Probestudium Informatik 2012

Gestern war ich, und von Montag bis Mittwoch nächster Woche bin ich wie schon letztes Jahr beim Probestudium an der LMU. Da können Schüler ab der 10. Klasse schon mal in die Uni hineinschnuppern – innerhalb von vier Tage mit drei Vorlesungen, vier Workshops, und gut hundert anderen Schülern darin.

Leider konnte viele Anmeldungen nicht berücksichtigt werden, da es einfach zu viele waren. Die Schüler wirken alle sehr nett, sind freiwillig drei Ferientage hier (und den letzten Schultag vor den Osterferien), und zwar jeweils von zehn bis halb sechs, sechs. Die Schüler wirken nicht auffällig motivierter als andere Schüler auch, fassen aber Hinweise und Anregungen enorm rasch auf. Man macht Vorschläge und deutet Möglichkeiten an (also meist mein Kollege S., in dessen Workshop ich assistiere), und die setzen das um. Und wenn sie etwas wissen wollen, fragen sie. Mehr kann man nicht verlangen. Man stelle sich vor, man könnte in einem Fach wie Deutsch – aus vielen Gründen nicht vergleich- und umsetzbar – solche Anregungen geben, mal kurz erklären, was eine Metapher ist, oder eine germanische Langzeile, und dann wird schon drauflosgebastelt.

Der Arbeitsraum unseres Workshops ist in der sogenannten Baracke, außerhalb vom Hauptgebäude. Klingt schlechter, als es ist – im Gegenteil, wir können gut arbeiten darin, und zwar in der Antarktis. So heißt der Computerraum in der Baracke, die anderen heißen Gobi, Takla-Makan und Sibirien. Da wird einem angenehm abenteuerlich ums Herz. Das Wellblech auf dem Dach und die schräge Decke in der Antarktis geben mir wirklich das Gefühl, auf einer Forschungsstation irgendwo in den Mountains of Madness zu arbeiten – Lovcerafts Meistererzählung aus der Antarktis, deren Kombination von Südpol, Horror und Science Fiction letztlich zu Campbells “Who Goes There?” und dessen dreimaliger Verfilmung als “The Thing” führte.

Der Inhalt des Workshops: 3D-Welten erstellen mit VPython. Python ist eine der einfachsten Programmiersprachen, die ich kenne. (Viele kenne ich aber auch nicht.) Und VPYthon ist ein Zusatzmodul dazu, mit dem man sehr einfach Kugeln und Quader und dann auch gleich ganze Städte und Welten bauen kann. VPython-Skripte lassen sich zwar nicht in Webseiten einbauen, aber es gibt ein Projekt, mit dem VPython-Skripte automatisch und halbwegs fehlerfrei in Javascript kovertiert werden, auch wenn Nachbesserungen nötig sind. Unter Glowscript kann man sich die umgewandelten VPython-Beispiel im Browser anschauen. (Firefox: eventuell WebGL einschalten.)

Donnerstag

Die Kastanien vor dem Fenster explodieren dieser Tage. Heute sind die Knospen aufgegangen, die ersten noch milchgrünen Blätter schauen heraus. Buchfink, Blau- und Kohlmeisen, auch ein Buntspecht versuchte sich an den Resten des Meisenknödels.

Heute abend Lesung im Hukodi: Anke Groener liest aus der Nudeldicken Deern, Sebastian Dickhaut kocht dazu Nudelgerichte. Mein neues Hemd spannt ein wenig um den Bauch, trotzdem anziehen? Wenn ich aufrecht sitze, fällt es nicht so auf.

Gestern mit Kollegin gestritten. Ich hatte ja recht, aber eben leider auch keine Lust, nett und nachgiebig und konziliant zu sein. Wird Zeit für die Osterferien.

Die beginnen für mich mit Arbeit, wenn auch freudiger: Freitag und Montag bis Mittwoch ist Schnupperstudium an der LMU – gut 100 Schüler (von viel mehr Anmeldungen) hören sich Vorträge an und basteln in Workshops. Bin gespannt.

Deutschlehrerfahrt nach Weimar 2012

Vor vielen Jahren, lange vor diesem Blog, gab es an der Schule, an der ich unterrichte, regelmäßige Fahrten der Deutschlehrer. Damals, als das Wünschen noch geholfen hat, gab es manchmal sogar einen Tag frei für diese Art der Fortbildung. Dann schlief das ein. Der Fachbetreuer hatte die Idee, das wieder aufzuwecken, und so fuhren ein Großteil der Deutschlehrer gemeinsam nach Weimar. Ohne einen Tag frei dafür, aber mit selbst gebastelter Fortbildungsbescheinigung. Hervorragend vorbereitet, mit Reader und Podcasts für Autobahn- oder Zugfahrt.

Links das Romantikerhaus in Jena, rechts die Pension in Weimar, in der wir untergebracht waren.

