältnisse. Wo doch Frauen von Natur aus ja eigentlich das empathischere, friedlichere Geschlecht sind.

Nach den ersten enorm spannenden fünfzig Seiten war das Buch immer noch spannend zu lesen, aber nicht mehr so ganz interessant für mich wie am Anfang. Der Grund: Ich mag diese weit verbreitete Erzählweise mit zwei oder vier, oder hier auch mal fünf, Hauptpersonen nicht, aus deren Sicht abwechselnd die Kapitel erzählt werden. (In den jungen Jahren meines Blogs habe ich mal den Tipp gegeben, dass zumindest manche solcher Bücher eine interessantere Leseerfahrung bieten, wenn man dann tatsächlich nur jedes zweite oder dritte Kapitel liest.)
Die Erzähldistanz ist damit notgedrungen auch immer sehr gering, es wird also nicht im Rückblick der Personen erzählt, nicht über der Handlung stehend, sondern beständig mittendrin, kein auktorialer Erzähler kommentiert – da könnte ich gleich einen Film anschauen. (Und natürlich ist der Stoff bereits verkauft, das schreit gerade zu nach einer Fernsehserie.)

Interessant ist die Erzählweise dann, wenn sie dann doch einmal von diesen fünf Fokuspersonen wegkommt. Diese sehen immer wieder mal Schnipsel einer kleinen Frühstücksfernsehsendung im Hintergrund, mit zwei Moderatoren, weiblich und männlich, am Anfang nur als Teil der Informationsvermittlung, was aktuelle Geschehnisse betrifft, dann verändert sich – erst subtil, dann weniger – das Verhältnis zwischen den beiden Moderatoren. Das hat mir gefallen. (Das erste Mal habe ich die Technik, Informationen über die Welt und Handlung unaufällig-auffällig außerhalb der unmittelbaren Handlung zu platzieren, übrigens beim Film RoboCop bemerkt, dort allerdings als Werbung. Artikel dazu.)

Außerdem gibt es zwischen den Kapiteln Illustrationen zu archäologischen Objekten, mit erläuternden Kommentaren dazu. Diese Objekte stammen sowohl vor als auch nach unserer Gegenwart; sie werden aber jedes Mal als Artefakte aus ferner Vergangenheit dargestellt, über deren Funktion man sich nicht sicher ist. Das Motiv des angebissenen Apfels, das wohl auf vielen Artefakten erscheint und zur Eva-Apfel-Paradies-Symbolik im restlichen Buch passt, kann unserereiner heute leichter zuordnen als die späteren Archäologen. — Diese Illustrationen schwanken zwischen lustig und bitter. Bei der male genital mutilation dachte ich zuerst auch, dass das schon etwas übertrieben ist, bis ich mich erinnerte, dass, na ja, doch nicht.

Aus dieser Perspektive einer Kultur, die sich nach irgendeiner großen Katastrophe nur dunkel an unsere Zeit erinnert, sind auch die ersten und letzten Seiten des Romans geschrieben. Der beginnt nämlich mit einem Brief des Autors Neil an seine Lektorin Naomi, begleitend zu seinem neuesten Manuskript – dem phantasievollen historischen Roman The Power eben. Und diese Korrespondenz ist mit das beste am Buch: Neil ist vorsichtig, sich zurücknehmend, klein machend; Naomi gönnerhaft dominant. Sie bezweifelt ein bisschen die historische Korrektheit solcher Konzepte wie „male soldiers“ und „boy crime gangs“ und vermutet, dass die nur als erotische Spannungselemente im Buch sind. Dazu kommt, dass sie sich das Geschehen so nicht recht vorstellen wird – wäre schließlich eine Welt, die von Männern beherrscht wird, nicht eine friedlichere Welt? Die wenigen Patriarchate, für die es historische Belege gibt, waren jedenfalls alle friedlich – kein Wunder, sprechen doch evolutionspsychologische Gründe dafür, dass Männer (für schwere Arbeit am Heim zuständig) kooperativer, freundlicher, sanfter sind als Frauen (die doch ihre Kinder beschützen müssen).

Fazit: Ideal für eine Fernsehserie, aber Serien schaue ich nicht. Die würde mich nur dann interessieren, wenn der dokumentarische Aspekt hervorgehoben wäre, also die Perspektive der späteren Zukunft. Trotzdem große Leseempfehlung.

