Buchstabensalat

Die folgende Liste stammt aus dem Jahr 1996, also vor dem Siegeszug von SMS, daher keine Beispiele aus diesem Bereich. Aus Archivierungsgründen stelle ich sie mal hier ein.

In einem Lehrerzimmer fragten sich einige Lehrer einmal, ob es Abkürzungen wie “cu” für “see you” schon gab, bevor E‑Mails aufkamen. Ei freilich, lautete die Antwort, und ich habe alle interessanten Beispiele, auf die ich gestoßenen bin, zusammengestellt. Außerdem enthält die Liste auch Beispiel für die gegenteilige Entwicklung, also etwa “emcee” statt “mc” oder “Jay Score” statt “J‑20”, und verwandte Gebiete.

Buchstaben oder andere Zeichen als Abkürzung für ganze Silben

(also einzelne Buchstaben statt mehrerer)

INXS
in excess, Musikgruppe [seit 1977]- und diverse weitere Beispiele aus der Musikszene, z.B. XTC, Ice‑T, im Extremfall sogar “symbol” beziehungsweise “the artist formerly known as prince”, der inzwischen nur noch ein abstraktes Zeichen als Repräsentation seines Namens – auf lautlicher und schriftlicher Ebene – gelten lassen will)
Ich habe nicht sehr nach Beispielen aus dieser Richtung gesucht, da die alle recht jung sein dürften.
CU
Eine Geschichte aus dem Jahr 1952 hat mich darauf gebracht, “Make Mine Mars” von Cyril M. Kornbluth. In dieser SF-Geschichte kommuniziert man zwischen Planeten über eine Art Teletype und benutzt – wohl gängige – Teletype-Abkürzungen. XPCT für “expect” und CU für “see you”, etwa in “GB FRB CU LTR” (“Good-bye, Frostbite [=Name des Planeten]. See you later.”)
see you – e‑mail-Kürzel, aber möglicherweise nicht nur dort
Johnny B. Goode
Johnny be good – Titel eines Chuck-Berry-Hits aus den 50ern über einen Jungen von Land, der phantastisch Gitarre spielt und sein erstes großes Konzert gibt; Refrain: “Johnny B. Goode tonight”
124C4U
one to foresee for you, Name eines Roboters in einer SF-Story von Hugo Gernsback, 20er Jahre oder so
IOU
I owe you, Schuldschein-Kurzformel, 17. Jahrhundert – übrigens: in Ulysses merkt sich Stephen Dedalus die Tatsache, dass er sich von dem irischen Dichter George William Russell, bekannt unter dem Namen A.E., ein Pfund geliehen hat, mit der Vokalfolge: AEIOU (siehe Martin Gardner, “The Puzzles in Ulysses”, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 109f.)
Can‑D und Chew‑Z
candy beziehungsweise ein Bezug zum lautlich allenfalls verwandten juicy: zwei futuristische Drogen in Philip K. Dicks Roman The Three Stigmata of Palmer Eldritch
Toys R Us
toys are us, ‘Spielzeug sind wir’, amerikanische Kette von Spielzeugläden, das R ist dabei eigentlich spiegelverkehrt)
Bar-B‑Q
barbecue; wohl älter
isotonic NRG drinks
Stephen Fry, Moab is my Washpot, p. 203
NRJ
oder mit vollem Namen: Radio NRJ – ausgesprochen wie energy, obwohl das dann korrekterweise NRG geschreiben werden müsste – aber die deutschen haben halt Schwierigkeiten mit der Aussprache von englisch G und J
B6y!
ist ähnlich falsch. Es soll “be sexy” heißen und war eine Überschrift in der Zeitschrift Amica (04/00, S. 195)
K9
Polizei-Hundestaffel in den USA, ausgesprochen wie canine
AXN-News
zu lesen: Action – irgendeine Sendung auf PRO 7 oder so
While-U-Wait
while you wait; Sofortservice, älter
The We Rent M Car Company
we rent ‘em; Erle Stanley Gardner, The Case of the Spurious Spinster
a Drive Urself service
drive yourself; Ellery Queen, Double, Double, p. 98 (Tuesday, April 11)
U NO HOO
you know who; Erle Stanley Gardner, The Case of the Fabulous Fake – im Roman die Signatur unter anonym erschienenen Anzeige in einer Zeitung)
OK
für okay – oder umgekehrt?
evtl. G‑string
Mini-Tanga, Herkunft unklar, möglicherweise für gee! ‘Toll!’
X für die Silbe “ex”
etwa in PX – postal exchange, wo die amerikanischen G.I.s ihre Lebensmittel etc. kaufen
FX
im Filmwesen Abkürzung für effects, vor allem special effects, gibt’s mittlerweile auch bei Haarfestigern oder ‑spray
The Mind’s I
auch interpretierbar als das bekanntere “The Mind’s Eye”: mehrdeutiger Titel eines von Douglas R. Hofstadter und Daniel C. Dennett herausgegebenen Buches, deutsch geschickt übersetzt als: Einsicht ins Ich (Einsicht in Sich?), vergleiche dazu die Schreibung “Eye” für “I” weiter unten – “I” ist in diesen Fällen allerdings weniger als Zeichen sondern als Wort zu sehen; hiermit läge ein FeldWald&Wiesen-Fall von Homophonie vor
L
“L” für “elevated train”, oft auch “el” abgekürzt. Etwa in: John O’Hara, BUtterfield 8, achte Seite von Kapitel 5 (bei mir: S. 119): the only station that came in good, because of the “L,” which was half a block away.
2LTIME
Dadurch, dass es in den USA möglich ist, sein Autokennzeichen gegen eine Gebühr selbst zu wählen, wählt man gerne Buchstabenkombinationen, die ein englisches Wort ergeben, das den Fahrer charakterisiert; aus Platzmangel oder Orginalitätsstreben finden sich dabei oft ähnliche Erscheinungen wie in den oben angeführten Fällen.

