Mark Twain, A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court

Ich habe schon mal recht ausführlich darüber geschrieben, aber ich habe es wiedergelesen und mir ist Neues aufgefallen.

— Inhalt —

In der sehr kurzen Rahmenhandlung trifft Mark Twain als Tourist in einem englischen Schloss einen etwas verwirrt wirkenden Amerikaner, der ihm abends im Gasthof ein Manuskript mit seiner Geschichte in die Hand drückt: Hank Morgan wacht, nachdem er in einer ehrenhaften Schlägerei bewusstlos geschlagen wurde, im Mittelalter der legendären Artus-Zeit auf. Legendär: Das ist die Fassung des Artusstoffes, die zum Klassiker und Vorbild geworden ist, nämlich die von Thomas Malory, entstanden und vom ersten englischen Buchdrucker William Caxton gedruckt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. (Raymond Chandlers erster Detektiv hieß Mallory; sicher kein Zufall.)
Hank Morgan erwirbt sich Ruhm und Einfluss am Hof und sticht dabei seinen Rivalen Merlin aus. Am meisten kämpft Hank aber gegen die Vorurteile und Privilegien dieser Zeit, gegen Rittertum und (katholische) Kirche. Techniker, der er ist, entwickelt er heimlich ein Telegraphen- und Telefonsystem, macht die reisenden Ritter zu Handelsvertretern, führt Zeitungen ein und gründet eine Akademie („Factory“), in der mehr oder weniger heimlich junge Menschen nach seinem Vorbild ausgebildet werden. Sein Ziel ist die Abschaffung von Ritter, Monarchie, Feudalsystem und Sklaverei; das Ersetzen der katholischen Einheitskirche durch unabhängige protestantische Kirchen, die Einführung der Demokratie. Hanks Methode dabei ist, neben einem guten Maß Trickserei, Aufklärung durch Technologie.
Am Schluss spricht doch die Kirche ein Machtwort. Der Auslöser ist ein mächtiger Streit unter den Rittern, der wie bei Malory auf das schuldige Dreiecksverhältnis Lancelot-Artus-Guinevere zurückgeht. Alle Neuerungen Hanks werden abgeschafft, der Status Quo wiederhergestellt. Am Schluss kommt es zu einem Showdown zwischen Hank, der sich mit gut fünfzig seiner Zöglinge verschanzt hat, und einem Heer von fünfundzwanzigtausend Rittern unter Führung der Kirche. Nach der letzten Schlacht sind die Ritter tot, von umgeleiteten Flüssen ertränkt, mit Dynamit in die Luft gesprengt, von Maschinengewehren und Starkstromstößen getötet. Hank selber wird von Merlin verflucht und wacht, ohne seine Frau und Kinder, in der Gegenwart wieder auf.

— Scheitern als Teil der Artushandlung —

Das Ende der Geschichte empfanden viele Kritiker als aufgesetzt, nicht zum Rest des Buchs passend. Aber das Scheitern ist auf jeden Fall wichtig, das gehört zum Aufbau der Artus-Handlung – eine großartige Idee, die in die Binsen geht. Das ist bei Malory so, bei Steinbecks Tortilla Flat, bei Mecki und die Ritter der Tafelrunde (HÖRZU 51/1976 bis 15/1977, leider nie nachgedruckt, so dass ich meine Erinnerung nicht auffrischen kann), und ganz deutlich bei T.H. White. Der Versuch, Ordnung und Zivilisation in die Willkür zu bringen, scheitert; das Zeitalter des Fortschritts hat doch nur ein paar Jahre gewährt. Das muss so sein, aus dramaturgischen Gründen, und weil Fortschritt eine mühsame Sache ist. Also ist auch Hanks Zivilisationsprojekt zum Scheitern verurteilt.
Ungeschickt ist bei Twain allerdings, dass diesess Scheitern ausgelöst wird wie bei Malory: Artus, der als Herrscher die Wahrheit nicht wahrnehmen zu müssen meint; Lancelot, der seinen König, Guinevere, die ihren Mann betrügt. Dazu Mordred, eine Sünde aus Artus‘ Vergangenheit. Besser hätte mir gefallen, wenn es unmittelbar Hanks Hybris gewesen wäre, die sein System einstürzen lässt. Immerhin spricht er von sich als „a superior man like me“, und als er auf dem Weg ist, Vorbereitungen für eine Republik zu legen, gerät er selbst in Versuchung: „Well, I may as well confess, though I do feel ashamed when I think of it: I was beginning to have a base hankering to be its first president myself. Yes, there was more or less human nature in me; I found that out.“

