Sätze, die man im Lehrerzimmer selten hört (1)

Kollege am Telefon: “Warten Sie, ich schaue mal schnell in der Bibliothek im Mittellatein-Lexikon nach.”

Ach, das Gymnasium als Hort des Wissens, wo man nachfragt, wenn man Auskünfte haben möchte. Ich kenne das noch aus der Uni, Ältere Sprachwissenschaft oder Englische Literaturwissenschaft: da verirrte sich auch immer wieder mal ein Anruf an den Lehrstuhl zu irgendwelchen Detailfragen. Am Gymnasium habe ich das noch nicht erlebt.

Wochenrückblick

Vor einer guten Woche war Elternsprechabend. Im Anschluss daran das sogenannte Kartoffelessen: noch vor meiner Zeit an der Schule lud der Elternbeirat die Lehrer jedes Jahr ein zu einem Treffen ein. Der Ort war ein nahe gelegenes Versuchsgut, zu dem Beziehungen bestanden, zu essen gab es ursprünglich Kartoffeln und Quark. Im Lauf der Jahre änderte sich der Ort mehrfach, die Menge der anwesenden Lehrer schwankte. Inzwischen findet das in der Mensa statt, direkt nach dem Elternsprechabend, und das kommt gut an. Die Lehrer sind eh schon in der Schule. Man trifft sich und plaudert, die neuen Lehrer und Elternbeiratsmitglieder stellen sich vor. Die Gruppen mischen sich ein zumindest ein bisschen. War gut.

Am Montag dann wieder Vorlesewettbewerb der 6. Klassen in der Aula:

Die Deutschlehrer der Klassen bildeten die Jury (plus Schulleitung und Vorjahressieger), eine Lehrkraft war allerdings verhindert. Das war insofern praktisch, weil die ihre Klasse fragen konnte, wie die Veranstaltung so war. Rückmeldung sozusagen.

Eine Schülerin aus der 7. Klasse hat in Englisch ein Referat über den Wizard of Oz gehalten, ein Buch aus unserem Klassenfundus. Wenn man da Englischlehrer ist und Internetanschluss im Klassenzimmer hat, dann muss man doch einfach bei Youtube vorbeischauen und gucken, ob man den Schülern kulturelle Meilensteine präsentieren kann – Weihnachten kommt die klassische Musicalversion sicher wieder im Fernsehen, da kann man die Schüler schon ein wenig vorbereiten.
Und einem anderen Schüler gefällt das empfohlene The Prisoner of Zenda. Die Klassiker halt.

Gelesen habe ich in letzter Zeit unter anderem Wolfgang Herrndorf, tschick.

Erschienen September 2010, gibt es bisher nur gebunden für 16,95€, könnte aber trotzdem die Schullektüre für meine aktuelle 9. Klasse werden. Schöne Geschichte, schön erzählt; ein bisschen Huck Finn dabei, wie jeder zweite Rezensent meint. (Ich bin aber selber darauf gekommen.) Die Helden sind zwar in der 8. Klasse, wenn ich mich recht erinnere, aber reif genug, dass ihre Geschichte für Neuntklässler geeignet ist. (Wer’s schon gelesen hat: “Adel auf dem Radel”, Kennenlern-Radtouren für die adlige Jugend, gibt es natürlich wirklich. So etwas kann man nicht erfinden.)

Schöne Informatikwerkzeuge für das Veranschaulichen der TCP/IP-Protokolle habe ich gefunden: Einmal die Seiten von Simba von der Universität Siegen mit einem Applet dazu, und von der gleichen Uni auch Filius:

Mit diesem Java-Programm kann man Netzwerke nachbauen, IP-Adressen vergeben und einen DNS-Server laufen lassen. Auf jedem simulierten Netzwerkrechner lassen sich Client- oder Serverprogramme starten (vor allem Web und Mail). Beispieldateien und ‑aufgaben sind beim Download dabei.

Überhaupt, Informatik. Da geht’s ja gerade überall ab. Statt Lehrplan zu machen, habe ich dem 12er-Kurs in einer Doppelstunde erklärt, was ein Feed ist und wie ich mit meinem Feedreader umgehe. Dass man Seiten abonnieren kann, was ich abonniert habe, welche Vorteile ich davon habe. Den Schülern habe ich empfohlen, mit dem GoogleReader herumzuspielen und ihnen auf Wunsch ein Einsteigsbukett von interessanten Feeds angeboten: Netzpolitik, Lawblog, Dilbert-Cartoon, Rollenspielmaterial, Goethe-Schiller-Briefwechsel, was man halt so braucht. (Hier ist die Auswahl in OPML-Form, einem Import-Export-Format für Listen von Feeds. Damit kann man einen ganzen Schwung Feeds auf einmal abonnieren.)
Feeds halte ich deshalb für sinnvoll, weil ich aus ihnen Informationen hole: über Wikileaks, den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Vermummungsverbot im Internet, Netzneutralität, Zensurinfrastruktur und was noch alles gerade diskutiert wird. Aktuelle Links dazu habe ich den Schülern in den Moodlekurs gestellt, die Texte andiskutiert. Mehr als diese Doppelstunde zum Einstieg habe ich dafür erst einmal nicht vorgesehen, aber eigentlich könnte und sollte man aus diesen aktuellen Entwicklungen viel mehr machen, auch in anderen Fächern.