Das Gartenhaus Goethes im Park, in das er sich zum Schreiben und zu Treffen mit Frau von Stein zurückgezogen hat. Der Park an der Ilm ist schön und groß und berühtm für seinen Sichtachsen. Damit man die nicht verpasst, steht so etwas am Boden:

Hebt man folgsam den Blick, sieht man das:

Leider lässt sich die Markierung nicht drehen. Das wäre doch mal schön interaktiv.

Sehenswert für Geologen: die Parkhöhle, zum Teil zum Luftschutzbunker ausgebaut.

Zurück in der Stadt geht man dann in Goethes Wohnhaus, jetzt Museum. Viele Zimmer, davon jedes für einen eigenen Zweck gedacht. Empfangen von Gästen, von Freunden, Arbeiten an diesem, Arbeiten an jenem. Unsereiner kennt ja mehr multifunktionale Zimmer. Gegenüber vom Haus macht man dann erst einmal bei strahlendem Sonnenschein Pause:

Danach kann man weitergehen. In Weimar liegen viele Sehenswürdigkeiten nah beinander. Goethes Haus, Schillers Haus (jeweils mit Museen), das Haus der Familie von Stein, das Gartenhäuschen, die Anna-Amalia-Bibliothek. Das erinnert mich an meine Studienzeit, als L. und I. und ich und G. und F. und A: alle recht nah beisammen in der Augsburger Innenstadt wohnten, uns spontan besuchen und treffen konnten. Schöne Sache, so etwas.
Daneben gibt es noch ein Bauhaus-Museum, ein Musterhaus und eine Wohnanlage dazu. Auch den Friedhof mit der Fürstengruft.

Links die Gruft, rechts daneben die russisch-orthodoxe Kirche von Weimar.
In der Gruft – man darf nicht fotografieren, wie nirgendwo und nirgends und in keinem Musem Weimars, auch nicht ohne Blitz – liegen unten die Särge der Fürstenfamilie. Sieht alles etwas vorläufig aus. Und eben auch zwei Särge mit der Aufschrift Schiller und Goethe. Wo Goethe draufsteht, ist auch Goethe drin. Der Schiller-Sarg ist seit 2008 leer. Da hat maan nämlich endgültig bewiesen, dass die Gebeine dort nicht zu Schiller gehörten – auch nicht der Schädel, auf den Goethe das Gedicht “Bei Betrachtung von Schillers Schädel” schrieb. Da hatte Bürgermeister Schwabe 1826 kein Glück, als er nachts und eher klammheimlich einige Gebeine aus einem verfallenden Gewölbe holte und zu Schillers deklarierte:

Ansonsten viel Grün und Getier dort:

Auf dem Rückweg gesehen:

Ich hatte zwar mein iPad dabei, habe aber nichts getwittert. Eine Kollegin, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren konnten, beklagte sich darüber, dass auf Facebook nichts zu sehen gewesen sei. Stimmt, das gehört mit dazu heutzutage.

Goethe ist natürlich allgegenwärtig in Weimar. Als Wilhelm Ernst würde ich mich ärgern:

Auch im Wahlkampf fehlt die Klassik nicht:

Versammelte Deutschlehrer:

Außerhalb von Weimar liegt Oßmannstedt, wo sich Wieland ein Gut zulegte, um ländlicher und in Frieden zu leben. Auch nicht schlecht.

Für mich am liebsten Leben in Weimar im Winter, in Fußentfernung von allen Bekannten, und im Sommer und an den Wochenenden Rückzug aufs Landgut. Für das Museum dort durften wir die Museumssoftware auf einem iPad erproben. Das Vorlesen der Texte habe ich gleich mal ausgveschaltet. An der Benutzerführung kann man noch arbeiten (ein Zurück-Knopf fehlt), aber im Prinzip schon richtig – aber natürlich auf dem eigenen Tablet/Smartphone und nicht auf dem museumseigenen.

Und weil wir da waren, noch ein Bild vom Musentempel auf dem – noch winterlich geschlossenen – Schloss Belvedere der Anna Amalia:

Zum Zeichen der abgelegten Pilgerfahrt nach Weimar darf ich mir ein silbernes Gingko-Blatt anstecken, wenn ich das denn wünschte, und mich Oberstudienrat i.W.g. nennen – “in Weimar gewesen”. Die Amtsbezeichnungen an sich sagen ja nicht so viel aus, man bräuchte statt derer mehr solcher Kürzel.

Toll organisiert von den Kollegen S. und Z.

Nachgetragener Gedanke: Wenn man erst einmal eine bestimmte Menge über eine Sache weiß, wie etwa Goethe und Weimar, dann werden selbst so etwas wie Goethe und Weimar interessant. Aber erst mal muss etwas Wissen da sein.

