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Captain America 2: The Winter Soldier (deutsch: The Return of the First Avenger)

War ich also neulich im Kino, den neuen Captain America anschauen. Wie er mir gefallen hat? Ganz nett, bunt, habe mich nicht gelangweilt, war okay. Aber wie er mir gefallen hat, interessiert mich weniger als das, was da gerade passiert.

Das war jetzt der neunte Film im Marvel Cinematic Universe, der neunte Film seit 2008. Finanziell ist das eine der erfolgreichsten Filmserien überhaupt. Mehr Geld, vor allem weltweit, hat die Harry-Potter-Serie eingebracht. Star Wars, Star Trek, James Bond, alle weit abgeschlagen – zum Teil, weil es weniger Filme in der Serie gibt, klar, etwa bei den bisher zwei Hunger-Games-Filmen. Die genauen Zahlen (US/weltweit, inflationsbereinigt usw.) gibt es bei Box Office Mojo.

Neun Filme in sieben Jahren. Nummer zehn noch dieses Jahr, nächstes Jahr wieder zwei, übernächstes mindestens einer, und die Grobplanung läuft bereits bis 2028. Auch wenn man letztere Ankündigung nicht so ernst nehmen muss: Das ist eine beeindruckende Leistung. Neun Filme in sieben Jahren, und kein echter Misserfolg dabei.

Für die Marvel-Comics des Silver Age war entscheidend, dass die Helden einander immer wieder mal über den Weg liefen. Klar, sie wohnten auch fast alle in New York. Diese neun Filme spielen auch alle im selben Universum. Das begann mit Jon Favreaus Iron Man (Blogeintrag 2008), der den Ton vorgab für die folgenden Filme: versteckte Hinweise auf andere Helden und Geschichten, und eine Geheimorganisation als Klammer, die die Filme verbindet.

Auch im neuen Captain America gibt es Hinweise auf eine gemeinsame Welt. Fanboys wie ich waren glücklich, in einem Nebensatz den Namen “Stephen Strange” zu hören. Oha! Der fehlte uns noch, und ein (bereits angekündigter) Doctor-Strange-Film könnte toll aussehen. Einen Hulk wird es wohl nicht so schnell mehr geben. Viele Geschichten gibt es nicht, die man vom Hulk erzählen kann – andererseits gilt das noch mehr für Spider-Man, und von dem gibt es auch mehr Filme als nötig. Den Peter-David-Hulk zusammen mit dem Pantheon würde ich schon gerne mal sehen. Und die Rechte für die anderen Helden sind leider beim falschen Studio. Selbst wenn noch weitere Fantastische Vier und X-Men angekündigt sind: Ohne ein gemeinsames Universum sind die Filme nur halb so interessant.

Was mir bei Captain America gefehlt hat: Zivilisten. Die Helden sollten nicht nur in einer gemeinsamen Welt leben, sondern gemeinsam mit normalen Menschen. Aber anscheinend kommt der jüngste Film trotzdem sehr gut an. Und das, obwohl er – laut Kritikern – mit den Formeln für die letzten Filme bricht, etwas radikal Neues versucht. Nu, radikal sieht für mich anders aus, aber ja: das ist ein Techno-Action-Thriller, in dem gelegentlich ein Kostüm-Fetzen auftaucht.
Verstehen werde ich Marvels Strategie nie. Schon vor dem ersten Iron Man stand ich zweifelnd da, und musste mich eines Besseren belehren lassen. Genauso zweifelnd schüttle ich den Kopf für den zehnten Film, diesen Sommer noch, eine Science-Fiction-Geschichte mit Rocket Racoon, einem humanoiden Waschbär. Aber hey, inzwischen traue ich denen alles zu. Was kommt als Nächstes, eine romantische Komödie im Marvel-Universum? Ant-Man und die Wespe (2015) kann ich mir gut als Screwball-Comedy vorstellen. Und danach eine romantische Komödie?

Die Handlung für die nächsten beiden Avengers-Filme steht schon halbwegs fest. Eine Civil-War-Verfilmung, in der sich die Superhelden-Gemeinschaft selbst bekriegt, ist wohl erst mal nicht zu erwarten – da machen die einen Superhelden mit bei der von der Regierung verordneten Zwangs-Registration, die anderen wehren sich dagegen. Zu düster, aber eine gute Möglichkeit, viele Helden unterzubringen.