Arthur Bloch, Murphy’s Law (und: Planning Fallacy)

Spätestens 1985 kaufte ich, siebzehnjährig, in den USA an einem Flughafen (New Mexico, vielleicht?) das schmale Büchlein Murphy’s Law, and other reasons why things go wrong! von Arthur Bloch. Ich habe viel gelernt daraus. Murphy’s Law kannte ich wohl vorher schon irgendwoher, anderen Gesetzen – dem Peter-Prinzip, Clarkes 3. Gesetz – begegnete ich danach immer wieder. Aber ich weiß noch, dass es lange dauerte, bis ich diesen Kalauer verstand:

Cole’s Law: Thinly sliced cabbage.

Hier die Gesetze, die ich über all die Jahre auswendig behalten habe, weil ich immer wieder Anwendungen dafür sehe:

Ginsberg’s Theorem:
1. You can’t win.
2. You can’t break even.
3. You can’t even quit the game.

Das ist eine saloppe Kurzfassung der drei Hauptsätze der Thermodynamik: 1. Die Gesamtenergie in einem geschlossenen System bleibt konstant, 2. aber weil die Entropie ständig zunimmt, kann man nicht mal ein Perpetuum Mobile bauen, und den 3. Hauptsatz verstehe ich zu wenig.

Zymurgy’s first law of evolving system dynamics:
Once you open a can of worms, the only way to recan them is to use a larger can.

Entropie.

Laws of gardening:
4. If nobody uses it, there’s a reason

Das kann man auf so viele Dinge anwenden.

Shaw’s principle:
Build a system that even a fool can use, and only a fool will want to use it.

Wenn man das mit „Mach ein System narrensicher“ übersetzt, kann man das auch auf die Sicherheitseinstellungen in schulischen Netzen anwenden.

Westheimer’s rule:
To estimate the time it takes to do a task: estimate the time you think it should take, multiply by 2 and change the unit of measure to the next highest unit. Thus we allocate 2 days for a one-hour task.

Ich halte diese Regel für etwas zu scharf formuliert, aber im Kern richtig. Und deshalb bin ich auch recht gut in meiner Zeitplanung und falle nicht dem Planungsfehlschluss anheim (engl. planning fallacy): das ist „die Tendenz von Menschen und Organisationen, zu unterschätzen, wie viel Zeit sie zur Vollendung einer Aufgabe benötigen“ (Wikipedia). Wenn man schätzt, wie lange man für etwas braucht, liegt man oft daneben – und zwar jedesmal wieder.

Ich schätze auch, wie lange ich für etwas brauche. Aber dann misstraue ich meiner Schätzung, weil ich aus Erfahrung weiß, wie sehr meinem Gefühl nicht zu trauen ist, und passe sie an, so ähnlich wie bei Westheimers Regel. Das war schon beim rückwärts Einparken so: Wenn ich da beim Blick nach hinten das Gefühl hatte, es geht nicht mehr weiter — dann musste ich noch etwa einen Meter mehr fahren, und dann stand das Auto richtig.

(Weitere zen-artige Weisheiten im Buch: „Wenn man an der Lösung eines Problems arbeitet, ist es hilfreich, wenn man vorher die Antwort weiß.“ Und: „Jemand mit zwei Uhren ist nie sicher, wie spät es ist.“)-

Zadie Smith, Swing Time (und viele, viele Musical-Ausschnitte)

In meiner Leserunde gelesen. Vorab: Viel werde ich gar nicht zu dem Buch sagen. Es hat mir auch nicht sehr gefallen. Interessiert hat es mich durchaus, weil mich zwei oder drei Nebenthemen des Buchs interessierten – ansonsten war es nicht so das meine. Es geht darin um die Freundschaft der Protagonisten mit der gleichaltigen Tracey. Sie wohnen in der selben eher heruntergekommenen Nachbarschaft, haben aber ganz verschiedene Mütter; beide Kinder gehen ins Ballett und lernen Tanz. Sie verlieren sich aus den Augen; die Protagonistin wird Assistentin bei dem an Madonna angelehnten Musikstar Aimee. Ein Großteil der zweiten Hälfte spielt in Afrika, wo Aimee an der Organisation der wohltätigen Pläne Aimees und der Adoption eines Kindes beteiligt ist. Am Ende verliert die Protagonistin ihren Job, nimmt aber wieder Kontakt zu Tracey auf, die, etwas abgedreht, der Mutter der Protagonistin, inzwischen Lokalpolitikerin, Ärger bereitet.