Als Beispiel habe ich bisher 2LTIME für TOOLTIME, Kennzeichen eines Autos in der amerikanischen Sitcom Tooltime (dt. Hör mal wer da hämmert). Dazu gibt es noch D‑FENS für defense aus dem Film Falling Down mit Michael Douglas (Joel Schumacher, USA 1993). Es gibt noch viel mehr Beispiele, ich muss mal mehr amerikanische Actionserien anschauen.

9W
Scherzfrage: Auf welche Frage ist die Antwort “9W”? Lösung : “Mr Wagner, do you spell your name with a ‘V’?” “9W” (gemeint ist der deutsche Name, wenn nicht gar Komponist, Wagner) (in: John Smyth, Playing Word Games. A compendium of new and traditional word games. London: BCA 1995, S. 3)
Rebus-Tradition
ähnlich dem französischen G a; auch als Kinderrätsel (Beispiele sogar in den workbooks); “2B or not 2B” beziehungsweise noch verschlüsseltere Fassungen, etwa “2BR02B”, Titel einer Kurzgeschichte von Kurt Vonnegut (wohl aus den 1950ern?), hier wird die 0 “naught” ausgesprochen)
evtl. U.P.
für you pee (in Ulysses: siehe Martin Gardner, “The Puzzles in Ulysses”, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 110f.)
Einzuordnen ist hier wohl auch: “Smiling wickedly, she held her nose with two fingers the way kids do when something stinks – P U!” (Jonathan Carroll, A Child Across the Sky, p.103)

“P U” ebenfalls in The Jack Benny Show Nov. 6, 1938 (“The Crowd Roars”)
Auch: The George Burns & Gracie Allen Program, “Gracie Writes A Play” (1940–12-16) (~21.55) & “George’s Job in Washington” (1946–02-21) (~17:10)
Auch: Fibber McGee & Molly, “Fibber Changes His Name to Ronald” (41–03-25)
Auch: The Red Skelton Show, “Vacation Time & Mad NCB Producers” (46–06-04)

Qt (“cutie”), e‑z (“easy”) und b‑z (für “busy, obwohl lautlich nicht ganz zutreffend)
sind mir als Beispiele genannt worden, ich habe aber selber keine schriftlichen Belege dafür
@ für At‑, 1/4 für Quater-
in dem futuristischen Kriminalroman The Demolished Man von Alfred Bester gibt es die Eigennamen 1/4maine (Quatermain) und @kins (Atkins [@ ist ja das postalische und jetzt durch das Internet verbreitete Kürzel für “at” – wie heißt das Teil eigentlich wirklich, oder gibt es tatsächlich nur die Bezeichnung “Klammeraffe”?]); interessant ist der Roman auch aus weiteren Gründen: Es gibt darin eine Art Gilde von Gedankenlesern, den sogenannten Espern. Ihre telepathische Kommunikation untereinander ist typographisch durch Figurengedichte und andere visuelle Formen ausgedrückt. Mitglieder der Gilde haben unterschiedliche Ränge, etwa Esper 1, Esper 2, Esper 3 – eine Nebenfigur des Romans ist dabei ein ehemaliges, ausgeschlossenes Gildenmitglieder: ein Esper 3.
Z für ‑zy
In einem Cartoon von Gary Larson aus der Reihe The Far Side (The Far Side Gallery 3, S. 48) taucht das Brandzeichen Lay‑Z Q (gesprochen “lazy”) auf – unabhängig davon stellt sich die Frage, ob es vielleicht tatsächlich derartige Brandzeichen gab, die – ähnlich dem Rebus – ein englisches Wort ergaben
A (Initiale) für a (Artikel)
oder doch zumindest als beabsichtigte Nebenbedeutung: der Held und fiktive Autor des Romans Flatland von Edwin A. Abbott, der in einer zweidimensionalen Welt spielt (ein mathematisches Kabinettstücken, das viele gedankliche Weiterführungen erfahren hat), ist ein Quadrat und nennt sich: A(.) Square)
π
für das englische “pie”: schön wär’s. Ich habe nur die Erzählung “Pi am Himmel” von Rudy Rucker gefunden (in: Rudy Rucker, Mixmischmasch. Geschichten aus der Hypersphäre. Frankfurt: Fischer 1988, S. 154ff.); auf englisch ist das ein Wortspiel mit “pie in the sky” – ob im Originaltitel aber “pi” oder “[der griechische Buchstabe]” steht, weiß ich nicht (zuzutrauen wär’s dem Autor, einem Mathematiker)
π
als Eigennamen, “pi” ausgesprochen (in Stefano Benni, Terra!)