Ich bin erst mal nur sehr gespannt, wie lange diese Erfolgssträhne für Marvel anhält.


Exkurs 1: Gibt es andere geteilte Filmwelten? Erst mal fällt mir wenig ein. Das wäre ja so, als würden sich Tarzan und Indiana Jones treffen, und ein Nachfahr von Zorro noch dazu. Wirkt etwas beliebig. Dracula, der Werwolf und Frankensteins Monster sind schon mal aufeinander getroffen, wenn nur in der Komödie. Disneys Cartoonfiguren haben ein gemeinsames Universum, und die von Warner Brothers auch. James Bond… das wäre so, als gäbe es viele James-Bond-Filme mit jeweils unterschiedlichen Agenten als Hauptpersonen. Es dürfte schwierig sein, da genügend interessante Figuren zu finden, da es wenige Agenten-Archteypen zu geben scheint. Die Star-Wars-Filme sehe ich eher als Fortsetzungen an und weniger als geteilte Universen.

Exkurs 2: Das Golden Age der Superheldencomics waren die späten 1930er bis in die späteren 1940er Jahre. Hunderte von Comicserien lösten die Pulp-Hefte der vorhergehenden Generation ab. Eine bescheidener Start für eine neue Serie war eine Auflage von 250.000, erfolgreiche Serien hatten eine Million, Disney Comics bis zu drei Millionen Auflage – Zahlen, die seitdem nie wieder erreicht wurden.
Die Superhelden des Golden Age waren unüberschaubar zahlreich und bunt, die Geschichten simpel. Anfang der 1950er Jahre war dann aus verschiedenen Gründen erst mal Schluss. Das Publikum wanderte ab, die öffentliche Meinung hatte jugendliche Straftäter als Thema und Comics als Ursache entdeckt.
Ende der der 1950er Jahre und Anfang der 1960er Jahre begann dann das Silver Age. DC Comics – der Verlag mit Superman und Batman, die die 1950er mit eher harmlosen Geschichten übberbrückt hatten – kramte die alten Helden heraus, oder zumindest ihre Namen und Fähigkeiten, und verlieh ihnen einen modernern Anstrich. Flash und Green Lantern bekamen neue Kostüme und eine neue Hintergrundgeschichte. Aber vor allem tauchte am Anfang des Silver Age ein neuer Verlag mit alten Wurzeln auf: Marvel. Die brachten Pep in die Szene. In Kooperation mit Zeichnern (allen voran Jack Kirby und Steve Ditko) und anderen Autoren erschuf Stan Lee viele der Marvel-Helden, die wir heute kennen. Und auch Marvel griff aufs Golden Age zurück, wenn auch anders: Captain America, ein Held der frühen 1940er Jahre, wurde wiederbelebt, ebenso Namor, der Submariner. (Von den anderen Golden-Age-Figuren wurden nur gelegentlich ein paar Namen entlehnt: Vision und Human Torch, in den 1970ern dann auch ein paar Nebenfiguren.)
Ein Bronze Age begann in den frühen 1970ern, als die Geschichten ernsthafter und dramatischer wurden. Über das anschließende Dark Age in den frühen 1990ern reden wir am besten nicht. Und jetzt, mit den Filmen, haben wir wieder eine Neu-Erfindung der Helden, mit ähnlichen, aber eben doch frisch angepassten Kräften, Namen, Kostümen und Hintergrundgeschichten.

The Avengers, im Kino

Wahrlich, was sind das für Zeiten, wo jedermann meine kleine Marvel-Comic-Welt kennt. Das freut mich, und ich rechne das den Filmen hoch an, selbst wenn nicht alle davon besonders gut sind.

Zum Hintergrund: Hulk kennen wir schon aus zwei Filmen, Iron Man auch, Thor und Captain America aus jeweils einem. In den meisten Filmen tauchte auch die Regierungsorganisation SHIELD auf, gar köstlich eingeführt im ersten Iron Man. SHIELD, dessen Leiter, und andere Elemente verbinden die Filme und künden nach und nach einen gemeinsamen Film aller Helden an, eben diesen: The Avengers. So nennt sich seit 1963 Marvels erstes Superheldenteam im engeren Sinn, modelliert nach dem Vorbild des Konkurrenzverlags DC.

