Firefox Add-Ons

Ich hab jetzt also auch auf Firefox 2.0 umgestellt und dabei auch sonst ordentlich aufgeräumt und geschaut, was ich an Firefox-Ergänzungen brauchen kann.

Da ist einmal der Foxmarks Bookmark Synchronizer: Wenn ich den installiert habe, schicke ich meine Bookmarks auf einen Server im Internet (Passwort, Datenschutz, Nutzungsbedingungen) und kann sie von und mit jedem anderem Rechner, auf dem dass Add-On ebenfalls installiert ist, synchronisieren. Das ist praktisch für den Laptop.

Aha, warum nicht gleich die Bookmarks online speichern. Also habe ich auch die del.icio.us Ergänzung installiert und del.icio.us selber ausprobiert. Um es kurz zu machen: Das meine ist es nicht. Erst mal bin ich an Hierarchien gewöhnt und denke in Hierarchien, Tags liegen mir weniger. Ich habe meine 1300 Bookmarks nach del.icio.us importiert und finde mich nicht so schnell zurecht. Vor allem braucht der Service halt doch ein paar Sekundenbruchteile länger als der Zugriff auf die lokalen Bookmarks.
Ausschlaggebend ist aber, dass ich wenig mit der Maus und viel mit der Tastatur arbeite. Alt, l, 0, e, w bringt mich zum Weblog. (“Alt+l” öffnet die Lesezeichen, “0” führt zum Ordner “0 Wichtiges”, “e” darauf zu “Eigene Seiten” und “w” öffnet Wordpress.) Alt, l, 0, c, p führt mich zum Blog von Peter David und so weiter. Alt, l, 0 bring tmich,kurz gesagt, zu meinen häufigsten Bookmarks, Alt, l, 1 zu meinen weniger häufigen und so weiter. Das klingt komplizierter als es ist, und ich bin schneller als jede Maus. Del.icio.us geht aber nur mit Maus. Erledigt.

Aber es gibt auch noch del.icio.us Bookmarks. Damit werden die eigenen Bookmarks ganz durch die bei del.icio.us gespeicherten ersetzt, also auch im Lesezeichen-Menü von Firefox. Schon sehr viel besser. Aber auch da haut das mit der Tastatur nicht ganz so hin wie in Firefox, und ich will mich nun mal nicht an eine Maus gewöhnen. Außerdem werden die tags dann als Ordner geführt, und dann hätte ich Tausende davon. Nein, vielleicht später mal.

Um zu überprüfen, ob meine Firefox-Lesezeichen überhaupt noch aktuell sind, gibt es den Bookmarks LinkChecker. Der überprüft auf Wunsch alle Lesezeichen danach, ob sie noch zu gültigen Seiten führen oder seit dem letzten besuch aktualisiert wurden. Ich brauche nur das erste Feature, um ausmisten zu können. Praktisch.

Gar nicht Firefox, sondern iTunes: Ich habe jetzt endlich entdeckt, wie man mit iTunes 7 verschiedene Musikbibliotheken nebeneinander verwalten kann. Jetzt habe ich eine für Musik und modernes Radio und eine für Old Time Radio. Einfach beim Starten von iTunes die Hochstelltaste gedrückt halten, dannkann man unter den Bibliotheken auswählen oder neue anlegen. Nicht dass ich das in der Anleitung gefunden hätte.

Pressespiegel

Hat mir eine Schülerin vor ein paar Tagen mitgebracht, war wohl kurz vor Schulanfang im Lokalteil der SZ:

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(Ich habe so wenig Presse, dass ich das abdrucken darf, denke ich.)

Nachtrag: Das war am 12. September 2006 im Lokalteil FFB auf der Jugendseite. Die Schülerin hatte das auf der Rückseite notiert. Damit hat sie schon eine wichtige Voraussetzung fürs Studium bewiesen: Immer gleich die Quelle notieren.

Appendices

Bei Romananfängen frage ich mich nur selten, warum die Geschichte ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt erzählt zu werden beginnt. Beim Schluss ist es anders: Warum hört die Geschichte ausgerechnet zu diesem Punkt auf? Wenn es ein glückliches Ende gab, was geschieht danach? Wenn nicht, wird es noch einmal eine zweite Chance geben?

Sehr ordentlich finde ich zum Beispiel Life According to Garp: Es beginnt mit der Zeugung des Protagonisten und endet mit seinem Tod.
Genau genommen endet es sogar noch später: In einem Anhang wird kurz erzählt, wie es denjenigen Personen weiter ergeht, die Garp überleben, bis viele Jahre in die Zukunft hinein.