Am Freitag war eine Weihnachtsfeier meiner 7. Klasse, nachmittags, außerhalb der Schule. Ein guter Teil der Eltern und Schüler war da, die Schülerinnen haben traditionelle Weihnachtslieder auf Lateinisch gesungen (im Lateinunterricht gelernt) und “The Twelve Days of Christmas” (hier in einer Version von 2004). Kerzen und Plätzchen. War schön, auch wenn ich mich leider nicht mit allen Eltern unterhalten habe.

Am kommenden Donnerstag jetzt noch die Fachbetreuertagung Deutsch (Oberbayern-West), auf der ich über Moodle informieren und dafür werben soll. Danach komme ich vielleicht endlich zu Weihnachtsgeschenken, Familienbesuchen und der aufgeschobenen Deutschklausur.

Beethoven, Klaviersonate Nr. 32 in c‑Moll, op. 111

Etwa ab 6′30″ wird das Stück für zwei Minuten überraschend flott. Ich verstehe ja wenig von Musik, aber das hätte ich mir erst hundert Jahre später vorgestellt.

(Wikipedia dazu. Kommt in Doktor Faustus von Thomas Mann vor.)

Gespielt von Neil O’Doan, lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic, Quelle: Wikipedia. Ich habe nur die ogg-Datei in mp3 umgewandelt und etwas heruntergerechnet; die sauberere Aufnahme ist bei Wikipedia.

Ansonsten gerade mehr Arbeit als sonst. Zehn Tage noch, dann ist wieder Luft.

Also jetzt endlich: mein iPad

Zuletzt hat Felix Schaumburg gezeigt, welche Apps er auf seinem iPad in der Schule nutzt, jetzt will endlich auch ich mein iPad vorstellen. Die Kurzfassung: im Unterricht nutze ich es kaum. Ich zeige ohnehin nicht viele Präsentationen, und wenn, dann in offenen und freien Formaten, die das iPad nicht unterstützt. Außerdem gibt es bei uns in jedem Klassenzimmer Rechner und Beamer, die oft genug funktionieren, so dass ich gar nicht darüber nachdenke, das iPad zu verwenden.

Trotzdem ist das iPad für mich sehr praktisch und nützlich und ich halte das Format eines solchen mobilen Geräts für zukunftstauglich. Wer nur gelegentlich unterwegs seine Mail lesen möchte, dem reicht ein Smartphone. Wer unterwegs viel arbeiten möchte, der braucht einen Laptop mit einem flexiblen Betriebssystem. Für alles dazwischen ist das iPad gut – wenn man also mehr und länger lesen möchte, wenn man komfortabler schreiben will als mit eine Smartphone, und wenn man etwas schönere Spiele spielen möchte.

Ich habe es auf Reisen dabei gehabt: lange Akkulaufzeit, geringes Gewicht, sehr praktisch.
Ich habe es auf Konferenzen benutzt: Notizen, Mails und Feedreader, zwischendurch ein paar Spiele spielen, auch sehr nützlich.
Ich habe Familienmitgliedern Urlaubsfotos gezeigt: leuchtend hell, sehr schön.
Ich habe Passanten, die mich nach Straßennamen gefragt haben, helfen können, indem ich schnell bei der Karten-App einen Überblick über den aktuellen Standort zeigte.
Die Bedienung ist unübertroffen einfach, meine sechsjährige Nichte kann damit umgehen, mein zehnjähriger Neffe sowieso. Ich zeige denen nur ein kleines Malprogramm, und schon probieren sie der Reihe nach meine Spiele durch. Und die unbekannte Dreijährige in der S‑Bahn neulich war auch begeistert, als sie – mit Erlaubnis der begleitenden Mutter – mit meinem iPad malen durfte.
Im Unterricht mal doch schnell – es ging gerade um Nerds – den Schülern zeigen wollen, wie Bill Gates aussieht: Bild gesucht und herumgezeigt.
Für die Couch zu Hause: ungeschlagen.
In der Lehrertasche: immer dabei.

Ich kann mir vorstellen, dass manche Lehrer damit einer papierlosen Schultasche nahekommen. Selber habe ich es zwei Tage versucht und dann wieder aufgegeben. Vielleicht wiederhole ich den Versuch noch mal.