Interessant und lehrreich sind die Passagen in Afrika, die hochfliegenden Pläne von Aimee, die zum Scheitern verdammt sind. Wichtig für das Buch ist die Freundschaft der beiden Mädchen und die Rollen der Mütter. Aber die Protagonistin selber fand ich nicht interessant, und sie ist auch die Erzählerin (ohne konkreten Erzählanlass).

Dennoch habe ich das Buch mit Genuss und Belehrung gelesen. Tracey driftet ab in obskure Chaträume im Internet und hängt Verschwörungstheorien an; das taucht nur ganz am Rand auf, aber dennoch ist es ein Thema, das mich interessiert: da gibt es meine geliebte Echsenmenschen-Verschwörung (S. 94, S. 399) und den ehemaligen Frühstücksfernseh-Reporter, der sie propagiert (S. 93 – nach dem Vorbild David Icke?); eine „secret eighteenth-century Bavarian sect“ bleibt namenlos, aber erst neulich schrieb ich über sie. In Afrika wird oft gefragt, ob dieser oder jene mächtige Star „Illuminati“ sei.

Schon einmal gehört hatte ich von der Nation of Gods and Earths, einer „afroamerikanische[n] gesellschaftlich-religiöse[n] Bewegung“ (Wikipedia), aber viel vergessen; hier bekam ich eine Auffrischung. Viele Leute aus der Hip-Hop-Szene hängen ihr an, viel Hip-Hop-Slang hängt damit zusammen, etwa das „Word“ als Äquivalent eines bestätigenden Aussagesatzes. Nu, es ist eine Religion oder eine esoterische Weltanschauung, klingt jedenfalls reichlich suspekt. Die Bewegung heißt auch Five Percent Nation, weil laut der Lehre 85% der Menschen ignorant sind der Wahrheit gegenüber, 10% wissend, aber böse, und nur 5% wissend und gut.

Aber noch mehr interessiert hat mich das eigentliche große Thema des Buchs: Tanz, und kulturelle Aneignung. Swing Time heißt das Buch und ist benannt nach einem der RKO-Musicals mit Fred Astaire und Ginger Rogers aus dem Jahr 1936. Nicht das beste aus der Reihe, The Gay Divorcee (1934) und Top Hat (1935) sind besser, aber Smith lässt ihre Protagonisten diese Tanzszene sehen:

Und erst spät fällt der Heldin – schwarz, wie ihre Freundin ebenso – auf, dass Fred Astaire „Bojangles of Broadway“ in blackface tanzt. Blackface: Das ist die Konvention, dass ein weißer (oder auch schwarzer) Entertainer – Schauspieler, Tänzer – sich mit Schminke als Schwarzer maskiert; im 19. und frühen 20. Jahrhundert in den USA durchaus üblich, noch bis 1955 gab es die Sendung „Amos ’n‘ Andy“ im amerikanischen Fernsehen mit zwei Weißen in Blackface in schwarzen Rollen. (Begonnen hatte sie 1928 als Radiosendung.) Heute wird blackface meist als unsensibel, beleidigend, anstößig empfunden.

Die Fred-Astaire-Nummer ist ein Tribut an Bill „Bojangles“ Robinson, einen berühmten Steptänzer – aber schwarz, und deswegen kein so großer Star wie die weißen Tänzer. Hie sieht man ihn, etwa ab Minute 2, in Stormy Weather (1943), fünfundsechzigjährig:

Tatsächlich war Astaire gar kein so großer Robinson-Fan. Robinson tanzte vor allem mit den Füßen, der Oberkörper blieb relativ ruhig, und das lag Astaire nicht. (Am bekanntesten sind seine Nummern, wie er Treppen hinauf und herunter tanzt, allein oder mit Shirley Temple). Mehr schätzte Astaire John W. Bubbles, hier in Cabin in the Sky (1943):

