Cory Doctorow, Little Brother (incl. epub)

Ich bin ein Schüler an der Cesar Chavez High in San Franciscos sonnigem Mission-Viertel, und damit bin ich einer der meistüberwachten Menschen der Welt. Little Brother ist ein Roman für Jugendliche, 2008 erschienen. Der Autor Cory Doctorow (Wikipedia) ist in Internetkreisen bekannt als Aktivist, Autor, Blogger und Journalist und für ein rotes Cape. Das Buch spielt in einer so nahen Zukunft, dass sie fast schon Gegenwart ist. Schüler in San Francisco haben Laptops statt Schulbüchern, mit einem Betriebssystem, das auf den Schulgebrauch ausgerichtet ist und den Benutzern wenig Kontrolle über den Rechner gibt und gleichzeitig ihre Benutzung kontrolliert. Videokameras mit … Continue reading „Cory Doctorow, Little Brother (incl. epub)“

Scott Westerfeld, Uglies

Vorgemerkt als Schullektüre, auf Deutsch, 6. oder 7. Jahrgangsstufe. Uglies spielt in einer Zukunft, wenige hundert Jahre von hier entfernt. Uns kennt man nur noch als die „Rusties“, eine frühere Kultur mangelhafter Nachhaltigkeit, die viel Schrott hinterlassen hat. In der schönen neuen Welt wächst man auf bei seinen Eltern, bis man dann zum „Ugly“ wird und in einer Art fröhlicher Internatsstadt mit anderen Uglies lebt, dort in die Schule geht, Streiche spielt, Sport treibt. Mit 16 tritt man über in die nächste Phase und wird zum „Pretty“. Pretties, das sind quasi die Erwachsenen, die vor allem über ihr Aussehen und … Continue reading „Scott Westerfeld, Uglies“

Resolute Schüler und Schullektüren

Ein Fundstück aus meinem Referendariat, vom Seminarlehrer für Deutsch ausgeteilt, dem Herrn Bittig*: (Die 12. Jahrgangsstufe hieß damals 8. Klasse. Und das ist eine Abschrift des Originals, das es hoffentlich gegeben hat. Bei Dokumenten aus Deutschlehrerhand weiß man ja nie, wer sie wirklich verfasst hat.) Wilde Zeit, das. Da lagen Resolutionen in der Luft; heute hat man die gar nicht mehr. Ich fürchte, das liegt auch daran, dass wir Lehrer so aalglatt geworden sind, oder von mir aus: verständnisvoll, umsichtig, vertrauensfördernd, dass Resolutionen an uns abperlen würden. Oder sie sind nicht mehr nötig, weil sie entweder eh nichts bringen oder … Continue reading „Resolute Schüler und Schullektüren“

Ray Bradbury

Letzte Woche starb, 91-jährig und von meinem Teil des Web wenig beachtet, Ray Bradbury. Ich lernte ihn kennen als Science-Fiction-Schriftsteller, und zwar einen der ganz großen – neben Asimov, Heinlein und vielleicht noch Arthur C. Clarke. Ich kannte Bradbury schon während meiner Schulzeit. In meinem Leistungskurs-Macbeth ist neben den Zeilen „By the pricking of my thumbs/Something wicked this way comes“ der Name Bradburys gekritzelt; einer seiner Romane heißt so. Gelesen hatte ich damals aber nur wenig von ihm. Ich kannte ihn aus der einen oder anderen Anthologie und vor allem aus der SF-Sekundärliteratur. (Es ist ganz erstaunlich, wieviel man als … Continue reading „Ray Bradbury“

Krimis schreiben, Fabel und Diskurs

Und noch ein Rest von der Fortbildung in der letzten Woche: Für ein Projekt musste schnell eine einfache Krimi-Handlung her. Der Ausgangspunkt: Jemand wacht im Hotel neben einer Leiche auf, blutige Hände und so weiter, ein Messer neben sich – wie geht es weiter? Was ist passiert? Da hätte ich mir meine Schüler aus der 7. Klasse gewünscht. Mit denen habe ich ja Krimis gelesen. Zum Abschluss und nach dem Erarbeiten eines Kriterienkatalogs stellten die Schüler einen Edgar-Wallace-Thriller beziehungsweise einen Jugendkrimi vor, der gut in die Reihe Arena Thriller gepasst hätte. Zu den Kriterien gehört bei letzten zum Beispiel das … Continue reading „Krimis schreiben, Fabel und Diskurs“