Die Basics – E‑Mail, Kalender, Kontake und Feeds:

  • Ich benutze die mitgelieferte E‑Mail-App für meine Post. Alle Postfächer sind im imap-Format, so dass alle meine Mail-Zugänge synchronisiert sind: wenn ich auf dem iPad etwas lösche, verschwindet es auch aus meinem Mailprogramm auf dem PC (Thunderbird) und umgekehrt.
  • Ich habe etwa 400 Adressen mit meinem Feedreader abonniert. Keine Angst, auf den meisten davon gibt es nur selten etwas Neues. Wer’s noch nicht weiß: so ein Feedreader ist eine tolle Sache. Man abonniert Seiten (die Pressemitteilungen des Kultusministeriums etwa, oder mein Blog), und wenn auf diesen Seiten etwas Neues veröffentlicht wird, präsentiert einem der Feedreader den neuen Inhalt. Bei mir sind das an Wochentagen etwa 100 Eingänge täglich, vergleichbar mit 100 Artikeln in einer Zeitung: bei vielen lese ich nur die Überschrift, manche überfliege ich, einige hebe ich mir auf, um sie später gründlich zu lesen. Das dauert nur Minuten, und dafür muss ich nicht von Hand die 400 Adressen abklappern, ob es da etwas Neues gibt.
    Ich benutze zum Lesen den Google Reader (synchronisiert mit meiner Blogroll), auf dem iPad ist die normale Webseite dazu aber unpraktisch zu lesen, deshalb rufe ich die für mobile Geräte optimierte alternative Darstellungsform mit einem Knopfdruck auf.
  • Ich benutze die eingebaute Kalender-App für meine Termine. Die Kalender-Kategorien werden dabei mit meinem Google-Kalender-Account synchronisiert, der wiederum mit dem Kalender-Modul meines E‑Mail-Programms synchronisiert wird. Letztlich liegen meine Termine also bei Google, weil es da am meisten Schnittstellen zu anderen Programmen gibt. Alle Termine trage ich nur einmal ein oder lösche sie nur einmal, egal ob im Web, am Tablet, in Thunderbird, und auf allen anderen Quellen erscheinen oder verschwinden sie dann automatisch. (Anleitung dazu.)
    Auf einen dieser Kalender hat auch das Sekretariat Zugriff, alle Termine, die dort eingetragen werden – vom Sekretariat oder von mir, am iPad oder am Bürorechner – tauchen dann automatisch auf der Terminliste unserer Schulhomepage auf.
  • Meine Kontaktadressen in Thunderbird werden mit Zindus mit meinen Kontaktadressen bei Google synchronisiert. Und die wiederum werden – man erkennt ein gewisses Muster – mit meinen Kontakten auf dem iPad synchronisiert. (Anleitung hier.) Die Synchronisation klappt nur einigermaßen, da nur die Informationen synchronisiert werden, die sowohl bei Google als auch beim iPad als auch bei Thunderbird vorgesehen sind. Telefonnummern, Namen und Mailadressen gehen, Straße und Ort dagegen nicht. Ich habe die bisher noch nicht vermisst, es wäre aber doch schön, wenn das ginge.

Zum Arbeiten:

  • Office2HD zum Bearbeiten und Erstellen von Word- und Excel-Dateien, vor allem auch zum Bearbeiten von GoogleDocs-Dateien. Relativ teuer, aber meiner Meinung nach das beste seiner Art. Nicht oft gebraucht.
  • Evernote für Notizen. Alle Notizen dort werden mit meinem Evernote-Account synchronisiert, der wiederum synchronisiert ist mit meinem Evernote-Programm auf dem PC: Wenn ich auf dem iPad Notizen mache, erscheinen diese auch auf dem PC und umgekehrt.
  • Ähnlich funktioniert die Dropbox-App, nur mit Dateien: alles, was ich in meinen Dropbox-Ordner auf den PC lege, wird mit dem Dropbox-Account synchronisiert, der wieder um mit der iPad-App erreichbar ist. Allerdings funktioniert das nur in einer Richtung, ich kann mit dem iPad nichts in den Dropbox-Ordner kopieren.
  • Meine Lesezeichen liegen alle bei Delicious, mit der App dazu (iPhone-Version) kann ich auf sie zugreifen.
  • Meine Passwörter auf meinem PC werden mit dem Programm KeePass verwaltet, auch dazu gibt es die App MyKeePass (iPhone-Version), die es mir ermöglicht, meine Passwörter sicher mit mir zu tragen.
  • Unsere Schulmails laufen über das Programm Groupwise von Novell. Keines meiner Favoriten. Der Zugang über Web ist mit dem iPad nicht möglich, deshalb benutze ich, sehr selten, GW Web dazu (iPhone-Version, großen Bruder gibt’s aber auch).
  • Man kann sein Wordpress-Blog natürlich über den normalen Webzugang verwalten, aber das ist umständlich. Mit dem Scrollen auf dem iPad hapert es nämlich ein wenig, das geht nicht sehr sauber. Deshalb benutze ich die WordPress-App, um einfach auf die Rückseite meines Blogs zurgeifen zu können.
  • Ähnliches gilt für unsere unter Joomla laufende Schulhomepage, dazu nehme ich Joomla Admin Mobile in der Lite-Version. Für Notfälle. Der WYSIWYG-Editor funktioniert aber beim iPad nicht.