Solche Anhänge mag ich. Sie geben zu, dass Geschichten den Rahmen jeder Erzählung sprengen, dass es immer noch mehr zu sagen gibt. Dragnet oder American Graffiti haben das ähnlich gemacht, nur kürzer, und bei Dickens gibt’s das in Hard Times und The Old Curiosity Shop, bei Fielding bei Tom Jones.

Den besten Anhang, den ich kenne, hat aber The Circus of Dr Lao von Charles G. Finney. 1935 erschienen, 1964 mit Tony Randall von George Pal verfilmt – ohne Anhänge. In eine Kleinstadt im Westen kommt ein Zirkus, ein sehr mysteriöser und kurioser, auch wenn das von den Leuten gar nicht so recht wahrgenommen wird. Er bleibt ein Weilchen und zieht dann weiter.

Zum Schluss des sehr kurzen Romans gibt es dann 18 Seiten Anhänge:

The Male Characters

  • Hermes: a legend.
  • Nebulous people some day to exhume Frank Tull: A contractor, a straw boss, and seven labourers. They didn’t do it on purpose. They were fixing to dig the holes for the foundation of a new T.B. sanatorium and didn’t know they were scratching into sepulchral ground.
  • Teddy Roosevelt: A president.
  • A Russian.

The Female Characters
The Child Characters
The Animals
The Gods and Goddesses
The Cities
The Statuettes, Figurines, Icons, Artifacts, and Idols
The Questions and Contradictions and Obscurities

  • Was it a bear or a Russian or what?
  • Why didn’t the two college punks get sore when they were thrown out?

The Foodstuffs

  • Pork chops. Lettuce. Ham hocks. Lamb chops. Persimmons. Hay. Soda pop. Duck eggs. Garlic. Little fat brown boy. Candy. Onion seeds. Pie. Pelicans. Grapes. Proteins. Snales. Beer. Snow geese. Sea foods. Carbohydrates. Frigate bird. Butterfat. Chicken. Gooseliver. Fish. Vahine. Frogs. Bananas. Oyster’s. Brown boy’s old pappy. Bugs. Plantain. Fishing worms. Little plants. Lizards. Grub worms. Hot dogs. Rattlesnakes. Noodles. Slop. Nuts.

Wie gesagt, nur ein kurzer Auszug.

Letzter Tag vor den Herbstferien

Ah… Feierabend. Endlich Zeit, den Schreibtisch aufzuräumen, Termine in den Kalender einzutragen, die Tonerkartusche auszuwechseln – die letzte Woche ist alles liegengeblieben. Ich habe Aufsätze zum Korrigieren dabei und eine Ex, und viele Pläne für den Unterricht. Mit Zeit zur Vorbereitung läuft das nämlich besser, obwohl ich inzwischen einigermaßen im Schuljahr angekommen bin.

Informatik in der 10. hat heute Spaß gemacht. Das Fach ist so ganz anders als Deutsch oder Englisch: Die Schüler machen mehr selber und es scheint mehr hängen zu bleiben. Was eine Relation ist und wie man ein ER-Diagramm in Relationenschemata umsetzt, ist vielleicht leichter, als zu verstehen und sich zu merken, was eine Metapher ist. Vielleicht auch deshalb, weil man das leichter üben kann als das Metaphernschreiben.

Kurzer Kommentar zu den Leichenschändungen in Afghanistan: Ich verstehe die allgemeine Überraschung nicht so ganz. “Was muss in solchen Menschen vorgehen”, habe ich Leute im Bundestag sagen hören. Hä? Wenn ich mir die jungen Menschen, die ich kenne, anschaue, sie ein paar Jahre älter denke und mich frage, wem ich in den entsprechenden Umständen ähnliches Verhalten zutraue, dann – naja, dann sind da schon einige dabei. Dabei halte ich sie nicht für böse Menschen. Sicher nicht schlechter, als Leute früher waren. Dumm halt. (Ähnliche Einstellung bei German Joys.)

Gerade erst bei ITW gesehen: Schon letztes Jahr ist eine Lemurenart nach John Cleese benannt worden, Avahi cleesei. Ich freue mich schon darauf, meinem LK mal den Dokumentarfilm “Operation Lemur” mit John Cleese zu zeigen (auch als “Born to be wild” bekannt): John Cleese auf Madagaskar. Und dazu noch Douglas Adams’ Lesung aus Last Chance, wenn er vom Aye-Aye erzählt.

