Tag der Informatiklehrer und -lehrerinnen 2019

Seit zehn Jahren oder so gehe ich jedes Jahr auf den TdI an der LMU, eine familiäre Veranstaltung inzwischen. Seit acht Jahren habe ich zum ersten Mal keinen Workshop angeboten. Unüberraschend war das so viel entspannender, und ich konnte mit zwei Workshops anschauen.

Ich war in einem Workshop zu Capture the Flag. Darunter versteht man Wettbewerbe aus dem Bereich Computersicherheit; man versucht den eigenen Server zu schützen und den der anderen Teams zu hacken, indem man Schwachstellen ausnützt. In einer anderen, häufigeren Variante erfüllt man verschiedene Aufgaben aus dem Bereich der Computersicherheit, die Hartnäckigkeit und Computer-Fachwissen erfordern – SQL-Injection, Quellcode analysieren, versteckte Botschaften finden, Programme decompilieren, verwundbaren Code erkennen.

Links zum Thema:

Wir haben das auch spielerisch ausprobiert, der Workshopleiter hatte auf einem Server ein paar Aufgaben für uns vorbereitet. Ganz wichtig für die Motivation: Es gab eine Highscoreliste, man sah also, wie weit die anderen (Teams) schon waren. Das spornt viele an, jedenfalls, ahem, wenn man gleich von Anfang vorne mitspielt. Zu den Aufgaben gehörten: Webshortener analysieren, Bilddateien mit Hexeditor betrachten, SQL-Injection, Java-Bytecode decompilieren, Cäsar-Chiffre und andere Codierungen (Base64) – lauter Sachen, die ich schon mal gemacht hatte, aber mir war nicht klar, dass ich dazu gar nicht meine Software brauche, sondern alles webbasiert zur Verfügung steht. Aber es waren natürlich alles simple Aufgaben, und alle haben wir auch nicht geschafft. Erinnert haben sie mich an diese wbbasierten Rätselspiele, die vor ein paar Jahren aufkamen: Notpron etwa, wo man von einer Seite aus jeweils zur nächsten kommen muss. Eigentlich auch nur eine Form von virtuellem Escape Room.

Und ich war in einem Workshop zu Snips (https://snips.ai/). Das ist eine Plattform, auf der man Apps erstellen kann, die dann zum Beispiel auf dem Raspberry Pi ausgeführt werden. Der Raspi kann danach Sprachanweisungen ausführen. Was der Raspi macht, programmiert man selber, in Python; mit der Webseite führt man die Komponente der Spracherkennung hinzu, also: welche Kommandos oder Varianten davon mit welchen Argumenten zu welchem Methodenaufruf führen sollen. Schwierig war an den Unirechnern, die App auf den Raspi zu kriegen, aber das interessiert mich eh weniger als die Softwareerstellung.

Kartoffelkistenwoche

Frau Rau ist derzeit nicht zu Hause und ich muss diese Woche alleine mit der heute abgeholten Kartoffelkiste zurechtkommen. Deshalb habe ich einen Plan gemacht, was ich die Woche über kochen werde. Mal sehen, was daraus wird; Bilder und Rezeptlinks reiche ich nach. Falls wer mal vorbeikommen möchte zum Essen: Jederzeit.

Donnerstag

Der schwierigste Tag, weil: Salat. Ich mag Salat in kleinen Portionen. Kleine Salatportionen gibt es bei uns nicht, selbst wenn ich mir den Salatkopf mit Frau Rau teile. Diesmal ist es ein ganzer Salatkopf nur für mich. Gibt also: Sandwiches (so viel Toast war noch da, von Experiment gestern) mit dick Mayonnaise und Käse und so viel Salat wie möglich.

Danach ein vielleicht etwas passiv-aggressiv geratener, aber nicht böse gemeinter grüner Salat auf Glasteller:

Nachtisch: Schokolade.

Freitag

Geplant: Zucchini aus der Kiste nach einem Rezept aus dem Guardian. Optional dazu noch Apfelkompott, selbst gekocht aus Schwiegergartenäpfeln, und Joghurt aus Kühlschrank, noch von Frau Rau. Zuzukaufen: Mozzarella, Ricotta.

– An Plan gehalten, Apfelmus und Joghurt war Frühstück, tagsüber Fortbildungstag an der Uni, abends dann den Auflauf:

Etwas zu viel Semmelbrösel oben, insgesamt aber schon okay. Aber mit Zucchini gibt es andere schöne Sachen. Ich habe nur die Hälfte des Rezepts gemacht, davon knapp die Hälfte gegessen, Rest für morgen tagsüber.

Samstag

Geplant: Dim Sum mit roter Beete aus der Kiste. Die tiefgefrorenen Teigblättchen müssen mal weg. Zuzukaufen: Frühlingszwiebeln. Speck? Tofu? Als Reserve Kartoffelrösti.

– An Plan gehalten. Den Tag über die Zucchinireste gegessen, abends eine Rote Bete gehackt, mit Frühlingszwiebeln, Ingwer, Fischsoße, Sesamkörnern, Honig, getrockneten Pilzen, Gewürzen (Chili, Five-Spice-Mischung, Piment, Kreuzkümmel, Koriander) zu einer Füllung verarbeitet. Kein Speck, kein Tofu. Rezept abgewandelt aus: Lee Anne Wong, Dumplings All Day Wong.

Sonntag

Geplant: Socca (so eine Art Kichererbsenpfannkuchen?) nach Ottolenghi mit Kombinats-Mangoldgemüse. Reserve wieder Kartoffelrösti. Kichererbsenmehl und Kichererbsen sind im Haus.

– Nicht ganz an Plan gehalten. Für morgen Reis gekocht; für irgendwann mal (Mittwoch?) aus den letzten Schinkenresten Brühe gekocht. Mit dem Socca-Rezept hatte ich pfannenmäßig meine Schwierigkeiten. (Die Kichererbsen-Zitronen-Salsa ist aber eine gute Idee.) Darüber habe ich dann ganz den Kombinatsmangold vergessen!

Die Rückseite sieht viel besser aus, ist aber etwas zu dunkel geworden. Insgesamt bleibe ich lieber bei meinem bisherigen Rezept, mit einer dickeren Socca/Farinata.

Montag

Geplant: Noch nicht sicher. Pasta mit chinesischer Keule aus der Kiste – heißt auch Spargelsalat und ich habe noch nicht viele Ideen, was ich damit machen kann.

– Statt Pasta Reis, gebratener Reis, weil Frau Rau sich nicht so viel aus Reis macht. Die chinesischen Keule geschält und in Stücke geschnitten, ist innen saftig und lindgrün; die Blätter kleingeschnitten und angebraten, später alles zu gebratenem Reis verarbeitet. Spätnachmittags gegessen, weil Mittagessen quasi ausfiel. (Joghurt und Kombinatsgurke.)