Praktisches:

  • MVG Fahrinfo, DB Navigator.

Zur Unterhaltung:

  • Facebook (iPhone-Version): deutlich komfortabler als der Webzugang. Sporadisch benutzt.
  • Twitter.
  • Flipboard: eine schöne App, mit der die Tweets und verlinkten Seiten aus Twitter und Facebook (und anderen Quellen) quasi in Magazinform dargestellt werden. (Youtube-Video zum Anschauen.)

Spiele:

  • iGammon: meine liebste Backgammon-App. Mehrere Schwierigkeitsstufen, besser als ich. Spielt sich schnell. Einziger Nachteil: kein Ton, so ein gelegentliches Klickklack beim Ziehen wäre schön.
    Backgammon ist ein tolles Spiel, eine gute Mischung aus Taktik und Glück. Anders als bei vielen Spielen gibt es manchmal richtige Entscheidungen, die trotzdem zum Verlust des Spiels führen. Man muss Chancen und Risiken abwägen und manchmal setzen sich die Risiken durch. Aber das nächste Mal würde man sich in der gleichen Situation noch einmal für den gleichen Zug entscheiden. Dieses Rationale mag ich an dem Spiel. (Natürlich macht man auch tatsächliche Fehler, bei denen man beim nächsten Mal andes entscheiden würde, weil man schon beim ersten Mal anders entscheiden hätte können. Backgammonspieler machen beide Arten von Fehlern, Politiker nur eine.)
    Und manchmal muss man aus rationalen Gründen und gegen seinen Willen ein Verdoppelungsangebot des Gegners annehmen, auch wenn man schlechter dasteht. That’s life.
  • Pinball Ride: mein Lieblingsflipper. Gibt’s auch in einer Lite-Version zum Testen.
  • Cricket T20 Fever: ich habe nicht viele Cricketversionen ausprobiert und verglichen, vielleicht gibt es noch bessere. Aber eine musste sein, um die Regeln zu lernen. (Auch wenn T20 eine neuere, möglicherweise fehlgeleitete Entwicklung im Cricket ist, um das Spiel für ein heutiges Publikum attraktiver zu machen.)
  • Carnivores: Dinosaurierjagd auf Monsterinsel. Man vebringt viel Zeit damit, fliehenden Sauriern hinterherzulaufen. Das gefällt mir, dass da nicht viel passiert.
  • Spit: ein Kartenspiel, alter Zeiten wegen, in denen ich es mit echten Karten gespielt habe. Ein einfaches Ablagespiel, nur dass es pro Spieler einen Ablagestapel gibt (in der App: nur zwei Spieler/Computer, mit echten Karten: bis zu vier) und alle Spieler gleichzeitig auf allen Stapel ablegen dürfen, wenn sie schnell genug sind. Ich mag Spiele ohne feste Zugreihenfolge, davon kenne ich einige.
  • Frotz: eine App für Interactive Fiction/Textadventures im Z‑Machine-Format, kommt gleich mit zwei Dutzend solcher Spiele.

Und nun das allerwichtigste: Comics lesen.

Dafür wurde das Gerät gemacht. Zum Beispiel mit Comics von ComiXology. Bei ComiXology (und anderen Anbietern) kann man sich Comics herunterladen, sehr viele kostenlos, andere nicht sehr teuer. Oft ist das erste Heft einer neuen Serie kostenlos im Laden, weitere Hefte kauft man, wenn einem die Serie gefällt. Von DC/Marvel ist weniger dabei als von kleineren Anbietern. Und die liest man dann, entweder Seite für Seite, was nicht sehr praktisch ist, da das iPad doch etwas kleiner ist als ein Heft. Oder Panel für Panel, also Bildchen für Bildchen. Dabei zoomt und fährt die Kamera quasi von Bild zu Bild, es gibt, powerpointähnlich, verschiedene Rahmen und Übergangsformen. Verloren geht dabei die Gesamtwirkung der Seite (auch wenn man die sich auch im Ganzen anschauen kann). Man gewinnt dafür eine größere Aufmerksamkeit für das Detail, das einzelne Bild, und die Übergänge ermöglichen eine weitere semantische Dimension beim Lesen. Toll.