Am ausführlichsten beschreibt Zadie Smith aber eine Nummer aus Ali Baba Goes to Town (1937). Dieser Film ist ein wenig von Mark Twains A Connecticut Yankee at King Arthur’s Court inspiriert (Blogeintrag); Eddie Cantor wird in der Jetztzeit in Schlaf versetzt und wacht in Tausendundeiner Nacht auf, macht doch Karriere und Feinde, bevor er am Ende wieder aufwacht. Für Tracey und die Protagonistin ist diese Szene besonders wichtig, weil sie in ihrer zum ersten Mal auf die schwarze Tänzerin Jeni Le Gon stoßen, an deren Stil und Namen sich Tracey orientiert. (Hier sieht man Jeni Le Gon 2008, zweiundneunzigjährig.)

Aber die Nummer ist auch aus einem anderen Grund im Buch, und zwar weil sie etwas über das Verhältnis zwischen Weißen und Schwarzen sagt, über deren Darstellung, über Tanz, über das Abschauen und Übernehmen von Tanzbewegungen. Jeni Le Gon taucht ab 3:44 auf, aber die ganze Nummer ist sehr sehenswert:

Leider fehlt in diesem Ausschnitt die vorhergehende Minute, anhand derer man die Handlung erst richtig einordnen kann. Hier ist eine – russisch unterlegte – Fassung des kompletten Films, etwa um 29:20 beginnt die Szene. Eddie Cantor begegnet in diesem märchenhaften Bagdad einer Gruppe von Musikern, frisch aus Afrika, die teilnahmslos bleiben und sich am Trubel nicht beteiligen – sie sprechen die Sprache dort nicht, und niemand spricht ihre Sprache. Eddie Cantor versucht es mit Französisch, Spanisch, Italienisch und Jiddisch, bevor ihm – und damit beginnt der Ausschnitt oben – die Idee kommt, es mit dem Ruf „Hi-de-hi-de-ho“ zu probieren. Und darauf reagieren die Musiker! Cantor singt ihnen dann von ihrer und ihrer Musik fantastischen Zukunft vor: „a thousand years from today: there’s gonna be a Harlem“. Und dann erzählt er ihnen vom Swing.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Blackface, der Foxtrott-Rhythmus, die Phantasieinstrumente, die Karikaturen. Die drei ungewohnt dicken Tänzerinnen. Wenn diese ab 7:30 im Winkel von 45 Grad stehen, hat man das damals noch mit an den Boden genagelten Schuhen gemacht; Michael Jackson hat sich dazu eine besondere Konstruktion patentieren lassen (schreitb Zadie Smith).

Wie kommt es, dass diese Musiker keine europäischen Sprachen verstehen, aber auf Hi-de-hi reagieren? Das bringt uns zu Cab Calloway, von dem meine Generation zum ersten Mal im Film Blues Brothers (1980) gehört hat. Er spielt darin Curtis Delgado, das Faktotum des Waisenhauses, in dem Jake und Elwood Blues aufgewachsen sind, und als die beiden zu spät auf ihr eigenes Konzert kommen, springt er mit der Band und der Nummer „Minnie the Moocher“ ein:

(Zum zweiten Mal habe ich von Cab Calloway übrigens in einem alten Englisch-Schulbuch gehört beziehungsweise gelesen. Damals enthielten die noch ordentlich viel Text, und eben auch einen Text von Cab Calloway über Drogengebrauch in der Jazzszene, und dass das etwas ganz Schlimmes war.)

Aber natürlich ist das Lied viel älter, und Cab Calloway ein berühmter Bandleader der 1930er und 1940er Jahre, Stammgast im Cotton Club in Harlem. Das Hi-de-ho war sein Markenzeichen. Hier eine Version des Lieds von 1942:

Und hier eine Version von 1932, mindestens so interessant und befremdlich:

Auch hier: Wo soll man anfangen? Betty Boop zu Hause und isst ihren Sauerbraten nicht?