— Der Weg zum Ende —

Die Handlung des Buchs ist episodisch und nicht immer zusammenhängend. Andererseits: Genau so ist Malory ja auch. Der Schluss kommt sehr plötzlich, das ist ungeschickt. Unmittelbar davor kommt eine lange Sequenz (Kapitel 27-39, von 44 Kapiteln), die man hätte weglassen oder kürzen können: Artus und Hank mischen sich verkleidet unters Volk, treffen auf verschiedene soziale Schichten, landen selbst in der Sklaverei. Zu lang, und sichtlich unter dem Eindruck der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten geschrieben. Danach wird recht rasch die Blütezeit des Königreichs beschrieben:

Now look around England. A happy and prosperous country, and strangely altered. Schools everywhere, and several colleges; a number of pretty good newspapers. Even authorship was taking a start; Sir Dinadan the Humorist was first in the field, with a volume of gray-headed jokes which I had been familiar with during thirteen centuries. If he had left out that old rancid one about the lecturer I wouldn’t have said anything; but I couldn’t stand that one. I suppressed the book and hanged the author.
Slavery was dead and gone; all men were equal before the law; taxation had been equalized. The telegraph, the telephone, the phonograph, the typewriter, the sewing-machine, and all the thousand willing and handy servants of steam and electricity were working their way into favor. We had a steamboat or two on the Thames, we had steam warships, and the beginnings of a steam commercial marine; I was getting ready to send out an expedition to discover America.

Mit dem Rittertum hat Hank, nachdem er zum Kampf herausgefordert wird, abgerechnet. Zum ersten Mal geht er selber mit Waffengewalt vor. Er erschießt einige Ritter, bis alle aufgeben, und kündigt an, es jederzeit mit allen Rittern des Reiches aufnehmen zu wollen, wenn er nur fünfzig seiner Assistenten zur Seit kriegt: „I said, name the day, and I would take fifty assistants and stand up against the massed chivalry of the whole earth and destroy it.“ Und so kommt es dann am Schluss auch. Zuerst bekriegen sich die Ritter der verfeindeten Parteien – Lancelot und Artus – gegeneinander, geschildert in Malorys Worten.

Then the king looked about him, and then was he ware of all his host and of all his good knights were left no more on live but two knights, that was Sir Lucan de Butlere, and his brother Sir Bedivere: and they were full sore wounded. Jesu mercy, said the king, where are all my noble knights becomen? Alas that ever I should see this doleful day.

Diese tödliche Schlacht wird gespiegelt in Hanks letztem Kampf. Vor dem Interdikt der Kirche weicht die vermeintliche Aufgeklärtheit der Bevölkerung, so dass Hank am Schluss nur mit seinen fünfzig Elite-Zöglingen gegen das vereinte (restliche) Rittertum steht.

— Das Ende —

Und was für ein grausames Ende. (Ungeschickt wieder: Vieles davon ist technisch Clarence zu verdanken, Hanks jugendlichem Assistenten; Hank legt nur noch letzte Hand an.) Alle Fabriken werden auf Kommando gesprengt. Hank und seine Truppe verschanzen sich in einem Munitionslager, innerhalb von zwölf konzentrischen Drahtzäunen, die einzeln mit Starstrom gespeist werden können. Die Fläche außerhalb ist mit „glass-cylinder dynamite torpedoes“ vermint.
Die Bomben sind am Vortag auf der Straße getestet worden. Und hier wird es dann doch zynischer, als ich es von Mark Twain kenne:

„I laid a few in the public road beyond our lines and they’ve been tested.“
„Oh, that alters the case. Who did it?“
„A Church committee.“
„How kind!“
„Yes. They came to command us to make submission. You see they didn’t really come to test the torpedoes; that was merely an incident.“
„Did the committee make a report?“
„Yes, they made one. You could have heard it a mile.“
„Unanimous?“
„That was the nature of it. After that I put up some signs, for the protection of future committees, and we have had no intruders since.“

(„Make a report“ heißt nicht nur: berichten, sondern auch: einen Knall erzeugen.)

