Was ich in meinen Sommerferien gemacht habe

✓ Balkonmöbel einlassen
✓ Palettenmesser kaufen (für Torten)
✓ Passiersieb kaufen
✓ Brownieform kaufen (also einen kleinen verstellbaren Rahmen fürs Blech)
✓ Zahnarzttermin
✓ Messer schleifen lassen
✓ Zucker-/Mehlsieb kaufen
✓ zwei Techniktagebuch-Einträge schreiben
✓ Physiotherapie wegen Schulter
✓ Hülle für die Banjolele kaufen
✓ gekocht: Römertopf, Waffeln, Corned Beef
✓ Backofen reinigen
✓ Blog auf https umstellen
✓ die zwei Sessel aus den 1950er Jahren zum Polsterer bringen

Daneben viel Ukulele gespielt, alleine und beim Meetup, Familienbesuche, Wandern, in der Herrndorf-Ausstellung gewesen, aber das sind alles so Sachen, die ich nicht auf eine Checkliste schreibe. Die anderen Punkte standen tatsächlich darauf. Außerdem: an Uni und in der Schule gewesen, dort Feriendienst wie schon vor sechs Jahren. Zwei Programmierprojekte vorzeigefertig gemacht, das mit den Geister-Pokémon und eines, das ich in einem alten Blogpost mal zu beschreiben begonnen habe – zum letzten fehlt jetzt noch ein theoretischer Überbau und ein paar Beispiele, dann plane ich damit 2017 meine Informatiklehrer-Fortbildungsbeiträge zu bestreiten. Dann zeige ich es auch hier.

Was noch erledigt wird:

☐ Kühl- und Gefrierschrank putzen – aber das Leeressen des letzteren dauert lange
☐ Stadtwerke München: auf Ökostrom umstellen
☐ Lindy-Hop-Tanzkurs: Termine heraussuchen
☐ Rinderrippchen im Römertopf ausprobieren
☐ eine Sache, die noch nicht hierher gehört

Mit etwas Schwung schaffe ich das noch in den restlichen anderthalb Wochen. Das mit dem Kühlschrank wird knapp, vor allem der Vorrat an gefrorener Brühe (Fleisch, Jamón, Gemüse) will im Sommer nicht so recht weg.

Pokémon GO für Sesselsitzer: Die Desktop-Variante

Screenshot von Geisterlupe mit Desktop-Hintergrund

Beim Herumbasteln für den letzten Blogeintrag bin ich auch auf diese Variante gekommen (für den leisen Ton bitte ich um Entschuldigung):

 

Kurzfassung: Man kann mit einer Art Lupe den Bildschirm absuchen, und wenn man dieser Lupe (dem Geister-Registrierungs-Gerät) zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, sieht man dort – über dem herkömmlichen Desktop beziehungsweise den Programmen darauf – eine eingeblendete kleine Gestalt, mit der man interagieren kann.

Da könnte man eine Art Wack-A-Mole daraus machen, wo es also vor allem darum geht, die Gestalten schnell zu finden und draufzuklicken. Sie könnnten sich dabei auch über den Desktop bewegen. Oder sie sind kleiner und schwer zu finden, eine Art Where’s Wally? Oder man schraubt das Spiel-Element zurück und sieht das eher als eine Gelegenheit, die kleinen Wesen, die sich im Computer verbergen, sichtbar zu machen (vielleicht auch ein paar Bugs dazu?), so in der Art des guten alten Little Computer People Project.

Auf jeden Fall müssten die Gestalten animiert sein, und richtig gut wäre es – aber mit Java nicht zu machen – wenn das Programm wüsste, was gerade auf dem Desktop darunter zu sehen ist. Manche Gestalten treiben sich dann eher an Office-Dokumenten herum, andere kiebitzen gerne bei Spielen.

Screenshot von Geisterlupe mit Desktop-Hintergrund

Das Geister-Registrierungs-Gerät: Ein Pokémon-Go-Simulator

Oberfläche des Pokémon-Simulators GeRGeMon

Wie hoffentlich die Hälfte aller Informatiklehrer mache ich mir gerade Gedanken, wie ich das allgemeine Interesse an Pokémon Go für die Schule nutzbar mache. (Level 14 übrigens, und wenn ich ein neueres Gerät hätte, auf dem das Programm anständig liefe, wäre ich schon weiter.) Ingo Bartling hat sich schon überlegt, was man daran alles zeigen könnte, und dann nochmal hier mehr davon.

Mit Schülern in der 10. Klasse könnte man mit einfachen Fragen zur Kommunikation anfangen: Was will die App denn eigentlich vom Server wissen? Zum Beispiel, wo die nächsten Pokémon sind. Allerdings kann der Server das nur beantworten, wenn er weiß, wo denn der Spieler im Moment ist. Das kann in einem Hin und Her von Fragen und Antworten geschehen:

Sequenzdiagramm App>Server 1

Oder man schickt das, was der Antworter braucht, in der Frage gleich als Information mit:

Sequenzdiagramm App>Server 2

Dann überlegt man, welche Vorteile und Nachteile die Lösungen haben. Und was die App sonst nocht alles wissen können will vom Server.


