Bücher 2018

Meine gelesenen Bücher 2018. Zu sehr wenigen davon habe ich etwas gebloggt, zu anderen einen Podcast gemacht. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen. Ingesamt deutlich sind es weniger als in den Vorjahren, und es sind auch viele recht kurze Sachen dabei. Dafür habe ich etliche andere Bücher ungeduldig nach fünfzig oder hundert Seiten weggelegt. Am meisten in der Erinnerung: J. G. Farrell, Troubles und Salomon Herrmann Mosenthal, Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben, über das ich noch einmal schreiben möchte. 7 Bücher von Frauen, 32 von Männern, Rest so nicht zuordenbar. 12 Bücher wiedergelesen. 9 Nonfiction. Mary Beard, SPQR Salomon …

Daphne du Maurier, Don’t Look Now

Buchtitelbild
Buchtitelbild

Don’t Look Now (britischer Titel: Not After Midnight) ist das erste Buch von Daphne du Maurier, das ich gelesen habe; Rebecca kenne ich dem Namen nach und von dem berühmten Anfangssatz (dessen Ruhm ich nie ganz nachvollziehen konnte), und vielleicht habe ich mal in einer Horror-Anthologie “Die Vögel” von ihr gelesen. Anlass war ein Podcast zur titelgebenden, bekannt verfilmten Geschichte; insgesamt sind fünf recht lange Kurzgeschichten in dieser Sammlung. “Don’t Look Now” (Habe neulich schon von dieser Geschichte erzählt, daher kurze Doppelung.) Spielt in Venedig, und der Film heißt auf Deutsch “Wenn die Gondeln trauer tragen”, und natürlich habe ich …

Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (2018)

Vieles an dem Buch hat sich sehr gut gehalten, manches ist erstaunlich gut extrapoliert. Zugegeben: Die Männer gehen arbeiten und die Frauen bleiben zu Hause, und als der emotional mitgenommene Guy Montag sich im Wohnzimmer erbricht, ist es seine Frau Mildred, die sofort den Wischmopp zum Saubermachen holt. Aber das betrifft kein zentrales Thema des Buchs. Anders ist es bei Folgendem: In der Welt von Fahrenheit 451 sind Bücher verboten. Das Medium Buch wird dabei keineswegs anderen Medien gegenüber als etwas prinzipiell Besseres dargestellt; Faber erklärt, dass die wichtigen Dinge, wegen derer Bücher nach und nach verboten wurden, sich genau …

Naomi Alderman, The Power

Titelbild The Power
Titelbild The Power

Ein gutes Buch, aber nicht so gut, wie es sein könnte. Das heißt, das Buch, das ich nicht lese, aber im Kopf immer noch erwarte, ist eben noch besser – zwei Bücher zum Preis von einem, wie schön! Die Prämisse dieses Romans: In Folge einer – ausreichend glaubhaft herbeierklärten – Genveränderung entwickeln weltweit alle oder fast alle Frauen die Fähigkeit, elektrische Stromstöße auszusenden, teilweise von großer Stärke. Und wie Science Fiction so ist, heißt es von da an: Schauen wir mal, wo uns das hinführt – das heißt, eigentlich weiß man vorher schon, wo das hinführen soll: Wie sähe die …

Arthur Bloch, Murphy’s Law (und: Planning Fallacy)

Spätestens 1985 kaufte ich, siebzehnjährig, in den USA an einem Flughafen (New Mexico, vielleicht?) das schmale Büchlein Murphy’s Law, and other reasons why things go wrong! von Arthur Bloch. Ich habe viel gelernt daraus. Murphy’s Law kannte ich wohl vorher schon irgendwoher, anderen Gesetzen – dem Peter-Prinzip, Clarkes 3. Gesetz – begegnete ich danach immer wieder. Aber ich weiß noch, dass es lange dauerte, bis ich diesen Kalauer verstand: Cole’s Law: Thinly sliced cabbage. Hier die Gesetze, die ich über all die Jahre auswendig behalten habe, weil ich immer wieder Anwendungen dafür sehe: Ginsberg’s Theorem: 1. You can’t win. 2. …

Zadie Smith, Swing Time (und viele, viele Musical-Ausschnitte)