Heute Fortbildung, und Krimi-Lektüre, und Schullektüre, und überhaupt kam dann noch alles mögliche dazu

Erstens. Heute in der 7. Klasse, Deutsch, weiter die Lektüre besprochen. Die Klasse hat schon ein Buch gelesen, wollte aber ein weiteres gemeinsam lesen. Also entschieden wir uns für… ich weiß auch nicht, wie das genau geschah, es war mitten im Doppelabitur, ich war sehr im Stress… für ein Buch, das mir dann nicht so gut gefallen hat. Mehr ein Jugendbuch, das tatsächlich nur für die Jugend ist. Es gibt ja genug Jugendbücher, die auch Erwachsene noch lesen können. Und das Buch war vielleicht mehr für die ohnehin dominanten Mädchen als für die Jungs. Also gut: die Schüler wollten einen … Continue reading „Heute Fortbildung, und Krimi-Lektüre, und Schullektüre, und überhaupt kam dann noch alles mögliche dazu“

Max Frisch, Homo faber: Referate – und die Links dazu

Im letzten Semester der Q12 lasen alle Deutschkurse an meiner Schule Homo faber von Max Frisch. Die Lehrer aller Oberstufen-Deutschkurse haben auch sonst viel zusammengearbeitet, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal. 1. Die Referate Homo faber ist keines meiner Lieblingsbücher, aber die Schüler mochten es immer einigermaßen. Und selbst ich freundete mich wieder damit an. Diesmal gingen wir so vor, dass wir – eine Anregung des Kollegen Z. – uns darauf beschränkten, die Beziehungen zur griechischen Mythologie in dem Roman herausarbeiten zu lassen. Davon gibt es nämlich überraschend viele, und da wir auch viele mündliche Noten brauchten, … Continue reading „Max Frisch, Homo faber: Referate – und die Links dazu“

Literarisches Quartett in der Schule

Heute gab es eine etwas durcheinandere Stunde wegen Doppelbuchung des Computerraums. Wir haben zwar eine Liste, in die man sich eintragen kann, aber manchmal werden kurzfristig Stunden getauscht, ohne auf diese Liste Rücksicht zu nehmen – was technisch auch schwierig wäre; ich habe selber noch keine Lösung für dieses Problem. Da wir in dieser Klasse bald so eine Art literarisches Quartett machen, in ganz kleinem Rahmen allerdings, schlug ein Schüler vor, doch mal ein paar Szenen daraus anzuschauen. Klar. Beamer ging zwar nicht, aber der Monitor war groß genug und schließlich kommt es vor allem auf den Ton an. Also … Continue reading „Literarisches Quartett in der Schule“

Wolfgang Herrndorf, Tschick

Nachdem ich das Buch im Dezember kurz erwähnt hatte, habe ich inzwischen mit meiner 9. Klasse verhandelt, so dass es jetzt unsere Klassenlektüre ist. Dagegen spricht der Preis, das Buch gibt es bisher nur gebunden. Aber ich halte es für eine sehr geeignete Lektüre. Zuerst einmal deshalb, weil das Lesen Spaß macht. In der 8. Klasse lesen Schüler häufig das „Fräulein von Scuderi“, das ich selber sehr mäßig interessant finde. In der 9. Klasse liest man einen dünnen Dürrenmatt-Roman oder eine Novelle von Gottfried Keller, „Kleider machen Leute“ etwa. Keller finde ich heute sehr lustig, als Schüler hat er mich … Continue reading „Wolfgang Herrndorf, Tschick“

Stapelweise Englischlektüren…

…gibt es an meiner Schule. Für jede einzelne Klasse gibt es einen Stapel von etwa 30 Englischlektüren, die für die Jahrgangsstufe angemessen sind: (Im Bild ist der Stapel kleiner, da einige Bücher verliehen sind. Dafür sind auch drei von meinen eigenen dabei.) Diese Bücher kriegt der Englischlehrer einer Klasse und kann damit machen, was er will. Sinnvoll ist es natürlich, sie den Schülern als Lektüre auszuleihen. Einmal pro Woche ist bei mir Tauschtag, da kann jeder sich ein Buch ausleihen oder ein gelesenes zurückgeben. Das Angebot wird in der Unterstufe gut angenommen, je nach Klasse auch noch bis in die … Continue reading „Stapelweise Englischlektüren…“