Die Zweifel der Mannschaft werden mit einer flammenden Rede beruhigt: „‚English knights can be killed, but they cannot be conquered. We know what is before us. While one of these men remains alive, our task is not finished, the war is not ended. We will kill them all.‘ [Loud and long continued applause.]“

Das führt dann dazu:

Why, the whole front of that host shot into the sky with a thunder-crash, and became a whirling tempest of rags and fragments; and along the ground lay a thick wall of smoke that hid what was left of the multitude from our sight.
[…]
We now perceived that additions had been made to our defenses. The dynamite had dug a ditch more than a hundred feet wide, all around us, and cast up an embankment some twenty-five feet high on both borders of it. As to destruction of life, it was amazing. Moreover, it was beyond estimate. Of course, we could not count the dead, because they did not exist as individuals, but merely as homogeneous protoplasm, with alloys of iron and buttons.

Our camp was enclosed with a solid wall of the dead—a bulwark, a breastwork, of corpses, you may say.

I sent a current through the third fence now; and almost immediately through the fourth and fifth, so quickly were the gaps filled up. I believed the time was come now for my climax; I believed that that whole army was in our trap. Anyway, it was high time to find out. So I touched a button and set fifty electric suns aflame on the top of our precipice.
Land, what a sight! We were enclosed in three walls of dead men! All the other fences were pretty nearly filled with the living, who were stealthily working their way forward through the wires. The sudden glare paralyzed this host, petrified them, you may say, with astonishment; there was just one instant for me to utilize their immobility in, and I didn’t lose the chance. You see, in another instant they would have recovered their faculties, then they’d have burst into a cheer and made a rush, and my wires would have gone down before it; but that lost instant lost them their opportunity forever; while even that slight fragment of time was still unspent, I shot the current through all the fences and struck the whole host dead in their tracks! There was a groan you could hear! It voiced the death-pang of eleven thousand men. It swelled out on the night with awful pathos.
A glance showed that the rest of the enemy — perhaps ten thousand strong — were between us and the encircling ditch, and pressing forward to the assault. Consequently we had them all! and had them past help. Time for the last act of the tragedy. I fired the three appointed revolver shots — which meant:
„Turn on the water!“
There was a sudden rush and roar, and in a minute the mountain brook was raging through the big ditch and creating a river a hundred feet wide and twenty-five deep.
„Stand to your guns, men! Open fire!“
The thirteen gatlings began to vomit death into the fated ten thousand. They halted, they stood their ground a moment against that withering deluge of fire, then they broke, faced about and swept toward the ditch like chaff before a gale. A full fourth part of their force never reached the top of the lofty embankment; the three-fourths reached it and plunged over — to death by drowning.
Within ten short minutes after we had opened fire, armed resistance was totally annihilated, the campaign was ended, we fifty-four were masters of England. Twenty-five thousand men lay dead around us.

Es ist ein Pyrrhussieg. Sie können nicht bleiben, wo sie sind, inmitten so vieler Leichen. Und außerhalb ihrer Festung sind sie schutzlos. Merlin verhängt einen Zauber über den verwundeten Hank, der in einen tiefen Schlaf fällt. Die letzten Seiten des Manuskripts schreibt Clarence und kündigt an, den bewusstlosen Körper Hank Morgans in einer Höhle zu verstecken, bis er wieder einmal erwachen sollte. (Gehört zum Artusstoff: Der König, der verzaubert schläft, bis sein Land ihn wieder braucht.) Wenn einem der Eingeschlossenen die Flucht gelänge, würde dieser das in dem Manuskript vermerken und das Manuskript dem schlafenden Hank an die Seite legen.
Damit endet das Manuskript.

— Der widersprüchliche Hank Morgan —

Zimperlich sind die Zeiten nicht; Hank passt sich ein wenig an. Er rettet einige Gefangene von Königing Morgan le Fay, die daraufhin etwas gut hat, und nachdem er sich doch noch einmal probweise ein Lied hat vorspielen lassen, gestattet er ihr, wenigstens die Musikanten hinrichten zu lassen:

Then I saw that she was right, and gave her permission to hang the whole band. This little relaxation of sternness had a good effect upon the queen. A statesman gains little by the arbitrary exercise of iron-clad authority upon all occasions that offer, for this wounds the just pride of his subordinates, and thus tends to undermine his strength. A little concession, now and then, where it can do no harm, is the wiser policy.

