Gefühl und Vernunft und der tägliche Charaktertest

Wenn ich in der Schule unterwegs bin und ich brav Maske in den Gängen trage und Abstand zu Kollegen und Kolleginnen halte, sagt mir mein Gefühl, dass keiner von uns mit SARS-CoV‑2 infiziert ist. Auch in meinen Klassen habe ich das Gefühl, ich glaube, an meiner ganze Schule ist niemand (mehr) infiziert. In der S‑Bahn zur Schule sagt mir mein Gefühl, dass ich wahrscheinlich nicht infiziert bin. Der Mann gegenüber mit der heraushängenden Nase wahrscheinlich auch nicht, wenn auch nicht ganz so wahrscheinlich wie ich – erstens, weil ich ich bin, und zweitens, weil er ein Depp ist. Auf der …

Kartoffelkombinatsessen, eine Woche lang

Frau Rau und ich kriegen ja jede Woche eine Kiste mit den Anteilen aus dem Kartoffelkombinat, der Gärtnereigenossenschaft, an der wir beteiligt sind (Blogeintrag dazu). Im Sommer und Herbst ist viel drin, im Winter und Frühling weniger, aber alles machbar. Ich schreibe hier mal mit, was ich mit der Kiste in der letzten Woche gemacht habe. Donnerstag: Ein kleiner Eichblatt- und ein kleiner anderer Salatkopf, beide aus Ernteanteil. Den Salat macht Frau Rau, weil die sehr gut Salatdressings machen kann. Dazu Honigmelone, die noch im Haus war, und eigens gekaufter Parmaschinken. Foto vergessen. Freitag: Tater tots nach Ottolenghi aus Ernteanteilkartoffeln, …

Über Digitalkram: An manche Kolleg:innen

Warum soll ich diesen ganzen Digitalkram lernen? Was bringt mir das? Nichts, möglicherweise. Sich mit Computern und ihren Möglichkeiten auszukennen, bringt so viel, wie eine neue Fremdsprache zu lernen oder ein neues Musikinstrument. Das ist vielleicht ganz schön. Aber du liest schon englische Literatur und du spielst schon klassische Gitarre, und dein Garten verschafft dir Entspannung und Befriedigung – wozu noch etwas Neues lernen? Wozu musst du Podcasts hören oder gar erstellen können? Tatsächlich gibt es keinen Grund dafür. Die Frage darf aber nicht sein: Was bringt mir das?, sondern muss lauten: Was bringt das meinen Schülern und Schülerinnen? Die …

Twitterfundsachen zu Schulthemen, hauptsächlich

Nicht viel Neues aus der Schule, deshalb ein paar Fundsachen von Twitter: Das wusste ich nicht. Ich habe mal halbherzig mit einem Plugin gespielt, um die Schulhomepage etwas barrierefreier zu machen, es dann wieder aufgegeben. Vielleicht kommt etwas Offizielles, ohnehin braucht die Seite mal eine Runderneuerung. Ohne Pandemie hätte ich mir das für die Sommerferienvorgenommen, oder es jedenfalls vorgehabt, jetzt brauche ich Erholung und das muss noch ein Jahr warten. Auf Instagram bei einem Account meiner Schule gefunden: Zumindest bei der H5P-Aktivität “Quiz” steht die Lösung im Quellcode. Ich soll es zwar nicht weitersagen, aber es hat ja wohl ohnehin …

Updates am Computer: Warum eigentlich immer und immer wieder? Und: Will ich einen Dienstrechner?

(Eher grundsätzlich als konkret.) Maschinen, die etwas berechnen können Aus Neugier oder um sich mühsame Arbeit zu erleichtern, erfanden Leute immer wieder Maschinen, die etwas berechnen konnten. Eine einfache Registrierkasse zum Beispiel: Oder, schon viel komplizierter, aber acht Jahrzehnte zuvor, die Differenzmaschine von Charles Babbage, die mit, uh polynomialen Funktionen rechnen kann. Aber die Maschine war umständlich und konnte sicher nicht alles berechnen, was sich berechnen lässt. Eine andere solche Maschine ist der Taschenrechner meiner Jugend. Der kann auch Sachen berechnen, aber ebenfalls nicht alles, was sich berechnen lässt. Und letzten Endes kann man damit natürlich ganz viel berechnen, wenn …