Den gebratenen Reis habe ich so gemacht, wie mein Studienfreund Wai mir das in Brighton gezeigt hat: Reis vom Vortag; das Ei in der Mitte verquirlen und recht fest werden lassen, bevor man es dann in Stückchen unter den Rest verteilt. Und nicht zu viel Sojasoße! Nicht im Bild: Die süßscharfe chinesische Soße dazu. Macht man ja vielleicht nicht, aber Wai schon.

Nachtisch/zweites Abendessen: Käsesoße aus der Jamon-Brühe im Kühlschrank (statt Wasser), Käse und Natriumcitrat – da kommt dann so etwas heraus wie die Nachosoße im Kino. Warum? Weil ich’s kann. Dazu drei Weizentortillas, weil ich noch Hunger hatte.

Dienstag

Wahrscheinlich aushäusig. – Jawohl, Bogenschießen gewesen.

Mittwoch

Geplant: Tsatsiki. Joghurt und Knoblauch sind Haus, dazu Kombinatsgurke. Und spätestens jetzt Rösti aus Kombinatskartoffeln dazu.

– An Plan gehalten. Herr und Frau Hauptschulblues und Frau Klugscheißer waren da und halfen beim Bewältigen der Kartoffeln. Dazu den vergessenen Mangold (Kichererbsen am Vortag eingeweicht, gekocht; Knoblauch, scharfer geräucherter Paprika, Kreuzkümmel, Olivenöl, etwas Essig) und eine Salsa aus Petersilie und den just an diesem Tag zu öffnenden eingelegten Salzzitronen.

Ich hatte mich schon darauf gefreut, das als Museumsführung zu betrachten und darüber zu twittern: „Und hier sitzt Frau Rau immer und macht die Glastellerfotos.“ „Und da, da liegt immer ihre Süddeutsche.“ (Würde mir Attrappe besorgen müssen.) War dann aber gar nicht so.

Am Donnerstag kommt dann die nächste Kiste.

Amie Kaufman & Jay Kristoff, Illuminae

Foto des Buches von der Seite, so dass man verschiedene Seitenfarben erkennt

(Weitgehend frei von dem, was ich als Spoiler bezeichnen würde.)

Foto des Buches von der Seite, so dass man verschiedene Seitenfarben erkennt

Schon beim ersten Blick in Illuminae erkennt man ein Bauprinzip des Buchs: Der Roman ist quasi eine Art Briefroman, eine Sammlung von E-Mails, Interviews, gelegentlichen Postern, Funksprüchen, anderer Kommunikation, jeweils aufwendig grafisch gestaltet. Die Sammlung ist aber nicht zufällig entstanden, sondern kuratiert: In einem ganz kurzen Anschreiben zu Anfang des Textes erfahren wir, dass eine Partei für einen Auftraggeber alle Dokumente zusammengetragen hat, die mit dem Angriff auf eine illegale planetare Schürfoperation und dessen Folgen zu tun haben. Technisch handelt es sich also um einen geordneten Schuhkarton.

Das ist meine private kleine Terminologie. Ein Schuhkarton ist, zum Beispiel, ein Schuhkarton voller Material, das dem Betrachterzur Verfügung gestellt wird, und das in keiner vorgegebenen Reihenfolge rezipiert wird. Der Erzähler in H. P. Lovecrafts „The Call of Cthulhu“ findet im Nachlass seines Großonkels ein solches Konvolut – Briefe, Tagebücher, Zeitungsschnipsel, ein Relief – und macht sich einen Reim daraus, den er dem Leser präsentiert: Und diese Auswahl und Sortierung macht daraus einen geordneten Schuhkarton. Hier kann man für teuer Geld ein Faksimile der ursprünglichen Angell Box (benannt nach dem Großonkel) erwerben.

Ungeordnete Schukartons in der Literatur sind selten. Im Computerspiel (in Ermangelung eines besseren Worts) Her Story betrachtet man als Ermittler eine große Anzahl an Videoaufzeichnungen von Zeugenaussagen, und zwar in keinerlei vorgegebener Reihenfolge (sondern durch das Suchen nach Schlagwörtern) und muss daraus die Geschichte rekonstruieren. Und zwischen 1936 und 1939 erschienen vier crime dossiers von Dennis Wheatley und J. G. Links), 1984 als „DuMont’s Criminal-Rätsel“ auf Deutsch erschienen: Briefe, Umschläge, Zeitungsartikel, Fotos, als Faksimile oder sogar als feelie, also tatsächliche Beigabe oder Reproduktion. Die sind zwar linear angeordnet, aber zum Lösen des Falles (diese Aufgabe haben die Leser und Leserinnen) muss man sicher nicht linear lesen.

Illuminae jedenfalls ist vom fiktiven Redakteur in eine chronologische Ordnung gebracht. Und das ist auch sinnvoll; die Handlung wird als linear präsentiert. Verständlich, aber albern: Dem Wunsch des Auftraggebers entsprechend sind alle Flüche und Schimpfwörter geschwärzt. Ich verstehe, wenn man das Buch verkaufen möchte, ohne mit besorgten Eltern in Konflikt zu geraten, aber dann bitte gar keine Erklärung statt dieser unglaubwürdigen Legende.

Ganz durchgehalten wird das mit der Dokumentensammlung nicht; kurz vor Mitte des Buchs (S. 264) wird ein neuer Akteur mit neuem Tonfall aktiv, dessen Äußerungen formal als Dokument bezeichnet werden, aber da sind die Grenzen meiner Gutgläubigkeit erreicht. Auch andere Dokumente – zum Beispiel eine Art Countdown, jeweils einen für den Endgegner in der ersten Staffel (bis S. 294) und einen für den der zweiten Staffel – sind nicht glaubwürdig. Und schließlich verleitet die typographische Vielfalt der Formen an einigen Stellen dazu, die Fiktion ganz aufzugeben: Es wird fast eine Art konkrete Lyrik daraus, etwa wie Alfred Bester in Golem100 oder in Ansätzen in The Demolished Man – der Raumschiffe im All ziehen eine Spur von Wörtern hinter sich her (S. 281-289).

Die eigentliche Handlung ist Science-Fiction-Space-Opera mit jugendlichen Hauptpersonen. Nicht tief oder originell, aber durchaus interessant und zum Weiterblättern – die Handlung nimmt immer wieder kleinere oder größere unerwartete Wendungen. Gut gemacht. Deren Struktur hat mich an verschiedene Fernsehserien erinnert, aber tatsächlich ist wohl gerade ein Filmversion im Gespräch.

