Rollenspieler um die 40 (okay, 41)

Letztes Jahr auf dem Klassentreffen habe ich einen Schul- und Spielfreund wieder getroffen und von ihm erfahren, dass sich ein Teil der Spieler- und Con-Runde, zu der zu gehören auch ich einmal die Ehre und das Vergnügen hatte, sich jedes Jahr Anfang November noch einmal zum Spielen trifft. Im November 2007 durfte ich mitmachen, dieses Jahr wieder. Schlafsack, Kartoffelchips, Gummizeugs, Schokolade, ganz wie früher. Das Spielen hat Spaß gemacht, ich bin allerdings permanent eingenickt. Peinlich. Aber nach zehn Uhr abends ist mir selten noch etwas anzufangen, und nach Schlafsacknacht sogar noch früher. Dazu zu viel Süßkram, zu wenig Bewegung und … Continue reading „Rollenspieler um die 40 (okay, 41)“

Geek Credentials

Gestern hatte ich einen langen Tag in Augsburg. Zuerst habe ich kurz auf einem Spielertreffen vorbeigeschaut – Eintritt 2,50 (oder 4 Euro für beide Tage) und dafür jede Menge Spiele und Spieler. Für Leute, die solche Spiele und Spieler kennen, ist das nichts Besonders. Aber vielleicht wissen einige meiner Leser gar nicht, was es da für eine bunte Szene gibt. Ich bin ja schon länger nicht mehr aktiv als Spieler, und Spiele mit angemalten Plastikfiguren mochte ich noch nie, aber ich habe mir einen Flyer von einem Münchner Spieletreff mitgenommen. Mal sehen, vielleicht geht was. Das war übrigens nicht nur … Continue reading „Geek Credentials“

Es war einmal (und viel mehr über weitere Erzählspiele, als ich eigentlich zu schreiben vorhatte)

1. Es war einmal Nachdem es vorgestern schon ums Erzählen ging, will ich mir auch endlich diesen Eintrag von der Liste schreiben: Bei Amigo ist 1997 das Spiel Es war einmal erschienen, die deutsche Ausgabe von Once upon a time (Atlas Games 1994, zweite Ausgabe 1995). „Es war einmal“ ist einigermaßen bekannt und auch im normalen Spielwarenhandel zu bekommen. Das Spiel besteht aus über hundert Erzählerkarten, jeweils mit typischen Märchenmotiven: Charaktere (Kind, Prinzessin, Monster), Gegenstände (Schlüssel, Krone, Baum), Orte (Heim, Kapelle, Kerker), Eigenschaften (versteckt, wunderschön, blind) und Ereignisse (Falle, Wettbewerb, jemand wird verletzt). Jeder Spieler kriegt eine Handvoll dieser Karten … Continue reading „Es war einmal (und viel mehr über weitere Erzählspiele, als ich eigentlich zu schreiben vorhatte)“

Lost in Austen (Lesen 2.0)

Wer das Genre kennt, der kann sich gleich etwas unter Lost in Austen. Create Your Own Jane Austen Adventure von Emma Campbell Webster vorstellen. Man liest ein paar Seiten, wird dann vor eine Entscheidung gestellt und liest dann je nach Wahl auf der einen oder anderen Seite weiter. Dort liest man wieder einige Absätze, trifft wieder eine Entscheidung, und liest sich so kreuz und quer durch das Buch. Die Geschichte hat dabei mehrere Enden, glücklichere oder weniger glücklichere. (Ich habe mal ein solches Hobbit-Heft mit einer 6. Klasse gemacht.) Typischerweise sind solche Bücher Fantasy-Geschichten. Abenteuer in Katakomben, Skelette kommen auf … Continue reading „Lost in Austen (Lesen 2.0)“

Lovecraft und Wodehouse

Teil I: Lovecraft Wir gratulieren zur Gemeinfreiheit im Jahr 2008: Edith Wharton, J.M. Barrie (der von Peter Pan) und H. P. Lovecraft. Ah, Lovecraft! Meine LK-Facharbeit damals ging um „The Influence Of Edgar Allan Poe On Howard Phillips Lovecraft“. Immer noch stolz bin ich auf die Formulierung: „the Red Death crashing Prince Prospero’s party“. (Es ging um die Poe-Geschichte „The Masque of the Red Death“.) Einen sehr schönen Überblick zu Lovecraft gibt Wikipedia. Die Kurzfassung für diejenigen, die Lovecraft nicht kennen: Seine Horror-Kurzgeschichten aus den 1920er und 1930er Jahren sind stilprägendes Vorbild für Generationen von Autoren nach ihm. Ein typisches … Continue reading „Lovecraft und Wodehouse“