Und weil ich neulich im Zoo war, ein par Bilder vom Katta oder ring-tailed lemur:

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Polizei auf dem Schulweg

Die letzten Tage über standen Polizisten auf einem kleinen Teil des Schulwegs: Bei einer schmalen Brücke und dem Stückchen Park dahinter, eigentlich nur zu Fuß zu benutzen. Trotzdem quetschen sich auch Radfahrer aneinander und an den Fußgängern vorbei. Deswegen eben ein paar Tage lang die Polizisten, zwei meiner Schüler kamen unter anderem deshalb auch zu spät.
Ich grüße die beiden Polizisten jeden Morgen freundlich und freue mich sehr, dass das auch einige (jüngere) Schüler tun.

Sonst war sehr viel los die letzten Tage, deshalb wenig Zeit für Einträge. Heute Englisch-Fachsitzung. Mehr am Wochenende.

Olbermann, Bush, Habeas corpus

Ich schreibe hier ja sonst nicht viel zum Zeitgeschehen. Aber der Kommentar “Beginning of the end of America” von Keith Olbermann ist sehr lesenswert. (Und für die Schule gut verwendbar. Immer mein erster Gedanke. Passt leider grad nicht zum Rest des Unterrichts.) Gestern hat George W. Bush den Military Commissions Act unterzeichnet – wer wen wann foltern darf, wie öffentlich Gerichtsverhandlungen sein müssen, wann habeas corpus nicht mehr gilt. Ist schon traurig, was da mit den USA geschieht. Kippen könnte das ganze allerhöchstens noch ein Bundesgerichtshof, aber das sieht nicht wahrscheinlich aus.

Aber da wird Gewaltenteilung und habeas corpus, so oller Kram, wie er halt im Lehrplan steht, prall mit Leben gefüllt.

Christy Moore wieder mal

Jetzt habe ich doch wieder die alte Gitarre herausgekramt. Schon vor einiger Zeit war ich freundlicherweise auf die Doppel-CD Christy Moore Live In Dublin 2006 hingewiesen worden. In der letzten Woche bin ich erst dazu gekommen, sie anzuhören. Mehrfach natürlich, wie sich das gehört, und immer hintereinander. Sie ist wirklich sehr gut; die Kombination von Western- und elektrischer Gitarre kommt viel besser, als ich sie von dem Live-Auftritt in Erinnerung hatte. “Viva la quinte brigada” höre ich rauf und runter, und die anderen Lieder auch.

Und das war so schön, dass ich halt die Gitarre wieder herausgekramt habe. Jeden Tag nur ein bisschen, die Finger tun schön weg, dauert ein wenig, bis die Hornhaut wieder da ist. Macht aber Spaß. Muss am Wochenende neue Saiten kaufen.

Kleine Empfehlung dazu, die mir schon länger in den Tasten hängt: Christy Moore, One Voice. Eine Art Autobiographie: etwa 250 Liedtexte aus seinem Repertoire, und zu jedem Lied schreibt Christy Moore ein oder zwei Seiten: Wo er es her hat, warum es ihm gefällt, eine Anekdote dazu. Auf diese Art erfährt man viel über Christy Moore, aber nicht chronologisch, nicht vollständig: “I’ve not visited every nook and cranny of my life; I’ve only gone where the songs have taken me.” Und das reicht mir auch, Vollständigkeit ist eh unmöglich, interessiert mich auch nicht. Manche Bemerkungen verstehe ich gar nicht, zuviel Insiderwissen ist nötig, Hintergrundwissen über Irland fehlt mir. Man erfährt etwas über seine Familie, seinen Nervenzusammenbruch, Alkoholismus, viel irische Politik ist drin, seine Wandlung vom Radikalen zum Gemäßigten. Welche Lieder wann von wem verboten wurden.

Gut die Hälfte der Lieder kenne ich. Sehr lehrreich war, wieviel das ausmacht: Bei diesen Liedern summe ich beim Lesen mit. Alle anderen Texte bleiben bloße Gedichte. Und Gedichtbände lesen macht nur manchmal Spaß.

This I Believe

In 1951, radio pioneer Edward R. Murrow asked Americans from all walks of life – including former U.S. presidents, captains of industry, taxi drivers, actors and homemakers – to write brief essays about their most fundamental and closely held beliefs. The series, This I Believe, was an extraordinary success. Eleanor Roosevelt, Presidents Harry Truman and Herbert Hoover, Helen Keller, Jackie Robinson, and Albert Einstein were just a few of the hundreds who participated.

