Anatomie im ersten Jahr Englisch

Heute haben wir im Englischunterricht gelernt, dass ein Schaf, das tote Lämmer gebiert, manchmal (aus Depression?) stirbt. Fremde Lämmer nimmt es aber nicht so einfach an.
Glücklicherweise wusste Großvater einen Trick: Dem tot geborenen Lamm das Fell abziehen und das fremde Lamm hineinstecken. Dann wird es von der Adoptivmutter akzeptiert und alle sind gerettet.

Wollen die Schüler natürlich wissen, ob es nicht auch reichen würde, das Adoptivlamm mit dem Blut des tot geboren Lammes zu bespritzen.

Da musste ich dann allerdings passen.

Geschäftiger Montag

Gerade komme ich von einem Ausflug nach draußen zurück. Hitze. Heiß. Ich musste ein paar kleine Flaschen Mineralwasser besorgen für die Präsentationen – morgen beginnt Die große Sommer-Ringvorlesung der Klasse 11c. So steht es auf dem kleinen Poster, und gemeint ist die Reihe “Präsentation ersetzt Schulaufgabe”. Morgen gibt es pro und kontra zum Verbot verfassungsfeindlicher Kennzeichen, zwei Tage später geht es um die aktuellen Urheberrechtsverschärfungen.
Und man kann nicht früh genug lernen, dass Referenten mindestens eine Flasche Mineralwasser und ein Glas kriegen. Auch bei Schülern.

Nächstes Jahr muss ich das noch besser organisieren, früher im Jahr machen, mehr Werbung dafür. Das ging dieses Jahr nicht anders, da die Erlaubnis zu diesem Versuch vom Modus-21/GSO-Änderungs-Hinundher abhängig war. Es stört den Unterricht nämlich doch, wenn das Ministerium mal hü und mal hott sagt,

Die Stunde wurde eigens etwas verschoben, damit wir uns morgen vom Abi-Streich überraschen lassen können. Ich nehme mal mit, was sich an Aufnahmegeräten hier so findet.

William Powell und Myrna Loy

Bei waiterrant hat vor einiger Zeit ein Gast einen Sidecar bestellt und danach ein anderer Gast einen Old Fashioned. “What’s up with the old timer drinks tonight? Next thing you know William Powell and Myrna Loy are gonna sashay through the front door.”

Ah, fond memories! Vielleicht gehöre ich zur vorletzten Generation, denen das noch etwas sagt.

William Powell und Myrna Loy spielten Nick & Nora Charles, Detektivehepaar in einer Reihe von Filmen, angefangen mit The Thin Man (1934). Nick Charles ist ein Privatdetektiv, der seinen Beruf aufgibt, als er die reiche (und zauberhafte) Nora heiratet.
Nur dass er das Detektivspielen doch nicht ganz sein lassen kann; Nora drückt ein Auge zu, da sie selber auch sehr gerne mitmacht. Unterstützt werden sie von Asta, ihrem Terrier.
Die Fälle selbst sind witzig und unterhaltsam, aber vor allem haben mich die beiden Hauptpersonen geprägt, wie ich rückblickend feststellen muss. Das waren Vorbilder für mich.

Von ihnen weiß ich, dass es gleichberechtigte Partnerschaften geben kann. Dass man als Held ruhig etwas dümmlich ausschauen kann: William Powell trägt einen dünnen Oberlippenbart, der aber so gar nicht nach Clark Gable aussieht.
Dass es sehr wichtig ist, in jeder Situation einen Kalauer parat zu haben. Dass man immer ruhig und vielleicht etwas süffisant bleibt. Dass es immer einen Anlass für einen Martini Cocktail gibt. He, ich habe nie gesagt, dass es gute Vorbilder waren… Dass es Cocktails gibt, was es für Cocktails gibt, wie man sie trinkt. Dass man schick angezogen in einen Nachtclub geht, dort vor dem Steak einen Cocktail zu sich nimmt, und der floor show zusieht.

Die Generation meiner Eltern hatte wohl in den 60er und den frühen 70er Jahren mal mit Cocktails experimentiert. Jedenfalls standen Shaker zu Hause herum, Flaschen mit Zutaten, arg eingestaubt und verklebt. Aber immerhin gab es uns bei uns noch am Rande die Tradition der Cocktails: Bei den USA-Besuchen gab es einen Shirley Temple für die Minderjährigen, und Daiquiris für den Rest. Im Sommer Piña Coladas.
Ansonsten waren Cocktails in Deutschland nicht weit verbreitet. Erst in den ganz frühen 90er Jahren, wenn ich mich recht erinnere, begannen Cocktails zum Standard in jeder Kneipe wurden. Was ich da schon oft, auch heute noch, Grässliches vorgesetzt bekommen habe… lauter Sachen mit lustigen Namen, aber einen Martini kannten viele nicht. Wenigstens die Daiquiri- und Margarita-Klassiker kannte man. Aber Sidecar und Old Fashioned gibt es immer noch nicht überall.

Wie schön dagegen, dass ich einst beim Bestellen eines Gimlet gefragt wurde, wie ich ihn denn gerne hätte: Mit Wodka oder in der Raymond-Chandler-Version. Womit wir fast wieder beim Ausgangspunkt wären.