14 Gründe, warum ich mich nicht wasche

Im Reliblog habe ich das gefunden, im Religionsunterricht einsetzbar, wenn es darum geht, warum Schüler nicht in den Gottesdienst gehen:


Nicht neu, aber immer wieder gut: 14 gute Gründe, warum ich mich nicht wasche:

  1. Ich wurde als Kind immer gezwungen, mich zu waschen.
  2. Menschen, die sich waschen, sind Heuchler. Sie glauben, sie wären sauberer als andere.
  3. Es gibt so viele Sorten Seife. Ich kann unmöglich wissen, welche die richtige für mich ist.
  4. Ich habe mich einmal gewaschen. Aber ich finde es langweilig.
  5. Natürlich wasche ich mich: Einmal im Jahr zu Weihnachten. Das reicht mir.
  6. Alle meine Freunde finden Waschen blöd und überflüssig.
  7. Wenn ich älter bin, kann ich ja vielleicht anfangen, mich zu waschen.
  8. Ich habe keine Zeit, mich zu waschen.
  9. Die Atmosphäre im Badezimmer ist viel zu kalt und steril.
  10. Die Seifenhersteller sind doch nur hinter meinem Geld her.
  11. Ich kann auch draußen in der Natur sauber werden. Der Wind bläst mich sauber.
  12. Wenn du dich wäscht, ist das schön für dich. Ich fühle mich auch ohne Waschen gut.
  13. Leute, die sich waschen, haben einen Waschzwang und gehören in psychotherapeutische Behandlung.
  14. Meine Eltern haben sich immer gewaschen. So wie die will ich nie werden.

Den Aufforderungscharakter dieser Liste kann ich nur bestätigen. Zumindest ich habe sofort Lust bekommen, mich damit zu beschäftigen. Die aufgeführten Gründe sind tatsächlich keine guten Gründe gegen das Waschen. Es sind ja auch Erklärungen, warum man sich nicht gerne wäscht, aber keine Gründe, warum man sich nicht waschen sollte. Das Wort “warum” ist da mehrdeutig, es fragt nach Ziel ebenso wie nach Ursache.

Als Gründe sind sie, wie gesagt, nicht gut, und ich würde mich freuen, wenn man in der Schule Fachbegriffe lernen würde, die diese Art von Fehldenken beschreiben. Oder wenn wenigstens ich die wüsste – mehr als ein paar habe ich mir nämlich nicht angelesen.
“Ich wurde als Kind immer gezwungen, mich zu waschen” würde ich als Non sequitur klassifizieren; mag sein, dass die Behauptung wahr ist, aber das sagt nichts über die implizite Schlussfolgerung aus, dass man sich deshalb nicht waschen sollte.
“Menschen, die sich waschen, sind Heuchler. Sie glauben, sie wären sauberer als andere” ist ein Argumentum ad hominem: ob die Leute Heuchler sind oder nicht, spielt für das Argument keine Rolle.
Logisch einwandfrei sind dagegen “Ich habe mich einmal gewaschen. Aber ich finde es langweilig” und “Natürlich wasche ich mich: Einmal im Jahr zu Weihnachten. Das reicht mir.” Das sind eigentlich gute Argumente, wenn sie denn wahr sind. Zur unausgesprochenen Prämisse: siehe weiter unten.
“Alle meine Freunde finden Waschen blöd und überflüssig.” Argumentum ad populum.
“Meine Eltern haben sich immer gewaschen. So wie die will ich nie werden.” Korrelation statt Kausalität. Post hoc ergo prompter hoc.

Und so weiter. Es hilft, Namen für solches Fehldenken zu haben, und wenn ich sehe, wie oft diese in amerikanischen Blogs verwendet werden, muss ich davon ausgehen, dass diese in Schulen oder Universitäten gelehrt werden.

Die Analogie zwischen Gottesdienst und Waschen funktioniert nur, weil unausgesprochen im Raum steht, dass a) regelmäßiges Waschen sinnvoll ist (weil hygienisch und gesellschaftlich relevant), worüber ein gewisser Konsens besteht, und dass analog dazu auch b) regelmäßiger Gottesdienstbesuch sinnvoll ist (weil die Seele entschlackend) – was man erst einmal begründen müsste. So lange das nicht geschieht, gibt es auch keinen Grund für Schüler, die implizite Verteidigungshaltung anzunehmen. Niemand muss begründen, warum er etwas Sinnloses nicht tut.

Machen wir die Analogie doch noch deutlicher. Gottesdienstbesuch ist wie Waschen, weil:

  • man ohne das leichter Krankheiten kriegt,
  • man ohne das seinen Mitmenschen unangenehm wird,
  • man sich ohne nicht so gut fühlt?

Oder wie Marx sagen würde: Religion ist die Seife des Volkes.

Gute Gründe gegen den Gottesdienstbesuch sind die 14 genannten Gründe tatsächlich nicht. Bessere sind:

  • weil es mich nicht interessiert,
  • weil ich nicht an die Wirkung glaube,
  • weil ich Besseres zu tun habe.

