Anrufen in Bishopsbridge (Schnitzeljagd I)

Eine Englisch-Didaktik-Übung an der Uni habe ich noch gut in Erinnerung: Es ging um verschiedene spielerische Methoden im Unterricht. Ein Höhepunkt war die folgende Aktion des Seminarleiters. In der Woche zuvor waren wir gebeten worden, jeweils ein paar Mark in Münzen mitzunehmen. Der Seminarleiter begann mit einer Geschichte; er müsse jetzt nicht mehr unterrichten, weil er überraschend zu Geld gekommen sei. Wir könnten ihn aber dazu erpressen. Und er teilte den einzelnen Gruppen ein erstes Blatt mit Arbeitsanweisungen aus. Den Rest der Stunde verbrachten wir auf einer Schnitzeljagd durchs Universitätsgelände. Zuerst waren wir bei einem (muttersprachlichen) Dozenten. Er stellte sich …

Verloren: Mein W30 (die Prinzessin unter den Würfeln)

Im Universum geht nichts verloren: Ein Adressbuch, das acht Monate verschollen war, ist wieder aufgetaucht, aber dafür ist mein W30 weg. Für Nichtrollenspieler: Ein W30 ist ein dreißigseitiger Würfel, auf Englisch auch D30. Er wird selten verwendet und ist nicht mehr so leicht in Läden aufzutreiben wie früher; häufiger sind W10, W20, auch W4, W8, W12 und natürlich der gute alte W6, von Laien auch “Würfel” genannt. Den W30 hatte ich mir im Referendariat gekauft, um im Klassenzimmer live einen zufälligen Schüler bestimmen zu können. Sehr vermisse ich den W30 allerdings nicht: von meinen neun Klassen habe ich nur drei …

Computerspiele objektorientiert

In der 6. Klasse lernen Schüler anhand von Vektorgraphik-Programmen, was Klassen und Objekte sind. Das ist noch anschaulich. Später und in der 7. Klasse sollen die Schüler dann auch bei der Textverarbeitung und im Internet objektorientiert arbeiten und Zeichen, Absätze, Textfelder, E‑Mails und Hyperlinks als Objekte begreifen. Das halte ich für nicht mehr so anschaulich. Wieviel bringt es, die Klasse Hyperlink mit den Attributen “Verweisziel” und “Verweistext” zu verdeutlichen? Die Punktschreibweise zu üben mit MeineMail.Empfänger=bla@blubb.de und MeineMail.Absenden(Empfänger)? Ich glaube nicht, dass die Schüler diese abstrakteren Objekte wirklich als Objekt verstehen. Allerdings soll man natürlich den Umgang mit Internet und E‑Mails …

Textadventures im Informatikunterricht

Informatik, Klassen und Objekte. Zwischendurch ein bisschen Luft, um etwas auszuprobieren, auch weil ich die Klasse nicht nur in Informatik, sondern dazu in Englisch habe. Also haben die Schüler Objekte für ein Textadventure erstellt. So ein Objekt sieht zum Beispiel so aus: schoolbag1: openable  sdesc = “green schoolbag”  ldesc = “It’s a green schoolbag with a black car on it. It is           wonderful.”  noun = ’schoolbag’  adjective = ‘green’  location = bathroom ; Ich habe den Schülern die Klassen openable, readable, item und fixeditem zur Verfügung gestellt. Das Attribut ldesc gibt eine längere Beschreibung des Objektes, die man erhält, wenn …

Playing Games II (with Larry Trask and friends)

Spiele und Spielerunden können so schön sein. Früher viel gespielt haben wir zum Beispiel Junta, Kingmaker und Circus Maximus: Junta dauert recht lange und man braucht sieben Spieler, auch wenn man theoretisch mit weniger spielen kann. Ein Spieler ist dabei Präsident einer Bananenrepublik. Er hat wenig direkte militärischer Macht, aber er bestimmt den Innenminister (mit Geheimdienst), die drei Generäle, den Chef der Marine und der Luftwaffe. Jeder Spieler kriegt also genau einen Job. Die Generäle sind alle gleich mächtig, aber einer ist klein und dick und die Zuweisung dieser Rolle gilt als Ausdruck persönlicher Geringschätzung. So war es zumindest bei …