Ich werde nächstes Jahr mit meiner 10. Klasse nicht versuchen, Pokémon Go direkt nachzubauen. Das hat technische Gründe: Das Programmieren für Smartphones ist aufwendiger; bei uns im Computerraum gibt es keine Entwicklungsumgebung dafür; außerdem ist es dem Systembetreuer noch nie gelungen, dafür zu sorgen, dass die Treiber für einen Smartphone-Emulator richtig installiert werden. Also will ich das ganze auf dem PC programmieren – deswegen wird das also nur ein Pokémon-Go-Simulator. Und der wird grafisch natürlich viel, viel weniger aufwendig, und ohne Kamera. Also eigentlich gar nicht wie Pokémon Go – aber da die Schülerinnen und Schüler das Vorbild kennen, wissen sie, was am Ende herauskommen könnte. Das macht das ganze weniger abstrakt. Herumlaufen geht in der Schule eh nicht so gut, und der Handyempfang im Schulgebäude ist sehr schlecht.

Außerdem will ich nicht die Pokémonwelt nachbauen, urheberrechtlich nicht und auch so. Wo ich vor einer Woche das Ghostbusters-Remake gesehen habe (das mir überraschend gut gefallen hat, trotz der mauen Kritiken; Kate McKinnons Rolle ist ganz wunderbar), fielen mir natürlich die Geister ein. Also:

  • Das Spiel spielt auf dem Schulgelände, mit einer Top-Down-Draufsicht als Grafikhintergrund.
  • Es gibt Geister in dieser Welt. (Später dann: verschiedene Arten von Geistern und Gruselgestalten.)
  • Mit einem Geister-Registrierungsgerät und Monitor im Smartphone-Format kann man diese Geister sichtbar machen. Ansonsten sind sie für das bloße Auge unsichtbar – sind ja auch Geister.
  • Zu bestimmten Zeiten tauchen an bestimmen Orten diese Geister auf, bleiben ein Weilchen, verschwinden dann wieder.
  • Zu jedem Geist gehören Zeichnung, Name, Hintergrundgeschichte.
  • Man selber spielt einen Geisterjäger, der mit dem Geister-Registrierungsgerät und Monitor (“Gergemon”) diesen Geistern nachforscht und sie einfängt.
  • Das Gergemon kann sagen wir 20 oder 40 Geister beherbergen, dann muss man wieder Platz schaffen und die gefangenen Geister zur Auswertun schicken. Soll aber nicht zu sehr nach Labor und Tierversuchen an Geistern klingen. Mit dem Fangen und Verschicken von Geistern erhält man Wissenspunkte zu diesem speziellen Geistertyp, und kann so leichter Geister finden? besser verborgene Geister finden? stärkere? sie leichter fangen?
  • Die Positionsangaben sollen in echten Geokoordinaten angegeben werden.
  • Ob man die Geister auch gegeneinander kämpfen lassen kann: weiß noch nicht.
  • Wie man die Geister fängt: weiß noch nicht. Auf Knopfdruck oder mit einem Minispiel wie das Bällewerfen bei Pokémon Go?
  • Später kann man dann noch Karma-Knoten oder andere Dinge auf der Welt platzieren.
  • Die Geister haben einen Basiswert. Bei jedem Levelaufstieg eines Geistes steigt dieser um 1–6 Punkte. Man braucht darüber hinaus eine Methode, um sich gleich einen fertigen Geist des Levels n geben zu lassen.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst wenig mit dem GUI zu tun haben, das lediglich wenige Methoden zum Platzieren von Geistern bereitstellt; die Hauptarbeit besteht darin, Klassen für die Geister anzulegen, und zu entscheiden, wo welche wann auftauchen.
  • Kollisionskontrolle wird es erst mal keine geben, man kann also – simuliert – überall hin gehen

(Alternativ auch: Die Schulheinzelmännchen aus dem Deutschunterricht reaktivieren und deren Spuren auf dem Schulgelände verfolgen. Die treiben sich ja quasi auch verborgen auf dem Schulgelände herum. Und vielleicht doch mal nicht mit einem einfachen Kartenausschnitt als Hintergrund, sondern mit live vom Server geholten Daten aus dem Open-Street-Map-Projekt; da betreue ich gerade eine Studentenarbeit, die das für die 10. Klasse einsetzbar machen soll.)

Als Spielwelt habe ich diesen Grundriss der Schule genommen: bei einschlägiger urheberrechtlich geschützter Karte die Längen- und Breitengrade der Ecken notiert, und die Karte digital abgepaust, also mit dem Pinsel auf eine Ebene darüber gemalt und dann verfremdet. Ich kann mich noch nicht entscheiden, was besser aussieht, die linke oder die rechte Hälfte:

Grundriss der Schule, verfremdet

Die weißen Flecken sind die Gebäude, wo noch die Innenräume fehlen. Ist ja nur ein Prototyp. Und so sieht der Prototyp bisher aus:

 

Den mäßig aufbereitete Code gibt es für SVN hier: svn.code.sf.net/p/informatik/code/Gergemon

Zu tun am Protoyp ist noch viel. Der Basiscode war etwa 25% der Arbeit, 60% waren Design, und 15% allein die Mathematik dieser dämlichen Längen- und Breitengrade. Das Datum kann geholt (und beliebig gesetzt) werden, wird aber nur bei Bewegung aktualisiert. Sommerzeit geht noch nicht. Im Moment ist der Hintergrund einfach nur eine große Grafik, das ist für den Arbeitsspeicher gar nicht gut, besser wären Kacheln. Dann auch eine Minimap dazu? Und die Tastatursteuerung ändern.