Hanks Lösung für die meisten Probleme ist Technologie. Er gründet Betriebe als „nuclei of future vast factories, the iron and steel missionaries of my future civilization. Lehrer lässt er in einer „teacher-factory“ ausbilden, seine Elite-Akademie nennt er „Man-factory“. Das regelmäßige Vorbeugen eines Säulenheiligen misst er mit der Stoppuhr: „I timed him with a stop watch, and he made 1,244 revolutions in 24 minutes and 46 seconds“, um später einen Generator an ihn anzuschließen.

Hank Morgan denkt nicht nur in Begriffen der Technik, sondern auch der der Wirtschaft. Vom König will er nicht die Hand der Tochter und das halbe Königreich, sondern er fordert: „you shall appoint me your perpetual minister and executive, and give me for my services one per cent of such actual increase of revenue over and above its present amount as I may succeed in creating for the state.“ Merlins Kurs ist nach dessen Niederlage gefallen: „Merlin’s stock was flat.“ Die erste Institution, die er etabliert, ist ein Patentamt; das fahrende Rittertum vergleicht er mit Wirschaftsspekulation:

No sound and legitimate business can be established on a basis of speculation. A successful whirl in the knight-errantry line—now what is it when you blow away the nonsense and come down to the cold facts? It’s just a corner in pork, that’s all, and you can’t make anything else out of it.

Und der Streit am Schluss, der Zusammenbruch des ganzen Systems, wird ausgelöst dadurch, dass Lancelot seine Mitritter beim Spekulieren mit Aktien über den Zisch zieht:

They were laughing in their sleeves over their smartness in selling stock to him at 15 and 16 and along there that wasn’t worth 10. Well, when they had laughed long enough on that side of their mouths, they rested-up that side by shifting the laugh to the other side. That was when they compromised with [Lancelot] at 283!

Sein Sinn für Kunst ist weniger ausgeprägt, obwohl er die frühen Farbdrucke (Chromolitographie) vermisst:

And not a chromo. I had been used to chromos for years, and I saw now that without my suspecting it a passion for art had got worked into the fabric of my being, and was become a part of me.
It made me homesick to look around over this proud and gaudy but heartless barrenness and remember that in our house in East Hartford, all unpretending as it was, you couldn’t go into a room but you would find an insurance-chromo, or at least a three-color God-Bless-Our-Home over the door; and in the parlor we had nine. But here, even in my grand room of state, there wasn’t anything in the nature of a picture except a thing the size of a bedquilt, which was either woven or knitted (it had darned places in it), and nothing in it was the right color or the right shape; and as for proportions, even Raphael himself couldn’t have botched them more formidably, after all his practice on those nightmares they call his „celebrated Hampton Court cartoons.“ Raphael was a bird. We had several of his chromos; one was his „Miraculous Draught of Fishes,“ where he puts in a miracle of his own—puts three men into a canoe which wouldn’t have held a dog without upsetting. I always admired to study R.’s art, it was so fresh and unconventional.

Zynisch ist Hank bei all dem nie. Manchmal verliert er allerdings für einen Moment die Hoffnung: „Well, there are times when one would like to hang the whole human race and finish the farce.“
König Artus erkennt er, bei all seiner eingeschränkten Weltsicht, als mutigen auf und gutherzigen Mann an. Hank liebt, zumindest am Schluss, Sandy und ihr gemeinsames Kind aufrichtig. Herzergreifend der Epilog, als, wieder in der Gegenwart, der Erzähler Twain die letzten Worte des sterbenden Hank hört: „Oh, Sandy, you are come at last — how I have longed for you! Sit by me — do not leave me — never leave me again, Sandy, never again. Where is your hand? — give it me, dear, let me hold it — there — now all is well, all is peace, and I am happy again — we are happy again, isn’t it so, Sandy?“