Seit einiger Zeit gibt es eine Neuauflage dieser Reihe bei NPR. Jede Woche gibt es einen neuen Essay als Podcast: Say what you think is really important/believe/stand for, alles in 500 Wörtern. Das ist eine wesentliche interessantere Textsorte als unsere unnatürlich-abitürlichen comments. Ich erwähne das heute, weil in der aktuellen Folge der Aufsatz eines vierzehnjährigen Schülers drankommt und beiläufig erwähnt wird, dass wohl in den USA viele Lehrer das Angebot, einen Essay einzureichen, als Aufgabe an ihre Schüler weitergereicht haben. (Ähm, war mir natürlich auch schon gekommen, der Gedanke. Great minds think alike, nicht wahr.)

Auf der NPR-Seite oben kann man im Archiv die 15.000 eingereichten Essays durchsuchen, nach Themen oder Suchbegriffen. Viele Essays aus den 1950er Jahren sind ebenfalls dabei. Mal reinhören!

Ein Comic für Liebhaber: The Acme Novelty Library

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The Acme Novelty Library. Bevor man das großformatige Hardcover überhaupt aufschlägt, bleibt man schon Stunden an der Banderole drumrum hängen:

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Die Schrift wird immer kleiner, der Text immer absurder. Und nach der Banderole kommt dann der… was ist das Gegenteil von Buchrücken? Der Buchbauch? Die Vorderseiten des Einbandes, in den Regel ungenutzter Platz, nicht mal ein Wort dafür gibt es, aber hier findet sich der Welt kleinstes Comic:

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Innen drin dann ein Sammelsurium kleingedruckter Anzeigen, wie sie für Comics typisch waren. “Win Prizes Or Cash!”, alles natürlich Parodien. Dazwischen immer wieder mal Bastelbögen, liebevoll detailliert.
Den Hauptteil des Buches machen aber Comics aus, jeweils eine Episode pro Seite. Es gibt verschiedene Serien: Tales of Tomorrow, Rusty Brown, Rocket Sam, Big Tex.

Die Geschichten selbst sind in Ordnung, aber nicht ganz mein Geschmack: Ich mag billige Superhelden- und Soap-Opera-Action. Die Acme-Geschichten sind dagegen alle eher deprimierend und nüchtern. Allerdings gewinnen die Geschichten um Rusty Brown und Chalky White, zwei jugendliche Sammler von Comics und Spielfiguren, im Lauf der Zeit und im Lauf des Buches sehr. Die beiden werden erwachsen, der eine kommt aus seinem Keller und gründet eine Familie, aber auch da läuft nicht alles so, wie er sich erwartet hat. Traurig, aber nicht übermäßig, und sehr spannend zu lesen.

(Nebenbei, die praktischste Art, dieses Buch zu lesen, bestand für mich darin, es flach auf den Fußboden zu legen und mich drumherum zu drehen. Zuviel Kleingedrucktes in allen möglichen Ecken und Enden.)

Zettel einsammeln

Viel Zeit geht als Klassleiter drauf für das Einsammeln von Zetteln. Die meisten davon werden über den Klassleiter verteilt, aber manchmal geben einem die Schüler auch einfach so Zettel, bei denen man erst mal keine Ahnung hat, um was es geht. Gelbe Zettel, grüne Zettel, weiße Zettel. Von den Eltern unterschrieben, angekreuzt, abgetrennt, in verschlossenen Umschlägen. Abzugeben bis zum 13.10. oder zum 12.11., oder zu einem vom Klassleiter bestimmten Termin.

Und diesen Zetteln jagt man dann hinterher. Zumindest auf der Oberstufe, sollte man meinen, könnten die Schüler die Zettel rechtzeitig abgeben. Bei den meisten klappt das auch, aber nicht bei allen. Bei meiner 11. Klasse habe ich damit angefangen, die Schüler, die den Zettel auch zum letztmöglichen Termin nicht abgegeben haben, zu Hause anrufen zu lassen, während der Stunde, mit meinem Handy, im Klassenzimmer, mit einer wortreichen Entschuldigung bei den Eltern für die Störung. Ob’s hilft, weiß ich nicht. Ab dem nächsten Mal verlange ich Geld, immerhin zahle ich ja die Handyrechnung.
Rechtlich haltbar ist das vermutlich nicht, aber sinnvoll. Sonst müsste ich selber den Eltern hinterhertelefonieren. Ich hoffe also, dass die Schüler genügend Sportsgeist haben und die Regelung mittragen.