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Probleme und Fazit:

  • Mit dem Prinzip App-Store kann ich leben. Ich kann keine eigene Software installieren, sondern mich nur aus der im App-Store angebotenen bedienen. Das ist eine gewisse Einschränkung, da ich viele praktische in Java geschriebene Programme nicht nutzen kann, die für den Informatikunterricht praktisch wären.
  • Ich fühle mich angenehm an C64-Zeiten erinnert, als auch alle Rechner mehr oder weniger gleich waren. So sind auch alle iPads gleich, lediglich der feste Speicher liegt zwischen 16 und 64 Gigabyte, glaube ich. (Meiner hat 32 GB und UMTS.)
  • Ausgesprochen lästig und einschränkend finde ich die fehlende Unterstüzung für offene und freie Formate, oder weit verbreitete proprietäre Formate. Mit speziellen Apps kann ich divx-Filme anschauen (CineXPlayer, mit Videoausgang) oder Open-Office-Dateien betrachten (FileApp), wenn auch nicht bearbeiten.
  • Eingeschränkter Dateitransfer: Man kann mit dem iPad das nicht tun, was man sich als normaler Benutzer so vorstellt, nämlich einen USB-Stick anstecken und Dateien hin und her bewegen. Das ist unnötig und Gängelung und ärgert mich – aber ich vermisse die Funktion nicht sehr. Nur selten kopiere ich Daten auf den iPad, und wenn, dann meist über Dropbox.
  • Mit einem zusätzlich zu kaufenden VGA-Adapter kann ich aus dem iPad heraus Bildsignale an einen Beamer schicken. Das können aber nur bestimmte Apps (Präsentationssoftware und der eingebaute Videospieler; auch manche anderen Videoapps), aber es ist nicht so, dass man quasi alles, was man auf dem iPad tut und sieht, auch auf den Beamer leiten könnte. Ich habe das noch nicht vermisst, da ich meinen iPad dazu nicht nutze.
  • Und ja, ich nutze für sehr viel Daten die Cloud, will heißen, meine Daten liegen auf irgendwelchen Servern bei Dropbox oder Evernote oder Google. (Das sind immerhin identifizierbare Server, anders als wenn man etwa bei Amazon übrige Rechenzeit aus der Cloud kauft.) Bei mobilen Geräten ist das praktisch.

Für die Zukunft: ein ähnliches Gerät, mit etwas verbesserter Benutzeroberfläche, mit Unterstützung freier Formate, mit Dateibrowser. Und für die Schule: klar, wenn alle Schüler ein iPad hätten, könnte man schöne Sachen damit machen. Oder ein Laptop. Oder pünktlich wären. Oder wenn es Schränke gäbe. Und und und.

Was liest ein Lehrer am Gymnasium so?

Ich weiß nicht, warum und woher sie kommen. Aber ab und tauchen sie auf und ein Tisch im Lehrerzimmer ist gefüllt mit Büchern, die man sich anschauen und bestellen kann. Gestern zum Beispiel.
Nur: was glaubt man eigentlich, das Lehrer so kaufen würden? Mir ist die Auswahl peinlich. An Literatur und Lyrik: Heinz Erhardt, sonst nichts. (Denkbar noch: eine großformatige Faust-Ausgabe, philologisch unbrauchbar, dafür mit schönen Illustrationen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wollte man immer schon mal lesen.) An Geisteswissenschaften: leichte Zusammenfassungen in Geschichte und Philosophie, hochglanz, großzügig gesetzt, knapp an Kinderbuchfassungen vorbeischrammend. Dazu Kochbücher für Leute, die sich nicht besonders für Kochbücher interessieren. Die hundert besten diese und die hundert besten das. Alles schön gebunden, limitierte Sonderausgaben, großer Zitatenschatz etc.

Vielleicht sind diese Bücher ja da, damit man jetzt ein paar nette Weihnachtsgeschenke aussuchen kann. Dann müsste meine Überschrift lauten: “Was verschenkt ein Lehrer am Gymnasium so für Bücher?” und das wäre keinen Deut besser.

Eigentlich sollte ich froh sein um jedes Buch, das gelesen wird. Bin ich auch. Und auch in diesen Büchern stecken schöne Gedanken. Aber die Auswahl kratzt sehr an meinem Lehrerbild. Ich hätte gerne Lehrer, die andere Bücher bevorzugen. Ich mag Lyrik, Kochbücher, Geisteswissenschaften, sogar Basteleien, Kunst. Auf all diesen Gebieten gibt es so viel bessere und schönere Bücher als die angebotenen. Allerdings: die kosten dann mehr als 4,99€, und ich fürchte, da liegt das Problem.

Als ich in der Kollegstufe war, da konnte ich auch nicht an der Abteilung “Modernes Antiquariat” der Buchhandlungen vorbeigehen. (Das war die Gegend, wo solche Bücher lagen. Ich weiß nicht, ob’s das noch gibt.) Aber das ist lange her.