Die Romanvorlage zu The Thin Man stammt von Dashiell Hammett, der auch The Maltese Falcon und Red Harvest geschrieben hat. Über Hammett könnte man noch viel mehr schreiben.
Parodiert wurden Nick und Nora Charles (neben Sam Spade, Charlie Chan, Mrs Marple und Hercule Poirot) übrigens im Film “Murder By Death”, deutsch: “Eine Leiche zum Dessert”. Dort spielen David Niven und Maggie Smith das Ehepaar Dick & Dora Charleston.
Und bei meiner 11. Klasse musste ich zwar kritisieren, dass beim Foto zur Selbstdarstellung zweier Schüler doch wieder Alkohol im Spiel war, musste aber selbstverständlich die entschuldigend-erklärende Verteidigung der Schüler, es handle sich immerhin um einen Martini Cocktail, akzeptieren. Auch wenn sie ihn falsch gehalten haben, nämlich wie einen Cognacschwenker. Aber ohne Nick und Nora Charles ist es halt schwer.

Ich geh mir jetzt einen Cocktail machen, und dann stell ich mich vor den Spiegel und übe geistreiche Kommentare.

Petition gegen Broadcast-Treaty

Der Podcastverband ist derzeit in intensiven Gesprächen mit Verbänden in England und Irland, um eine gemeinsame Position zur WIPO-Konferenz in Barcelona zu entwickeln und dort vorzutragen. WIPO ist die World Intelectual Property Organisation, die sich
in einem Meeting in Spanien vor allem mit den Rechten der TV- und Radiostationen beschäftigen wird. Dabei ist in der Diskussion, dass Werke der Sendeanstalten auch dann von ihnen per Copyright geschützt werden, wenn sich freie Inhalte darin befinden, also CC-lizensierte Podcasts.

Die Electronic Frontier Foundation befürchtet:

If adopted, the WIPO treaty will give broadcasters 50 years of copyright-like control over the content of their broadcasts, even when they have no copyright in what they show. A TV channel broadcasting your Creative Commons-licensed movie could legally demand that no one record or redistribute it-and sue anyone who does.

http://www.sammelstelle.net/podcastverband/?p=103

Wer sich informiert hat, will vielleicht die Petition dazu unterschreiben. Mir erschien das sinnvoll.

Gefunden bei der Arbeitsgruppe Podcasting an der Uni Koblenz.

Geburtstagssüßigkeiten

Schön, dass sich in vielen Schulklassen der Hobbitbrauch gehalten hat, zu seinem Geburtstag andere zu beschenken. Dann gibt’s ein kleines Päckchen Smarties oder so für jeden Mitschüler, und auch heute für den Lehrer. Wir freuen uns auch darüber.

Auf zum Endspurt

Die Pfingstferien sind vorbei, der Endspurt beginnt. Das ist einer der großen Vorteile am Lehrersein, dass das Jahr klar gegliedert ist, und dass man einmal (wenigstens einmal!) im Jahr alle seine Arbeit getan hat und das nächste Schuljahr von vorn beginnt.

Ganz stimmt das natürlich nicht, irgendetwas nimmt man ja auch immer ins neue Schuljahr mit, und seien es nur die nicht abgelegten Papierstapel. Wenn ich dereinst mal wirklich meinen ganzen Schreibtisch und alle Regale aufgeräumt habe, werden mich viele liebe Erinnerungen an vergangene Schuljahre überraschen.

Heute waren alle da, ich habe mich gefreut, die Schüler wieder zu sehen. Die meisten Schüler bei uns gehen wohl gern in die Schule; natürlich auch der Mitschüler wegen. Es war allerdings sehr heiß; wir verhandeln noch wegen der besten Möglichkeit, das Klassenzimmer kühl zu halten. Mein Tipp: Vorhänge und Jalousien zu, Fenster zulassen, keine heiße Luft reinlassen. Dafür die Türe aufmachen. Nachdem mir die Kommentare zum Eintrag neulich gezeigt haben, dass das funktioniert, habe ich es heute auch ausprobiert. Es geht wirklich.

Meine alten Boxen habe ich im Klassenzimmer aufgestellt, sie hören sich tatsächlich mindestens so gut an wie unsere CD-Player. Damit muss ich jetzt keine CDs und keinen Kassettenrekorder mehr mitschleppen.

Nachmittags dann beim Zahnarzt.

Schüler und Insekten

Bei Heise liest man’s und bei der NYT: Klingeltöne für’s Handy, die so hochfrequent sind, dass nur junge Leute sie hören können. Und der Lehrer kriegt nichts mit.

Auf einer der Seiten habe ich gelesen, dass das ursprünglich gegen Insekten angewendet wurde, dann auch gegen herumlungernde Jugendliche im Einkaufszentrum: Nur die stört der penetrante Ton.

Einige der mp3-Downloads sind nicht sehr beeindruckend, aber die Mosquito-Sound-Datei, auch bei Heise verlinkt, funktioniert. Ich höre wirklich kein Fiepen. Aber wenn man die Tonhöhe mit einem geeigneten Programm ändert, merkt man, dass da doch etwas ist.
Jetzt muss ich nur noch schnell irgendwo einenn Teenager herkriegen, um auszuprobieren, ob das wirklich funktioniert.

(Das mit dem Hören an sich, nicht das mit dem Verscheuchen.)

Your website as a graph

Bei Memory for Me gefunden: Eine Seite mit Link zu einem Applet, mit dem man eine Webseite graphisch darstellen kann.

Das ist https://www.herr-rau.de/wordpress/:

website-as-a-graph.gif

Here is the meaning of the color code:

blue: for links (the A tag)
red: for tables (TABLE, TR and TD tags)
green: for the DIV tag
violet: for images (the IMG tag)
yellow: for forms (FORM, INPUT, TEXTAREA, SELECT and OPTION tags)
orange: for linebreaks and blockquotes (BR, P, and BLOCKQUOTE tags)
black: the HTML tag, the root node
gray: all other tags

Es gibt auch eine Flickr-Group dazu, bei der man sich die entstandenen Bilder anschauen kann.

Man kann beim Starten des Applets schön den Strukturen beim Entfalten zuschauen.