Playing Games I

Gestern Nachmittagsstunde im Englisch-Leistungskurs. Etliche Leute waren nicht da wegen Klausur am folgenden Tag; das ist inzwischen gängige Praxis unter den Schülern. Ich nehme es ihnen inzwischen gar nicht mehr so übel, solange sie sonst regelmäßig anwesend sind, aber mein Respekt sinkt natürlich genauso wie an der Uni damals mein Respekt gegenüber den Kommilitonen, die immer um Verlängerung bettelten. Das nur am Rande. Es war eine nette Stunde, fand ich. Die Schüler schreiben diese Tage über viel Klausuren und müssen für den Leistungskurs ein – kurzes – Theaterstück lesen, also mache ich gerade schonenden Unterricht. Gestern haben wir gespielt, und …

Digitalisieren

Heute hat mir ein Schüler meine Videokamera zurückgebracht, die er sich ausgeliehen hatte, um damit zu filmen. Die zwei Kassetten, mit “LARP” beschriftet, die dabei sind, ob ich ihm die von der Kamera-Kassette auf DVD kopieren kann. Ja, mache ich, gerne. Ich bin ja schon soooo gespannt.… (LARP)

Manchmal kommen sie wieder

Manchmal kommen verlorene Dinge aber auch wieder zurück: Hat mir mein kleiner Bruder zu Weihnachten geschenkt: Der Joystick sieht so ähnlich aus wie der gute alte Competition Pro und kommt mit zwei Cinch-Anschlüssen: Einer für den Ton, einer für das Bild. Damit kann man den Joystick (batteriebetrieben) an jeden Fernseher anschließen und die 30 integrierten Commodore-64-Spiele spielen: Impossible Mission, Impossible Mission 2, Pitstop, Pitstop 2, Winter Games, Summer Games, Jumpman Junior, Gateway to Apshai und eben noch viele mehr. Klar kann man sich auch einen C64-Emulator für den PC besorgen und die Spiele dort spielen. Aber mit diesem Joystick habe …

Sport und Spiel

Weil wir gerade über Sportunterricht diskutieren: Viele Brettspiele, bei denen es einen eindeutigen Gewinner gibt, spielt man nicht zu zweit, sondern zu dritt bis siebt. In diesen Spielen muss man mit anderen verhandeln, Partnerschaften eingehen – gerne auch nach dem Motto: “Alle auf einen”, wenn der gerade führt. Manche Spiele haben auch von vornherein asymmetrische Ausgangsbedingungen. Anders ist es bei allen Wettkampfsportarten und ‑spielen, die ich kenne. Dort stehen sich immer genau zwei Mannschaften oder einzelne Spieler gegenüber. (Gewiss spielt es strategisch eine Rolle, wer bei einem Turnier wann gegen wen spielt – aber eine nur kleine und wenig beeinflussbare …

Cricket

Gestern war ich hier und habe bei einem Cricket-Spiel zugeschaut. (Den brillanten Magnifier habe ich von hier. Die Lupe läuft unter Firefox, Netscape, IE; bei Opera und Mac-Browsern weiß ich’s nicht bei Mac unter Safari, IE und Firefox, aber nicht zumindest manchmal unter Opera. Es funktioniert mit zwei Bildern, einem großen und einem kleinen. Das große ist fürs WWW arg komprimiert.) Cricket wäre die englische Nationalsportart, wenn das nicht eigentlich Fußball wäre. Aber Cricket hat mehr Geschichte und ist vor allem durch das Britische Empire und das Commonwealth in die ehemaligen Kolonien gelangt, so dass auch heute noch in Australien, …