Links:

Oberfläche des Pokémon-Simulators GeRGeMon

Berry Pie (nach David Lebovitz)

Collage mit Berry Pie in verschiedenen Stadien der Zubereitung

Dieses Rezept habe ich schon etliche Male gemacht, und es war immer wieder sehr lecker. Meistens nehme ich Kirschen für die Füllung, weil Kirschen das Obst sind, das mir familienseits gelegentlich ins Haus schwappt; diesmal waren es ein paar übrige, noch nicht ganz reife Mirabellen, die weg sollten. Dazu kaufte ich noch ein paar Him- und Brombeeren und füllte mit Rumtopfkirschen auf, die auch noch herumstanden.

Collage mit Berry Pie in verschiedenen Stadien der Zubereitung

Das Rezept stammt von David Lebovitz aus Ready for Dessert. Zuerst macht man den Teig:

  • 350 g Mehl (Typ 405, vielleicht ist auch 550 nicht uninteressant)
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 1/2 Teelöffel Salz

in eine Schüssel geben. Dann aus zusätzlichen

  • 225 g kalte Butter
  • 80 ml kaltes Wasser

einen Mürbteig herstellen, und zwar folgendermaßen: Der Deutsche schneidet die Butter klein, gibt das Wasser in die Schüssel, und rührt durch, bis ein Klumpen Teig entsteht. Der Engländer schneidet die Butter in sehr kleine Stücke and rubs it into the flour: Mit einer charakteristischen Bewegung nehmen die Fingerspitzen beider Hände jeweils ein wenig Mehl-Butterstück-Mischung auf, heben die Hände empor, zerreiben dabei mit den Fingerspitzen die Mehl-Butter-Mischung ein wenig und lassen sie dann von oben zurück in die Schüssel rieseln. Das macht man so lange, bis in der ganzen Schüssel eine feinkrümelige Mischung entstanden ist, und gibt erst dann das Wasser hinzu. David Lebovitz gibt die eiskalte Butter in 3‑cm-Würfeln zum Mehl und rührt alles mit einer Maschine durch, bis die Butterstückchen etwa 6 mm klein sind. Dann kommt das Wasser dazu, je nach Bedarf auch noch ein oder zwei Esslöffel mehr.

Den Teig in zwei Hälften teilen, dicke Scheiben daraus formen und in Klarsichtfolie eine Stunde in den Kühlschrank.

Währenddessen macht man die Füllung. In eine Schüssel kommen:

  • 900 g Beeren oder anderes Obst. Mir sind am liebsten Kirschen.
  • 100 g Zucker (ich nehme Muscovado, weil der so gut riecht, kann sicher auch anderer sein)
  • 2 Esslöffel Stärke (vielleicht auch einen Tick mehr)
  • 1 Esslöffel Kirschwasser (Lebovitz schlägt alternativ Zitronensaft vor, habe ich noch nicht ausprobiert, weil das Kirschwasser so wunderbar dazu passt

Dann eine der beiden Teigscheiben ausrollen und eine Pie-Form damit auskleiden. (Ich habe eine 23-cm-Form aus Metall, beschichtet, mit – ästhetisch wichtig – schrägem Rand. Den Teig rollt man dann auf 36 cm Durchmesser aus. Das geht locker, ist sogar eher ein wenig zuviel Teig.) Die Füllung auf den Boden legen. Das sieht zuerst nach zu viel Füllung aus, passt aber schon.
Den restlichen Teig ebenso groß ausrollen, den Rand der Scheibe in der Form mit etwas Wasser bepinseln (damit das nachher gut zusammenhält, und die zweite Scheibe auf die Form legen.
Den Rand zusammenkneifen, und zwar die obere Teigscheibe unter die untere legen. Im Bild habe ich das anders gemacht, weil ich das Rezept nicht ordentlich gelesen habe, deshalb sieht mein Rand auch nicht so hübsch gewellt aus, wie man das aus Garfield und anderen Cartoons kennt. Beim nächsten Mal dann.

Den Pie mit einer verkleckerten Mischung aus

  • 1 Eigelb
  • 1 Esslöffel Milch

bepinseln und mit einem Messer ein paar Luftlöcher einstechen. Dann

  • 1 Esslöffel Zucker

darauf streuen und bei 200°C gut 50 Minuten in den Ofen. Wenn der Teig zu schnell braun wird, eventuell mit Alufolie abdecken.

Der Pie muss danach noch eine Stunde abkühlen. Das kennt man auch von Garfield, wenn der Pie dann dazu auf dem Fensterbrett steht.

Nachgekocht: Corned Beef

Corned Beed Sandwich

Frau Rau machte mich auf dieses Rezept von David Lebovitz aufmerksam, und weil ich gerne koche und Corned Beef mag und auch schon ein paar Pökelgerichte ausprobiert habe, habe ich auch das versucht.

Corned Beef: Das kenne ich seit Kindheit aus Dosen, und mochte es schon immer sehr gern. Corned Beef Hash als Gericht kenne ich aus der Literatur; dass es auch eine deutsche Corned-Beef-Variante gibt (nämlich mit Aspik drumrum, in Scheiben oder ebenfalls in Dosen), habe ich erst mitgekriegt, als ich in einem Rezept davor gewarnt wurde, ein Hash damit zuzubereiten.

