Hausaufgaben, die gar nicht so gemeint sind

Wenn am Ende der Lehrprobe die Schüler und Schülerinnen die Hausaufgabe gestellt kriegen, wissen sie genau, dass sie die dann doch nicht zu machen brauchen. Oft ist sie ja eh von einer Form, die bisher noch nie da gewesen war, sie ist ja auch eher für die Seminarlehrer gedacht. Auch Lehrer kriegen manchmal solche Anweisungen. Gerne fangen die an mit „Wie Sie alle wissen“ (ein Signalwort dafür, dass man vergessen hat, rechtzeitig an eine Sache zu erinnern), aber auch so ist manchmal klar, dass man diese Anweisung nicht so ernst nehmen muss wie andere. Details sind hier leider nicht möglich. … Continue reading „Hausaufgaben, die gar nicht so gemeint sind“

Bahnstreik, Zombies, Lehrpläne lesen

Ich habe eine meiner vielen E-Mails bei den Münchner Verkehrsbetrieben hinterlassen und werde damit darüber informiert, wenn es auf der Linie, die ich nutze, um zur Arbeit zu kommen, Schwierigkeiten gibt. Alle drei Tage kommt da etwa eine Nachricht, meist betrifft sie mich von der Uhrzeit her nicht. Aber am Sonntagabend wurde ich dadurch darüber informiert, dass bundesweit und wohl auch für München am Montag Warnstreiks drohen. Also ging ich heute eine S-Bahn früher aus dem Haus (das sind etwa zwanzig Minuten), und nach wenigen Schritten an der frischen Luft erreichte mich die nächste Mail: Ja, es wird gestreikt, meine … Continue reading „Bahnstreik, Zombies, Lehrpläne lesen“

Ein wenig Gejammer, ein wenig Musik

Dezember ist der anstrengendste Monat für Lehrer, noch vor dem Juli, jedenfalls für mich. Und diesmal hat der Dezember schon weit im November begonnen. Jedenfalls ist gerade viel los, ich bin nicht zufrieden, weil ich weder zum Lesen noch zum Bloggen komme. Dienstliche und private Termine, die Arbeit an der Uni (die ich immer wieder aufzugeben plane, vielleicht nächstes Mal), den Unterricht bereite ich schon ordentlich vor – aber indem ich quasi weit im Voraus plane, dass ich in drei Tagen diesen einen Slot von 45 Minuten nutze für die Vorbereitung jener anderen konkreten Stunde. Nu, irgendwann wird das auch … Continue reading „Ein wenig Gejammer, ein wenig Musik“

10 Videospiele, die mich beeinflusst haben

Screenshot Magnavox Odyssey Ski

Mein Freund Bernhard hat mir ein Stöckchen zugeworfen, bei dem ich jeden Tag ein Computerspiel, das mich beeinflusst hat, posten soll, zehn Tage lang. Und ich mache das lieber hier auf einmal im Blog, statt zehn Facebook- oder Twitter-Einträge zu schreiben. Ich denke, es sind typische Spiele ihrer Zeit und keiensfalls Insiderspiele – ich war halt nur früh dabei. 1. Magnavox Odyssey: Ski Tatsächlich steht das Spiel stellvertrend für die anderen Odyssey-Spiele. Das war 1972, 1973, und ich war zu jung dafür, aber ich will das hier stehen lassen als Beispiel dafür, wie cool mein Vater war (und noch ist). … Continue reading „10 Videospiele, die mich beeinflusst haben“

Keine Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes

Ich habe dieses Fundstück aus dem Heft 3 von Schule & wir aus dem Jahr 2016 zwar schon einmal erwähnt, habe aber immer noch keinen rechten Frieden damit gefunden: Texte und Angaben von schulischen Leistungserhebungen gelten nach der Rechtsprechung nicht als Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes (vgl §2 UrhG). Daher genießen sie auch keinen Schutz vor Vervielfältigung, Weitergabe oder öffentlicher Zugänglichmachung. Davon ausgenommen sind Angabentexte zentral gestellter schulischer Abschlussprüfungen wie etwa des Abiturs. Tatsächlich habe ich auf Twitter von einer Schule gelesen, wo Eltern die gesammelten Schulaufgaben als Büchlein (für 15 Euro) veröffentlichten. Ich habe damit gar nicht so viele … Continue reading „Keine Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes“