— Science Fiction —

Das Buch ist außerdem Science Fiction. Es ist eine der ersten Geschichten, möglicherweise sogar die erste überhaupt, in der es um die Erlebnisse eines Zeitreisenden geht, der in der Vergangenheit landet. Nachfolger dazu hat es seither unzählige gegeben. Es ist außerdem Science Fiction, weil es darum geht, wie neuartige Technologie aus der Zukunft eine Gesellschaft verändert, oder eben auch nicht verändert – ein Thema der Science Fiction. Und zuletzt ist das Science Fiction, mit der Betonung auf der ersten Seite, weil es darin um mehr Science geht, als ich verstehe; ich kann mir vorstellen, dass das auch mehr war, als seine zeitgenössischen Leser verstanden. Damit wird in diesem Buch Wissenschaft vorgestellt, zumindest in der Sequenz als die Funktionsweise des den tödlichen Strom liefernden Dynamos beschrieben wird:

„I start twelve immensely strong wires — naked, not insulated — from a big dynamo in the cave — dynamo with no brushes except a positive and a negative one —“
„Yes, that’s right.“
„The wires go out from the cave and fence in a circle of level ground a hundred yards in diameter; they make twelve independent fences, ten feet apart — that is to say, twelve circles within circles — and their ends come into the cave again.“
„Right; go on.“
„The fences are fastened to heavy oaken posts only three feet apart, and these posts are sunk five feet in the ground.“
„That is good and strong.“
„Yes. The wires have no ground-connection outside of the cave. They go out from the positive brush of the dynamo; there is a ground-connection through the negative brush; the other ends of the wire return to the cave, and each is grounded independently.“
„No, no, that won’t do!“
„Why?“
„It’s too expensive — uses up force for nothing. You don’t want any ground-connection except the one through the negative brush. The other end of every wire must be brought back into the cave and fastened independently, and without any ground-connection. Now, then, observe the economy of it. A cavalry charge hurls itself against the fence; you are using no power, you are spending no money, for there is only one ground-connection till those horses come against the wire; the moment they touch it they form a connection with the negative brush through the ground, and drop dead. Don’t you see? — you are using no energy until it is needed; your lightning is there, and ready, like the load in a gun; but it isn’t costing you a cent till you touch it off. Oh, yes, the single ground-connection —“

Ich habe keine Ahnung, wie und ob das so funktioniert. Bestimmt gibt es irgendwo einen Aufsatz zur Wirkungsweise des Dynamo in Mark Twains Connecticut Yankee.

— Reste —

Sprachlich ist das Buch lustig, weil Twain die moderne amerikanische Umgangssprache mit dem gestelzten Stil Malorys vermischt. Dazu kommt die Sprache der Börse und der Technologie. Parodien auf Kleinstadt-Zeitungsberichte aus Twains Zeit stehen neben langen Passagen, die wörtlich von Malory übernommen sind. Lieblingsbild: Eine Figur „in shrimp-colored tights that made him look like a forked carrot.“

Offene Fragen: Was hat Hank falsch gemacht? Hat er etwas falsch gemacht? Macht sich das Buch über den Aberglauben früherer Zeiten lustig, oder auch über Hank? Lohnenswert wäre auch, sich das Frauenbild Twains in diesem Roman anzuschauen.

Irrste Idee: Königliche Familien als Regierungsoberhäupter durch Katzen ersetzen. Die seien pflegeleichter, charakterfester, und könnten die gleichen zeremoniellen Aufgaben wahrnehmen.

2 Antworten auf „Mark Twain, A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court“

  1. Ich fand, dass Mark Twain damit eine gelungene Satire auf die amerikanische Vorstellung zivilisatorischer Überlegenheit geschrieben hat.
    Nach Abu-Ghuraib und dem Pariser Attentat kann das nicht mehr so locker geschrieben werden.
    Zugegeben, der Text ist viel zu amüsant, um eine wirksame Warnung vor der Hybris westlicher Überlegenheitsvorstellungen zu sein. Aber er stellt doch ein deutliches Plädoyer für die Bereitschaft zum Perspektivwechsel auf die Seite der Opfer dar.
    Nicht dass ich glaubte, dass potentielle Selbstmordattentäter durch die Lektüre dieses Textes geheilt werden könnten. Denn sie würden den Text ja nur als 1:1-Darstellung des westlichen und nicht als Parallele ihres eigenen Zynismus lesen.

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