Anhang

Zadie Smith schreibt im Guardian über Tanz:
https://www.theguardian.com/books/2016/oct/29/zadie-smith-what-beyonce-taught-me

Darin geht es auch um die Nicholas Brothers, Harold and Fayard, hier „Jumpin Jive“, wieder aus Stormy Weather (1943), wieder mit Cab Calloway am Anfang:

Ist das Internet nicht toll? Man findet alle diese Sachen. Hier ein Vergleich von Michael Jackson und Fred Astaire/Cyd Charisse:

Oder allgemeiner Michael Jacksons Vorbilder:

Ganz explizit etwa Bob Fosse:

Man sieht: Tanzelemente werden weitergegeben. Michael Jackson hat den Moonwalk von Bob Fosse, und der von Bill Bailey. Darum geht es auch in Zadie Smiths Buch. – Die ersten Szenen von Bob Fosse stammen übrigens aus einer Verfilmung von Der kleine Prinz (1974), hier die ganze Nummer, in der Fosse eine Schlange spielt. Schau an, Regie Stanley Donen, der Mann ist echt unterschätzt. Bob Fosse war Tänzer, Choreograph, Regisseur, seine Karriere startete durch mit dieser Nummer aus Kiss Me Kate, zusammen mit Carol Haney, von ihm selbst choreographiert.

Rollenspielen 2017

London, 1940. Einige Mitglieder unseres Teams haben im Lauf der letzten Wochen mit einem ehemaligen Teammitglied korrespondiert: Das war zuerst in einem Militärkrankenhaus bei Cambridge in Behandlung, bevor es sich dann nach Indien und schließlich Nepal aufmachte, und von zwischendurch erreichten uns immer wieder Briefe, wenn auch mit Verspätung, natürlich. (Die kamen wirklich in den letzten Monaten an die Adressen einiger Spieler, so als Vorbereitung auf die Fortsetzung der jährlichen Call-of-Cthulhu-Rollenspielkampagne. In Sütterlin, oder zumindest mit Sütterlin-Zeichensatz ausgedruckt – dementsprechend schwer zu lesen für unsereins.)

Briefe

Außerdem haben wir wiederkehrende Alpträume von einer schauderhaften Stadt im Meer; die Insassen des Militärkrankenhauses reagieren besonders empfindlich, ähnlich wie Künstler weltweit. Aus Indien erreichen uns Geschichten von verschwundenen Kindern, aus Nepal von Dörfern, die einander bekriegen, von einheimischen Töpfern, die plötzlich grässliche Statuen und unverständliche Tontafeln produzieren. Wir erhalten sogar ein Paket, das einige Exempare enthält:

Paket

Cthulhufigur und Tontafel

Auf der Suche nach einer Erklärung geraten wir an den Nachlass eines Professors Angell, der uns eine schier unglaubliche Geschichte enthüllt. Eine Insel, die aus dem Meer emporsteigt, ein Tor, das sich öffnet, ein wahnsinniges Monstrum, das daraus hervortreten wird. Die Fahrt nach Cambridge überspringend, nach Glasgow zu einem wahnsinnigen Maler und Bildhauer, die Recherchen in London – kurzum, wir müssen in den Indischen Ozean.

Das ist gar nicht so einfach – wir sind im zweiten Weltkrieg. Aber wir kriegen eine Fahrt auf einem Truppentransporter vermittelt, der RMS Berengaria. Aber die läuft bald aus, und so müssen wir überstürzt aus London aufbrechen und schnell nach Edinburgh. Die Fahrt dauert einen guten halben Tag, und der Spielleiter genoss es sehr, jede einzelne Bahnstation auf dem Weg aufzuzählen und zu jedem einzelnen Ort auf dem Weg ein Foto zu präsentieren. (Lauter ungewohnte englische und schottische Namen, versteht sich.) Schon vor Edinburgh begann ein heftiger Sturm, und nach der Ankunft erfahren wir, dass die Brücken über den Firth of Forth gesperrt sind – wir müssen Automobile mieten und einen großen Umweg fahren, bei Sturm und Regen und über kleine schottische Straßen. Anhand einer Landkarte aus den 1930er Jahren (Nachdruck, DIN A 1) schlagen wir uns unter Verlust eines der Wagen durch – eine erstaunlich spannende Sequenz. Sturm, Regen, Würfe gegen die Driving Skills der Spielerfiguren.