Corned Beef ist erst einmal nur gepökeltes, gekochtes Rindfleisch. Für die Dose wird es zerkleinert, für die Sandwich-Füllung oder als Bestandteil eines boiled dinner bleibt es aber ganz. Und wenn man dieses ganze Stück dann auch noch räuchert, kriegt man übrigens Pastrami.

Zum Rezept:

  • Weniger Flüssigkeit reicht auch – Lebovitz bereitet letztlich 4 Liter Pökellake zu für 2 Kilo Fleisch, packt dann das Fleisch in einen Gefrierbeutel mit der Flüssigkeit darin; ich habe eine Plastikschale genommen, in die sicher mehr Flüssigkeit geht, und selbst dafür waren 3 Liter genug.
  • Lebovitz lässt das Fleisch 7–10 Tage in der Lake, bei mir waren es 8. Das hätte eigentlich reichen müssen, trotzdem sieht man am aufgeschnittenen Fleisch, dass der Kern nicht rot, sondern grau ist – dort ist das Pökelsalz also nicht vorgedrungen. Das war mein Fehler, habe ich mir danach ausgerechnet, und liegt am verwendeten Pökelsalz.
    Denn: Zum Pökeln nimmt man zum Beispiel Kalium- oder Natriumnitrat oder ‑nitrit. In größeren Mengen ist das ungesund, Nitrat mehr als Nitrit. Wenn man etwas pökelt, das lange lagert, nimmt man Nitrat, das geht im Lauf der Lagerung in Nitrit über. Wenn man etwas pökelt, das man gleich isst, nimmt man eher Nitrit. Man kann auch reines Kochsalz nehmen, das schmeckt genauso, aber das Fleisch wird grau, wie man es von normalem gekochten Rind- oder Schweinefleisch kennt.
    Das Nitrit mischt man so oder so noch mit Kochsalz. Lebovitz nimmt 310 g Kochsalz und 5 Teelöffel Pökelsalz, und zwar “pink curing salt” – es ist rosa gefärbt, damit man es nicht mit Speisesalz verwechselt, und besteht zu 6,25% aus Natriumnitrit (der Rest ist Speisesalz und etwas Lebensmittelfarbe). Ich selber habe mich an die Mengenangaben gehalten, aber mein Pökelsalz enthielt nur 0,5% Natriumnitrit (und keine Farbe), und damit 12-mal weniger. In dieser Konzentration ist das Nitrit bereits mit genug Kochsalz gemischt. Also: Darauf achten! (Heißt ungefähr: statt 310g + pink salt einfach 310g der bereits fertigen 0,5%-Mischung nehmen.)
    Ich nehme an, dass das Nitrit nicht pur verkauft wird, weil es in dieser Konzentration eben doch gesundheitsschädlich ist?
  • Wie im Rezept angegeben: Unbedingt mit scharfem Senf dazu essen, tatsächlich passte uns der englische Colman’s besser als der feine Dijon.
  • Die entstehende Rinderbrühe ist nicht nur sehr exotisch-aromatisch, sondern auch sehr salzig. Das Fleisch sollte man nach dem Pökeln also wirklich gründlich unter fließendem Wasser von so viel Lake wie möglich befreien – wenn man mit der Brühe etwas machen möchte.

Collage Corned Beef in verschiedenen Stadien der Zubereitung

Gekochtes nassgepökeltes Schweinefleisch, weniger spektakulär gewürzt, habe ich vor fünf Jahren mal gemacht. (Ohne Pökel‑, nur mit Speisesalz, weil keines im Haus war – im Moment habe ich sehr viel, falls also wer welches abholen möchte: sehr gerne.)

– Nachtrag: Noch besser schmeckt mir das Corned Beef kalt, in dünnen Scheiben, als Sandwich. Wichtig sind Senf und Essigurke, Käse optional, ich begrüße ihn aber.

Corned Beed Sandwich

Nachtrag 2019: Mit der korrekten Konzentration an Pökelsalz und allerdings nur 6 Tagen in der Lake blieb der Kern der Rinderbrust doch wieder grau. Vielleicht muss man also doch die ganzen 10 Tage durchhalten. Dafür ausprobiert: Statt kochen die Fettschicht oben kreuzweise einschneiden und mit braunem Zucker und Senf einreiben; bei 160°C im Ofen backen, für 900 Gramm gut zwei Stunden. Wird salziger und würziger; vielleicht zu würzig, wenn man es heiß ist, aber dafür um so besser im Sandwich.

Crumpets

Crumpets in Pfanne, halbfertig

Crumpets wurden mir als etwas typisch Englisches angepriesen, ich weiß nicht mehr von wem, aber ich glaube, nicht von einem Engländer. Crumpets sind ein wenig altmodisch, es sind eine Art Hefepfannkuchen (in der süddeutschen Bedeutung des Wortes) aus einer Vor-Backpulver-Zeit. Es gibt sie in jedem Supermarkt zu kaufen, und ich mag sie nicht besonders. Du kannst sie toasten, soviel du willst, sie bleiben immer unangenehm schwammig. Alle paar Jahre probiere ich sie dann doch wieder mal, ob ich sie jetzt mag – was sie so besonders macht, ist allerdings klar: die Oberfläche mit den vielen Löchlein drin, die ungemein viel Butter und Golden Syrup aufsaugen.