Erste halbe Schulwoche

Es war eine ganze Woche, die erste nach den Pfingstferien, aber nur die Hälfte der Schüler und Schülerinnen war da. Von den Lehrkräften waren fast alle da, aber natürlich muss man auch im Lehrerzimmer Abstand halten. Deshalb gibt es jetzt weniger Tische bei uns, die auch neu aufgestellt sind: Richtig voll ist es im Lehrerzimmer nie, da man die Pausen in der Regel im Klassenzimmer verbringt. Und das kommt so: Seit ein paar Jahren gibt es bei uns Doppelstunden statt Einzelstunden, soweit nur irgendwie möglich, und die Klassen haben keine eigenen Klassenzimmer mehr – vielmehr haben die meisten der Lehrer …

Dunsanian Interactive Fiction, und etwas Pfingstferien

Pfingstferien Es gibt nicht viel zu erzählen. In der ersten Woche viel Abitur korrigiert, in der zweiten dann etwas erholt. Wieder angefangen zu lesen, viel Ukulele geübt – aber richtig vorzeigbar bin ich noch lange nicht, dazu verzettele ich mich zu viel. Außerdem gekocht, über mein butter chicken wird noch zu berichten sein. Beim Friseur gewesen, meine Eltern besucht (die ich fast fünf Monate nicht gesehen habe) und mich gefragt, ob ich das Virus nach Augsburg trage. Dunsanian Interactive Fiction: The Ebb and Flow of the Tide Aber über dieses Spiel wollte ich schreiben. Es ist ein Beispiel für interactive …

Zeit für Konsolidierung?

Zu diesem Zeitpunkt haben wir hier in Bayern seit siebeneinhalb Wochen keine keine Schule, zwei Wochen davon waren Osterferien. Seit eineinhalb Wochen wird die 12. und letzte Jahrgangsstufe unterrichtet (an anderen Schularten andere Jahrgänge), kommende Woche soll die 11. Jahrgangsstufe wieder Fuß fassen. Danach, aber so weit denke ich nicht, irgendwann mal 5. und 6., Pfingstferien, dann die anderen, ein bisschen. Regulären Unterricht kann ich mich nicht vorstellen. Viele der letzten Wochen wurde mit Unterricht zu Hause verbracht. “Homeschooling” wird das oft genannt, aber das bedeutet etwas anderes, wie ich ja auch kein “Homeoffice” mache – dazu bräuchte es Geräte, …

Erster kleiner Schultag nach den Schulschließungen

Am Sonntag Yoga gemacht, und das ich! Also, ungewöhnlich eigentlich wegen der Bewegung, mit Buddhismus habe ich mich ja tatsächlich ein bisschen beschäftigt, udn weiß aus dieser Ecke ein bisschen was darüber. Aber ich hatte die zwei Nächte davor unruhig geschlafen, und am Freitag tagsüber war ich sehr erschöpft. Die letzten Wochen haben mich dann doch mehr angestrengt, als ich dachte. (Das mit dem Yoga fing schon schwer an. Auf den Boden auf die Matte setzen, eigentlich in irgendeiner Position, Hauptsache bequem. Au, au, au, irgendwas zwickt immer.) Danach habe ich wie schon am Samstag allen Schülern und Schülerinnen hinterhertelefoniert, …

Ein bisschen viel, ist es nicht

Mir geht es wirklich sehr, sehr gut. Ich war immer schon privilegiert: bildungsbürgerlicher Hintergrund, zwar weder Abitur noch gar Studium in der Familie, eher Hauptschulabschluss als Realschule, aber liebevolle und kluge und sehr weltoffene Eltern, die mir sehr viel von der Welt zeigten und mir ermöglichten, sehr viel von der Welt selbst zu entdecken. Außerdem hatte ich es von Temperament und Neigung her leicht in der Schule, im Studium, im Beruf, und hatte obendrein stets viel Glück. Auch jetzt bin ich privilegiert, aus so vielen Gründen. Auch jetzt geht es mir gut. Darf ich trotzdem etwas jammern? Das war zumindest …