Die RMS Berengaria ist ein Passagierschiff, 1914 als größtes Schiff der Welt gebaut, damals noch ein deutsches Schiff unter dem Namen Imperator. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es an England.
Wir fahren durch den Suezkanal, weichen Treibminen aus, und sind quasi schon fast in Calcutta, als es zu Schwierigkeiten kommt. Der Deckplan – eine von vielen, vielen Übersichtskarten zur RMS Berengaria – hilft uns, das Schiff gegen eine überraschende Gefahr aus dem Meer zu verteidigen.

Übersichtskarte Bootsdecks

Halb manövrierunfähig landen wir auf Sumatra. Sollen wir nach Nepal zu unserem alten Mitstreiter, oder doch Richtung Südpol, zu der Insel aus unseren Alpträumen?
Wir entscheiden uns für Nepal, und verpassen damit das eigentliche Finale des spannenden Abenteuers. Aber auch in Nepal ist es schön. (Heißer Tee mit einer Scheibe Butter darauf, Erfrierungen, Durchfall.)

Cthulhufigur in Überraschungsei

Rückblick:
2007 – nur eine Zeile nebenbei.
2008 – etwas ausführlicher, mit Bild.
2009 – nur eine Zeile nebenbei (New York 1933).
2010 – einigermaßen ausführlich (Mandschuko 1934).
2011 – etwas Text, zumindest mit Bild (New Mexico, 1935).
2012 – nur ein Absatz (Görlitz, 1936).
2013 – ausführlicher (Venezuela, 1937).
2014 – in Afrika, mit Telegramm (1938).
2015 – in Italien und Polen (1939).
2016 – über die Pyrenäen und in Aachen (1940).

Abbé Augustin Barruel, Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus, Band 3 (Teil 2)

(Fortsetzung von hier. Diese Seite hier ist dann doch mehr Materialsammlung geworden als ursprünglich geplant, nun ja.)

3.3 Methoden der Illuminaten

Wenn die Ziele der Illuminaten vielleicht im 18. und frühen 19. Jahrhundert besondere Bestürzung hervorriefen, so glaube ich, dass es vor allem ihre Methoden sind, die zu ihrem Nachruhm beigetragen haben. Einige muten verhältnismäßig harmlos an: Die Mitglieder müssen Besinnungsaufsätze schreiben, die von den oberen Graden gelesen werden; die Fragen, anhand derer man die Gesinnung der Mitglieder erkennen soll, sind hoffnungslos durchschaubar. Es gibt Geheimnamen (Weishaupt ist Spartacus, München ist Athen), und Weishaupt ist so stolz auf die Idee des exponentiellen Wachstums, also wenn jeder Adept zwei weitere führt, dass er das mit einem eigenen Diagramm erklärt:

Baumdiagramm zur Hierarchie

(„Auf diese Weise, die einfachste von der Welt, kann ich Tausende von Menschen in Bewegung und in Flammen setzen.“ S. 404)

Weishaupt möchte, dass die Mitglieder des Ordens Wissen sammeln, über einander, aber auch über alle anderen (akzeptierten) Wissensgebiete. Forscher sollen sich gegenseitig unterstützen, aber das Wissen soll innerhalb des Ordens geheim gehalten werden (S. 323) – er will eine „Akademie […], die den Profanen zwar unsichtbar ist, die aber durch unterirdische Bewurzelung, nach allen Seiten sich ausdehnet, wie die Sekte selbst“ (S. 328, Barruels Worte). Streng geregelt ist, wer Zugang zu den Büchern mit diesem angehäuften Wissen hat. Ich finde den Gedanken, dass Bücher so viel Macht habe, reizvoll und naiv. Man muss nur die richtigen Bücher haben, dann hat man einen Wissensvorsprung – so einfach ist es nicht und war es wohl auch nie.

Die zentrale Methode der Illuminaten, zumindest für die Nachwirkung, scheint mir aber das Prinzip der Täuschung zu sein.

Tricksen und Täuschen

Die Mitglieder werden belogen und getäuscht, die echten Ziele verborgen gehalten. Ich glaube, die Illuminaten waren der erste Geheimbund, der das so hielt.