In meiner Leserunde gelesen. Vorab: Viel werde ich gar nicht zu dem Buch sagen. Es hat mir auch nicht sehr gefallen. Interessiert hat es mich durchaus, weil mich zwei oder drei Nebenthemen des Buchs interessierten – ansonsten war es nicht so das meine. Es geht darin um die Freundschaft der Protagonisten mit der gleichaltigen Tracey. Sie wohnen in der selben eher heruntergekommenen Nachbarschaft, haben aber ganz verschiedene Mütter; beide Kinder gehen ins Ballett und lernen Tanz. Sie verlieren sich aus den Augen; die Protagonistin wird Assistentin bei dem an Madonna angelehnten Musikstar Aimee. Ein Großteil der zweiten Hälfte spielt in …

Abbé Augustin Barruel, Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus, Band 3 (Teil 2)

(Fortsetzung von hier. Diese Seite hier ist dann doch mehr Materialsammlung geworden als ursprünglich geplant, nun ja.) 3.3 Methoden der Illuminaten Wenn die Ziele der Illuminaten vielleicht im 18. und frühen 19. Jahrhundert besondere Bestürzung hervorriefen, so glaube ich, dass es vor allem ihre Methoden sind, die zu ihrem Nachruhm beigetragen haben. Einige muten verhältnismäßig harmlos an: Die Mitglieder müssen Besinnungsaufsätze schreiben, die von den oberen Graden gelesen werden; die Fragen, anhand derer man die Gesinnung der Mitglieder erkennen soll, sind hoffnungslos durchschaubar. Es gibt Geheimnamen (Weishaupt ist Spartacus, München ist Athen), und Weishaupt ist so stolz auf die Idee …

Abbé Augustin Barruel, Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus, Band 3 (Teil 1)

Cartoon
Cartoon

1. Vorrede 2. Zur Geschichte der Illuminaten (aus Wikipedia abgeschrieben) 3. Endlich, das Buch 3.1 Aufbau der Illuminaten 3.2 Ziele der Illuminaten 3.3 Methoden der Illuminaten 4. Aufklärung und Hokuspokus 1. Vorrede Anfang des Jahres habe ich, auch wegen eines allgemeinen Interesses an Verschwörungstheorien, Umberto Ecos Das Foucaultsche Pendel wiedergelesen. Damals hatte ich mir auch ein Buch notiert, das dort sozusagen als Urvater der Verschwörungstheorien angeführt wird: Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus von Abbé Barruel. Die Jakobiner waren ein politischer Klub während der französischen Revolution, von denen es damals etliche gab. Sie waren politisch links, für die Abschaffung der Monarchie, …

ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher

Titelbild Suhrkamp-Taschenbuch
Titelbild Suhrkamp-Taschenbuch

Neulich ging es um Literaturkanons, und da wurde ich auf diese Sammlung hingewiesen: 1978 bis 1980 erschienen die Kolumnen in der Zeit, es wurde jeweils ein Werk der Weltliteratur in einem kurzen beschreibenden Essay vorgestellt. Die Sammlung ist selbst ein Zeitdokument. Man merkt, dass sie noch aus einer prä-postmodernen Zeit stammt: “Krimi wird nun nicht geboten, es sein denn, man hielte Dostojewskis ‘Dämonen’ für einen”, schreibt Herausgeber Fritz J. Raddatz gönnerhaft in seinem Vorwort. Die Grenze zwischen U- und E‑Literatur wird noch ganz hart gezogen. Der Beitrag zu Dantes Göttlicher Komödie beginnt: “Die Deutschen haben ein gestörtes Verhältnis zu Dante.” …

Wilde Woche, weiterhin (und Thomas Pynchon, Lot 49)

Bogenschützen beim Schießen
Bogenschützen beim Schießen

Montag Nachmittags Fachsitzung Englisch, Informationen zum LehrplanPLUS. Fazit: Für Englisch keine Änderungen, das Fach war eh schon kompetenzorientiert. Es gilt weiterhin der SBR (spezielle bayerische Referenzrahmen für Sprachen), der an den GER (gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen) angelehnt ist, aber zusätzliche Stufen kennt – hier der Blogeintrag zur Faustregel, anhand derer man sich merken kann, in welchen Jahrgangsstufen A1, A1+, A2, A2+ und so weiter erreicht sein sollen. Englischunterricht scheint mir inzwischen weitgehend reduziert zu sein auf ein: Englisch verstehen und sprechen und lesen können. Vielleicht ist das auch okay. In meiner Studienzeit wurde in der Fachdidaktik thematisiert, warum am …