Ich bleib dir 3, 4+4
traditionelle Lebkuchenaufschrift, auch bei Arno Schmidt
Sprachspiele/Rebusse:
ND=Ende, KC=Katze, LB=Elbe, ZL=Zettel, GZR=Gezeter; LA NDT (Ella endete), BAT RÖTT (Beate errötete), MA BTT (Emma betete);
Mit anderen Zeichen: 2G (Zweige), H& (Hund), M= (Mist); 2 ge8tete Kla4spieler m8en gem1amen Urlaub im 7gebirge;
über die Sprechsilbengrenzen hinaus: L8auben, Kur2l, Meere6en;
hier gilt nicht der Lautwert der Ziffer, sondern ihre Scheibung: Routi9tersuchung (alle diese Beispiele und noch mehr zu direkten Rebussen bei: Eugen Oker, Wortspielereien. Ravensburg: Maier 1984, S. 23f.)

In dem kurzen Prosatext “Rätselhaftes Ostermärchen” von Joachim Ringelnatz ist die Digraphie ei jeweils durch ein kleines typographisches Ei (“O”) ersetzt, ebenso die Buchstaben eier durch zwei davon (“OO”). Beispiel: WOhnachtsfOO. (Weiterhin steht an einer Stelle OOOO für das Wort “Eier”.)


Buchstaben für Silben, wohl als Schreibvariante zu interpretieren:
amerikanisch “thru” für “through” und so weiter

Ganze ausgeschriebene Silben für Zeichen

(also viele Buchstaben/Zeichen statt eines einzigen)

emcee
“mc”: master of ceremonies, Conferencier
Jaycee
“jc”: Austral., N.Z., U.S. and Canadian Mitglied einer junior chamber of commerce; ich glaube aber auch einmal eine Kurzgeschichte gelesen zu haben, in der damit Jesus Christ, eventuell abwertend, gemeint war – vielleicht täuscht mich aber meine Erinnerung)
jayvee
ist mir nur in einem Cartoon aus der Reihe The Wizard of Id von Johnny Hart und Brent Parker (im Band Help Stamp Out Grapes) begegnet; kurz für (member of) a junior varsity. Der König meint resignierend zu seinem Berater: “Other kings get armies, I get jayvees!”
Jay Score
“J‑20”: Name eines Roboters in einer Reihe von SF-Kurzgeschichte von Eric Frank Russell
ellfivers
people living in a space station at one of the L‑5 points (Legrange points; five stable positions where earth and moon gravity cancel each other out); in: John Varley, Demon, New York: Ace 1987, p. 46
Ecchs für X
in der amerikanischen Werbung heißt das Produkt, mit dem das eigene verglichen wird, und das sich natürlich als minderwertig herausstellt, traditionell “Brand X”, also “Marke X”; in “Stan’s Soapbox” in Peter Parker, Spider-Man Vol 1, No. 86, December 1997 wird Stan Lee nach Lieblingsmagazinen gefragt, die nicht aus seinem Haus (=Marvel Comics) stammen; er antwortet mit Newsweek und ähnlichem und kommentiert schelmisch: “Thought I’d have to mention one of the Brand Ecchs, didn’tcha?!!” – außerdem gab es auch mal einen Marvel-Titel, der Not Brand Ecchs hieß
tee
t: in den Varianten tee-shirt und tee-joint, oder, wie es mein Collins English Dictionary ausdrückt: “any part or component shaped like a T”; daneben gibt es auch tee: “a mark used as a target in certain games such as curling or quoits” – “perhaps from T‑shaped marks, which may have originally been used in curling”
okay
OK” – oder umgekehrt? Siehe auf jeden Fall “and kayoed a fourth with a perfect straight left”, George Macdonald Fraser, The Pyrates, p. 175
Eye
“I”: ein Sonderfall allerdings, da der Sprecher in Thor, Vol. 1, No. 293 (March 1980 issue) tatsächlich ein großes Auge ist; aus einzelnen Textstellen geht aber hervor, dass dieses eye grammatisch wie das Personalpronomen der 1. Person funktioniert: “Eye say”
Dazu gibt’s auch eine TV-Produktionsfirma namens “MME – Me, Myself & Eye”
(siehe oben “I” für “eye”)
Kaycee, Cee Vee
Namen zweier Städte im Westen der USA, entstanden aus Brandzeichen “KC” und “CV”. Weitere Städtenamen aus Brandzeichen: Ucross, Anchor, Twodot, Circle Back. (George R. Stewart, Names on the Land, p. 318.)
Katy
Darauf gekommen auch durch das Buch von George R. Stewart. “Katy” wie in “She Caught the Katy (and left me a mule to ride)”, das man als erstes Lied im Film Blues Brothers kennen könnte. Der Name steht füt “K‑T”, und das wiederum für Missouri-Kansas-Texas Railroad.
eventuell and für “N”
in dem versteckten derben Witz in Shakespeares Twelfth Night (Was ihr wollt); Malvolio findet einen angeblich von seiner Herrin geschriebenen anonymen Liebesbrief an ihn selbst, und überlegt laut, ob das wirklich ihre Handschrift ist:

By my life, this is my lady’s hand: these be her very C’s
her U’s, and her T’s; and thus makes she her great P’s.
(Akt II, Szene V)

“If you see kay” und “See you in tea”
aus Ulysses sind ähnlich obszön (siehe Martin Gardner, “The Puzzles in Ulysses”, Gardners Whys & Wherefores, Oxford: Oxford University Press 1990, S. 113f.)
Private Eye für P.I.
für Private Investigator (Privatdetektiv); der Ausdruck private eye ist möglicherweise älter als die Abkürzung, dennoch fällt die I/Eye-Parallele auf

Sonstiges

Se7en
- eigentlicher Titel des Films, der auch als Seven bekannt ist (USA 1996 oder so); Grund: im Vorspann verwandelt sich die 7 in “Se7en” in den Buchstaben “v”; filmrechtlich gilt aber das erste Erscheinen des Titels als die korrekte Schreibung (stand mal in einer britischen Filmzeitschrift)
$0
“because of petty fighting betweeen professionals who have $0 other than their fees at stake” (aus einem Fax, zitiert in Dan Raviv, Comic Wars, New York 2002, p. 217)
S.M.I2.L.E.
ein einst von Timothy Leary geschaffener Slogan, ausgeschrieben: Space Migration, Intelligence Increase, Life Extension; interessant ist dabei vielleicht die Verwendung des Exponenten, um die zwei “I” abzukürzen;
leider ist mit noch nie der phantasievollere Madison2 Garden begegnet
Poker-Fachsprache:
die 9er werden wegen der Form auch pothooks genannt, die Buben (J für Jack) – seltener die Siebener – auch fishhooks oder nur hooks (Dank an Uwe Krings, “Poker Parlance”, in: Festschrift anläßlich des 30. Geburtstags von XXX, Augsburg 1997 [Selbstverlag], S. 50–55)
$ für S
wie etwa in der Simpsons-Episode $pringfield
Xmas
für Christmas: X wegen des ähnlichen griechischen “Chi” für “Christos”

am Rande muss erwähnt werden: L7 (gesprochen tatsächlich “el seven”) als Bezeichnung für “Spießer” (steht allerdings nur in guten Slang-Wörterbüchern); Grund: die Zeichen L und 7 bilden – vor allem handschriftlich – zusammengenommen ein Quadrat, engl. “square” = “Spießer”

Beleg zum Beispiel in Peter Parker, The Spectacular Spider-Man Vol I, issue 111, als zwei Journalisten in einen Szene-Club möchten und die entsprechend gekleidete Reporterin sich für den konservativer gekleideten Kollegen verbürgt: “The L‑7’s with me. I’ll keep him on a leash.”


Akronyme, teils als Wort, teils als Buchstabenfolge ausgesprochen
(eine Auswahl, gehört wohl nur am Rand hierher)

AWOL (absent without leave – US-Army-Slang)
ASAP (as soon as possible)
snafu (situation normal, all fucked up – US-Army-Slang)
WYBADIITY (“Will you buy a[nother] drink if I tell you?”, alte Inschrift in Bars, die die Frage: “Was heißt denn das?” provozieren soll)


Buchstaben für ihnen entsprechende Formen
(eine Auswahl, gehört wohl nur am Rand hierher)

U‑Turn, T‑Bone, T‑Shirt, T‑Träger


Noch zu untersuchen:

  • Tradition der spiegelverkehrt geschriebenen Buchstaben unter ansonst normalen Zeichen (als Designmerkmal in der Werbung, erweckt entweder die Assoziation “flott, überdreht” oder “russisch”)
  • in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Ziffern für Buchstaben (“3” für “E”, “1” für “I”)
  • gibt es eine Vorgeschichte bei konkreter Poesie oder verwandten Richtungen?
  • gibt es eine Vorgeschichte bei Brandzeichen? (siehe oben)
  • gibt es eine Vorgeschichte bei Teletype-Abkürzungen?
  • bei amerikanischen Autokennzeichen? (siehe oben)

Textadventures im Informatikunterricht

Informatik, Klassen und Objekte. Zwischendurch ein bisschen Luft, um etwas auszuprobieren, auch weil ich die Klasse nicht nur in Informatik, sondern dazu in Englisch habe.