Das Buch ist auch als Hörbuch und E-Book erhältlich – in letzterem ist wohl viel eingescannt und als Grafik dargestellt, in ersterem gibt es mehrere Sprecher, nähert sich damit dem Hörspiel. Was ich eigentlich gerne hätte, wäre eine Dateisammlung, von mir aus alles pdfs, ein paar jpg dazwischen, ein paar andere Formate vielleicht noch, in einer zu navigierenden Ordnerstruktur; teils eingescannt, teils sauber erstellt. So wie man sich einen digitalen Schuhkarton vorstellt – aber da nähern wir uns dann vielleicht schon dem Genre „Escape Room“. Und vermutlich würde man sich beim Lesen verrennen. (Und alle Dateien nach Hinweisen auf Erstellungsdatum und Autor durchforsten, müsste man ja wohl auch faken.)

Mein schönstes Ferienerlebnis (Pfingsten 2019)

Frau Rau sagt, ich soll mal wieder etwas ins Blog schreiben. Ich sag, es war doch nichts los, und über den Rest steht schon was a.a.O. (am anderen Ort), aber sie meint, irgendwas werde mir schon einfallen. Na gut.

Essen: Chinesisch

In lauer Sommernacht (Fledermäuse, Glühwürmchen) zu chinesischer Tafel eingeladen gewesen. Das waren nur die ersten Gänge. Sehr lecker, sehr interessant.

Essen: Colcannon Pie

Colcannon ist vielleicht eines der irischen Nationalgerichte. Kartoffelbrei machen. Gleichzeitig Weißkraut (oder auch Wirsing) kleinschneiden, in Butter 8 Minuten braten. Mit dem Kartoffelbrei und vielleicht etwas Extrabutter mischen: Colcannon.

Auf den britischen Inseln gibt es außerdem Cottage Pie (Rind) oder Shepherd’s Pie (Lamm): gegartes Hackfleisch in Soße, vielleicht noch ein paar Erbsen dran, unter einer Decke, im Ofen mit einer Decke aus Kartoffelbrei überbacken. Ich bin sicher nicht der erste, der daraus Colcannon Pie gemacht hat: Kraut, Zwiebeln, etwas Schinken, sonstige Reste (hier: Kohlrabi) anbraten, mit Kartoffelbreidecke und Butterflöckchen in den Ofen.

Essen: Panisse

Nein, nicht „Penisse“. Panisse (Singular). Kennengelernt in Nizza, hat man aber wohl auch in Marseille und überhaupt in Südfrankreich. Gibt’s in Scheiben oder wie hier in Stiften: Aus Salz, Kichererbsenmehl, Butter (oder Öl) und Wasser eine Art Polenta kochen, zehn Minuten rühren und köcheln und dann erkalten lassen. Mindestens ein paar Stunden in den Kühlschrank, dann ist die Masse schön schnittfest, wenn auch wabbeliger als Polenta. In Stifte schneiden und in der Pfanne herausbraten oder – wie oben – in einem engen Topf in ein paar Zentimetern Öl frittieren. (Das Öl kommt danach gefiltert zurück in die Flasche.) Bei 120° C im Ofen warm halten, bis alle fertig sind. Mit Pfeffer und Salz würzen.

Das Ergebnis: Unglaublich lecker! Leicht und locker, außen knusprig, innen ganz saftig-weich. Das nächste Mal probiere ich ein anderes Rezept und die Pfanne, aber Panisse kommt sicher ins Repertoire.

Sachen für die Schule

Übungsaufsätze, Klausuren, Testvorbereitung. Ich weiß gar nicht mehr, was alles war, nur dass ich das meiste geschafft habe. Außerdem war Nifftenkochen: Frau Rau hat ihren drei Neffen und Nichten einen Kochkurs bei einem befreundeten Koch und Kochbuchautor geschenkt. Sie kauften am Markt ein und kochten stundenlang bei uns zu Hause; Eltern, Onkel und Tanten trafen dann beim Abendessen auf die Köche und Köchinnen.

Basteln am NAS

Endlich habe ich ein Problem mit meinem heimischen Netzwerkspeicher gelöst. (Einen Überblick über mein Heimnetz habe ich in einem alten Blogeintrag gegeben.) Diese NAS-Systeme werden langsam Mainstream, ich habe schon mindestens zwei Kollegen an der Schule, beide alles andere als technisch versiert, die sich so etwas zugelegt haben, zur kleineren oder größeren Zufriedenheit.

Mein NAS ist ein WD My Cloud Mirror, ein wohl eher günstigeres Produkt. Ich bin zufrieden damit: Das Gerät ist ausgesprochen leise; ein Kollege mit anderem Produkt klagt über die Lauflautstärke. Ich kann es aber nur eingeschränkt empfehlen: Der Support geht gegen Null, die Selbsthilfeforen sind voller Klagen. Größtes Manko: Es gibt keinen Ein- oder Ausschalter; wenn sich das Gerät aufgehängt hat und nicht reagiert, muss ich den Netzstecker ziehen, und so etwas mache ich nicht gerne.

Und das Gerät hängt sich gerne mal auf, und zwar beim ansonsten zuverlässigen und schnellen Backup der Inhalte auf eine externe USB-Festplatte, eine Funktion, die das NAS mitbringt. Um das Aufhängen zu vermeiden, muss man erstens vor dem Anschließen der Festplatte den Medienserver ausschalten: Der indiziert sonst alle Mediendateien, die ja bereits vom letzten Backup auf der externen Platte sind, und das dauert ewig. Meistens reicht das auch, aber manchmal nicht. Dann muss man den Prozess, der für das Erkennen von USB-Platten zuständig ist, manuell abbrechen – nachdem die aktuell verwendete Platte erkannt wurde, natürlich. Dazu mit PuTTY eine ssh-Verbindung zum NAS aufbauen, dann den Linuxbefehl top ausführen, der einem die laufenden Prozesse zeigt:

Den Prozess „wdnotifier“ muss man abbrechen, indem man „kill 6049“ ausführt – die Zahl istr die ID des Prozesses, die man oben ablesen kann oder mit „pidof wdnotifier“ erfragt. Danach kann man das Backup dann starten.

Markow-Ketten und Textgenerierung

Ich entschuldige mich dafür, dass ich das hier schreibe, weil es dazu so viel schon im Web gibt, und ich alles, was ich dazu wissen muss, in wenigen Minuten gefunden habe. Aber mein Blog ist ja auch Archiv.

Automatische Textproduktion ist wohl gerade ein Thema. Manche Leute haben Angst vor „social bots“, kleinen Programmen, die selbstständig und automatisch Nachrichten etwa bei Twitter verfassen, die klingen, als wären sie von einem Menschen geschrieben, und die zur politischen Einflussnahmen genutzt werden können. Anderswo heißt es, dass diese Angst völlig unbegründet ist, weil es solche Programme in der freien Wildbahn gar nicht gibt. Im Guardian stand neulich etwas über ein Programm, das so gut künstlichen Text (Sachtext oder fiktional) erzeugt, dass es nicht veröffentlicht wird.