Man kann sie auch selber machen, und das habe ich versucht (Rezept Delia, in leichter Variante auch beim Guardian).

Im Prinzip macht man einen sehr flüssigen Hefeteig, ohne Eier:

Teigmasse für Crumpets

Der kommt dann in leicht gefettete egg rings, traditionell aus Metall, aber jetzt auch aus Kunststoff. Der hält tatsächlich hohe Temperaturen aus.

Crumpets in Pfanne, flüssig

Nach ein paar Minuten bilden sich die typischen kleinen Löcher an der Oberfläche. Wenn man die Crumpets nicht gleich essen will, kann man sie auch nicht ganz fertigbacken und später noch kurz in den Toaster oder Ofen zum Aufwärmen. (Einfrieren geht auch.)

Crumpets in Pfanne, halbfertig

Wenn sie fertig sind: Butter drauf, und vielleicht noch Honig, Ahornsirup oder Golden Syrup.

Crumpets auf Teller

Erinnern an dicke amerikanische Pfannkuchen, sind aber saugfähiger.

Ich bin so cool. (Vorläufiger Blogeintragstitel, muss noch geändert werden.)

Bild aus Film Mad Monster Party

Gestern, spät nachts, schien mir das der richtige Titel für den Blogeintrag zu sein, heute sieht das irgendwie weniger lustig aus. So oder so: Nicht ich bin cool, meine Eltern sind cool. My parents were awesome heißt ein Tumblr/Buchprojekt, und dem kann ich mich nur anschließen.

Anlass dafür war, dass ich Frau Rau gestern den Film Mad Monster Party? zeigen durfte, eine frühe Erinnerung aus meiner Kindheit. Der lief wohl auf Deutsch als Frankensteins Monster-Party, auch wenn ich ihn als Frankensteins Monster-Insel in Erinnerung habe und deshalb wohl immer wieder mal so nenne. Meine Erinnerung ist lückenhaft, aber an das Finale kann ich mich noch gut erinnern. Dabei lief der Film wohl nur einmal im deutschen Fernsehen, 1976, da war ich neun Jahre alt, aber er hat mich sehr geprägt.

Bild aus Film Mad Monster Party

Es ist ein Stop-Motion-Trickfilm in voller Spielfilmlänge. Die Handlung: Baron Frankenstein will seine Rolle als Monster-Anführer aufgeben und sucht einen Nachfolger. Dazu lädt er eine Reihe von Kandidaten zu sich auf seine Insel ein: den Werwolf, die Mumie, Dracula, den Unsichtbaren, Dr. Jekyll, das Monster aus der schwarzen Lagune, der Glöckner. (Zum Großteil mit anderen Namen, um die Rechte für die Verwendung der Originalbezeichnungen nicht erwerben zu müssen.) Frankensteins Monster und dessen Braut sind auch schon da, ebenso wie die Assistentin Francesca und der Zombie-Butler Yetch. Eingeladen wird außerdem Frankensteins Neffe, der sich aber als bürgerlich-brav und furchtsam herausstellt. Ein Kampf um die Nachfolge entbrennt.

Boris von Frankenstein wird gesprochen von Boris Karloff und sieht ihm auch recht ähnlich, und Yetch sieht aus und hört sich an wie Peter Lorre (gesprochen von Allen Swift, der auch sonst einen Großteil der Figuren spricht). Der Film ist durchaus noch ansehbar, er ist zwar etwas langsam, aber dafür kriegt man jede Menge groovy Sechziger-Jahre-Sound. Auf Deutsch habe ich den Film leider nirgendwo gefunden, aber bei Youtube findet man ihn da und dort auf Englisch in ganzer Länge.

Für mich als Neunjährigen war der Film eine Offenbarung. Dabei kannte ich die alten Universal-Filme sehr wahrscheinlich noch gar nicht, war dadurch aber bestens präpariert für eben jene Wolfman, Dracula, Frankenstein, Mummy, die ich wenige Jahre danach kennenlernen oder eher: wiedersehen würde.

(Bei den Film-Credits gestern sah ich den Namen Jack Davis, und sag noch: ach, da gab’s mal einen Zeichner für die Horrorcomics von EC und bei Mad Magazine, der hieß genauso. Stellt sich heraus, ja, genau der Jack Davis hat die Puppen entworfen – und ist vor einer Woche gestorben, hochbetagt; daher hatte Frau Rau den Namen auch schon mal gehört. Harvey Kurtzman – auch Mad Magazine – hat am Drehbuch mitgearbeitet, Forrest Ackerman laut imdb auch, Frank Frazetta hat die Poster entworfen. Tse.)