Klingt das ganze versnobt und elitär? Zumindest ein bisschen, hoffe ich.

Na gut, dann halt Tagebuchbloggen

Die S‑Bahn hatte heute knapp eine halbe Stunde Verspätung. Ich ärgere mich genauso oft wie jeder andere über die Deutsche Bahn, aber heute störte es mich recht wenig. Ich musste in der Schule nichts mehr vorbereiten, die erste Stunde war für keine Schulaufgabenvorbereitung wichtig – wenn schon verspätet, dann wenigstens so.
In der S‑Bahn habe ich dem mitfahrenden Kollegen dann von Feedreadern erzählt und warum ich die für wichtig halte. Neben mir ein Herr mit Unterlagen. Der sah schon sehr nach Lehrer aus, auch wenn ich nicht direkt sehen konnte, worin er blätterte.

In der Schule dann Computerraum, danach Lehrprobe der von mir betreuten Referendarin. Und ja, der Herr in der S‑Bahn war tatsächlich einer der angereisten Prüfer. Lief dann auch ganz gut, ich saß hinten drin und war bei der Besprechung dabei, wenn auch nicht stimmberechtigt. Aber so eine Lehrprobe ist schon eine komische Sache – wie unnatürlich diese Situation ist, hatte ich vergessen. Wie man gleichzeitig versucht, guten Unterricht zu machen, die Prüfer mit Schnickschnack zu beeindrucken, und sich nicht flexibel zu reagieren traut. Ich selber war in Prüfungssituationen nie besonders gut. Ob sich das geändert hat, weiß ich nicht, so richtige Prüfungen hatte ich lange keine mehr. Unterrichtsbesuche zählen jedenfalls nicht dazu.

Stapelweise Englischlektüren…

…gibt es an meiner Schule. Für jede einzelne Klasse gibt es einen Stapel von etwa 30 Englischlektüren, die für die Jahrgangsstufe angemessen sind:

(Im Bild ist der Stapel kleiner, da einige Bücher verliehen sind. Dafür sind auch drei von meinen eigenen dabei.)

Diese Bücher kriegt der Englischlehrer einer Klasse und kann damit machen, was er will. Sinnvoll ist es natürlich, sie den Schülern als Lektüre auszuleihen. Einmal pro Woche ist bei mir Tauschtag, da kann jeder sich ein Buch ausleihen oder ein gelesenes zurückgeben.
Das Angebot wird in der Unterstufe gut angenommen, je nach Klasse auch noch bis in die 9. Jahrgangsstufe. Ich verlange allerdings auch von jedem Schüler eine Buchvorstellung pro Jahr, auch schon in der Unterstufe. Das kann eine dieser Schullektüren sein oder ein eigenes, auf Englisch gelesenes Buch. Einige Schüler und Schülerinnen meiner aktuellen 7. Klasse lesen privat nämlich schon deutlich anspruchsvollere englische Bücher.

Zur Logisitik: Jede Lektüre hat eine aufgeklebte Nummer. Zum Halbjahr wird der Klassensatz mit einer Parallelklasse getauscht, damit eine neue Auswahl da ist. Am Ende des Jahres muss für verloren gegangene Bücher gezahlt werden. Und jemand in der Englisch-Fachschaft muss sich darum kümmern, dass ausreichend Bücher da sind, dass alte aussortiert und neue angeschafft werden; Schüler und Kollegen muss man zu kleineren Schönheitsreparaturen am Buch anregen. Und irgendwann muss man halt einen Haufen solcher Lektüren anschaffen. Andererseits hat ohnehin jeder Englischlehrer einen kleinen Stapel solche Bücher zu Hause, mit dem man selten etwas anfängt.

Aktueller Gedanke… könnte man das nicht auf mit Deutsch-Lektüren so machen? Ich denke speziell an Mittel- und Oberstufe. Eher einzelne Aufsätze als ganze Bücher?

G.K. Chesterton, The Flying Inn

Vor fünfzehn Jahren habe ich das Buch mal auf Deutsch gelesen, jetzt wollte ich es auf Englisch lesen, konnte mich aber nicht wirklich aufraffen. Wie gut, dass es Librivox gibt – vorgelesene Bücher zum Herunterladen, von Liebhabern für Liebhaber, alle in der public domain. Die Qualität wechselt, vieles ist aber absolut brauchbar. Nur leider gab es The Flying Inn dort noch nicht, beziehungsweise nur als laufendes Projekt, wobei die einzelnen Kapitel nach und nach von verschiedenen Sprechern gelesen werden. Also habe ich angeklickt “Bitte benachrichtigen, wenn vollständig” und nicht mehr darüber nachgedacht. Letzte Woche kam dann die Nachricht, und seit ein paar Tagen höre ich mir also das Buch an. Internet ist einfach toll.

