Schlagwort: Bücher
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Eskapismus: Perry Rhodan wiederlesen
(9 Kommentare.) Schon vor einer ganzen Weile habe ich mir ein dickes E-Book gekauft, und zwar die Hefte 1 bis 49 der Heftromanserie Perry Rhodan (1961 bis heute). 60 Euro, DRM-frei, also ohne Kopierschutz, als EPUB-Datei. 16000 Smartphoneseiten bei einer Schriftgröße meines Alters. In Kartons stehen außerdem die ersten 400 Hefte im Regal. Wegen der…
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Paul Scheerbart, Lesabéndio
Jemand empfahl mir bei Mastodon dieses Buch, und weil es interessant klang und ich es, da schon lange gemeinfrei, ohnehin bereits auf Festplatte hatte, habe ich es gelesen – und weil mein Lexikon der Science Fiction Literatur (Alpers, Fuchs, Hahn 1984) über den Autor schreibt: bei allem schuldigen Respekt, eine der kuriosesten Erscheinungen der Berliner…
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Bov Bjerg, Der Vorweiner
(Weitgehend spoilerfrei, bis auf mein neues Lieblingswort.) Der Roman spielt in einer mittelnahen Zukunft, die sprachlich so verfremdet ist, dass man sich erst einmal zurecht finden muss. Das ist geradezu ein besonderes Vergnügen bei moderner utopischer Literatur: Da stellt uns kein Gulliver das fremde Land vor, kein Mensch der Gegenwart schläft nach einem Treffen eines…
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John D. Fitzgerald, The Great Brain
(10 Kommentare.) Aus dem Bücherregal meiner Eltern, späte 1970er Jahre. Ich habe das als Kind gelesen, so mit zehn, elf, weil ich den meisten Büchern in diesen Regalen eine Chance gegeben habe, und dieses habe ich sehr gerne und mehrfach gelesen, auch weil mir die beschriebene Welt dort so völlig fremd war. In der kleinen…
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Salomon Herrmann Mosenthal, Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben
(3 Kommentare.) Meine zweite neu angelegte Wikipedia-Seite, ich hoffe, sie hat genug Relevanz. Deshalb wiederhole ich nicht, was bei Wikipedia zum Buch steht; hier nur Ergänzungen und ein bisschen Analyse oder zumindest Zitate. Die Erzählungen geben Einblick in das klein- und kleinstbürgerliche jüdische Familienleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in und um Kassel…
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Dorothy Hartley, Food in England (und eine Frage zu Hexenkesseln)
(4 Kommentare.) Dorothy Hartley war eine englische Autorin, Historikerin und Illustratorin. Ihr bekanntestes Werk ist auch das einzige, das ich kenne, aber das hat es in sich: Food in England (1954, Wikipedia) ist eine Art Kulturgeschichte der englischen Küche, mit – kurz gehaltenen – Rezepten, mit Schnipseln von historischen Kochanleitungen und Gedichten und alles reich…
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John Myers Myers, The Moon’s Fire-Eating Daughter (und mehr Sumerisches, als man vielleicht erwartet hätte)
(4 Kommentare.) Der größere Vorläufer: John Myers Myers, Silverlock (1949) Silverlock ist das bekannteste Buch von John Myers Myers. Es ist nicht sehr bekannt, hat aber da oder dort einen gewissen Kultstatus. Ich habe es 1984 oder 1985 gelesen, in der ersten und bislang wohl einzigen deutschen Ausgabe, übersetzt von Annette von Charpentier und Helmut…
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Marie von Ebner-Eschenbach, Die Prinzessin von Banalien
1. Vorgeschichte Hier also noch eine zweite aus der PDF-Fraktur befreite Erzählung von Marie von Ebner-Eschenbach. (Siehe vorhergehenden Blogeintrag.) Der Titel war mir aufgefallen; ich mag Märchen und Geschichten, die so tun, als wären sie Märchen; „Banalien“ klingt nach Parodie oder Metafiktion. Die Erzählung ist dann aber nichts von alledem. 2. Inhalt und Kommentar Sie…
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Marie von Ebner-Eschenbach, Prinzessin Leiladin. Ein Märchen
(4 Kommentare.) 1. Auf der Suche nach dem Text norberto42 hat ein Märchen von Marie von Ebner-Eschenbach gelesen und darüber geschrieben. Aus meiner Schulzeit kannte ich ihr „Krambambuli“, das ich schlimm fand; inzwischen habe ich aber interessante Texte von ihr entdeckt: „Die Resel“, in der sich eine Gräfin die Geschichte eines Grabs erzählen lässt und…
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Bücher der letzten Zeit (Heine, Hauff, Münchhausen)
1. Heinrich Heine, Die Harzreise Ergiebig für ein zukünftiges Projekt, aber wenig fürs Blog. Amüsant, wie Heine sich ein komfortables Bett oben am Brocken erschwindelt: Ich fand das Haus voller Gäste, und wie es einem klugen Manne geziemt, dachte ich schon an die Nacht, an die Unbehaglichkeit eines Strohlagers; mit hinsterbender Stimme verlangte ich gleich…
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James Hilton, Catherine Herself
(4 Kommentare.) Der Gedanke eines friedlichen tibetanischen oder nepalesischen Klosterparadieses Shangri-la war mir schon früh vertraut, spätestens seit Dogri-la im zu wenig bekannten Animalympics/Dschungel-Olympiade (USA 1980, in unterschiedlichen Fassungen unterwegs) und über Randbemerkungen in Brian W. Aldiss‘ Literaturgeschichte der Science Fiction; wer weiß, vielleicht habe ich auch Folgen der verschollenen Serie Sie kommen aus Agarthi…
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Charles Sealsfield, Das Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken (1841)
(2 Kommentare.) Einstieg Ich höre gerade heruntergeladene Hörbücher auf, bin schon beim Buchstaben S und zwar bei dieser Aufnahme – eine der wohl bekannteren Passagen aus einem mir bislang völlig unbekannten Wildwest-Buch von einem Autor, von dem ich noch nie gehört hatte: Charles Sealsfield, ein amerikanischer Staatsbürger, geboren 1793 als Carl Anton Postl im heutigen…