Warum ich den Film halbwegs kannte, obwohl er eben nur einmal 1976 im deutschen Fernsehen lief (in den USA ist er ein gutes Stück bekannter): Wir hatten damals schon einen Videorekorder. Betamax gab es zwar erst seit 1978 in Deutschland, seit 1975 in den USA. Aber wir hatten einen Videorekorder schon seit wohl 1973, und zwar das VCR-System von Grundig/Philips (Wikipedia), das es seit 1971 gab – lange vor Betamax, VHS, Video 2000, ein heute ganz vergessenes System. Auf eine solche Kassette passte damals nur eine knappe Stunde; aber man konnte – wenn ich mich richtig erinnere – beide Seiten bespielen. Nahm man einen Film aus dem Fernsehen auf, fehlten also immer ein paar Minuten in der Mitte, weil man da schnell die Kassette wechseln oder umdrehen musste. Die Kassetten waren drei, vier Zentimeter hoch, und ansonsten eher quadratisch, etwas größer als CD-Hüllen.

Und so ein Videorekorder war toll, fast wie ein privates Youtube in einer Welt ohne Youtube. Wenn einem ein Film gefiel, konnte man ihn einfach ein paar Wochen später noch einmal anschauen!

Ich durfte zusammen mit meinem Zwillingsbruder fast alles sehen, was ich wollte, hielt mich aber auch an die erlaubten, sehr großzügigen Fernsehzeiten. Schon sehr bald hatten wir einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer (das Kabel zu Antenne und Videorekorder durch die Wand geführt), da gab es noch keine Fernsteuerungen und nur 6 Sender (ARD, ZDF, Bayern, Schweiz, zweimal Österreich). Für manche Kinder wäre das vielleicht schlecht gewesen, für uns war es genau richtig. Ich las ohnehin immer viel, mein Bruder war oft draußen spielen, wir verbrachten also keinesfalls all unsere Zeit vor dem Fernseher. Aber wir erwarben eine solide Grundbildung an Monsterfilmen und Hollywood-Musicals, und dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar.

Fernwandern in England: Der Cotswold Way, südliche Hälfte

Coaley Peak

Der Cotswold Way ist ein relativ junger englischer Fernwanderweg, der – anders etwa als der South Downs Way, dessen Teilstrecken seit Jahrtausenden genutzt werden – nicht auf alte Reisestrecken zurückgeht, auch wenn er natürlich alte Wege nutzt. Er verläuft an der Grenze von England zu Wales von Chipping Campden im Norden nach Bath im Südwesten. Insgesamt ist der 164 km lang, wir liefen diesen Mai in 5 Tagen die südliche Hälfte davon.

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Vorbereitung

Gute Wanderstiefel hatten wir bereits. Neu waren leichte Wanderhosen; die Regenjacken wurden imprägniert. Das Wanderführer-Büchlein empfahl leichtes Verbandszeug und eine Trillerpfeife zum Mitnehmen, auf beides verzichteten wir, Frau Rau leichten Herzens. Taschenmesser hatten wir dabei, kam aber nicht zum Einsatz.
Wir hatten vor, jeden Tag 20–25 Kilometer zu laufen, solche Entfernungen sind wir von Wanderungen um München herum gewöhnt, wenn auch in flacherem Gelände als in den Cotswolds. Als auch eine probeweise 35-Kilometer-Wanderung problemlos ging, fühlten wir uns auf fünf Tage einigermaßen vorbereitet. – Tatsächlich waren wir an jedem Morgen frisch und munter, keinerlei Muskelkater, keinerlei Blasen oder Druckstellen; aber zumindest mein Fußbett freute sich danach über etwas Wanderpause. Vielleicht sollte ich mal doch Einlagen ausprobieren?
Bed & Breakfast hatten wir vorher gebucht, beziehungsweise eine Agentur für uns, die auch den Transport unserer Koffer – wir waren ja nicht nur zum Wandern in England – von Unterkunft zu Unterkunft organisierte.

Mitgenommen außerdem: Eben jenes Wanderführer-Büchlein mit sehr detaillierten gezeichneten Karten, die viel übersichtlicher waren als die echte Karte, die wir natürlich auch dabei hatten. Und eine App mit GPS und Offline-Kartenmaterial, klar.

Fazit: Wunderschön. Die fünf Tage vergingen wie im Flug und waren viel zu kurz. In Zukunft dann lieber acht Tage wandern, mit zwei Tagen Pause in der Mitte dazu.

Landschaft

Coaley Peak
Aussicht von Coaley Peak

Coaley Peak, mit Toposcope
Coaley Peak, mit Toposcope

Cold Ashton, Aussicht vom B&B
Cold Ashton, Aussicht vom B&B

Kelston Round Hill
Aussicht auf Kelston Round Hill, wo wir später schnurstracks mittendrüber liefen

Typische Lynchets ("Ackerterrassen"), eine Erscheinung beim Pflügen von Hängen über lange Zeiträume
Typische Lynchets (“Ackerterrassen”), ein Nebeneffekt beim Pflügen von Hängen über lange Zeiträume. So wie man faltige Haut kriegt beim Baden?

Hilltop Monument, Nähe Wotton
Hilltop Monument, Nähe Wotton (Bild: Frau Rau)

Das letzte ist schon nicht mehr nur Landschaft, sondern Denkmal. Leuchtfeuer gibt es dort seit mindestens 1588, die Pinien wurden zum Sieg bei Waterloo 1815 gepflanzt, und – wenn ich das richtig verstanden haben – immer wieder mal zu einem feierlichen Anlass abgebrannt und dann neu gepflanzt.