Auch diese Gründen klingen lächerlich, wenn man sie aufs Waschen bezieht, für den Gottesdienst können sie allerdings sehr wohl gelten. Was geben denn junge Leute – an die sich diese Liste wendet – als Gründe gegen den Gottesdienstbesuch an? Vermutlich tatsächlich die oben genannten. Und was sind die tatsächlichen Gründe? Vielleicht hilft die Liste ja, sich Gedanken darüber zu machen – und logisches Fehldenken aufzudecken.

Wikipedia: List of fallacies

Mittwoch

Gestern wieder Fortbildung gegeben, Moodle betreffend. Fühle mich vom Backoffice etwas im Stich gelassen. Die Fortbildung war aber produktiv und angenehm.
Sehr schön an Fortbildungen (ob geben oder nehmen) ist, dass man andere Schulen kennen lernt. Dabei erfährt man, dass nicht überall alles genau so läuft wie an der eigenen Schule – man neigt dazu, das zu vergessen.

Im Moment interessieren mich Bibliotheken, in den letzten Wochen habe ich drei davon bei anderen Schulen gesehen. Ohne Namensnennung, weil ich nicht um Erlaubnis gefragt habe:

Es müssen gar nicht viele Bücher sein, finde ich, so lange sie interessant und einladend sind.

– Ansonsten: mein Unterricht läuft rund, das bisschen, was ich halt so gebe. Am Montag habe einer 9. Klasse die Präsentation von gestern gezeigt, kam gut an. Mein Poesiealbum macht gerade die Runde, einer anderen Klasse habe ich ein Lesetagebuch gegeben – eine Art Freundschaftsbuch im Moleskin-Stil, mit vorgefertigten Kategorien, das ich als Probeexemplar erhalten habe. Vielleicht wird etwas Vorzeigbares daraus.

Webfundstück von heute: Der Haltungsturner hat die Spezifikation DIN SPEC 91253 ausgegraben, die die sieben Phasen der Web 2.0‑Einführung beschreibt. Ernsthaft. Von Sensibilisierung bis Controlling. Nicht dass da jemad ohne DIN-Spezifikation (eine Norm ist das noch nicht) Social Media bei sich einführt.

Wie geht kacken, und das achteinhalbjährige Gymnasium

Erster Preis beim 6. Freiburger Science Slam am 23. Januar:

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So sollen Referate an der Schule auch sein. Und das können sie auch, ich habe Vorstufen davon erlebt. Lebendig, nicht zu detailliert, anschaulich, und ohne Text auf den Folien. Das Publikum muss natürlich auch mitmachen.


JochenEnglish schreibt derweil über The Power of Introverts, einen TED-Talk, der sich etwas gegen die populäre Gruppenarbeit ausspricht und dafür, erst einmal alleine arbeiten zu können. Sehr schön, wie eigentlich alle TED-Talks. Ich glaube, die Introvertierten sind eine ungenutzte Quelle für den Unterricht. Introvertiert sein heißt: nicht unbedingt schüchtern zu sein, und andere Leute durchaus zu mögen, aber halt nicht zu viel und nicht zu oft, und viel Zeit alleine zu brauchen.


Spaenles 8,5‑Jahre-Gymnasium ist schon wieder rum ums Eck, denke ich. Wer sich nicht mehr erinnert: das war eine Äußerung von Kultusminister Spaenle, dass das G8 zwar ein voller Erfolg ist, und die Idee der bayerischen SPD mit einer Rückkehr zum G9 nicht gut ist, dass das Kultusministerium jetzt aber eine Idee zur weiteren Individualisierung von Schule hat: Man darf ein Jahr öfter sitzen bleiben, oder, je nach Blickwinkel und Umsetzung, man darf ein Jahr freiwillig wiederholen, wenn man das individuell braucht. Eine Pressemitteilung des KM dazu, Kritik vom BLLV, und wie so oft Schweigen vom Philologenverband. Die Kurzfassung:

“Ich möchte jedem Schüler die Zeit geben, die er in seinem Lernverhalten, für seine Lernfortschritte und außerschulischen Interessen auf dem Weg am Gymnasium benötigt”, so Dr. Spaenle. Nach diesem Grundprinzip soll die individuelle Lernzeit unabhängig vom stabilen schulorganisatorischen Rahmen auf den einzelnen Schüler zugeschnitten sein. Der Minister will einzelnen Schülern in begründeten Fällen stärker als bereits bisher in einem freiwilligen zusätzlichen Jahr in der Mittelstufe eine Chance eröffnen, entsprechend der eigenen Entwicklung Schulstoff zu intensivieren, zu wiederholen oder zu ergänzen.