Und was soll ich sagen: ich liebe Chesterton. Der Roman ist… einigermaßen bizarr. Veröffentlicht 1914. Nach längerem Krieg in Europa hat das Osmanische Reich großen politischen und auch kulturellen Einfluss gewonnen und kann die Friedensverhandlungen diktieren. Die beteiligten Mächte sind zum einen Deutschland, sind vor allem England – mit einem schmierigen englischen Premierminister, dem “Appeasement” groß auf der Stirn steht. Seine Rede, mit der er den Antrag des Botschafters von Ithaka auf Rückgabe der bei der Eroberung von Pylos’ geraubten (und in Harems verbrachten) Frauen ablehnt, ist wunderbar grässlich:

I will admit I am sufficiently old-fashioned to think any interference with the interior life of the family a precedent of no little peril. Nor will I be so illiberal as not to extend to the ancient customs of Islam what I would extend to the ancient customs of Christianity. A suggestion has been brought before us that we should enter into a renewed war of recrimination as to whether certain women have left their homes with or without their own consent. I can conceive no controversy more perilous to begin or more impossible to conclude. I will venture to say that I express all your thoughts, when I say that, whatever wrongs may have been wrought on either side, the homes, the marriages, the family arrangements of this great Ottoman Empire, shall remain as they are today.

Ithaka? Der vierte Partner am Verhandlungstisch ist die einzige Macht, die den Kampf im Mittelmeeraum noch nicht aufgegeben hat: der Zwergstaat Ithaka, unter der königlichen Führung eines irischen Abenteurers, eines der Helden des Romans.
Der zieht nach dem Friedensschluss mit einem Kumpan durch ein verändertes England. Das Hauptproblem: der Alkoholausschank ist verboten, es herrscht Prohibition. Alle Pubs werden geschlossen beziehungsweise schenken nur noch Limonade aus. Alle? Durch Ausnutzen von Schlupflöchern im Gesetz und andere Tricks betreiben die Helden eine Art Guerilla-Pub, pflanzen da und dort ihr Wirtshausschild auf und schenken Rum aus.

Die amerikanische Prohibition begann fünf Jahre nach der Veröffentlichung, der erste Weltkrieg zeitgleich. Islamkritisch ist der Roman sicher nicht; ich weiß wenig über die letzten Jahre des Osmanischen Reichs (außer das Schlagwort vom kranken Mann am Bosporus), aber Chesterton dürfte den Ausgangspunkt von der Islamisierung Englands, der zum de-facto-Alkoholverbot führt, gerade deshalb gewählt haben, weil er so völlig an den Haaren herbeigezogen schien. Nur als Metapher. Ist der Roman islamfeindlich? Wohl auch nicht. Jede Gruppe, ob Mehr- oder Minderheit, muss sich so weit als Metapher heranziehen und Vereinfachungen gefallen lassen. Eher gehört der Roman in das Genre der Dystopie und das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und befindet sich damit in bester britischer Gesellschaft.

Sparen an den Lehrern

Vor knapp zwei Wochen hat die bayerische Regierung beschlossen, bei den Beamten zu sparen, auch bei den Lehrern: wer neu am Gymnasium anfängt, wird erst einmal nach A12 bezahlt. Außerdem kriegen die bayerischen Beamten eine Nullrunde (keine Inflationsanspassung der Bezüge), es gibt eine Wiederbesetzungssperre von 12 Monaten (wenn Stellen frei werden, werden sie solange nicht besetzt – eigentlich: nicht bezahlt), die Leistungsbesoldung wird gekippt (bisher gab es für besonders engagierte Lehrer die Chance, einen finanziellen Bonus zu kriegen). Daneben gibt es weitere flankierende Sparmaßnahmen.

Das ist bisher nur ein Beschluss der CSU, der Landtag muss das erst nächsten Monat beschließen, aber dann gilt das. Es heißt, diese Maßnahmen seien erst einmal auf einige Jahre beschränkt.

Der bayerische Philologenverband sammelt hier Unterschriften dagegen. Ich habe unterschrieben, auch wenn ich sonst selten die gleiche Meinung vertrete wie der bpv. Ich halte das Sparen an den Einsteigern für falsch.

Einmal wird der Beruf dadurch noch unattraktiver und noch mehr gute Leute suchen sich dann etwas anderes. Und ich glaube, dass der Lehrerberuf gute Leute braucht. Mehr davon.
Ich vermute außerdem, dass mittelfristig geplant ist, A12 flächendeckend einzuführen und nur mit Funktionsstellen mal A13 springen zu lassen. Das passt dann auch zum Bachelor-Schnellstudium, das sicher auch auch mal das bisherige Staatsexamen ersetzen wird. Den Leuten wird man dann auch nicht so viel bezahlen müssen. Man kriegt dann natürlich auch weniger qualifizierte Leute, zumindest wissenschaftlich qualifiziert.