Wege

Collage von Wegabschnitten auf dem Cotswold Way
Collage von Wegabschnitten auf dem Cotswold Way, gerne mal schnurstracks (Bilder von Herrn und Frau Rau)

Der Cotswold Way wurde bewusst so angelegt, dass er die schönsten Stellen der Cotswolds – eine AONB (Area of Oustanding Natural Beauty) – mitnimmt, er zieht deshalb schon eher viele Schleifen. Aber die Teilstücke sind sehr oft alte Wege, und diese Wege sind gerne mal sehr gerade. Das stört beim Wandern überhaupt nicht, die geraden Strecken sind kurz und fallen nur deshalb auf, weil sie wirklich gerade sind, auch mitten durch Felder und Äcker, mitten über Hügel, mitten durch Weiden. Das liegt vielleicht auch am englischen Wegerecht.

In Deutschland gibt es ein Betretungsrecht. Kurz gesagt: Ich darf grundsätzlich jeden Waldweg benutzen, auch wenn er mir nicht gehört. In England (nicht: Schottland) ist das anders: Da darf man nur Wege, die als öffentlich zugänglich markiert sind, benutzen. Eine wichtige Kategorie dieser Wege ist der public footpath. Das sind Strecken, auf denen ein teilweise Jahrhunderte altes Wegerecht liegt, auch wenn sie im Privatbesitz sein mögen. Der Besitzer ist verpflichtet, den Weg einigermaßen begehbar zu halten, und macht ansonsten mit dem Grund um den Weg herum, was er will. Und so kommt es eben, dass Wege direkt über Felder und Weiden führen können, voller Schafe oder Kühe. Der Besitzer der Tiere ist verantwortlich, wenn jemand zu Schaden kommt; die meisten Stiere (außer: Jungtiere) dürfen gar nicht erst auf Weiden gehalten werden, durch die ein solcher Weg führt. (Auf einem public bridleway darf man auch radfahren, der Weg muss aber keinesfalls fahrradtauglich gehalten werden. Ein permissive path ist ein Weg in Privatbesitzer, bei dem der Eigentümer die Benutzung freiwillig erlaubt, ohne durch Wegerecht dazu gezwungen zu sein.)

England versucht seit 1949 Ordnung in das Wegerechtssystem zu kriegen und erstellt eine Definitive Map, die diese Wege verzeichnet. Im Jahr 2000 fehlten lauten Schätzungen mehr als 10% aller public foothpaths in diesem Verzeichnis, bis zum 1.1.2026 läuft eine Frist – alle Wege, die bis dahin nicht verzeichnet sind, verlieren ihren Status als öffentlicher Weg. Die Ramblers’ Association kämpft darum, dass diese Wege eingetragen werden und dass die Rechte der bestehenden Wege nicht beschnitten werde, was von Landbesitzern immer wieder mal versucht wird.

“Zaunübertritte”

Wenn diese Wege über Weiden führen, gibt es um diese herum natürlich Zäune. Damit in die Weiden kommt, gibt es Gatter. Eine Alternative zu Gattern sind stiles, Zaunübertritte. Die muss man nicht eigens wieder schließen, es gibt sie in vielen Varianten. Abgebildert: ein hölzernes kissing gate und eines aus Metall, zwei squeeze stiles (die mochte ich nicht, mit Rucksack und dem Ballast eines erfüllten Genießerlebens muss man sich ganz schön dünn machen). Viele Versionen mit Treppenstufen, auch mit kleinem Hundedurchgang daneben.

Collage verschiedener Zaunübertritte

Mauern

Am Rand der Wege gibt es ab und zu Mauern, lokal gerühmt sind vor allem die alten dry stone walls.

Dry stone wall, alt
Dry stone wall, alt

Dry stone wall
Dry stone wall

Ausbesserungsarbeiten an dry stone wall
Ausbesserungsarbeiten an dry stone wall

Die Cotswold Voluntary Wardens kümmern sich darum, dass die Wege ausgeschildert bleiben und inspizieren und bessern regelmäßig die Mauern aus. Auf einen Trupp davon stießen wir, einer lief uns gleich mit der kleinen Zeitung Cotswold Lion nach und wir plauderten und bedankten uns bei den Leuten für den schönen Weg.

Tiere

Hervorzuheben ein “Cotswold Lion”, eine Schafrasse aus den Cotswolds, und eine von zwei piggeries, an denen wir vorbeikamen, jeweils im Wald, jeweils leer.
Rehe sahen wir einige im Wald, Fasane sehr viele. (Gehört noch viel mehr.) Die Rehherde war auf dem Grund eines großen Anwesens.

Collage mit Tieren auf dem Cotswold Way

Pflanzen

Blumen gab es viele, die habe ich aber nicht fotografiert. Was es vor allem gab: Wälder voller bluebells, die auf Deutsch – stellt sich heraus – “Atlantisches Hasenglöckchen” heißen, Massen von Bärlauch allüberall, und Hirschzungenfarn, die einzige europäische Farnart mit ganzrandigem Blattwedel (Quelle: Internet).

