Schlagwort: Bücher
-

Wolfgang Herrndorf, Sand (2): Notizen (und: Frage)
(6 Kommentare.) Vor auch schon zehn Jahren gelesen, das immer schon wiederholen wollen, und auf Anregung auf Twitter kam es jetzt dazu. Kleinere und mittlere Spoiler folgen. Ich gehe dabei nur auf drei große Aspekte ein. Die Welt als unzuverlässiger, unverstandener, unwirklicher Ort Ganz wesentlich für mich war beim Lesen das Gefühl, dass die Welt…
-

Wolfgang Herrndorf, Sand (1): Die Sache mit dem Flaschenzug
(1 Kommentare.) Doch ein loses Ende in Sand, ein wortwörtliches gar? Die Sequenz im Buch In Kapitel 16 erwacht einer ohne Gedächtnis und mit einer Kopfverletzung in unvertrauter Umgebung – einem Dachboden, oben in einer Scheune. Im Boden eine große Öffnung, darüber ist ein Flaschenzug befestigt. Die Figur, ab jetzt unsere Hauptperson, ist bekleidet mit…
-
Algernon Blackwood, Three John Silence Stories
(1 Kommentare.) Mit Algernon Blackwood und mir wird das nichts mehr. Ich kenne den Namen seit dem Essay „Supernatural Horror in Literature“ von Howard Phillips Lovecraft, in jungen Jahren gelesen, einem monumentalen Abriss der Horrorliteratur vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Blackwood gilt immer noch als Klassiker und gut und ist in England weltberühmt und hat…
-
O. Henry, The Four Million
Ich habe O. Henry als Student entdeckt, drei, vier schmale antiquarische Bändchen mit seinen Kurzgeschichten, dann bald darauf eine eng gedruckte Gesamtausgabe auf dünnem Papier. Damals müssen meine Augen noch besser gewesen sein. Auch diese Ausgabe war antiquarisch und O. Henry schon lange nicht mehr salonfähig. Aber ich fand die Geschichten, nein, eher: den Tonfall…
-
Gottfried Keller, Sieben Legenden
(5 Kommentare.) Gottfried Kellers Romane Der grüne Heinrich und Martin Salander habe ich nie gelesen, sie klingen mir immer noch zu ernst; aber seine Novellenzyklen Die Leute von Seldwyla, Züricher Novellen und Das Sinngedicht schon – und jetzt eben auch die Sieben Legenden. Man überschätzt gerne dicke Bücher, weil man stolz darauf ist, sie gelesen…
-
Wilhelm Raabe, Stopfkuchen
„Eine See- und Mordgeschichte“, so der Untertitel. Ha! Das ist jetzt das dritte Werk des poetischen Realismus, das ich in relativ kurzer Folge gelesen habe, und bei allen gab es Mord- und Totschlag, und bei allen dauerte es bewusst und absichtlich und foppenderweise ewig, bis etwas passierte. Ist das Programm? Von „Die schwarze Spinne“ kennt…
-
Jeremias Gotthelf, Die schwarze Spinne
(3 Kommentare.) Vermutlich habe ich diese Novelle zu meiner Studienzeit gelesen, als Schüler sicher nicht. Von der Geschichte wusste ich schon lange, als Beispiel für phantastische Literatur (da hatte ich ja viel gelesen, auch Literaturgeschichtliches) oder als Fassung der modernen Wandersage von der aufplatzenden Beule, aus der lauter kleine Spinnen kommen. Dennoch hat sie mich…
-

E. E. Kellett, The Lady Automaton
(2 Kommentare.) 1. Hintergrund In der 6. und 7. Klasse las ich William Tenn, weil mir dessen Werke zufällig über einen Freund in den Weg gespült wurden. Sonst wäre mir dieser Autor zwar da und dort in Anthologien begegnet, aber ich hätte wahrscheinlich nicht vor ein paar Jahren die dreibändige Werksausgabe (einschließlich nonfiction) gelesen und…
-
Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz: Das Geheimnis großer Literatur
(1 Kommentare.) Ein Buch, das man Deutschlehrkräften schenkt, habe ich mir sagen lassen. Meine Mutter hatte ein bisschen hineingelesen und es dann an mich weitergegeben (ebenso wie bei und zusammen mit Matthias Heine, Krass. 500 Jahre deutsche Jugendsprache, das sich zumindest wegen der Ausführung zur Studentenszene in Deutschland zum Anfang des 19. Jahrhunderts gelohnt hat,…
-
Klaus Modick: Fahrtwind (auch wenn man nicht viel darüber erfährt)
(18 Kommentare.) 1. Geplänkel Frau Rau reichte mir vor ein paar Monaten eine Buchbesprechung aus der Süddeutschen Zeitung weiter, und zwar aus zwei Gründen: erstens geht es um eine Art moderner Nacherzählung des Taugenichts von Joseph von Eichendorff, und zweitens ist das von Klaus Modick. Klaus Modick ist ein deutscher Schriftsteller, von dem ich in…
-
Ted Chiang, Stories of your Life and Others (revisited)
Im April 2019, also spät, habe ich Stories of your Life and Others von Ted Chiang gelesen. Die Geschichten darin und die ganze Sammlung haben mir sehr gut gefallen, warum habe ich damals nicht darüber gebloggt? Anlässlich eines Podcasts mit Ted Chiang (von dem vorletztes Jahr dann auch endlich eine zweite Kurzgeschichtensammlung erschien) versuche ich…