Killer (The Game of Assassination)

Ich treibe mich nicht mehr in Schülerforen herum oder gar in den Lokalforen, die bei unseren Schülern so beliebt sind. (Viel, viel, viel beliebter als die fast unbekannten Blogs.) Manchmal stoße ich allerdings trotzdem auf Beiträge, so wie neulich. Denn ich habe bei Google Alerts unter anderem den Namen meiner Schule abonniert. Das heißt, immer wenn Google eine neue Seite erfasst, auf der der Name vorkommt, dann kriege ich eine Mail mit dem Hinweis darauf. Oder so ähnlich. Und der Name meiner Schule fiel eben in einem solchen Forum, wo sich tatsächlich auch eine Schülerin einer meiner Klassen zu einer … Continue reading „Killer (The Game of Assassination)“

Crayon Physics

Ganz wunderschön ist Crayon Physics (im wiki.doebe.li gefunden, wo auch noch mehr zu Autor und Spiel steht, anschauen!): Man muss in jedem Level den Ball zum Stern kriegen. Das geschieht, indem man mit der Maus (oder dem Tablet-Griffel) Linien oder Rechtecke oder Eier oder sonstwas zeichnet. Die Objekte fallen dann jeweils nach unten, oder auch nicht, und die Optik ist ganz entzückend. Macht viel Spielspaß. Unbedingt den Videoclip anschauen. (Im Video sieht man eine Vorschau auf die Nachfolgeversion.)

Anrufen in Bishopsbridge (Schnitzeljagd I)

Eine Englisch-Didaktik-Übung an der Uni habe ich noch gut in Erinnerung: Es ging um verschiedene spielerische Methoden im Unterricht. Ein Höhepunkt war die folgende Aktion des Seminarleiters. In der Woche zuvor waren wir gebeten worden, jeweils ein paar Mark in Münzen mitzunehmen. Der Seminarleiter begann mit einer Geschichte; er müsse jetzt nicht mehr unterrichten, weil er überraschend zu Geld gekommen sei. Wir könnten ihn aber dazu erpressen. Und er teilte den einzelnen Gruppen ein erstes Blatt mit Arbeitsanweisungen aus. Den Rest der Stunde verbrachten wir auf einer Schnitzeljad durchs Universitätsgelände. Zuerst waren wir bei einem (muttersprachlichen) Dozenten. Er stellte sich … Continue reading „Anrufen in Bishopsbridge (Schnitzeljagd I)“

Verloren: Mein W30 (die Prinzessin unter den Würfeln)

Im Universum geht nichts verloren: Ein Adressbuch, das acht Monate verschollen war, ist wieder aufgetaucht, aber dafür ist mein W30 weg. Für Nichtrollenspieler: Ein W30 ist ein dreißigseitiger Würfel, auf Englisch auch D30. Er wird selten verwendet und ist nicht mehr so leicht in Läden aufzutreiben wie früher; häufiger sind W10, W20, auch W4, W8, W12 und natürlich der gute alte W6, von Laien auch „Würfel“ genannt. Den W30 hatte ich mir im Referendariat gekauft, um im Klassenzimmer live einen zufälligen Schüler bestimmen zu können. Sehr vermisse ich den W30 allerdings nicht: von meinen neun Klassen habe ich nur drei … Continue reading „Verloren: Mein W30 (die Prinzessin unter den Würfeln)“

Computerspiele objektorientiert

In der 6. Klasse lernen Schüler anhand von Vektorgraphik-Programmen, was Klassen und Objekte sind. Das ist noch anschaulich. Später und in der 7. Klasse sollen die Schüler dann auch bei der Textverarbeitung und im Internet objektorientiert arbeiten und Zeichen, Absätze, Textfelder, E-Mails und Hyperlinks als Objekte begreifen. Das halte ich für nicht mehr so anschaulich. Wieviel bringt es, die Klasse Hyperlink mit den Attributen „Verweisziel“ und „Verweistext“ zu verdeutlichen? Die Punktschreibweise zu üben mit MeineMail.Empfänger=bla@blubb.de und MeineMail.Absenden(Empfänger)? Ich glaube nicht, dass die Schüler diese abstrakteren Objekte wirklich als Objekt verstehen. Allerdings soll man natürlich den Umgang mit Internet und E-Mails … Continue reading „Computerspiele objektorientiert“