The WPA

Frau Rau ist neulich beim Romanelesen auf einen Helden gestoßen, für den in den 30er Jahren „a spell of the WPA“ anstand. Und weil sie nicht wusste, was das ist, und ich noch schneller bin als als das Internet, jedenfalls wenn ich im Nebenzimmer sitze, hat sie mich gefragt. Dank mausloser Blitzbedienung des Rechners konnte ich ihr auch in Sekunden das Lied „The WPA“ von Louis Armstrong und den Mills Brothers vorspielen (1940).

Die WPA (Works Progress Administration, Wikipedia) war in den Jahren 1935-1943 eine Maßnahme der Roosevelt-Regierung gegen die Arbeitslosigkeit der Depressionszeit. Das war keine Arbeitslosenunterstützung im engeren Sinn, sondern staatlich finanzierte und organisierte Bereitstellung von Arbeit: Wer wollte, konnte immer eine Arbeit bei der WPA kriegen. Die WPA baute Straßen, Wohnsiedlungen, öffentliche Gebäude, finanzierte aber auch Theaterstücke, veranstaltete Ausstellungen, Leseförderungsmaßnahmen, Schreibworkshops, alles mögliche.

Hier ein Reklameposter der WPA mit ihren Aktivitäten:
wpa-done
(Wikimedia Commons)

Es gab allerdings auch Kritik an der WPA. Ein Vorwurf war der, dass es Geld fürs Nichtstun gibt. Oder wie es in dem oben erwähnten Lied „The WPA“ heißt:

Sleep while you work while you rest while you play
Lean on your shovel to pass the time away

Leider, leider gibt es keine Online-Version des Liedes. Das ist nämlich wirklich sehr flott, Louis Armstrong & the Mills Brothers. Die einseitige Sicht der WPA, die in dem Lied dargestellt wird, ist allerdings wohl ungerecht. (Deckt sich aber mit anderen fiktionalen Darstellungen.) Vielleicht gibt es deshalb eine jüngere Version des Jazzmusikers Bob Dorough, der das Spöttische, Flotte der alten Version leider abgeht:

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Auch Glenn Miller hat eine Version des Liedes aufgenommen, die ist allerdings nie veröffentlicht worden und auch nicht erhalten – vielleicht war sie Miller nicht gut genug, vielleicht gab es technische Fehler bei der Aufnahme, es gibt auch Gerüchte, nach denen der Verlag keine Veröffentlichung wollte.

Alles bei Youtube:

(Siehe auch älteren Blog-Eintrag: The Great Depression.)

3 Antworten auf „The WPA“

  1. Bei itunes kann man in diverse Versionen hineinhören, auch die von Armstrong. Danke für die Informationen!

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