Also haben die Schüler Objekte für ein Textadventure erstellt. So ein Objekt sieht zum Beispiel so aus:

schoolbag1: openable
 sdesc = "green schoolbag"
 ldesc = "It's a green schoolbag with a black car on it. It is
          wonderful."
 noun = 'schoolbag'
 adjective = 'green'
 location = bathroom
;

Ich habe den Schülern die Klassen openable, readable, item und fixeditem zur Verfügung gestellt. Das Attribut ldesc gibt eine längere Beschreibung des Objektes, die man erhält, wenn man es näher betrachtet, sdesc ist die Kurzbeschreibung, location der Aufenthaltsort zu Beginn des Spiels. Zulässige Werte für location sind vor allem die Raum-Objekte, die das Spielfeld ausmachen (aber auch Objekte der Klasse openable). Die Räume habe ich vorgegeben, sie sehen zum Beispiel so aus:

in_front_of_the_house: room
 sdesc = "in front of the house"
 ldesc = "You are in front of a big house. In the south,
          there is the house, in the north, there is an open field.
          There is a blackboard standing there and a fountain."
 south = hall
 north = street
;

Die verwendete Programmiersprache war TADS 2. Natürlich erwarte ich von den Schülern nicht, dass sie Programmcode schreiben. Im Gegenteil, laut den Lehrplanmachern soll jede Art von Code weitgehend von Schülern ferngehalten werden – zu groß die Gefahr, durch Tipp- und Syntaxfehler frustriert zu werden. (Meine persönlichen Erfahrungen sind allerdings ganz anders. Aber ich bin wohl nicht typisch. Die Schüler sollen auch in der 7. Klasse zwar Webseiten erzeugen, aber nicht HTML-Code schreiben. Das wiederum sehe ich ein.)

Andererseits wollte ich auch nicht alles selber abtippen oder zuviele Fehler verbessern. Also habe ich Word-Dokumentvorlagen für den Computerraum erstellt, mit geschützten Bereichen, so dass die Schüler nur in bestimmte Formularfelder Text eintragen konnten, eben die Attributwerte und sonst nichts. Da konnten sie auch kaum Syntaxfehler machen.

Herausgekommen ist folgendes Programm (gezippte exe-Datei für Windows, ~700KB):
an_awfully_big_house.ziphaus.gif
Das ist beileibe noch kein echtes, spannendes Spiel. Man kann nur im Haus herumlaufen, Gegenstände aufnehmen und wieder hinlegen, einen Apfel essen, zwei Bücher lesen, alle Radiergummis in die Schultasche packen und so weiter. Außerdem ist das Haus voller pumpkins, das liegt daran, dass in Kalender und Schulbuch vor kurzem Halloween war.

Den Schülern machte das Erstellen der Objekte Spaß und noch mehr Spaß, mal eine Schulstunde lang in dem Haus herumzulaufen und alles auszuprobieren. Jeder Schüler hatte ja nur einige Objekte erstellt und kannte die der anderen Schüler nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass selbst ein kleines Spiel mit wenig Räumen sehr groß wirken kann, vor allem, wenn man sich keine Karte zeichnet. Textadventures suggerieren tatsächlich eine größere, weitere Welt als Point-and-click-Spiele, behaupte ich, und erfordern mehr Interaktion und Einsatz. Die besten davon haben tatsächlich vieles mit Büchern gemein.

Die Lernziele:

Erkennen, was Modellieren eines Ausschnittes der Wirklichkeit ist. Wissen, was Klassen und Objekte sind. Indirekt lernt man auch etwas über Vererbung, auch wenn das noch lange nicht auf dem Lehrplan steht. Dass manche Klassen bestimmte Methoden haben (“open”) und andere nicht. (Fußnote: Technisch hat in TADS jede Klasse die Methode open(), nur dass sie standardmäßig zur Ausgabe von “You cannot open this” führt.) Dass ein Objekt namens door durch den Namen allein eben noch lange nicht zur Tür wird, sondern dass das Wesen eines Objekts durch Attribute und Methoden bestimmt wird. (Im Badezimmer steht nämlich eine Tür herum, an die Wand gelehnt, die eben nirgendwohin führt, die man nicht öffnen oder schließen kann.)

Für Englisch: Vokabeln wiederholen, Texte schreiben, Englisch lesen. Auf Rechtschreibung achten.

Insgesamt: Teamarbeit. Die einen machen die Räume, die anderen teilen sich die Gegenstände auf.