Darum geht es heute nicht, sondern um eine ganz simple Methode, Text zu generieren, der nur auf den allerersten Blick natürlich wirkt, und auf schon auf den zweiten hofft man, dass vielleicht irgendwas ein bisschen Sinn macht, und beim dritten gibt man auf. Hier zwei Beispiele:

vollen Backen verzehren und mir antwortete:—ich fand ich mich auf mein Lieber, laß uns so schwach, alles Gewehr geht vorbei wie er gewartet, hätte mir mit mir selbst. Und da standen um mich, ob täuschende Geister um zweimal im Kreise seiner Ehren und meinen Sinnen, und da—wenn ich solle mit einer bräunlichen Farbe war, als das nicht zu rauben, das
(Goethe)

asked. They sat in the shadow the leaves.“ „Good night,“ the same.“ „You do not wish he likes it.“ „He’s lonely. I know.“ „I want to be unjust. He should have everything I have everything I have killed himself last week,“ he continued the wind. A clean, well-lighted cafe was not lonely. I’m not wish he said. Turning off the
(Hemingway)

Wie das geht: Man füttert den Algorithmus mit einem mehr oder weniger kurzen Text. Das folgende schöne Beispiel habe ich von dieser Seite geklaut, die das Thema für die Sprache Golang betrachtet:

I am not a number. I am a free man.

Dann geht der Algorithmus den Text Wort für Wort durch und legt für jedes Wort eine Liste an, die die im Text vorkommenden Folgewörter enthält. Für das Beispiel sieht das so aus:

I [ am am ]
am [ not a ]
not [ a ]
a [ number free ]
number. [ I ]
free [ man. ]
man. [ ]

Nach dem „I“ steht zweimal „am“, weil das Wort „I“ zweimal von „am“ gefolgt wird und sonst von nichts. Nach „man.“ steht nichts, weil im Ausgangstext nach diesem Wort nichts anderes mehr kommt. Bei längeren Texten ist das unwahrscheinlicher. Und dann nimmt man ein zufällig ausgewähltes Wort aus dieser Sammlung (oder, wie im folgenden Beispiel, man fängt gleich mit „I“ an) und wählt aus der Liste der Folgewörter zufällig eines aus. Und dann macht man mit diesem Folgewort weiter, sucht sich einen von dessen Nachfolgern aus, und so weiter, bis entweder ein Wort kommt, das keinen Nachfolger hat (selten, eher bei kurzen Eingabetexten) oder bis man die gewünschte Wortzahl zusammen hat. Heraus kommen dann zum Beispiel solche Texte:

I am a free man.
I am a number. I am not a free man.
I am a number. I am a free man.
I am not a free man.
I am not a number. I am a number. I am not a number. I am a free man.
I am not a number. I am not a free man.
I am not a number. I am a free man.
I am a number. I am a number. I am a free man.
I am a number. I am a number. I am not a free man.
I am not a number. I am not a number. I am not a free man.

Nach „man.“ hören die Texte jeweils auf – klar, da geht es nicht weiter. Nach „a“ kommt mit gleicher Wahrscheinlichkeit entweder „number“ oder „free“. Nach „I“ kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 „am“. (Tatsächlich wäre es vielleicht sauber, jede Instanz eines Folgewort nur einmal in einer Liste zu speichern, zusammen mit der relativen Wahrscheinlichkeit, wobei die Wahrscheinlichkeiten aller Wörter sich dabei zu 1 summieren müssten. Aber bei relativ kleinen Texten ist das so einfacher.)

Für Hemingways „A clean, well-lighted place“ sieht ein Teil des Wörterbuchs übrigens so aus:

Hail [ nothing ]
He [ would disliked smiled was was did can has drinks might sat put should ]
I [ am am have have." am wish have never should know." never ]
I'm [ not ]
In [ the ]
It [ was was was was was is is was ]
Look [ at ]
Many [ must ]
Nor [ can ]
Now, [ without ]
Our [ nada ]

Weil das so viele Wörter sind, gehen wir erst einmal zurück zu unserem kurzen Ausgangstext. Man kann die Information in dem Wörterbuch auch als Graph angeben:

Dabei ist jedes Wort, jeder Lexikoneintrag, ein Zustand des Systems, dargestellt als ein Knoten, verbunden mit den möglichen Folgewörtern durch gerichtete Kanten, die durch eine Gewichtung ausgezeichnet sind, die die Wahrscheinlichkeit des Übergangs angibt – es muss lediglich gelten, dass die Summe aller Kantengewichte, die von einem Knoten ausgehen, 1 ist.

Klar, schöner wäre es, wenn man von „free“ auch noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu „number“ käme. Aber das kommt im – zugegeben sehr kurzen – Ausgangstext nun mal nicht vor. Eine Markow-Kette wäre das dann trotzdem.

Man kann die Übergangswahrscheinlichkeiten der Zustände auch als Tabelle angeben:

Was eine Markow-Kette nun genau ist, muss ein Mathematiker erklären. Hier geht es nur um die einfachen Fälle, mit endlich vielen Zuständen, und Übergangswahrscheinlichkeiten, die nur vom letzten Zustand abhängen. Man könnte ja auch die zwei vorhergehenden Wörter heranziehen, um das Folgewort zu ermitteln.

Markow-Ketten eignen sich wohl zur Simulation von Systemen, die sich damit gut simulieren lassen. :-) Wenn man für ein Computerspiel zum Beispiel zufälliges Wetter braucht, kann man entweder jeden Tag neues Wetter auswürfeln mit 50% Chance für Sonne oder Regen, oder man erstellt eine Markow-Kette, wo man vom Zustand Sonne aus am nächsten Tag mit 80% Wahrscheinlichkeit wieder im Sonnenzustand landet, aber mit 20% bei Regen – und der Zustand Regen funktioniert ähnlich. Dann ändert sich das Wetter auch ab und zu, und es gibt eben so viele Sommer- wie Regentage, aber es gibt längere Folgen und seltenere Wechsel.

Zum Schluss noch ein Auszug aus der modifizierten Schulordnung für Gymnasien in Bayern:

zugelassener Hilfsmittel bei ausreichendem Leistungsstand in Latein mindestens zwei Ausbildungsabschnitten 12/1 ist, abgesehen vom Kurzreferat; 2. Nach Beginn der Gesamtnote „ausreichend“ oder staatlich genehmigten Ersatzschule abzunehmen, wenn nicht auf dem Abschlusszeugnis die Fortsetzung eines schulärztlichen Zeugnisses eine mindestens 1 und Schüler, die nach § 2 Satz 2 Satz 2, der mündlichen Prüfungen abgelegt und Gesellschaft. (3) Für Schulaufgaben in eine Änderung der Nachprüfung erfolgreich unterzogen haben, erhalten sie oder des Ausbildungsabschnitts 12/1 oder dem doppelt gewichteten Durchschnitt der Schulleiter kann für den Fächern Deutsch, Mathematik (Abiturprüfungsfächer 1 und 3. am Kolleg kann bei der Jahrgangsstufe mit der Übertritt in einem vom Staatsministerium gesondert fest. 2Schülerinnen und das Vorrücken gefährdet, so bemühen sich auf Ausschluss von Leistungsnachweisen und Recht sowie in der Hauptprüfung dauern in Anlage 9 nach dem gewählten Ausbildungsrichtung hat die zweite Fremdsprache 1 Punkt bewertet. 8. über das Ziel der Schulleiter festzusetzenden Frist, die sich auf einem Schüler während der Realschule, die Belegung und Worten) ausgedrückt, die Punktzahl der fünf Abiturprüfungsfächern wird ermittelt, indem die ihnen die Schule wird in Satz 1 genannte Zeitpunkt. (4) Während des Gymnasiums sind ferner am Musischen Gymnasien als Abiturprüfungsfächer ist und welche beiden Fächer (Abiturprüfungsfächer 4 erreicht haben sich die auch darauf

Links:

We’ll catch up some other time

(Bilder vom Fest weiter unten, erst Durcheinandereres.)

