Apfel oder Banane?

Ich mag an den USA, dass das Land so viele Möglichkeiten bietet, so vielfältig ist, so vieles zulässt. Blödsinn natürlich auch, etwa die Debatte Creationism vs. Evolution. Hier geht es zumindest auf oberster Ebene darum, wie der Mensch entstanden ist. Es gibt dazu vor allem zwei wichtige Ansätze: Evolution (Modell Banane): Das ist der Ansatz, nach dem das Leben auf der Erde evolutionär entstanden ist. Das heißt, dass sich Tierarten durch Mutation aus anderen Tierarten entwickelt haben; dass die Auslese durch die Natur dazu geführt hat, dass manche Tierarten aussterben und andere nicht; und dass all das letztlich auch für … Continue reading „Apfel oder Banane?“

Lake Wobegon

„That’s the news from Lake Wobegon, Minnesota, where all the women are strong and all the men are good looking and all the children are above average.“ So endet jede Geschichte aus Lake Wobegon, der Kleinstadt in Minnesota, am Mikrophon erzählt von Garrison Keillor. Seit 1974, mit einem oder zwei Jahren Pause Ende der 80er Jahre, gibt es jede Woche im öffentlichen amerikanischen Radio die Sendung A Prairie Home Companion. Zwei Stunden gibt es dann Live-Bands, Gesang, Kunstpfeifer, eine Reihe von erfundenen Werbespots, die Abenteuer von Privatdetektiv Guy Noir und vieles andere, was zu einem bunten Abend gehört, eben auch … Continue reading „Lake Wobegon“

Magic 8 Ball

Ah, Amerika! In den USA ist er liebe Erinnerung an frühe Teenagerjahre, hierzulande kennt man ihn allenfalls aus einzelnen Episoden amerikanischer Fernsehserien: den Magic 8 Ball. Beim Billardspiel ist die 8er-Kugel schwarz, und kann zu einem frühen Spielende führen, wenn sie einem in die Quere kommt. Manchmal scheint sie den Spieler teuflisch zu verfolgen, kein Wunder, steckt sie doch voller Magie. Die noch magischere Version davon ist ein beliebtes Kinderspiel aus Plastik, etwa doppelt so groß wie eine echte Billardkugel. Dafür hat der Magic 8 Ball aber auch auf der Unterseite ein Fenster, in dem die Kugel wie von Geisterhand … Continue reading „Magic 8 Ball“

Ray Bradbury, Löwenzahnwein (mit Rezept)

Bradbury ist einer der ganz, ganz Guten. Dandelion Wine (dt. Löwenzahnwein) ist wie viele der Romane von Bradbury eigentlich eine thematisch verbundene Sammlung von Kurzgeschichten. Die Verbindung ist diesmal Douglas Spaulding, zwölf Jahre alt, und der Sommer, den er Anfang der 30er Jahre in Bradburys fiktiver Kleinstadt Green Town, Illinois erlebt. Er führt eine Liste, was er in diesem jahr, in diesem Sommer, alles zum erstenmal gemacht hat. Amazon.de drückt es gut aus: „Es ist ein Sommer voller Schrecken und Wunder, den der zwölfjährige Douglas Spaulding in Green Town, Illinois, erlebt. Es kommen vor: ein Trödler, der Leben rettet; ein … Continue reading „Ray Bradbury, Löwenzahnwein (mit Rezept)“

The Jazz Singer II

In meinem letzten Eintrag habe ich meine Vorkenntnisse zu The Jazz Singer dargelegt, den Arte letzte Woche in einer 1998 restaurierten Fassung gezeigt hat. Wie geschrieben, war ich nicht wirklich vorbereitet auf das, was kommen sollte. Überraschung 1: Der Film, oft gepriesen als erster Tonfilm, ist das nur zum Teil. Nur die Musiknummern und ein paar Zeilen gesprochener Text um sie herum hat synchronisierten Ton, der Rest ist Stummfilm, komplett mit Texttafeln. Aber es gibt etliche Musiknummern: In dem Film geht es um Gesang, er ist gedreht nach einem Theaterstück mit Gesang; der Hauptdarsteller war berühmt als Sänger. Ich glaube, … Continue reading „The Jazz Singer II“

The Jazz Singer I (Hintergrund)

Vor einer Woche kam The Jazz Singer auf Arte, spät nachts. Ich bin stolz auf meine Familie, denn selbst meine Mutter hat diesen Film unabhängig von mir aufgenommen. Es folgt eine längere Geschichte. Ich bin aufgewachsen mit amerikanischen Film-Musicals der 30er bis 50er Jahre. (Than which, there are few things better, believe you me.) Die frühen, schwarz-weißen Fred-Astaire-Filme; die nächste Generation mit Gene Kelly; die wunderbaren Filme nach Fred Astaires Comeback: The Band Wagon, Easter Parade. Eines der berühmtesten dieser Musicals, und eines der letzen reinen Filmmusicals ohne Broadway-Vorlage, ist Singin‘ in the Rain (deutsch: Du sollst mein Glücksstern sein). … Continue reading „The Jazz Singer I (Hintergrund)“

Lee Server, Danger Is My Business

Danger Is My Business. An illustrated history of the fabulous pulp magazines Lee Server Danger Is My Business. An illustrated history of the fabulous pulp magazines, 1896-1953. San Francisco: Chronicle Books 1993 144 pp. Wer heißt Clark mit Vornamen, hat eine Festung der Einsamkeit in der Arktis und wird in den stets nach Synonymen ringenden Zeitungen gern als Mann aus (einem bestimmten) Metall bezeichnet? Wem auf diese Frage nur eine Antwort einfällt, der sollte sich schleunigst wieder hinsetzen und seine Hausaufgaben machen. Hilfreich ist dabei dieses Buch. Es erzählt die Geschichte der amerikanischen pulp magazines, der mit billigsten Druckverfahren und … Continue reading „Lee Server, Danger Is My Business“

Balls II

Eine vielgeliebte Einrichtung des nordamerikanischen Kontinents sind Roadside Attractions. Es gibt dort so viele leere Landstraßenkilometer und so wenig Geschichte, dass sich entlang der Straßen die Kuriositäten breit machen: George Washington schlief hier; Alligatorenfarmen; das Tupperware-Museum; ein Felsen, der aussieht wie ein großes Kaninchen; oder eben auch das größte Garnknäuel in Minnesota, vielleicht sogar der Welt: Weird Al Yankovic hat diesem Knäuel eine großartige Hymne gewidmet. Hier gibt es den Text, reinhören kann man bei Amazon.de. Garrison Keillor hat in den Geschichten aus Lake Wobegon, zu denen ich dringend bald etwas schreiben muss hier etwas geschrieben habe, eine Geschichte über … Continue reading „Balls II“

Burma Shave

Das erste Mal bin ich wohl in einem Johnny-Hart-Cartoon darauf gestoßen („Neander aus dem Tal“ / „B.C.“). Dort rollt einer den Berg hinunter und liest nacheinander die Schilder: „Kurve scharf / Abfahrt wild / Schauf auf die Straße / Nicht aufs Schild“. So etwas merke ich mir, ich weiß auch nicht warum. Dann kamen mir immer wieder mal Hinweise auf „Burma Shave“ unter, nicht zuletzt etwa bei dem gleichnamigen Lied von Tom Waits. Oder bei Thomas Pynchon, Gravity’s Rainbow, S. 65 meiner Ausgabe (ich hab’s nie zu Ende gelesen, aber wohl immerhin mal bis dorthin geschafft). Das war Jahre, bevor … Continue reading „Burma Shave“