“Unabhängig vom stabilen schulorganisatorischen Rahmen” heißt dabei: An der Schule und am G8 ändert sich nichts. Unter “einzelnen Schülern in begründeten Fällen” muss man sich vorstellen: jeder, der das will. Herauskommen kann bei dem großen Wurf eigentlich nur die Minimallösung: Man darf ein Jahr in der Mittelstufe wiederholen, am besten in der zehnten Klasse, ohne dass das als Wiederholungsjahr zählt, von denen man ja nicht zu viele haben darf. Man darf halt einmal mehr durchfallen, und das wars.
Das bringt natürlich fast gar nichts. Diese Wiederholer werden einfach in die nächstjüngeren Klassen gesteckt und müssen dort das ganze Jahr noch einmal über sich ergehen lassen. Was da noch “auf den einzelnen Schüler zugeschnitten sein” soll, kann ich mir nicht vorstellen. Sinnvoller wäre es, nur die Fächer mit Defiziten zu wiederholen. Also in der Regel keine Religion und kein Sport im Intensivierungsjahr, und am besten auch sonst noch Auswahl. Wie soll das organisatorisch ohne Änderungen und ohne Kosten gehen können?

Ein konkreter Vorschlag war, die bereits existierenden Übergangsklassen zu nutzen, die es sehr gelegentlich an Schulen gibt. Unter anderem kann man nach der 10. Klasse Realschule auf das Gymnasium wechseln, indem man in einer Übergangsklasse die fehlenden Inhalte nachholt, um danach in die reguläre elfte Klasse des Gymnasium einzutreten. Klar, wer an einer Schule mit solch einer Klasse ist und freiwillig so ein Zwischenjahr einschieben möchte, den wird das Ministerium in Zukunft nicht mehr aufhalten.

Gefallen würde mir, wenn nach der zehnten Klasse ein weiteres Jahr käme, man darf es gerne das zehneinhalbte nennen, in dem die Schüler die Inhalte der letzten Jahre am Gymnasium sichern würden. Einzelne Schüler sollten in begründeten Fällen stärker als bisher diese Klasse überspringen und gleich in die elfte, wie wir sie gerne weiterhin nennen dürfen, vorrücken. Wer sich in der zehnten recht anstrengt, der soll gleich in die Oberstufe gehen, den meisten anderen täte ein, uh, Intensivierungsjahr ganz gut.

Digilern 2012, dritter Tag, und Wochenanfang danach

Nicht minder interessant der dritte Tag – aber schon bin ich weider im Schulalltag, deshalb nur kurz. Die Keynote hielt Christian Spannagel, den ich endlich einmal persönlich kennengelernt habe. Christian ist in meiner Ecke des Internets sehr bekannt, Professor für Mathematik und Mathematik-Didaktik an der PH Heidelberg. Macht viel mit Schülern, mit Lehrerausbildung und mit Computern, bloggt und twittert. Er stellte Konzepte und Beispiele für Webaktivitäten in der Schule vor (Rezensionsblog, Mitarbeit an Regionalwiki, Flipped Classroom).

Eine seiner Aussagen trifft wohl zu: Fortbildungen bringen nur wenig. Auf die Frage: “Wer bringt mir das bei?”, gibt es wohl nur die Antwort: “Muss man sich selber beibringen.” Das geht aber auch, wenn man will.

In einem Workshop sah ich mir an, wie das Gymnasium Ottobrunn ihr Moodle für Deutsch-Sequenzen bei der Lektürebehandlung einsetzt. Hat mir sehr gut gefallen und Möglichkeiten gezeigt, das für meine Schule zu übernehmen. (Überhaupt hat mir Ottobrunn gut gefallen. Das ist eine Schule, die weiß, wohin sie will.) Auf den zweiten Teil des Workshops, mit der praktischen Umsetzung, habe ich verzichtet. Ich will bei Fortbildungen nur Beispiele sehen und erklärt bekommen und eventuell mit Beispielen spielen können. Das Nachbasteln und Sich-selbst-erarbeiten kenne ich aus vielen Fortbildungen; vielleicht ist es für Schüler geeignet, für Lehrer nicht.

Danach ging ich noch in einen Workshop bei Christian Spannagel zum Thema “Flipped Classroom”. Didaktisch ganz toll gemacht: erst Inputphase, dann Sammelphase mit verteilten Pro-Contra-Rollen, dann Gedankenaustausch in diesen Rollen. Erwachsene Lehrer stürzen sich sofort und mit Begeisterung in so ein Rollenspiel.
Zum Konzept des Flipped Classroom: einfach mal in Christians Blog danach suchen. Die Kurzfassung:

  • Traditioneller Unterricht sieht so aus, dass Schüler in der Gruppe Vorträge hören und zu Hause alleine die Aufgaben dazu lösen.
  • Andersherum ist es sinnvoller: die Schüler hören sich zu Hause alleine die Vorträge an und machen in der Schule im Beisein des ansprechbereiten Lehrers die Aufgaben dazu.
  • Dazu muss man nach und nach Videoaufnahmen produzieren und ins Web stellen – geschützt oder nicht – die die Schüler dann eben zu Hause anhören.
  • So wird die Zeit der Schüler sinnvoller genutzt.