Macht das was? Na, je nachdem, wie man sich Lehrer am Gymnasium in Zukunft vorstellt. Da gibt es, ehrlich gesagt, bereits jetzt einiges zu verbessern.

Der Untergang des Abendlands ist das natürlich noch nicht. Und irgendwo soll der Staat ja auch sparen. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass es da bessere Möglichkeiten gibt.

Das ganze kann bei angestellten Lehrern nicht passieren, da kann der Staat nicht so einfach Gehälter verordnen, sondern muss Tarifverträge abschließen. Das ist auch ein Grund, warum ich gegen die Verbeamtung von Lehrern bin. Deshalb habe ich neulich bei der Abstimmung beim Lehrerfreund dahingehend abgestimmt. Da kam als Ergebnis allerdings heraus, dass die verbeamteten Lehrer zum Großteil für die Beibehaltung des Beamtenstatus waren, die nicht verbeamteten dagegen. (In den Kommentaren sind die Begründungen aber sehr kurzsichtig. Da sind Leute gegen die Verbeamtung, weil sie selber auch keine Beamte sind. Nicht sehr logisch.)

Bildungsstandards und GER: Die Faustregel

Die Ergebnisse für VERA 8 liegen vor, zumindest aus Berlin. Soundsoviel Prozent der Schüler erfüllen die Bildungsstandards. Bildungsstandards, die hat die Kultusministerkonferenz (KMK) Ende 2003 für den mittleren Schulabschluss eingeführt. Für Englisch hat man sich dabei am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (Common European Framework of Reference for Languages) orientiert. Der teilt die Fremdsprachfähigkeit in 6 Stufen ein:

  • A1 und A2 (Elementare Sprachverwendung)
  • B1 und B2 (Selbstständige Sprachverwendung)
  • C1 und C2 (Kompetente Sprachverwendung)

Was man auf welcher Stufe können kann, steht schön beim Goethe-Institut, hier ein Ausschnitt:

B2: Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne grössere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.

B1: Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

A2: Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.

A1: Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen – z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben – und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.

Auch im bayerischen Lehrplan stehen diese Stufen, und zwar so:

  • 5. Klasse: A1
  • 6. Klasse: A1+
  • 7. Klasse: A2
  • 8. Klasse: A2+
  • 9. Klasse: B1
  • 10. Klasse: B1+
  • 12. Klasse: B2+ (C1 im Lesen)

Diese Plus-Stufen sind im GER eigentlich nicht vorgesehen, aber man muss ja den Fortschritt von Jahr zu Jahr dokumentieren.
Da ich mir nie merken kann, wann was kommt, zähle ich immer an den Fingerknöcheln ab:

(Für B2+ am Ende der 12. Klasse hatte ich leider keine Finger mehr übrig.)

– Die Ergebnisse von VERA 8 sind leider nie groß veröffentlicht worden. Da wurde in der 8. Klasse getestet, und da hatten an meiner Schule fast alle Schüler B1 oder besser, teilweise viel besser, und ich denke, das wird in ganz Bayern so gewesen sein. Dabei müssten die Schüler doch erst am Ende der 9. Klasse so weit sein? Sollen sich die bayerischen Schüler darüber freuen oder nicht?

Nun, wer am Ende der 9. Klasse Jahres eine 4 im Zeugnis hat, dem wird bestätigt, auf der Stufe B1 zu sein – und sei es auch nur ein gerade noch erreichtes Ausreichend. Da ist schon denkbar, dass die meisten Schüler in der 8. bereits so weit sind.
Das heißt aber auch, dass diese Werte Minimalwerte sind, also ein B1 in der 9. Jahrgangsstufe. Wenn man diese Stufe erreicht, dann ist das ausreichend; wer eine Stufe drüber ist, dann ist das schon befriedigend, zwei Stufen darüber – also zum Beispiel B1+ bereits in der 8. Klasse – sind gut. (Mein Vorschlag, nicht Lehrmeinung.) Oder wie soll man das sehen? Das heißt dann aber, dass man den Schülern auch Prüfungsaufgaben von schwierigerem Niveau vorsetzen muss.

Die Alternative wäre, in der 8. Klasse nur auf A2+ zu prüfen, und wer das erfüllt, kriegt Note 1–4, wer nicht, der 5–6. Halte ich für wenig sinnvoll. Die Lehrmeinung dazu kenne ich nicht. Interessieren würde mich sehr, wie gut die Schüler in den einzelnen Jahrgangsstufen wirklich sind. Ich sag mal: extrem unterschiedlich. Außerdem in den unteren Jahrgangsstufen im Schnitt deutlich darüber, in der Oberstufe kann ich’s beim G8 nicht sagen – vermutlich schon so B2. C1 im Lesen? Sicher ein paar, aber eher wenige.