  • Für Frauen sollen zwei nach Eignung und Neigung getrennte, separate Geheimgesellschaften eingeführt werden, die nichts von einander oder von den tatsächlich bestimmenden Männern wissen sollen. Eine der beiden ist für die ordentlichen Frauen, der andere für die Mata Haris:

    „Eine Klasse von Tugendhaften, die andere von Ausschweifenden. Beiden muß unbekannt seyn, daß sie von Männern, geleitet werden, und die Vorgesetzte oder Vorsitzende jeder Klasse muß glauben, eine Mutter-Loge von ihrem Geschlecht zu haben, von der sie Befehle erhält, die aber im Grunde die Männer geben. Die zu ihrer Direction bestimmte Brüder, ertheilen ihnen Vorschriften und Unterricht, ohne sich gleichwohl kund zu geben, den ersteren durch gute Bücher, die sie ihnen zu lesen verschaffen; den anderen durch Anleitung, ihre Leidenschaften, im Verborgenen, zu befriedigen.“ (S. 62)

  • In den Sitzungen der unteren Grade nimmt heimlich ein Mitglied des oberen Grads teil, um sich ein besseres Bild von den Kandidaten zu machen. Man weiß also nie, ob einer, der neben einem sitzt, nicht in Wirklichkeit ein Oberilluminat ist. In den unteren Graden tut man so, als wäre man reiner Freimaurer, und hätte zwar schon die Vernunft und Freiheit als Ziel, sei aber überhaupt nicht gegen Fürsten oder Christentum. Erst nach und nach wird der Kandidat in diese Ziele eingeweiht.
  • Die Show ist das Wichtigste – man macht Hokuspokus, um die Mitglieder zu beeindrucken:

    „Ohne alle andere Absicht, als um geheimnißvolle Befehle zu geben, läßt man z. B. einen Adepten unter seinem Teller, in einem Wirtshause einen Brief finden, den man viel bequemer in seiner Wohnung ihm hätte zustellen lassen können.“ (S. 340f)

  • Auch die oberen Grade belügt man: Es gibt angebliche geheime Stifter des Ordens, keinesfalls identisch mit den aktuell führenden Oberen – „ihren Namen wird man nie erfahren“; alle Dokumente über den Ursprung der Illuminaten sind verbrannt (S. 237).
  • Die Oberen haben das Recht zu lügen (das soll allerdings den Zöglingen auch vermittelt werden): Sie dürfen Dinge behaupten oder Fragen stellen und danach alles wieder zurücknehmen, weil das ja vielleicht nur ein Test war: „Auf diese Weise redet man bald auf die eine Art, bald auf die andere, um nicht verlegen zu seyn, und unsere wahren Gedanken den Unteren undurchdringlich zu machen.“ (S. 301 f.)
  • Adlige können schon auch in die Illuminaten aufgenommen werden, aber dann muss die Kritik an Fürsten und Klerus in den Aufnahmeritualen abgemildert werden (S. 356).
  • Der Provinzial ist dafür zuständig, dass in den unteren Graden keine so freien Reden gehalten werden, „daß daraus starke Vermuthungen auf [ja tatsächlich geplante] Projecte gegen die Religion, den Staat und die Sitten könnten geschöpft werden“ (S. 366).

Und vor allem gibt es ein Verwirrspiel darum, wer und was eigentlich zum Orden gehört. Man legt nahe, dass alle anderen geheimen oder nicht geheimen Gesellschaften in Wirklichkeit zu den Illuminaten gehören, dass alle große Taten den Illuminaten zuzuschreiben sind:

„Zu einer Zeit benutzt man die Neigung der Menschen zum Wunderbaren; zu einer andern Zeit bedient man sich des Reitzes der ansehenden Kraft der geheimen Gesellschaften. Daher ist es mannichmahl nöthig, eure Untergebene vermuthen zu machen, ohne jedoch ausdrücklich es zu sagen, daß alle andere dergleichen Gesellschaften, und die der Freimaurer insgeheim von uns dirigiret werden; oder aber, wie es an einigen Orten wirklich wahr ist, daß die großen Monarchen durch unsern Orden regiert werden, wenn etwas großes, merkwürdiges vorgehet oder geschiebet, so muß auch die Vermuthung hingeworfen werden, daß es uns zuzuschreiben sey. Wenn ein Mann durch seine Verdienste in einer Reputation stehet so macht auch glauben, daß er von den Unsrigen sey.“ (S. 340)