Pluspunkte des Films: die Figuren waren genau richtig besetzt und gezeichnet. Sehr gelungen. Jede hat ihre Momente, Hawkeye vielleicht ausgenommen, aber die Hinterbänklerrolle ist er aus den Comics gewöhnt. Trotz der vielen Superhelden-Hauptfiguren – Thor, Iron Man, Hulk, Captain America, Black Widow, Hawkeye, Nick Fury, Loki – war der Film nicht überladen. Die Kampfszenen waren gut geschnitten, nicht verwirrend, jede Figur hatte einen eigenen Kampfstil. Beim Kampf um Manhattan wäre sogar durchaus noch Platz gewesen für ein paar andere Mitstreiter. Und 3D hat sich sogar halbwegs gelohnt.

Minuspunkte: die Sequenz auf dem Heli-Carrier ist zu lang, weil überflüssig. Und weil der Heli-Carrier schon arg unglaubwürdig ist. Was sollte/wollte Loki da überhaupt? Ist mir nicht klar geworden. Bei den angreifenden Außerirdischen fehlte mir die Hintergrundgeschichte – so waren das halt irgendwelche Angreifer, hätten genauso gut Trolle aus Jutgard sein können, aber da hätte man wieder Asgard reinbringen müssen, und das hätte den Film vielleicht überladen.
Der größte Fehler ist meiner Meinung nach aber der, dass dieser Film nicht in meiner Welt spielt. Dabei war das das Schöne am Marvel-Universum: Nicht nur, dass sich die Superhelden der verschiedenen Serien über den Weg laufen konnten, sondern auch, dass das in New York geschah, dass New Yorker aus dem Fenster sahen und den Helden zuwinkten oder ihnen – wenn es die Yancy Street war – Müll auf den Kopf kippten. Und diese Welt jenseits der Superhelden fehlt in The Avengers. Die erste Sequenz spielt in geheimen Regierungsanlagen, und die meisten anderen ebenso. Öffentlichkeit: gibt es keine. Nur einmal in Stuttgart dürfen Bürger furchtsam kauern, und zum Schluss in New York furchtsam flüchten. Staffage.

Ich habe mir die ersten Hefte der Avengers noch einmal angeschaut: Da ist mehr Öffentlichkeit, mindestens schon mal in Form von Rick Jones und seiner Teen Brigade. Und eigentlich geht es mit den Avengers ja erst in Heft 16 los, finde ich – und da haben wir die Presse und Leute auf der Straße und Interviews.

Aber gut, das Team findet sich ja erst in diesem Film. Im nächsten erwarte ich mir dann mehr über das Verhältnis zwischen dem Superheldenteam und dem Rest der Welt.

Captain America

War im Kino, Captain America anschauen. Ich habe mich nicht gelangweilt, insgesamt eher positiv, aber begeistert oder beschwingt bin ich nicht aus dem Kino gegangen.

Höhepunkte:

  • der kurze Gastauftritt der original human torch auf der Weltausstellung;
  • Howard Stark – der Vater von Tony “Iron Man” Stark – mit Howard Hughes als unverkennbarem Vorbild;
  • der Kinnhaken, den die Heldin des Films (sonst unterbeschäftigt) austeilen darf;
  • dass die Howling Commandos dabei waren, mit Dum Dum Dugan (Bilder), der aussieht wie Sascha Lobo (Bilder);
  • und die geniale Idee, Caps buntes Kostüm dadurch zu erklären, dass er zuerst als patriotische Witzfigur vermarktet wurde.

Dass es diesen Film überhaupt gibt, und dass er von der Kritik wahrgenommen wird, begeistert mich allerdings ungemein. Was Marvel Comics im Silver Age von DC unterschied, war das Konzept des shared universe: da liefen sich die Helden nicht nur gelegentlich in jährlichen Sonderausgaben über den Weg, sondern sie trafen ständig aufeinander oder auf ihre Spuren. Das war eine gute Idee. Anders als bei DC wohnten die Helden auch nicht in den weit auseinander liegenden Städten Metropolis (Superman), Gotham City (Batman), Central City (Flash), Coast City (Green Lantern), sondern allesamt in New York City (Spider-Man, Avengers, Fantastic Four, Daredevil) oder zumindest im Staat New York (X-Men).
Und dieses Konzept übeträgt Marvel gerade sehr erfolgreich auf die Filme. Das begann mit Iron Man (Blogeintrag), dem besten der jüngeren Marvel-Filme. Die Einführung der Regierungsorganisation Shield war äußerst geschickt, und die Sequenz nach dem Abspann versprach Eingeweihten sehr viel. (Samuel Jackson zu Robert Downey: “You’ve just become a part of a bigger universe.”)