Ich habe das vielleicht zu knapp zusammengefasst. Natürlich hat die Methode Grenzen. Zum einen: sie passt, wie die plötzliche Entdeckung der Kompetenzorientierung, eher auf die Welt der MINT-Fächer. In Mathematik, Informatik, Physik, da lernt man im Studium in Vorlesungen; Seminare und Seminararbeiten gibt es nur wenige. In meinem Anglistik- und Germanistik-Studium, prä-Bologna, da habe ich die Vorlesungen eher gemieden und viel weniger davon profitiert als von den vielen verpflichtenden Seminaren und Seminararbeiten, wo das tatsächliche Lernen stattfand. Aber vielleicht war das nur ich.
Allerdings bin ich für mehr Vorlesungskultur an Schulen, auch in Deutsch. (Für Englisch: weniger.)
Ein anderes Gegenargument ist das, dass Schüler ja sowieso zu Hause nichts tun. Da könne man genauso sagen: Lest und versteht zu Hause das nächste Kapitel im Buch, in der nächsten Stunde machen wir dann gemeinsam Aufgaben dazu. Und vielleicht sollten wir das auch mehr tun, wenn wir geeignetes Material dazu finden.
Und letztlich sind gerade Deutschlehrer, vermute ich, stolz darauf, nie etwas zweimal zu machen. Da sind jedes Jahr die Lektüren und die Reihenfolge der Lernihalte, alles auf die Klasse angepasst. Vielleicht sollten wir auch davon etwas wegkommen und mehr in wiederholbaren Modulen denken.

Jedenfalls will ich das mit dem Flipped Classroom ausprobieren. Bei der letzten Informatik-Q11 habe ich den Dijkstra-Algorithmus in einem Vortrag erklärt. (Mit der Ansage: “Ich stelle jetzt den zeitlichen Weltrekord im Erklären des Dijkstra-Algorithmus auf.”) Daraus habe ich einen Videoclip gemacht, den bei Youtube eingestellt, und meine aktuelle Q11 kriegt den Vortrag nicht live, sondern soll ihn sich zu Hause ansehen, und das so gut, dass in der Stunde danach die Übung dazu möglich ist. Schauen wir mal, wie das klappt.

- Ansonsten hat die Woche mit einem langen Tag begonnen. Der Unterricht in meiner aktuellen 10. Klasse gefällt mir gerade sehr gut, ich freue mich schon drauf, das laufende Projekt verbloggen zu können. Nach dem Nachmittagsunterricht trafen sich einige Personalräte des Landkreises an meiner Schule, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen und zukünftiges Vorgehen miteinander zu besprechen. (Dabei eine Kollegin getroffen, die ich in meinem ersten halben Jahr nach dem Ende des Referendariats als Schülerin in einer 11. Klasse hatte. Zeit vergeht.)

Ansonsten kommt man ja kaum mit beim Bloggen. Der Spaenle und sein 8,5‑jähriges Gymnasium. Das muss jetzt aber warten bis zum nächsten Mal.

Digilern 2012, Zweiter Tag

Am Anfang zwei Keynotes, dann Workshops oder Gespräche. Gabi Reinmann begann mit der Bedeutung mediengestützter Wissensprozesse bei Lehrenden und deren Bedeutung für den Unterricht. Zum Schluss das Resümee, dass man unter Lehrern
(1) vor fünf Jahren noch hören konnte “Ich bin nicht im Netz”;
(2) heute hören kann “Ich bin nicht in Facebook”
(3) es interessant sein wird, was sich in weiteren fünf etabliert haben wird.

Ich mag Vorträge, habe ich wieder einmal festgestellt. Diesmal habe ich zum ersten Mal die Versuchung erfahren, während des Vortrags zu twittern. (Siehe auch das Twitter-Debakel von Bielefeld bei Telepolis.) Nachdem ich sonst kein fleißiger Twitterer bin, wird das an der Situation gelegen haben: Vortrag + Rechner + Leute um einen herum, weniger echter Mitteilungsdrang als die Freude am heimlichen Weiterreichen von Zettelchen, einfach weil man es kann. Unhöflich oder nicht? Stört es die eigene Konzentration auf den Vortrag oder nicht? Ist auf der Re:publica sicher etwas anderes als auf einem Lehrerkongress, aber tendenziell wohl ja und wahrscheinlich. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Achim Lebert (der Schulleiter des Gymnasiums Ottobrunn) stellte in seinem Vortrag am Beispiel von Ottobrunn vor, wie man eine Schule verändern kann, welche Vorbilder es dafür gibt und auf welche Schwierigkeiten man gefasst sein muss. Der Tenor: ein Lehrer muss in seiner Klasse anfangen, dann mehrere in einer Klasse, dann mehrere in einer Jahrgangsstufe. Und man braucht eine Vision, ein Ziel, ein Konzept, wo man hin will. Auch dann sind die Schwierigkeiten groß, es wird nicht alles klappen, kann sich am Schluss aber lohnen.