1. Ich und die Menschen

Ich habe das Glück, die Welt großartig finden zu können. Mindestens bis in die 5. Klasse hinein war ich verwundert und erstaunt und froh darüber, dass es überhaupt etwas gibt, statt nichts. Dann ließ das mit dem Philosophieren nach und das mit dem Sammeln von Comics und Lesen von Science Fiction begann.

Auch Menschen mochte ich schon immer. Aber ich wunderte mich nicht über sie, sie waren einfach da. Mit einem Zwillingsbruder und großer Verwandtschaft und häufigen Treffen war ich auch nie allein. Im Wohnblock waren es Rainer, Harald, Joachim, in der Grundschule dann Günter, mit dem ich Abenteuer erlebte, später Christian: Freunde. Zu all diesen verlor ich den Kontakt.

In den frühen Jahren des Fantasy-Rollenspiels und Science-Fiction-Fandoms waren es noch viel mehr Freunde: Norbert; Karl-Heinz, Michael, Robin, Joachim (ein anderer), Jürgen, Alexander; Dirk und Jan und Bernhard. Petra und Claudia und andere aus der Con-Szene. Ewig viel Zeit haben wir miteinander verbracht, und manchmal waren es doch nur zwei, drei, vier Jahre: So lange dauerte eine Ewigkeit damals. Ich nähre mich noch heute von den Erinnerungen. Mit den meisten dieser Freunde bin ich gerade mal bei Facebook befreundet, habe aber keinen Kontakt, auch weil ich Facebook nicht besuche. Wenn es hoch kommt, einmal im Jahr Grüße. Mehr will ich auch gar nicht, und doch ist es ein bisschen traurig.

Zwischen Schule und am Anfang des Studium traten Michael und Markus, Toni, Aldonna, vielleicht Christiane in mein Leben. Eine tolle Ewigkeit war das, unendlich viel gelernt und erfahren. Ich bin voller Dankbarkeit für diese Menschen und unsere Zeit zusammen. – Manche davon sehe ich alle zwei Jahre, andere gar nicht mehr. Ich könnte mehr Kontakt suchen, aber ich habe gar nicht das echte Bedürfnis.

Zu meinen späteren Studienzeiten trieb ich mich mit Gisi und Lisa herum, Frank, Uwe, Andrea, Inés,der späteren Frau Rau. Eine ist verschollen, einer weit weg, mit den anderen halte ich regelmäßig Kontakt. (Ja, weiß schon, mit Frau Rau natürlich auch.)

Und dann kam das Internet, also vor allem das Mitmachweb, die Bloggerei, später dann Twitter. Dieses Internet ist voller toller, kluger, witziger, menschlicher, freundlicher, guter Menschen. Die wenigstens davon kenne ich gut, manche ein bisschen besser, viele über Blogs, sehr viele über Frau Rau. Die Welt ist schön, also meine Welt (und ich weiß, dass ich das von einer sehr privilegierten Warte aus betrachten kann), und voller interessanter und bewunderswerter Menschen, oder einfach nur Menschen – wenn man sie kennt, müssen sie gar nicht erst klug oder interessant sein, sie sind allein schon kennenswert, weil sie Menschen sind, glaube ich; sie müssen nichts leisten. (Böse Menschen sind keine dabei. Die gibt es wohl schon auch. Aber es gibt so, so viele, die keine sind.)

Vor zwei Wochen traf ich auf unserem Fest – siehe unten – auf viele dieser Menschen. Mit ein paar konnte ich reden, mit vielen nur ein paar Worte wechseln, andere nur aus der Ferne bestaunen. Kontakt halten selbst zu denen, die ich kenne, ist schwierig, zur großen Verwandtschaft, zu Freunden von früher: Ich bin zu träge. Es gibt zu viele tolle Menschen.

Tatsächlich sitze ich sehr gerne alleine mit Frau Rau zu Hause. Wenn sie mich nicht ab und zu mitnehmen würde zu Abenteuern und Freunden, was würde ich alles verpasst haben. Vielen Dank. Ich lese gerne und viel, und bastle, programmiere, lerne, die Liste der Projekte, die ich mal angehen möchte, wird länger und länger: Ich kann mich gut allein beschäftigen und tue das oft. Für all die guten und lieben Menschen hat man ja später noch Zeit.

Allein, man hat sie nicht. Ein Mensch ist kurz nach dem Fest, hoffentlich nur vorläufig, ganz verschwunden; ein anderer, zwanzig Jahre nicht gesehen und ansonsten unverändert, konnte am Tag darauf wegen persönlicher Umstände plötzlich doch nicht mehr zum Plaudern vorbeikommen.

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This day was just a token
Too many words are still unspoken
Oh, well, we’ll catch up some other time
(mehr hier)

„Some Other Time“ aus Leonard Bernsteins On the Town (nicht vorhanden in der berühmten, aber enttäuschenden Filmfassung), Text von Betty Comden und Adolph Green, die auch in der Musical-Fassung zwei Rollen spielten und danach bei vielen, vielen anderen Produktionen als Autoren beteiligt waren. Hintergrund: Drei Matrosen auf Landgang, Abenteuer und Begegnungen in New York, und am nächsten Morgen müssen sie wieder an Bord sein.

– Ich sehe mich schon in fünfunddreißig Jahren auf der Couch sitzen, wie immer etwas sentimental, und vielleicht wird sich dann die kognitive Dissonanz auflösen, mit der ich lebe, dass es so viele liebe Menschen auf der Welt gibt, und dass ich nicht genug Zeit mit ihnen verbringe.

Am liebsten wäre es mir einfach, wenn alle twitterten: Dann sehe ich, dass es ihnen gut geht (oder auch nicht). Das reicht mir schon für den Anfang.