Stan Lee mit 95 Jahren gestorben

Und dann doch überraschend: Stan Lee ist gestorben, 2018, mit 95 Jahren. Stan Lee kenne ich seit Herbst 1978. da war ich gerade mal elf Jahre alt, Stan Lee 56 – aber für mich zehn bis fünfzehn Jahre jünger. Und das kam so: In der 5. Klasse entdeckte ich Marvel Comics, namentlich die Serie Die Spinne aus dem Williams-Verlag. EIn Mitschüler brachte mich darauf, und ich war schnell regelmäßiger Leser. Die Hefte kriegte ich am Kiosk an der Endhaltestelle der Straßenbahn in meinem Stadtteil; da fuhr ich mit dem Bus hin und von da aus weiter mit der Straßenbahn in … Continue reading „Stan Lee mit 95 Jahren gestorben“

Rollenspiele, Rechenspiele, Hörsaalspiele (aber nicht wirklich)

Tisch mit Rollenspielunterlagen

1. Rollenspiele Wie schon seit einem guten Jahrzehnt war ich zu den Allerheiligen-Tagen wieder beim jährlichen Rollenspiel, einer fortlaufende Call-of-Cthulhu-Kampagne. Zur Vorbereitung las ich noch einmal die Ereignisse des letzten Spiels nach, die eine Spielerin für uns zusammengefasst hat (um die 7000 Wörter). Das trug sich in der Mitte des Jahres 1940 zu – und in meiner Erinnerung waren diese Ereignisse, auf zwei, vielleicht sogar drei Jahre verteilt. Tatsächlich war einfach nur viel los, und wir kamen viel herum. Diesmal dagegen blieben wir in Nepal, genauer gesagt: in Mustang, einem damals noch autonomen Königreich innerhalb von Nepal. Verschiedene Hinweise steckten … Continue reading „Rollenspiele, Rechenspiele, Hörsaalspiele (aber nicht wirklich)“

Medienbildung: Kreativ und selbstbestimmt entscheiden, was man mit Microsoftprodukten Schönes machen kann

Angefangen hat es damit, das Philippe Wampfler, ein Schweizer Deutschlehrer und Medienmensch, über irgendetwas im Zusammenhang mit dem Microsoft Office 365 schrieb, das an seiner Schule eingesetzt wird. Das ist so eine Art Google Drive, also eine Möglichkeit, online Text- und andere Dateien zu erstellen, zu verwalten und mit anderen gemeinsam zu bearbeiten. Daraus wurde dann bald eine Diskussion um Dateiformate: .docx sei nicht wirklich offen; dann: aber für die Schüler und Schülerinnen schon, weil aus allen verwendeten Programmen heraus nach .docx exportiert werden könne. Philippes Aufgabe sei nicht zu missionieren, sondern (seine Schüler und Schülerinnen) zu befähigen: Das ist … Continue reading „Medienbildung: Kreativ und selbstbestimmt entscheiden, was man mit Microsoftprodukten Schönes machen kann“

Erste Semester- und vorletzte Schulwoche (vor den Herbstferien)

Heftchen mit Tafelbildern

Am Wahlsonntag letzte Woche erstmals Schäufele gemacht, sehr lecker geworden, dazu ebenfalls erstmal Kartoffelknödel. Davor die Schüler und Schülerinnen der 7. Klasse weitere Tafelbilder machen lassen, zu den Episoden von Michael Köhlmeiers Nibelungen-Nacherzählung (Youtube). Sie haben die Episoden untereinander aufgeteilt, so dass jeweils ein Paar eine Episode hörte und ein Tafelbild dazu machte. Obwohl viele daran gedacht hatten, ihre eigenen Kopfhörer mitzunehmen, war weder mit denen noch mit den verschlisseneneren Kopfhörersätzen im Computerraum gut zu arbeiten – dass Audioaufnahmen bei uns nicht gehen, bin ich ja gewöhnt, aber jetzt kann man nur noch sporadisch an manchen Rechnern etwas hören, manchmal … Continue reading „Erste Semester- und vorletzte Schulwoche (vor den Herbstferien)“

Herr Rau: Wie ich im Unterricht aussehe

Herr Rau im Unterricht

Frau Rau würde schon lange gerne mitkriegen, wie ich eigentlich im Unterricht bin. Sie kennt mich ja doch eher nur privat, Lehrermodus poppt da selten auf. Aber so einfach geht das halt nicht. Immerhin einen Einblick kriegt sie jetzt: Schülern und Schülerinnen meiner drei Montagsklassen drückte ich eine Kamera in die Hand mit der Bitte, mich zu fotografieren, für Frau Rau. Das hat denen übrigens sofort eingeleuchtet, gar keine lange Erklärung nötig. Hier sind die Bilder: 7. Jahrgangsstufe: Ich habe kein Faksimile einer hochmittelalterlichen Handschrift, also ließ ich den mir verehrten Abdruck des (wohl sehrspätmittelalterlichen) Voynich-Manuskripts herumgehen. Den Großteil der … Continue reading „Herr Rau: Wie ich im Unterricht aussehe“