Wo der Orden machtlos ist, soll er sich aufplustern:

„Wenn man einer Orten der Autorität und des Gouvernements sich bemächtiget hat, so stellet man sich, als habe man nicht den mindesten Credit und Einfluß , um diejenigen nicht aufzuwecken oder stutzig zu machen, die gegen uns arbeiten würden. Hingegen, wo Ihr nichts auszurichten vermöget, habet Ihr euch das Ansehn eines Menschen zu geben, der alles vermag. Das macht uns fürchten und suchen, und stärkt unsere Parthey.“ (S. 342)

Und vor allem kann der Orden auch so tun, als wäre er eine ganz andere Organisation:

22) „Wenn unser Orden hier oder da mit der ganzen Form und Einrichtung unserer Klassen sich nicht etabliren kann; so muß man es unter einer andern Gestalt thun. Den Zweck laßt uno vor Augen haben, und damit uns beschäftigen; das ist das wesentliche, wenn er nur erreicht wird, so liegt wenig daran, unter welcher Hülle es geschiehet. Eine oder die andere ist inzwischen immer erforderlich; denn im Geheimniß beruhet ein großer Theil unserer Kraft.“
23) „Darum muß man immer unter den Namen einer andern Gesellschaft sich verstecken. Die unteren Logen der Freymaurerey sind einstweilen das schickliche Kleid für unsere höhere Zwecke, weil die Welt schon gewohnt ist, nichts Großes und Aufmerksamkeit verdienendes von den Freymaurern zu erwarten.“ (S. 345f)

„Er soll mit dem Provinzial über den Deckmantel, den Schleyer, der dem Orden zu geben ist, sich vereinbaren. Gleichwie für die religiösen Institute der römischen Kirche, die Religion, leyder, nur ein Vorwand war; so muß man auf eine edlere Art unsern Orden unterm Anschein einer Handels, Gesellschaft, oder unter einer ähnlichen Außenseite, verbergen.“ (S. 364)

Kein Wunder also, dass man nach dem Verbot und dem Verschwinden der Illuminaten auf die Idee kommen konnte, sie hätten sich nur getarnt und unter einem anderen Namen weitergemacht.

4. Aufklärung und Hokuspokus

Eigentlich verfolgten die Illuminaten ja Ziele der Aufklärung: die Freiheit von Vormundschaft, die Vernunft, gegen organisierte Kirche und Adel. Gleichzeitig veranstalten sie so einen abergläubischen Zirkus, mit Ritualen und geheimen Oberen. Einerseits sind sie für Freiheit, gleichzeitig überwachen sie einander misstrauisch. Muss man als fortschrittlicher Mensch vor ihnen Angst haben oder als rückwärtsgewandter? Sind die Illuminaten eine Verschwörung von Anarchisten, Demokraten oder Libertariern? Andererseits sagt bereits eine berühmte Figur der Auklärung, Nathan der Weise selber: „Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab.“

— Ich bin überrascht, wie oft ich bei der Lektüre von Barruels Geschichte des Jakobinismus an die Illuminatus!-Trilogie von Shea und Wilson denken musste: Das Versteckspiel, wer jetzt die Illuminaten sind und wer nicht; das Verstecken von Oberen Illuminaten mitten unter anderen; die widersprüchlichen Ziele der Illuminaten. Ich muss doch noch mal hineinschauen.

Fußnote zu Verschwörungstheorien: Es gibt ja die mit den Reptiloiden (Wikipedia), laut der viele Politiker und Weltenlenker in Wirklichkeit zu einer Rasse von Schlangenmenschen gehören, die unerkannt unter uns lebt und über uns herrscht. (Ernsthaft, die gibt es.) Der Gedanke ist verbreitet, bei der Fernsehserie „V – Die außerirdischen Besucher“ gibt es so etwas Ähnliches. Tatsächlich geht das alles auf eine Kurzgeschiche des Pulp-Autors Robert E. Howard zurück, „The Shadow Kingdom“, 1929 in Weird Tales erschienen, die erste Geschichte um Kull, einen Vorläufer von Howards bekannterem Conan. Die Geschichte habe ich neulich wiedergelesen, und da fiel mir die Ähnlichkeit auf. Sachen gibt’s.