2. Warum ich so wenig rede

Frau Rau erzählt ab und zu, wie sie mich, als ich noch nicht um sie zu werben begonnen, aber mich in ihrem Umkreis bemerkbar gemacht hatte, zu einem Frühstück mit ihren Freunden eingeladen hatte: Ich war wohl nur aufmerksam da gesessen und habe kaum ein Wort gesagt. So ist das heute noch manchmal. Heute kommt Faulheit dazu: Ich kann zur Not Konversation machen, kann Smalltalk, kann sogar einen gewissen Charme entwickeln – aber die tolle Frau Rau kann das noch viel besser als ich, und in gemeinsamer Runde lasse ich das oft sie bestreiten. Dazu kommt noch etwas, das früher noch viel mehr im Vordergrund stand, aber immer noch da ist: Ich bin immer davon überzeugt, dass andere Menschen viel interessantere Geschichten haben als ich und da will ich nicht stören. Frau Rau hat mir beigebracht, dass das nicht unbedingt stimmt, aber dennoch fällt es mir nicht gleich, Konversationssignale richtig zu deuten.


3. Das Fest

Frau Rau wollte schon seit vielen Jahren eine Feier für Freunde und Familie veranstalten, so richtig mit festlichem Rahmen. Und seit zwei oder drei Jahren wusste sie auch schon einen Ort dafür: Die alte Kongresshalle in München, gegenüber dem Verkehrsmuseum. Und da wir jedes Jahr den Beginn unserer Beziehung feiern und sich der der mehr oder weniger rund jährte, war das auch das Thema des Festes.

Normalerweise werde ich schlag zehn Uhr müde, an diesem Abend war ich munter bis zwei, verhältnismäßig munter bis drei Uhr. Ich habe versucht, mich mit allen, die ich kannte, kurz zu unterhalten, und habe das nicht einmal ansatzweise geschafft – aber es hat mich gefreut, wenn ich die Gäste aus der Ferne beobachtet habe. Es hat mich überhaupt alles gefreut, ich würde gerne sagen: Es war mir ein Vergnügen – das war es auch, aber diese Formulierung möchte ich Frau Rau vorbehalten lassen, der Hauptgastgeberin, sie trug den mental load der Organisation.

Alle die folgenden Fotos ©Smilla Dankert – vielen Dank der tollen Fotografin, die eine Woche nach dem Fest alles noch einmal hat auferstehen lassen. Es sind so viele Fotos von Frau Rau und mir, nicht weil ich eitel bin, sondern weil ich ohne Zustimmung der Gäste keine Fotos poste:

Die Alte Kongresshalle von außen.
Innen.
Frau und Herr Rau – ist sie nicht toll?
Frau und Herr Rau.
Herr und Frau Rau.
Frau und Herr Rau beim Foxtrott, auf meinen Wunsch hin.
Unten, von oben, mit bunten Gästen. Ein wunderbarer Anblick.
Vor dem Essen ein kurzer Videofilm.
Am mittleren Abend.

Mehr Fotos habe ich entdeckt bei Joel, Frau Brüllen, Miss Caro, und via Frau Mutti und Miriam Vollmer, bei Kluges & Scheiß. und im hermetischen Café.

Frau Rau und ich haben damals heimlich geheiratet; es gab keine Hochzeitsfeier. Also hatten wir auch keine Erfahrung mit Festen. Und wie bei allem, was man zum ersten Mal macht, lernt man sehr viel dabei:

  1. Mit Profis arbeiten, also einer Eventmanagement-Agentur. Man braucht eventuell: Catering, Musik, DJ, Dekoration, Blumenschmuck, Ausstattung, Haustechnik.
  2. Nicht verrückt machen lassen: Alles. Wird. Gut.
  3. Man freut sich über jede Zusage, die früh hereinkommt. Jetzt ist mir das enorm peinlich, wenn ich früher leichtfertig geschrieben habe: „Oh, ich habe den Termin ja übersehen, aber klar komme ich.“ Man glaubt ja sonst, dass keiner kommt.
  4. „Keine Geschenke“ heißt, dass Gäste trotzdem Geschenke bringen. Wir freuten uns darüber. Aber wir freuten uns auch über keine Geschenke – das größte Geschenk ist, da zu sein.
  5. Man braucht Tage, um wieder runterzukommen.
  6. Auch am letzten Tag gibt es noch Absagen und Planänderungen. Das ist okay.

Nachtrag: Noch mehr Bilder vom Fest in der Alten Kongresshalle (alle ©Smilla Dankert, und vielen Dank fürs Machen und Veröffentlichenlassen):

Turbulente Wochen, hm?

Mit heute Abend habe ich neun Tage hintereinander kein Abendessen gekocht. Es muss also Einiges los gewesen sein. Einmal Biergarten, einmal Wirtschaft, jeweils mit Besuch von außerhalb Münchens. Einmal Ukuleletreffen, einmal Einladung, einmal Reste, einmal Salat aus dem Ernteanteil. Zweimal kochte Frau Rau. Und einmal ein großes Fest von Frau Rau und mir, über das ich später noch einmal schreiben werde, wenn ich mit dem Verarbeiten fertig bin. Die Festnachwehen dauern noch an.

Ich konnte selber auch nicht kochen, weil ich sehr erschöpft und in Eile war. Die letzten schriftlichen Abiturkorrekturen nahmen mich mit, auch das Kolloquium. Ich bin wohl nicht mehr ganz so fit wie in jungen Jahren.

An einem Tag hatte ich dann in der Schule nicht nur Besuch von meinen zwei Praktikanten, sondern von der Tochter einer sehr alten Freundin, die mit dem Gedanken spielt, zwei meiner Fächer auf Lehramt zu studieren, und sich einmal eine echte Schule anschauen wollte. Ich fühlte mich bemüßigt, große Show zu machen.

Ansonsten… man wird sehen müssen.

5 Signs You’re Employed In A Toxic Workplace:

  1. There’s Emotional Manipulation („We’re Like A Family!“)
  2. Gratitude Is Expected From Employees
  3. Bullying And Humiliation Are Considered Motivation Tactics
  4. Public Reception Is More Important Than Fixing Problems
  5. There Is No Communication

Drei von Fünf sind okay, oder? Andererseits ist Punkt 4 so allgemeingültig und 5 immer Auslegungssache, so dass man das vermutlich immer mit einem Fug und etwas weniger Recht behaupten kann.

Arbeitszeiterfassung in der Schule

Im Nachhinein: Das ging gestern durchs Netz und interessiert mich heute schon gar nicht mehr besonders. Aber ich halte es trotzdem mal fest, Chronistenpflicht und so.

Der Europäische Gerichtshof hat ein Urteil erlassen, das gerade viel diskutiert wird und auch für mich in meinem Beruf als Lehrer interessant ist. Hier eine unaufgeregte Zusammenfassung:

Das Urteil des EuGH C-55/18 zur Arbeitszeiterfassung – Breathe!
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Kurzfassung, meine, unamtlich: Damit Arbeitnehmer nicht indirekt zu Überstunden gedrängt werden können, ohne diese ausreichend dokumentieren zu können, muss der Arbeitgeber eine Möglichkeit schaffen sich zu vergewissern, wie viel die Angestellten arbeiten.