Voraussetzung: mehr Freiheit, als das Kultusministerium Schulen lässt. Als Modusschule nutzt Ottobrunn etwa die Gelegenheit, nur 3 Schulaufgaben statt 4 im Jahr zu schreiben. Die Schüler – Ottobrunn führt regelmäßig Befragungen durch – mögen das. Andere Besonderheiten in Ottobrunn, in bestimmten Jahrgangsstufen: Klassenleiterstunden in 5/6, Doppelstundenprinzip, Portfolioarbeit, 3 Lerntage pro Jahr. Und Laptops in den 8. Klassen, die sich als geeignet herausgestellt haben, dem pubertären Durchhänger in dieser Jahrgangsstufe entgegen zu wirken.

Von all dem könnte man lernen. Ottobrunn hat selber gelernt von der New Line Learning Academy in Maidstone, Kent, England. Ein Ausgangspunkt dieser Schule: die Schule muss ein Ort zum Wohlfühlen sein, muss schön und einladend sein. Und zwar ganz konkret in der Architektur und Gestaltung. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Auflösung des Klassenzimmers als Lernort. Stattdessen gibt es einen zentralen großen Raum, die learning plaza. Dort arbeiten verschiedene Gruppen gleichzeitig (Foto, das leider nur einen Teil darstellt.)

Von einer Freundin weiß ich, dass in Diedorf bei Augsburg gerade ein neues Gymnasium gebaut wird, und zwar nach einem ähnlichen Konzept. (Zeitungsbericht, mehr auf die Schnelle nicht gefunden.) Pro Jahrgangsstufe gibt es einen großen Gemeinschaftsraum, davon abgehend kleinere Räume, falls man sich doch mal zurückziehen möchte. Aber auch die sind ganz ohne Türen, stattdessen offen. Unterstützung beim Neu- und Umbau bietet das Projekt LernLandSchaft (“gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums”). Einen Eindruck gewinnt man bei einer Google-Bildersuche nach “Lernlandschaften”.

Auch für das zukünftige Gymnasium in Diedorf gibt es eine Schule als Vorbild, diesmal in Deutschland. Ich habe vergessen, welche das war, werde das hier ergänzen, sobald ich nachgefragt habe.

– Das alles hat mit Laptops wenig zu tun, sondern damit, Schulen gewinnend und einladend zu gestalten, und mit mehr Selbstständigkeit und Freiheit für Schüler. Und dabei möchte ich Laptops als Hilfe sehen. Das eigene Laptop ist Werkzeugkasten und tragbare Bibliothek in einem, wenn das nur als Schreibwerkzeug und individuelle Tafel genutzt wird (“macht jetzt alle diese Aufgabe in Moodle/Geogebra”), dann ist das Vergeudung.

(Danach Plaudern mit Herrn Holze und Kubiwahn/tommdidomm und anderen. Am Tag davor Karl Kirst. Literatenmelu verpasst, hoffentlich heute. Ivo Schwalbe noch nicht gesehen, nur gehört. Heute mache ich es aber nicht so lange, hbae Kopfschmerzen. Drei Tage Kongress sind schon anstrengend. Falls sich wer Sorgen macht: es fallen bei mir nur zwei Stunden Oberstufe aus, die Heimarbeit gekriegt haben, und ich gehe auch am Samstag auf die Fortbildung, so there.)

Digilern 2012, Erkenntnisse

Erkenntnis: Alle gehen davon aus, dass in Zukunft (ich sag mal: in zehn Jahren) jeder Schüler seinen eigenen Laptop in der Schule dabei haben wird. Ob das ein Laptop, Notebook, Subnotebook, Netbook, Tablet, Tablet-PC oder reiner E‑Book-Reader sein wird, das ist noch offen. Ich teile diese Ansicht. Rechnet… Ich bin noch knapp fünfundzwanzig Jahre im Beruf, also beeilt euch mal, dass ich davon noch etwas mitkriege.

Modell 1: Diese Rechner werden teilweise oder ganz von Eltern finanziert, von der Schule gekauft und an die Schüler weitergegeben, leasing sozusagen.
Modell 2: Jeder Schüler nimmt sein privates Gerät mit.

In beiden Fällen übernehmen Schüler/Eltern weitgehend die Wartung. Zur Zeit gibt es nur Modell 1, ich denke, dass sich Modell 2 durchsetzen wird. Ist mir beides recht.

Eher Zitat als Erkenntnis, aber auch schön: Whiteboards sind das Sprachlabor von heute. (Wohl von Martin Lindner als Moderator der Podiumsdisukssion.)

Erkenntnis: Manche Visionen sind schon sehr visionär. Ein Großteil aller Visionen ist nicht umsetzbar. Aber aus einen kleinen Teil kann mal etwas werden. Dummerweise lässt sich vorher schlecht beurteilen, wozu eine gegebene Idee gehört. Ich selber habe eher wenige gspinnerte Ideen, und schüttle auch gerne mal den Kopf, wenn ich welche höre. Aber es braucht viele Spinner, damit man einen ausreichend großen Teil an Ideen hat, die sich im Nachhinein als brauchbar herausstellen. Also ziehe ich meinen Hut vor den Spinnern, auch wenn ich das Kopfschütteln nicht immer vermeiden kann.