Bluebells, Hirschzungenfarn, Bärlauch

Essen

Das wären eh nur Bilder von Eiern, Speck, Würsten, Tomaten, Pilzen. Jedenfalls war das immer mein Frühstück. Fürs Mittagessen bekamen wir im Bed & Breakfast ein Lunchpaket, einmal sogar mit Caprisonne. Wenn wir mittags einen Pub fanden, und das war an den meisten Tagen der Fall, aßen wir dort, und das Lunchpaket wurde dann das Abendessen. Einmal aßen wir Abends mit der Familie Fasan, am letzten Abend – Hill Farm bei Cold Ashton – gab es für uns vorbereiteten Salat, Fish Pie und – außerordentlich lecker – Sticky Toffee Pudding, über den mehr zu schreiben dereinst noch Gelegenheit zu suchen wird.

Gebäude am Wegesrand

Woodchester Mansion
Woodchester Mansion

Woodchester Mansion wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, aber nie bewohnt. Der Familie ist das Geld ausgegangen, oder eine Spukgeschichte, ich habe Widersprüchliches in Erinnerung. Jedenfalls ist innen nichts, außer einigen wenigen Räumen und fünf verschiedenen Fledermausarten. Die konnten wir nicht sehen, weil an diesem Tag geschlossen ware – dennoch lohnte sich der Abstecher hierher, anderthalb Stunden abseits vom Way, wie wir – da Frau Rau eine kluge Frau ist – überhaupt jeden (Frau Rau) oder fast jeden (Herr Rau) zusätzlichen Exkurs unternahmen, den unser Büchlein vorschlug.

St. Mary's, Wotton-under-Edge
St. Mary’s, Wotton-under-Edge

Eine der vielen Steinkirchen, und zwar die mit den meisten Kissen (siehe unten).

Haus bei Lower Kilcott
Haus bei Lower Kilcott

Fischteich bei Lower Kilcott
Fischteich bei Lower Kilcott

Kein Wunder, dass das hier das Vorbild für Tolkiens Auenland war. Man sieht die Hobbits geradezu schmauchend angeln. Das ist dann auch genau das verklärte England hier, zu dem viele zurückwollen. (In einem Artikel mal gelesen, dass die rechtsextreme englische Partei Britain First auf ihrem Parteitag das Auenland-Thema aus der Herr-der-Ringe-Verfilmung laufen ließ, komplett unironisch.)

Dyrham Park
Dyrham Park

In Dyrham Park wurden die Außenaufnahmen für The Remains of the Day gedreht. Auch hier war innen zu, aber wir sahen uns Park, Kirche, Friedhof an und nahmen erfrischenden Tee zu uns – keinen feinen Tee, sondern ordentlichen. Im Park gab es auch die Rehherde, die man oben mal sehen kann.

Hill Farm, bei Cold Ashton
Hill Farm, bei Cold Ashton

Das war der Hof, auf dem wir unsere letzte Nacht vor Bath verbrachten.

Bonus

Es gab sehr viele alte Steinkirchen auf dem Weg. In einer davon, St Mary’s in Wotton-under-Edge (“Wotton” mit kurzem “u” vorne aussprechen), sahen wir viele bestickte Kissen für die Kirchenbänke, sogenannte kneelers. Die hat man da gerne mal.

Bestickte Kirchen-Sitzkissen
Bilder: Frau Rau

Workarounds in der Schule…

…sind etwas, an das ich mich zu schnell gewöhne.

  • In der webbasierten Vorlage für das Protokoll ist ein Tippfehler? Kein Problem, einfach als als .doc herunterladen, Tippfehler ausbessern, wieder als Pdf exportieren.
  • Der Export aus dem Zeugnisprogramm enthält überflüssige Tabellenzeilen? Auch kein Problem, einfach als .doc-Datei exportieren, Tabellenzeilen löschen, neu speichern.
  • Der Videobetrachter VLC funktioniert bei DVDs nicht? Nimm die portable Version, die ist jünger.
  • Die Webseite wird nicht richtig angezeigt? Ja, der Standardbrowser ist der Internet Explorer, versuch’s lieber mit dem Firefox.
  • Pdfs werden nicht richtig angezeigt? Ja, der voreingestellte Pdf-Betrachter ist veraltet, einfach mit der rechten Maustaste den anderen auswählen.

Für computeraffine Menschen wie mich ist das alles kein Problem. Aber eigentlich sollte kein normaler Benutzer mit diesen Tricks arbeiten müssen. (Das heißt, eine solide informatische Grundbildung muss aber schon sein. Damit man weiß, was bei einem Doppelklick eigentlich passiert.) Wenn es an Schulen zu viele Bastler gibt, heißt das, dass solche Workarounds bestehen bleiben.

Das erinnert mich ein bisschen an “Der Minimalforscher” von Robert Sheckley, eine nicht ganz ernst gemeinte Science-Fiction-Kurzgeschichte. Fremde Planeten werden dort erst auf Tauglichkeit geprüft, indem ein Kolonist dort alleine ein Jahr überleben muss, um sicherzustellen, dass es keine Gefahr durch wilden Tiere, Bakterien, Umweltgifte, in den Wahnsinn treibende Naturphänomene gibt. Die Behörde, die das organisiert, ist allerdings davon abgekommen, tüchtige, kräftige, geschickte Männer als Kolonist einzusetzen, weil die die gefahren oft gar nicht mitkriegen. Stattdessen werden eher ungeschickte Tölpel eingesetzt – wenn die die Zeit als Kolonist überstehen, dann ist der Planet auch wirklich für alle tauglich.