Das betrifft mich formal erst einmal nicht, interessiert mich aber trotzdem. Mein Arbeitgeber will in der Tat nicht wissen, wie viel ich eigentlich arbeite. Auf Spitzenbelastung mit mehr als 10 Stunden oder fehlende 11 Stunden Pause zwischen zwei Arbeitstagen achte ich nicht; das kommt wahrscheinlich gelegentlich vor, aber nicht oft. Wie das mit Klassenfahrten ist, ist auch so eine Frage. Am wichtigsten ist mir aber die reguläre Arbeitszeit: Offiziell beträgt die 40 Stunden pro Woche. Bezahlt werden wir aber nicht nach Zeit, sondern nach Unterrichtsstunden: 23 Stunden Unterricht pro Woche mit Vorbereitung und Korrekturen, dazu die angesetzte Anzahl an Konferenzen und Elternabenden und laufende Extrawünsche des Kultusministeriums, die immer mal wieder anfallen. Dass das in der Unterrichtszeit mehr ist als 40 Stunden, ist klar, und dass man in den Ferien weniger arbeitet, auch – darüber hinaus ist das meiste unbekannt.

Ich glaube nicht, dass ich sehr viel mehr arbeite als meine 40 Stunden. Irgendwann habe ich mal zusammengerechnet und bin auf 42 Stunden gekommen, aber das war auch nur geschätzt. Ich würde mir vor allem gerne aussuchen, mit welchen Arbeiten ich diese Zeit fülle, aber das geht aus guten Gründen nicht. Ich lese viel und programmiere und treibe mich online herum; das zählt nicht zu meiner Arbeitszeit, aber führt dazu, dass ich viele meiner Arbeiten sehr schnell erledigen kann. Ich bin flink am Computer, sicher flinker als die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen, und auch das hilft mir dabei, schnell zu arbeiten.

Allein: Was soll geschehen, wenn das Kultusministerium feststellt, dass manche Lehrer oder Lehrerinnen länger brauchen, oder manche Fächer mehr Arbeit erfordern? (Wir wissen doch alle wie das mit Deutsch und Mathe ist, wenn wir nicht unredlich sind.) Sollen die einen dann mehr Aufsichten führen, mehr unterrichten, oder dürfen die sich dann selbstständig beschäftigen? Müssen manche Fächer weniger unterrichten oder keine Aufsichten führen? Erst wenn es darauf eine Antwort gibt, spielt es es eine Rolle, ob man Arbeitszeit zählt oder nicht.

– Die aktuelle Arbeitszeitstudie wird vielleicht Ende des Jahres veröffentlicht, sonst kenne ich nur eine von Mummert + Partner Anfang 1997: Ja, Lehrer und Lehrerinnen insbesondere an Gymnasien arbeiteten deutlich mehr als im sonstigen öffentlichen Dienst, jedenfalls im Durchschnitt – das Minimum lag darunter, das Maximum arg weit darüber. Passiert ist dann wohl nichts.

Podcasts, Tom Waits, Diner lingo

Ich höre immer wieder Podcasts, ein paar stelle ich hier vor. Und bei dem letzten davon schreibe ich dann auch etwas über den Einsatz in der Schule!

Arkam Insiders: Seit weit über hundert Folgen unterhalten sich Mirko und Axel schon (auf deutsch) über jeweils eine Geschichte von H. P. Lovecraft oder anderen Autoren aus dessen Umfeld, mitunter auch über Biographisches zu HPL.
http://arkhaminsiders.com/

Sigma 2 Foxtrot: Ein SF- und Phantastik-Podcast, in dem sich Axel mit wechselnden Gästen über fantastische Geschichten unterhält. Bin schon auf manche interessante Texte gestoßen dadurch, und genau so interessant ist es, wenn ich die Texte bereits kenne und eine Meinung dazu habe.
http://sigma2foxtrot.com/

H. P. Lovecraft Podcast: Englischsprachig, kostet Geld; aber einmal pro Monat gibt es eine frei zugängliche Folge. Chris Lackey und Chad Fifer sprechen seit über 450 Folgen über Horrorgeschichten – angefangen mit Lovecraft, chronologisch durch alle seine Texte, dann weiter bei den Autoren, die Lovecraft in seinem umfangreichen Essay „Supernatural Horror in Literature“ erwähnt, und inzwischen über alles mögliche.
https://hppodcraft.com/

Textlastig: Falk und Simon spielen in unregelmäßigen Abständen Textadventures, sehr gelegentlich auf Englisch, meistens sind es deutsche Spiele. Sie spielen in Echtzeit, mit all den Pannen und Problemen und Sackgassen, die diese Spiele gerne mal mit sich bringen. Dementsprechend ist das eher etwas für Freunde des Genres.
https://textlastig.com/

Reply All: PJ Vogt und Alex Goldman bringen seit 2014 einen Podcast über Themen, die etwas mit Internet oder Technik zu tun haben. Beliebte Kategorien: Lösungen für technische Probleme oder Betrugsopfer, teilweise mit großen Umwegen; manchmal auch nur Kurioses oder Interessantes. Mein Favorit: yes-yes-no, wo ein Gast oder der Chef von PJ und Alex einen kryptischen Tweet vorbeibringt, den er nicht versteht, und der dann von PJ und Alex erklärt wird. Manchmal muss man dabei sehr weit ausholen. Von Gamergate und Pizzagate hören Leute wie ich bei Reply All zum ersten Mal, das aber recht früh.
https://gimletmedia.com/shows/reply-all

Slate Political Gabfest: Ich höre etliche Podcasts aus dem Hause Slate, Lexicon Valley etwa, einen Podcast über ein sprachwissenschaftliches Thema von John McWhorter. (Allerdings geht es meist um Lexik und Phonologie, manchmal Wortarten und Sprachwandel; eigentlich nur selten um Syntax.) Aber der Großvater ist das Gabfest, eine Art journalistischer Frühschoppen einmal pro Woche mit relativ festem Team – Themen meist amerikanische und Weltpolitik.
https://podcasts.apple.com/us/podcast/slates-political-gabfest/id158004641

Song by Song: Diesen Podcast habe ich erst vor kurzem entdeckt, bin erst bei Episode 20 oder so, insgesamt gibt es bishlang um die 180 Folgen. Martin Zaltz Austwick und Sam Pay und – zumindest bisher – Gäste gehen chronologisch sämtliche veröffentlichte Platten von Tom Waits durch, je Lied eine Folge. Von Tom Waits habe ich selber etwa 30 Platten, aber das sind auch etliche Sammlungen und Livealben dabei. Das erste Album (Closing Time) enthält bereits ein perfektes Lied (Grapefruit Moon), daneben aber viele Nummern, in denen Waits noch seine Richtung sucht – sehr interessant für Fans, aber vielleicht nichts für den Einstieg. Aber bereits die zweite Staffel des Podcasts, die sich mit dem zweiten Album beschäftigt (The Heart of Saturday Night), kann ich sehr empfehlen.
http://www.songbysongpodcast.com/