Hulk habe ich nicht gesehen, Iron Man 2 auch nicht, aber spätestens da war klar: die meinen es ernst. Thor (Blogeintrag) war wohl der erste Film aus dieser Reihe, der explizit nur als Vorstufe zu The Avengers (Joss Whedon, 2012) gesehen wurde, und das gilt auch für Captain America: Der Film steht strategisch nicht für sich allein, sondern soll den Boden bereiten für The Avengers. Daher vielleicht auch die flache Spannungskurve des Films: bis Cap sein Kostüm anhat und seine Rolle gefunden hat, vergeht eine Stunde; einen großen Konflikt und Wendepunkt gibt es auch nicht (Bucky Barnes stirbt eher so nebenbei, weil er überflüssig wurde).

Apropos Captain: Wieso überhaupt Captain? Müsste man ihn nicht mal befördern zum Colonel America, oder Major America?
Das geht natürlich nicht. Der Superhelden-Dienstgrad ist der Captain: es gibt die Captains America, Marvel, Victory, Atom, Britain, Carrot, und viele mehr. (TVTropes zu militärischen Rängen bei Superhelden.)
Woher kommt das? Meine persönliche Theorie: weil die Rezipienten dieser Geschichten sich mit den Mannschaftsdienstgraden identifizieren. Die Rollen sind dabei fiktional und verklärt, wie etwa in Spike Milligans äußerst lesenswerten Kriegserinnerungen. Die Realität sieht wohl anders aus; ich kenne nur die Fiktion. Nach der sind in einer Kompanie, sagen wir, hundert einfache Soldaten, Mannschaftsdienstgrade. Herumgescheucht werden sie von Unteroffizieren, rau im Umgangston, keine besonderen Respektspersonen, Ausbilder und Hausmeister, mit besonderen Kompetenzen, aber doch einer von uns. Und dann gibt es einen Hauptmann (Captain).
Für eine Heeresleitung ist ein Hauptmann der unterste Dienstgrad, der überhaupt wahrgenommen wird, sage ich mal. Darüber kommen Major, Oberstleutnant, Oberst, General; die haben etwas zu sagen. Da ist ein einfacher Captain America ein reiner Befehlsempfänger, kein Entscheider.
Für die Mannschaftsdienstgrade allerdings ist ihr Hauptmann die eine Kontaktperson nach oben; er wird respektiert, während die Ebenen über ihm belacht werden. Und anders als die Unteroffiziersdienstgrade hält man zu ihm Distanz.

Wenn Superheldencomics für Offiziere gedacht wären, dann gäbe es lauter Generals America.

Thor

Also in Thor gewesen. In den USA ist der Film ein Erfolg bei Kritik und dann wohl auch beim Publikum im erwarteten, nicht übermäßig spektakulären Rahmen, das freut mich. Selber fand ich ihn nicht besonders gut, und das lag an Drehbuch und Regie. Und der Musik. Die Schauspieler sind okay, die Sets wirkten nicht übertrieben und waren keine reinen Vorzeigestücke, aber besonders schön fand ich sie nicht. In Asgard fehlten die Bäume, und ich hatte nie das Gefühl, dass es da eine ganze Welt zu erkunden gäbe. Durchweg gefehlt haben kleine kurze Szenen, die für mich die Figuren individualisieren und charakterisieren.

Der Erfolg freut mich trotzdem: das kann nur gut sein für The Avengers, der 2012 ins Kino kommen wird. Avengers war 1963 das erste Marvel-Superheldenteam, wenn man von den Fantastic Four absieht, die eher eine Familie als ein Team sind. Und so wird der Kinofilm dazu auch der erste Film sein, der verschiedene bereits existierende Marvel-Helden versammelt: Hulk, Thor, Iron Man aus den bereits gesehenen Filmen und Captain America aus dessen eigenem Film, der im Frühsommer diesen Jahre in die Kinos kommen wird. Dazu Nebenfiguren aus allen diesen Filmen, Hawkeye und (wohl) Luke Cage, die bereits in Thor einen Gastauftritt haben. So viele Figuren, die untergebracht werden wollen, das kann eigentlich nur in die Hose gehen. Aber so kühn, dieser Plan!