Erkenntnis: Manche Lehrer scheinen es bereits für einen Lernerfolg zu halten, wenn Schüler Filme oder Flash-Animationen erstellen. Also, per se, unabhängig von deren Inhalt. Weil sie dann produktiv und kreativ sind. Ist ein Anfang, aber Produktivität und Kreativität sind nur ein Anfang.

Erkenntnis: Es ist völlig egal, was die meisten Teilnehmer, mich eingeschlossen, wollen oder denken. Entscheidungen fallen anderswo.

Erkenntnis: Vor kurzem erst wurde der Verein Bündnis für Bildung gegründet und auf der Didacta vorgestellt. Da sind die Politik drin, die Schulbuchverlage, Microsoft und andere Interessierte. Eberhard Sinner, MdL (CSU), Zweiter Vorsitzender Bündnis für Bildung, beteiligte sich an der Diskussion, wie Schule in 10 Jahren aussehen wird, und stand auch für einen Workshop zum Gedankenaustausch zur Verfügung.
Das Bündnis für Bildung (BfB) – nicht verwechseln mit anderen Bündnissen gleichen Namens – will länderübergreifende Standards für Schulbau, Hardware, Software und andere Aspekte zukünftiger Bildung. Die Bücher stecken dann in einer oft, sehr oft, zitierten Bildungs-Cloud. (Früher hieß “in der Cloud” einfach “online” oder “im Internet”. Wird die Cloud die neue Datenautobahn?)

Meine Bedenken, welche Inhalte in dieser Bildungs-Cloud landen würden, konnte Stinner nicht zerstreuen. “Nur Verlage können für Inhalte sorgen,” sagte er bei der Diskussion. OER war kein großes Thema. Ich habe ein paarmal versucht, herauszufinden, ob ich mein eigenes Material auch in diese Cloud tun könnte, wie es bei Apple ja möglich ist, aber irgendwie schien es immer darauf hinauszulaufen, dass ich das ja gar nicht wollen würde.
Nicht dass ich bereits Material hätte, das jetzt schon in einem Zustand ist, dass ich es vorzeigen möchte. Aber einen kommentierten Reader, eine Projektbeschreibung, ein Tutorial für ein Spielprojekt in Informatik, das steht bald an.

Dass es offenes Material gibt, ist seit der Schultrojanerdebatte und der Diskussion um OER klar. Netzpolitik verglich neulich Entwicklungen in den USA mit der erträumten geschlossenen Schulbuchwelt hier:

Radikal offen mutet im Gegensatz dazu das Konzept von “Flat World Knowledge” an. Der US-amerikanische Lehrbuchverlag bietet Creative-Commons-lizenzierte Lehrbücher online kostenlos an und verdient am Verkauf von Printversionen.
Vor zwei Tagen hat nun das Massachusettes Institute for Technology (MIT) eine Kooperation zwischen Flat World Knowledge und dem Hauseigenen “OpenCourseware”-Programm präsentiert. MIT OpenCourseWare bietet bereits seit 10 Jahren vollständige Unterlagen von mittlerweile über 2.000 Kursen ebenfalls unter einer Creative-Commons-Lizenz zum Download an; seit einem Jahr gibt es auch zum Selbststudium aufbereitete Unterlagen (“OCW Scholar“). Im Rahmen der Kooperation mit Flat World Knowledge sollen auf Basis dieser Inhalte Lehrbücher entstehen, wobei Teile der Verkaufserlöse der Printversionen zurück ins OpenCourseWare-Programm fließen werden.

Meine Befürchtung geht jedenfalls dahin, dass digitale Schulbücher in der Hand der Verlage bleiben, wofür es weder einen technischen noch pädagogischen Grund gibt. Arbeitsmaterial muss nicht erst genehmigt werden (jedenfalls wenn es nichts kostet), ich möchte mich jedenfalls nicht auf (Zitat) “zertifizierte Inhalte” beschränken müssen.

Bayern arbeitet währenddessen an einem Digitalen Bildungsnetz Bayern. Immerhin – anders als die Seite des BfB – mit RSS-Feed. “Das Digitale Bildungsnetz ermöglicht digitales und multimediales Lernen. Über diese IT-Infrastruktur können Schulen u.a. gemeinsame Lernplattformen und Mediatheken nutzen.” Im Prinzip gut. Es entsteht dadurch natürlich eine weitere gated community wie Facebook oder AOL – ein Ort für Schüler und Lehrer, damit sie nicht mehr ins böse Internet hinaus müssen. Aber das wird ja ohnehin nicht passieren. Und wie sehr das angenommen wird, hängt von der Technik ab. Wenn das so umständlich zu bedienen ist wie Moodle, dann treffen wir uns gleich anderswo im Internet.

Nachgetragene Fotos:

Anmeldung:

Veranstalterin Maria Eirich und Schüler des veranstaltenden P‑Seminars vom Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt:

Han’s Klaffl als tolles Abendprogramm (schon mal gesehen):