Für die Zukunft: Ich würde das ganze mal gern größer ausbauen. Im Buch gibt es zur Zeit Robin Hood, da könnte man doch mal schön den Wald modellieren und das Schloss. Hohle Eichen und Baumhäuser und so weiter; eine Bibliothek beim Friar. Zeit dafür gibt’s keine, die müsste ich mir klauen. Am schönsten wäre natürlich ein Wahlkurs “Schreiben von Textadventures”. Aber ob ich da gegen Hauswirtschaft und Aquarellmalerei und dergleichen eine Chance habe?

Außerdem muss ich überlegen, ob ich mich TADS 2 weiter machen möchte oder mit dem Nachfolger TADS 3 mit anderer Syntax. TADS 3 ist wohl komfortabler und von Haus aus mit mehr Vokabular, kennt aber viele Abkürzungen, die weniger deutlich werden lassen, was ein Attribut, ein Attributwert und eine Methode ist.

Die Klasse MONSTER

In der 6. Klasse sollen die Schüler lernen, was Klassen und Objekte sind. Man fängt da mit Vektorgraphik-Objekten an: Ein gegebenes Rechteck hat folgende Attribute mit folgenden Attributwerten: Randfarbe = schwarz, Füllfarbe = rot, Breite = 6 cm, Länge = 4 cm, Randstärke = 2 mm und so weiter.

Dann kommt man zur Klasse RECHTECK: Eine Klasse ist quasi der Bauplan, das Muster, die platonische Idee hinter den Objekten. So erkläre ich das natürlich nicht. Aber zum Beispiel mit Quartettkarten: Zur Klasse Autoquartettkarte gehören bestimmte Attribute, die Attributwerte sind bei den einzelnen Objekten, die zu der Klasse gehören, natürlich verschieden.

Neulich habe ich’s auch mal mit Monstern versucht. Ein Schüler macht die Klasse, der andere ein Objekt dazu, danach der erste eine Zeichnung zum Objekt.

monsterklasse.jpg

Danach wird’s abstrakter, mit Textverarbeitungsprogrammen und den Klassen ZEICHEN und ABSATZ, mit Attributen wie Schriftart und Zeilenabstand.

Als Dienstleistung für die anderen Fächer gibt’s zum Schluss noch den Umgang mit Präsentationssoftware und den Klassen FOLIE, TEXTFELD und so weiter, dazu den Beziehungen zwischen Klassen (FOLIE enthält TEXTFELD enthält ABSATZ enthält ZEICHEN).

Entschuldigung

Heute im Informatikunterricht hat sich eine Zehntklässlerin nach der Stunde bei mir entschuldigt. Ich hatte ihr eine Fünf gegeben; in der Woche zuvor war sie bereits blank gewesen. Ganz leichte Fragen. Sie hat es als unhöflich mir gegenüber empfunden, schon wieder nichts gewusst zu haben.

Das hat mich überrascht, aber auch gefreut. Es deckt sich mit meinem Begriff von Höflichkeit und Unhöflichkeit.

(Das geht natürlich nur, wenn man die Ursache für die nicht erbrachte Leistung bei sich sucht, und zwar nicht mangelndem Können, sondern mangelndem Einsatz zuschreibt. War ja auch so.)

Unterstufe und Oberstufe

Immer das gleiche. Schüler der Unterstufe beschweren sich über rabiate Schüler der 10. oder 11. Klassen. Und die wiederum wehren sich dann mit der Behauptung, dass die Kleinen keinen RESPEKT mehr vor ihnen haben. Nicht mehr so wie FRÜHER, als die jetzigen Älteren noch in der Unterstufe waren.

Tatsächlich nimmt der beleidigende Umgangston in der Unterstufe zu, allerdings keinesfalls allgemein, sondern nur bei wenigen Einzelfällen, denke ich.

Ein Schüler der 10. Klasse meinte tatsächlich als entschuldigende Erklärung für meinen weinenden Sechstklässler, ihnen hätte es damals auch nicht geschadet.

Schauspielerei und Kasse machen, Film drehen

Abends ist zur Zeit immer was los: Samstag war eine Feier, Sonntag Bloglesung in München. Ich saß an der Kasse und habe Geld eingesammelt. Das weckte Erinnerungen: Schon im Anglistentheater in der Uni habe ich viel Kasse gemacht. Und Programme entworfen. Und Poster in der Uni aufgehängt. (Wohin am besten, wieviele Klebestreifen, wieviele Poster neben- oder untereinander, auch mal eines verkehrtherum, alles, damit es auffällt. Eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Vielleicht übertreibe ich auch.)
Und einmal hing ich im Klettergewand von der Decke, ließ mich von einer Seite zur anderen pendeln und sprühte eine auf dem Boden unter mir liegende riesige Leinwand mit Spraydosen ein. Sehr spät kam jemand auf die Idee, das noch mit einem Atemschutz zu ergänzen.

anglistentheater.jpg

Ach, die Dinge, die man in seiner Jugend so treibt. Meine Lieblingsinszenierung war A Little Older. Es hat mich jedesmal geschüttelt bei: “Look, it’s beginning to snow.” Die Discokugel an der Decke begann sich zu drehen, die Musik setzte leise ein, überall im Saal erschienen tanzende Lichtpunkte.