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Lieblingsszenen aus der germanischen Mythologie: die Asen haben den Vater der Riesin Skadi getötet, die Genugtuung möchte. Sie will einen der Asen heiraten, am liebsten den schmucken Balder. Aber die Götter machen es ihr schwer – sie kriegt von einer Reihe göttlicher Junggesellen nur die Füße und Beine zu sehen, der Rest bleibt verhüllt. Skadi kriegt Balder nicht, sondern fällt auf die hübschen Beine des Gottes Njörd herein. Ich hab’s schon mal gefragt, aber gibt es tatsächlich eine Kontinuität zwischen germanischer Mythologie und Hochzeitsbräuchen in der Gegenwart? Da gibt es genau solche Spielchen ja auch.
Danach ist Skadi ist immer noch traurig, und um sie aufzuheitern, bindet Loki das eine Ende eines Stricks einer Ziege um den Bart, das andere Ende sich selber um die Hoden, und ein lustiges Tauziehen beginnt. Ein lustiges Volk, diese Götter.

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Die Marvel-Parodie auf den VW-Spot kennen vielleicht schon einige:

Marvel-Filme, die noch kommen:

  • Captain America: The First Avengers 2011 (bin skeptisch, erwarte aber eher mehr als bei Thor; spielt im 2. Weltkrieg)
  • X-Men: First Class 2011 (Trailer laufen schon, möglicherweise okay)
  • ein zweiter Ghost Rider 2012 (Nicolas Cage, habe geringe Erwartungen)
  • ein neuer Spider-Man 2012 (Re-Launch; noch keine Meinung dazu)
  • The Wolverine 2012 (der letzte war schlecht – aber wir mögen Hugh Jackman)
  • The Avengers 2012 (sooo gespannt!)

Mein Marvel-Quartett

Immer noch Ferien: Als ganz junger Teenager hatte ich dieses Marvel-Quartett. Für Autos habe ich mich nie besonders interessiert, aber Superhelden waren etwa anderes. Marvel-Superhelden besonders, und bei diesem Quartett waren sogar Figuren dabei, die in den deutschen Heften jener Tage noch gar nicht aufgetaucht waren – ich tippe mal auf das Jahr 1980. Die jüngste Figur im Quartett ist Spider-Woman (1977), das Spiel dürfte bald danach zusammengestellt worden sein.

Im ganzen WWW habe ich auch nicht den geringsten Hinweis auf dieses Quartett gefunden. Als wäre ich der einzige, der sich daran erinnert oder – kaum vorstellbar – dafür interessiert. Also habe ich mir die Karten von meinem kleinen Bruder, an den sie inzwischen gegangen sind, geliehen, um sie einzuscannen und hier vorzustellen.

Außerdem will ich die Karten mal im Informatikunterricht einsetzen, wenn es um Klassen und Objekte geht.

Wenn man sich die Karten genauer ansieht, fällt der typische Mittelknick auf, der entsteht, wenn man sie in der Hosentasche herumträgt. Und ja, ich weiß, die Karten sind nicht in der idealen Reihenfolge. (Räumliches Vorstellungsvermögen ist nicht meine starke Seite.) Das ärgert mich ein wenig, aber nicht genug, als dass ich sie noch einmal einscannen würde. Es spielt ja eigentlich auch keine Rolle.

Blogeintrag zu südafrikanischer Variante davon.

Ill-Fitting Armor Bras (und andere Comic-Nachrichten)

Die Comic-Autoren Neil Gaiman und Todd McFarlane befinden sich seit Jahren in einem Rechtsstreit um Elemente der Comicserie Spawn, genauer gesagt Medieval Spawn. Details sind hier nicht wichtig, auch nicht, auf wessen Seite wir stehen. (Tipp: es ist der bessere Autor.) Die Gerichtsurteile bisher befanden alle für Gaiman, auch das aktuellste. Schön ist dieses Zitat aus der Urteilsbegründung von Richterin Crabb:

If defendant really wanted to differentiate the new Hellspawn, why not make him a Portugese explorer in the 16th century; an officer of the royal Navy in the 18th century, an idealistic recruit of Simon Bolivar in the 19th century, a companion of Odysseus on his voyages, a Roman gladiator, a younger brother of Emperor Nakamikado in the early 18th century, a Spanish conquistador, an aristocrat in the Qing dynasty, an American Indian warrior or a member of the court of Queen Elizabeth I? It seems far more than coincidence that Dark Ages (McFarlane) Spawn is a knight from the same century as Medieval (Gaiman) Spawn.

