50 Pence (2005)

(In diesem Beitrag geht es um 50 pence. Wer sich für 50 cent interessiert, bitte hier weiter lesen.) Alle paar Jahre gibt es in England Sondermünzen, im Urlaub ist mir die von 2005 untergekommen: Als Erinnerung an die Veröffentlichung von Samuel Johnsons A Dictionary of the English Language 250 Jahre zuvor. Johnsons war zwar nicht das erste englische Wörterbuch, aber das erste, das systematisch möglichst alle Wörter sammelte, auch die scheinbar bekannten. Zu Johnsons Ruhm hat sicher die berühmte Biographie von Boswell beigetragen, aber auch die Sorgfalt bei der Erstellung des Wörterbuchs und der Humor bei gewissen Einträgen: „Lexicographer: a … Continue reading „50 Pence (2005)“

Pferderennen in England

Unsere Schüler sollen laut Lehrplan auch lernen, Diagramme und Tabellen zu lesen. Im Englischunterricht sind das fast immer Fahrpläne. Ist ja ganz sinnvoll, aber warum nicht mal Pferederennen? Wie manche Leute wissen, war ich die letzte Woche in England, Urlaub machen und Landeskunde auffrischen. Unter anderem war ich beim Pferderennen. Das heißt in England schlicht „racing“. (Das mit dem Pferd versteht sich von selbst, ähnlich wie die Fuchsjagd dort zumindest in upper-class lingo „hunting“ heißt – der Fuchs ist dabei selbstverständlich.) Die Renntage während der Saison heißen „meetings“, in Brighton finden die zwei- oder dreimal im Monat statt. An jedem … Continue reading „Pferderennen in England“

Frankreich im Commonwealth? Nee, oder?

Spiegel online berichtet über eine BBC-Information zu kürzlich bekannt gewordenen Plänen der französischen Regierung 1957, mit Großbritannien eine Union einzugehen, oder notfalls auch einfach dem Commonwealth beizutreten. Die Engländer wollten aber nicht, und dann kam auch die EWG dazwischen. Heute, Montag 15. Januar, 8.00-8.30pm (Ortszeit, also bei uns eine Stunde später, denke ich) auf BBC RADIO 4 kommt die Sendung dazu, die wohl Auslöser der Pressemitteilung war: The investigative series Document returns to BBC Radio 4 with evidence of a French request to merge the nations of Britain and France in the mid-Fifties. The idea, which was first proposed by … Continue reading „Frankreich im Commonwealth? Nee, oder?“

„Yes“ – Alec Has Bought Me A Pint (1st May 1986)

Beim Aufräumen gefunden, ein Mitbringsel von meiner ersten England-Fahrt im Sommer 1986. Das war ein Aufkleber – wohl einer von vielen – in einer kleinen Lokalbahn in Cornwall, wenn ich mich richtig erinnere, den ich flugs abgemacht und mitgenommen habe. Da steckt doch sicher eine Geschichte dahinter. Eine Wette? Oder ein notorisch spendierfauler Alec? Eine Angelegenheit von zumindest lokalem Interesse.

Marmite

„Marmite“ ist ein Hefe- und Pflanzenextrakt und geradezu ein englisches Grundnahrungmittel. Es ist reich an Vitaminen und solchen Sachen (4g entsprechen 60% des Tagesbedarfs an Vitamin B12) und ein Musterbeispiel für den englischen Begriff „acquired taste“, „erworbener Geschmack“. Marmite ist nichts, was einem beim ersten Mal schmeckt. Tatsächlich kann man es beim ersten mal gar nicht schmecken, sondern allenfalls riechen. Erst nach zwei oder drei Riechversuchen wagt man sich an das Kosten, und dann wartet man wieder ein bisschen, und irgendwann, nach einem halben Jahr etwa, denkt man sich so: „Ach, so eine Scheibe Toast mit Marmite wäre gar nicht … Continue reading „Marmite“

Uniformen der Britisch-Indischen Armee

Princely States Report begann als Seite für Briefmarkensammler mit dem Sammelgebiet princely states. (Wikipedia war hilfreich: Das waren mehrere hunderte von unabhängigen indischen Königreichen/Fürstentümern unter britischem Protektorat.) Bald kam weiteres Material dazu, Münzen und Zigarettenbildchen etwa. Unter kann man dort die Zigarettenbildchen-Serie Military Uniforms of the British Empire Overseas sehen, genauer: nur die Bilder der Indischen Armee, herausgegeben von John Player’s. Hier geht’s zu den Bildchen. Card No.14 The Scinde Horse The Scinde Horse (14th Prince of Wales’s Own Cavalry) is one of the twenty-one Cavalry regiments of the Indian Army. It had its origin in two regiments of Scinde … Continue reading „Uniformen der Britisch-Indischen Armee“

Kate Fox, Watching the English

Kate Fox sitzt in einem Pub, vormittags, einen Brandy vor sich: Teils um sich Mut anzutrinken, teils als Belohnung. Die letzten zwei Stunden hat sie damit verbracht, Passanten im Vorbeigehen anzurempeln und zu zählen, wie oft die Angerempelten „Sorry“ sagen. Die nächsten zwei Stunden wird sie damit verbringen, sich in Warteschlangen vorzudrängeln und zu notieren, wie sich die Wartenden daraufhin verhalten. Kate Fox ist Anthropologin und schreibt ein Buch über: The Hidden Rules of English Behaviour, so der Untertitel. (Die Sache mit dem „Sorry“-sagen ist tatsächlich ein auffälliges Merkmal: Engländer entschuldigen sich, wenn sie jemanden versehentlich anrempeln, und entschuldigen sich … Continue reading „Kate Fox, Watching the English“

Was man als englischer Richter trägt

Strafrichterin an einem Circuit Court (Crown Court/County Court); Zivilrichter tragen statt dessen eine schwarze Robe Gefunden bei Sartorienfelder. Noch’n Jurist bloggt. Dort gibt’s noch viel mehr Bilder und Text dazu, ursprünglich kommt alles von einer Seite des Department for Constitutional Affairs.

Cricket

Gestern war ich hier und habe bei einem Cricket-Spiel zugeschaut. (Den brillanten Magnifier habe ich von hier. Die Lupe läuft unter Firefox, Netscape, IE; bei Opera und Mac-Browsern weiß ich’s nicht bei Mac unter Safari, IE und Firefox, aber nicht zumindest manchmal unter Opera. Es funktioniert mit zwei Bildern, einem großen und einem kleinen. Das große ist fürs WWW arg komprimiert.) Cricket wäre die englische Nationalsportart, wenn das nicht eigentlich Fußball wäre. Aber Cricket hat mehr Geschichte und ist vor allem durch das Britische Empire und das Commonwealth in die ehemaligen Kolonien gelangt, so dass auch heute noch in Australien, … Continue reading „Cricket“

Kingmaker

Als ich vor sechzehn oder siebzehn Jahren beim Abklappern der Jugendherbergen in Großbritannien auch nach Harlech in Wales kam, da kannte ich diese kleine Stadt schon. Ich kannte überhaupt schon eine ganze Menge Städte dort. Das lag an diesem Spiel: Kingmaker. Ursprünglich von Gibson Games, später von Avalon Hill, und vermutlich gab es das Spiel zwischendurch auch mal für den Computer. So schön Computerspiele sein können: Mit ein paar Leuten um einen Tisch sitzen und kleine Pöppel oder Kärtchen auf einem bunten Spielfeld herumzuschieben, ist noch viel schöner. Auch wenn eine Partie Kingmaker, so wie wir sie spielten, selten unter … Continue reading „Kingmaker“