Schauspielern kann ich allerdings gar nicht. An der Kasse sitzen schon eher. So eben auch bei der Bloglesung am Samstag. Ich habe trotzdem alle Texte gehört und fand sie gut, einige kannte ich schon vom Lesen. Ich musste nicht im Publikum sitzen, sondern irgendwo fernab und hatte etwas zu tun. Das mag ich noch lieber. Ich hab’s nur bei einer Besucherin versucht mit “Haben Sie eine Kundenkarte?”, kam nur mittelmäßig rüber, muss noch an meinem Timing arbeiten. Zum Schluss haben mir die Veranstalterinnen auch noch am Mikrophon für die Hilfe gedankt. Ich vergesse immer wieder, wie wichtig Lob und Dank sind. Tolle Sache nämlich.

Gestern abend war ich dann noch bis spät in der Schule, Film drehen. Mein alter Freund Alexander dreht einen Amateurfilm und brauchte dafür noch einen Schauspieler, aber vor allem für einige Szenen einen Computerraum ein Rechenzentrum. Und da dachte er an mich und unsere Schule. Ich habe brav die Schulleitung gefragt, danach und deshalb auch brav ein Schreiben an den Sachaufwandsträger (Landratsamt) verfasst, bin mit der Schulsekretärin drübergegangen, die dann möglicherweise auch noch gute Worte für mich eingelegt hat, so dass wir jedenfalls problemlos drehen durften.

Wie gesagt, ein Amateurfilm. Aber immerhin so richtig mit Scheinwerfern und Folien, so wie ich sie eben auch noch aus der Theaterzeit kannte. Den Text habe ich gekonnt, was immer meine größte Sorge ist.

So. Heute Abend ist dann Einladung des Elternbeirats für alle Lehrer, das traditionelle und sogeannte Kartoffelessen. Morgen ist Feiertag, ich geb’s zu, aber den Tag haben wir dafür an einem anderen Tag hereingearbeitet. Donnerstagabend dann allgemeienr Elternsprechabend.

Heute im Baum

Während ich darauf warte, dass man mein Interview endlich mal wieder lesen kann, ein kurzer Überblick darüber, was heute im Baum los war:

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Ein Kleiber. Typisch kopfunter, ziemlich halslos.

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Buntspecht. Die hopsen tatsächlich genauso rückwärts den Baum hinunter wie das Kinderspielzeug mit dem Vogel, der langsam die Stange herunterwackelt.

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Blaumeise am Balkon.

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Rechts unten der Specht, links oben ein Wald- oder vielleicht auch Gartenbaumläufer. Leider mitten im Abflug.

Playing Games II (with Larry Trask and friends)

Spiele und Spielerunden können so schön sein. Früher viel gespielt haben wir zum Beispiel Junta, Kingmaker und Circus Maximus:

junta.jpg

Junta dauert recht lange und man braucht sieben Spieler, auch wenn man theoretisch mit weniger spielen kann. Ein Spieler ist dabei Präsident einer Bananenrepublik. Er hat wenig direkte militärischer Macht, aber er bestimmt den Innenminister (mit Geheimdienst), die drei Generäle, den Chef der Marine und der Luftwaffe. Jeder Spieler kriegt also genau einen Job. Die Generäle sind alle gleich mächtig, aber einer ist klein und dick und die Zuweisung dieser Rolle gilt als Ausdruck persönlicher Geringschätzung. So war es zumindest bei uns damals. Im Spiel.
Am Anfang jeder Runde zieht der Präsident eine Summe Entwicklungsgelder, klagt heftig darüber, dass es diesmal nicht viel ist, und verteilt das Geld nach Gutdünken an sich und die anderen Spieler. Meistens gehen einige Spieler dabei leer aus, aber zumindest der Innenminister sollte einen Happen abkriegen.
Dann kommt eine Zwischenrunde, in der man sich bei der Geliebten, im Club oder der Bank herumtreiben kann. Will man sein Geld aufs Schweizer Konto bringen, muss man in die Bank, und nur das Geld auf dem Konto zählt fürs Gewinnen. In dieser Runde finden allerdings auch die Attentate statt. Wenn man am richtigen Ort erwischt wird, verliert man sein Geld und seine Position. Nach der Runde kann geputscht werden – dann wird ein bisschen gezogen und gewürfelt, und am Schluss halten verschiedene Spieler verschiedene Schlüsselpositionen und überlegen sich noch einmal ganz genau, ob sie regierungstreu sein oder zu den Putschisten gehören wollen.

Noch häufiger haben wir Kingmaker gespielt, aber darüber habe ich schon mal geschrieben.