Was das mit der Schule zu tun hat

So wie die drei Leute von Song by Song hätte ich gerne, dass sich Schüler und Schülerinnen über Lyrik unterhalten! Ein bisschen Inhaltsangabe, Betrachtung der Sprechsituation, persönliche Erinnerungen und Assoziationen und auch Abschweifungen. Vergleiche mit ähnlichen Texten. Ein paar stilistische Auffälligkeiten, aber nicht alle, und nur welche, zu denen man etwas sagen möchte. Vielleicht ist das der Hauptunterschied und dann wohl nicht in der Schule replizierbar: Die Sprecher wollen über die Texte reden, haben eine Meinung zu ihnen, auch wenn sie sie gar nicht mögen. Den meisten Schülern und Schülerinnen sind die Text eher egal oder sie wissen nicht, dass sie eine Meinung dazu haben dürfen, oder sie erhalten nicht genug Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Ein weiterer Unterschied: In der Schule muss man die eigene Meinung eigentlich immer begründen, im Podcast nicht so sehr – einmal, weil da Musiker kraft ihrer beruflichen Autorität sprechen, außerdem, weil ihre Meinungen nachvollziehbar, interessant, glaubwürdig und ernst gemeint sind.

Und doch: Wie schön wäre es, sich so über Lyrik zu unterhalten, auch in der Schule.

Ich fürchte, es bringt auch nichts, in der Schule mal als Beispiel diese Podcasts zu hören: Sie sind auf Englisch, und man muss die Lieder kennen oder zumindest mögen. Und Tom Waits, selbst die zugänglicheren frühen Platten, sind… ein erworbener Geschmack. (Aber sooooo gut.)

Exkurs: Diner lingo

Zumindest in den frühen Alben erzählt Tom Waits immer wieder von nächtlichen Barbesuchern und LKW-Fahrern, von Kellnerinnen und kleinen Gaunern. Gegessen und gefrühstückt wird im Diner. Und zu diesem Diner oder greasy spoon, einer amerikanischen Institution, die es heute vielleicht gar nicht mehr gibt und die ich aus Filmen und Büchern der 1930er und 1940er Jahre kenne, gibt es einen eigenen Slang, den auch Tom Waits häufig zitiert. Vermutlich ist der so ein ähnliches Relikt wie der cockney rhyming slang und gar nicht mehr authentisch, aber ein paar Reste davon kenne ich vom alltäglichen Gebrauch von Besuchen bei der amerikanischen Verwandtschaft in meiner Kindheit und Jugend:

  • Spiegeleier sunny side up: so wie unsere vertrauten Spiegeleier, aber wenn es dafür eine eigene Bezeichnung gibt, heißt das, dass es auch andere Formen des Spiegeleis gibt
  • (eggs) over easy: Spiegeleier, die man noch einmal kurz wendet, so dass auch das Eigelb leicht angebraten wird
  • moo juice: Milch; bottle moo kenne ich aus einem Lied aus den 1940ern.
  • burn one: wirf einen Hamburger auf den Grill, wenn er durch sein soll, heißt er hockey puck (und on the hoof ist das Gegenteil davon).
  • to eighty-six heißt: von der Liste streichen/zurücknehmen; kenne ich auch von außerhalb der Essenssituation
  • java für Kaffee – und da kommt letztlich auch der Name für die Programmiersprache her

Hier ist ein kleiner Überblick über Begriffe: http://mentalfloss.com/article/31493/understanding-diner-lingo-55-phrases-get-you-started, und hier kann man ein Quiz dazu machen: https://www.dinerlingo.com/quiz/. Auch Wikipedia hat viele Beispiele.

Avengers: Endgame (leichte Spoiler)

Schon letzte Woche war ich in Avengers: Endgame. Wer’s nicht weiß: Das ist ein Marvel-Superheldenfilm, und zwar der 22. in einer Reihe von zusammengehörenden und – mäßig – aufeinander aufbauenden Filmen, die vor elf Jahren mit Iron Man (Blogeintrag) begann. Nach dem ersten Drittel der Filme gab es einen größer angelegten Film, in dem die Charaktere der vorangehenden, nur sehr lose verknüpften Filme, versammelt wurden; nach dem zweiten Drittel wieder, und nach dem dritten gab es sogar zwei dieser Riesenevents: 2018 Avengers: Infinity War, den ich echt schlecht fand, der aber ein Riesenerfolg war; und jetzt eben dessen Fortsetzung – der mir angesichts des Vorgängers überraschend gut gefallen hat.

Avengers: Endgame ist drei Stunden lang und spielt alles Geld ein, das es gibt, und bricht alle modernen Rekorde, die man sich vorstellen kann. Teilweise mit einem Riesenabstand. Das ist für mich das Interessanteste am Film, und wahrscheinlich ist das ein nicht wiederholbares Phänomen. Denn der Film baut vor allem darauf auf, dass die Zuschauer möglichst viele der vorangegangenen Filme gesehen haben. (Und Fernsehserien.) Das gibt es nicht bei Star Wars, Star Trek oder James Bond. Man hat als Filmeschauer eine Menge Zeit und Energie investiert, und die Filme waren auch fast alle überaschend respektabel, und man hat sich dafür eine Belohnung verdient, irgendwas Kathartisches, Anerkennung für die gemeinsam verbrachten elf Jahre – und die bietet dieser Film dann auch.

SPOILER folgen:

Das erste Drittel des Film ist unerwartet deprimierend. Der letzte Film endete nach endlosen hektischen Prügeleien auf dieser niedergeschlagenen Note, und der neue macht da weiter und kostet das eine Stunde lang aus – ganz ohne Hektik, gemächlich. Respekt. Dann kommt ein witziges Drittel, und das letzte Drittel ist dann Haudrauf, wie es das Publikum erwartet und verlangt. Ich könnte ja darauf verzichten.

Ganz kurzer Podcast dazu – anscheinend kann man den Film sogar sehen, wenn man gar keinen der 21 Vorgänger gesehen hat:

AVENGERS ENDGAME: „No amount of money ever bought a second of time“
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Alles gutes Popcornkino, aber richtig gute Filme sind nicht dabei. Wenigstens war diesmal die Musik ganz ordentlich. Die Schauspieler und Dialoge sind es ohnehin immer. Wer weiß, am Ende macht Marvel nicht weiter wie bisher sondern überrascht das Publikum mal wirklich? Insgesamt: Respekt, viel Respekt von meiner Seite, aber keine Liebe, oder nur indirekt – über die Erinnerung an die Comics meiner Kindheit und frühen Jugend