Da hat aber jemand das Thema ernst genommen. Das sieht man auch an einem Satz zu Frauenfiguren, bei denen es ebenfalls darum geht, wer abgeschrieben hat oder nicht:

All three are warrior angels with voluptuous physiques, long hair and mask-like eye makeup. All three wear battle uniforms consisting of thong bikinis, garters, wide weapon belts, elbowlength gloves and ill-fitting armor bras.

Das ist, fürchte ich, tatsächlich Industriestandard.

(Quelle: pdf in Blogeintrag bei Gaiman.)


Extrem witzig: “Take Your Daughter to Work Day” von Peter David. Das ist der fiktive Aufsatz von Michelle Weizel, 4. Klasse, für ihre Lehrerin Mrs Rosetti. Michelles Vater hatte sie für einen Tag zur Arbeit mitgenommen – wie alle Eltern der Schüler der Klasse – und Michelle musste einen Aufsatz darüber schreiben. Nun ist Mr Weizel von Beruf allerdings Superheld:

His super-hero name is Wild Weasel. I think it’s a silly name myself. I told him so once. He told me that he had to call himself that because it was so close to his own name, and when you have an own name that could be made into a super name real easy, you’re supposed to do it. He says it’s a rule or something. I don’t know. In the comics, Clark Kent doesn’t sound like Superman and Peter Parker doesn’t sound like Spider-Man, and people seem to like them just fine. Daddy said I’ll understand when I get older.

Der Tag verläuft dann auch dementsprechend.


Vor ein paar Jahren habe ich ein paar Zeilen zu einer Reihe von Superhelden-Geschichten geschrieben, die in unregelmäßiger Folge innerhalb des Science-Fiction-Podcasts Escape Pod erscheinen: die Union Dues-Reihe von Jeff DeRego. Es sind schöne Geschichten, alle ein wenig traurig, und es geht darin eher um das Verhältnis von Superhelden zu normalen Menschen in einer solchen Welt.
Vor ein paar Wochen wurde eine eigene Webseite zu Union Dues gestartet: http://www.1-800-go-union.com/. Sehr liebevoll gemacht, man kann alle Episoden als mp3 herunterladen (und ebenso die Geschichten um das Team Shikaragaki, die – mit jüngeren Helden – in derselben Welt spielen).
Hintergrund dazu: aus dem Union-Dues-Universum wird eventuell eine Fernsehserie. Die Option ist gekauft, an Drehbüchern wird gearbeitet – ob die Serie tatsächlich produziert wird, ist natürlich noch offen. Wäre schön, nachdem Heroes so eine Enttäuschung war. Solange noch Reste vom ursprünglichen Union-Dues-Charakter durchscheinen, könnte eine neue Serie nur besser werden.

Ein paar Videoblogs

Erst mal, wegen Lehrertum, ein Lied für Deutschlehrer “(“Deutschlehrer, ihr hättet Bushido verhindern können”):

Übrigens, am 5. Oktober ist wieder internationaler Tag des Lehrers. Falls jemand Luftballons in die Schule mitnehmen möchte.

— Aber eigentlich geht es mir um diese drei Video-Blogs in meinem Feedreader:

Alle drei zusammen kann man hier sehen, wo sie sich nur gemeinsam an eine Besprechung von Alone in the Dark von Uwe Boll wagen. Lustig, aber vielleicht zu verwirrend für den Einstieg. Es gibt eine Minidoku Behind the Scenes zu diesem gemeinsamen Video, sehenswert, weil man mitkriegt, wie so eine Show produziert wird.

Auch wenn man die Vokabel “rant” einführen möchte, eignen sich die Filme… na ja, für manche Schüler vielleicht. Selber produzieren wäre schön, gerne auf Deutsch. Dürfte auch mit Faust oder Effi so sein. Allerdings muss man etwas von der Materie verstehen und sich ein Objekt heraussuchen, das nicht eine Nummer zu groß ist; das wird schwierig.