Das spannendste Finish hatte Circus Maximus. Es gibt viele Wagenrenn-Spiele, dieses finde ich am spannendsten, auch wenn es ebenfalls länger dauert, als man meint.
Jeder Spieler erhält eine römische Quadriga, ein Gespann von vier Pferden und einen Streitwagen. Man kann am Anfang Punkte verteilen: Schnelle, normale oder langsame Pferde; guter, mittlerer oder schwacher Wagenlenker; leichter, mittlerer oder gepanzerter Streitwagen (mit Sicheln). Dann geht das Rennen los, drei Runden.

circus_maximus.jpg

Man kann bei Circus Maximus den Wagen des Gegners zu rammen versuchen, man kann versuchen, die Pferde mit dem Wagen zu verletzen, man kann den Lenker mit der Peitsche schlagen oder die Pferde peitschen – die eigenen wie die gegnerischen. Durchs Peitschen der Pferde werden diese schneller, unter Umständen schneller als geplant. Man kann nämlich nicht beliebig abrupt bremsen oder beschleunigen; fährt man innen in der Kurve, braucht man wenige Felder, darf dafür nicht so schnell fahren wie außen in der Kurve, wo man dafür mehr Felder ziehen muss. Wer zu schnell in die Kurve kommt, läuft Gefahr, eben aus der Kurve getragen zu werden.
Die letzte Runde ist dann die spannendste. Bei den Wagen eiern die Räder, die Pferde keuchen, ein Lenker versucht sich zu Fuß zu retten, ein paar Wracks liegen auf der Strecke.

Einmal habe ich eine besonders schöne Version von Circus Maximus spielen dürfen. Das Spielfeld war in größerem Maßstab teppichgroß aufgebaut worden, und statt kleiner Pappscheiben schoben wir liebevoll angemalte Plastikpferde und ‑Streitwägen herum. Das war vor fünfzehn Jahren in England. Im Linguistik-Seminar an der Uni war es um exotische Pluralformen gegangen, etwa die Entstehungsgeschichte des archaischen kine. Und da erzählte der Professor, Larry Trask, ein gebürtiger Amerikaner, von den Missverständnissen in seiner englischen Spielerrunde: der Singular von Würfel ist nämlich auf AE “die” und auf BE “dice”, also genauso wie der Plural.
Ich hörte sofort: Spielerrunde! Tatsächlich trafen sich bei Larry während des Trimesters jeden Freitag einige Studenten und Ex-Studenten zum Spielen. Es gab immer ein paar Snacks und ein Abendessen, ein großes Spiel, und ein kleines Spiel zum Nachtisch. Abgestimmt wurde nach einem komplizierten Verfahren.

Es war wunderbar. Wir spielten bis spät in die Nacht, ein paarmal bis zum Morgengrauen. Ich glaube, ich habe Larry nie richtig für die wunderbare Zeit gedankt, oder den anderen Spielern, die mich abwechselnd zurück zur Uni ins Wohnheim gefahren haben. Ich war jung. (Eine Schuld, die ich versucht habe abzuarbeiten, indem ich Jahre danach Tim immer nach Hause fuhr. Ich bin dem Universum aber immer noch etwas schuldig.)

Ich kann mich noch an viele Abende erinnern, vor allem an einen, mit wunderbaren Spielen, gutem Essen, und viel Wein. (Habe ich immer Wein mitgebracht? Ich hoffe es jedenfalls.) Am Schluss musste auch noch der Portwein dran glauben, weil wirklich nichts mehr da war. Keiner war betrunken, dazu hatten wir zu kontinuierlich und über einen langen Zeitraum hinweg getrunken. Dass das eine tolle Nacht gewesen war, wurde mir erst eine Woche später bewusst. Man kriegt es doch immer erst danach mit.

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Ich erwähne das alles so ausführlich, weil ich gestern nach Larry Trask gegoogelt habe und in seinem Wikipedia-Eintrag lesen musste, dass Larry vor zweieinhalb Jahren gestorben ist. (Nachruf z.B. bei Telegraph.co.uk.)

Larry war obendrein ein guter Lehrer, jedenfalls für mich. “Pretty damn good” stand oft unter meinen Arbeiten, nachdem er sie korrigiert hatte. (Die interessanteste davon, hatte was mit Baskisch, Larrys zweitem Standbein, zu tun, habe ich leider mal Uwe geliehen und nie wieder gekriegt.) Transformationsgrammatik habe ich bei ihm gelernt. Und wieso “he sang his didn’t he danced his did” grammatisch nicht wohlgeformt ist (aber von e. e. cummings) und “Oysters oysters oysters slit slit slit” schon. Seine Beispielsätze handelten fast alle von Janet. Und was Janet nicht alles über sich ergehen lassen musste! Es war fast wie eine Fortsetzungsgeschichte.

(Im Referendariat, als ich noch Zeit zum Erstellen von Lückentexten hatte, habe ich in einer Klasse auch immer die gleichen Charaktere verwendet. Spannender als die im Buch waren sie allemal.)

Irgendwann muss ich mal über die Spielerrunde in Deutschland schreiben. Oder die Leute wenigstens mal wieder anrufen.