Fünf Tage ohne Kamm

Ich bin gerade in Darmstadt. Ich war schon mindestens einmal in Darmstadt, 1984, glaube ich. Das war auf Burg Frankenstein, mit Übernachtung im Zelt, ein Treffen eines Clubs, der aus historischen Gründen Fantasy-Department hieß. Oder so. Auf dem Bild bin ich rechts in der Mitte:

Und wir spielen gerade DSA. In Darmstadt habe ich auch zum ersten Mal Kingmaker gespielt, und Civilization, bei einem Besuch bei Herrmann Ritter.

— Dieses Mal war ich die ersten zwei Nächte in einem Naturfreundehaus im Wald unter lauter Informatikdidaktikern, als Teil einer kleinen Arbeitsgruppe. Das war ein bisschen so ähnlich. Geradezu gerührt hat mich, dass wir WFF N PROOF gespielt haben. Das ist ein obskures kaum spielbares Logikdenkspiel, für das ich zum letzten Mal vor fünfundzwanzig Jahren Mitspieler gefunden habe. Damals kannte ich noch keine Informatiker. Das Spielen ging jedenfalls richtig gut.

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Am letzten Tag kam die Dame, die sich um das Haus kümmert, kurz vorbei fragte in den Raum, ohne die Gruppe tatsächlich zu kennen, ob vielleicht jemand da sei, der ihr bei einem Problem mit dem Smartphone helfen könne. Schweigen. Eine schwierige Frage für einen Raum voller Informatiklehrer. Wenn man sich nicht auskennt, ist das nicht gut, wenn man sich zu gut auskennt, auch nicht. Das ist ja keine Informatik. Und vorpreschen will man auch nicht. Nun, wir haben es dann ohnehin nicht weit gebracht mit unseren Hilfeversuchen. Aber Schokolade kriegten wir dafür.

Inzwischen bin ich in einem Hotel und nicht mehr im Wald. Jetzt ist nämlich gerade die Informatikdidaktiktagung, wegen der ich hier bin. Gestern abend Essen und Spieleabend mit fremden Menschen, heute Vorträge und Workshop, morgend auch wieder, und ein Konferenzdinner — da habe ich mir den Abend frei genommen, um mal allein sein zu können. Vom Griechenlandurlaub her habe ich noch genug Mitmenschenerfahrung mitgenommen, das reicht dann immer wieder mal.

Inhalte der Vorträge und zur Rolle des Netzwerkens: Vielleicht später mal, wenn ich nicht auf dem Tablet tippen muss.

PS: Kamm zu Hause vergessen. Habe jetzt Ansätze zu schütterer, aber erkennbarer wuseliger Informatikermähne.

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3 Thoughts to “Fünf Tage ohne Kamm

  1. „Fünf Tage ohne Kamm“, das kann man überstehen.
    Fünf Tage ohne Smartphone, Laptop, Tablet – wie sähe das aus?
    Ich weiß, Herr Rau: Wenn Sie ein gutes Buch dabei haben, dann …

  2. Zuhause angekommen habe ich festgestellt, dass viel vom Wind abhängt und mit wie nassen Haaren ich aus dem Haus gehe. (Ich föne nie.) Leider konnte ich Frau nur eine relativ brave Frisur zeigen, während sie zwischendurch teilweise wirklich wild war.

    Ich bilde mir ein, fünf Tage ohne Laptop oder Tablet auhalten zu können, wenn es denn einen Grund dafür gäbe und ich ein Buch dabei hätte. Ich kann mir aber keinen Grund vorstellen.

  3. 5 Tage ohne Internet/PC/Tablet schafft jeder, da kommt es nur auf ein paar Faktoren an. Für mich sind es:

    – richtige Gesellschaft
    – Bücher
    – Dungeons&Dragons, Brettspiele, sowas in der Art. Zur Not auch Shadowrun, DSA, AllFleshMustBeEaten oder so.

    Herr Rau als Buchfan und Rollenspieler kann vermutlich wochenlang ohne auskommen.

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