Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service (2014), Regie Matthew Vaughn, Drehbuch Jane Goldman und Matthew Vaughn nach dem Comic von Mark Millar und Dave Gibbons. Es gibt da diese Faustregel: Wenn die geheimlichen Organisationen im Film Kürzel haben, die aus drei Buchstaben bestehen (FBI, CIA, KGB), dann handelt es sich um einen Agententhriller. Wenn es mehr Buchstaben sind, dann ist es einen Agentenkomödie. Men in Black ist nur scheinbar eine Ausnahme, da zwar auf dem Kinoposter groß “MiB” steht, das im Film aber gar nicht groß auftaucht. Wir haben zum Beispiel U.N.C.L.E., und bei James Bond gibt es gleich zwei, SPECTRE und …

Lucy

Im Kino gewesen, Lucy gesehen, von Luc Besson, mit Scarlett Johansson. Mancherorts wird der ja als Superheldenfilm verkauft oder in eine Reihe von Superheldenfilmen gestellt. Dabei kommt der Film für mich aus einer ganz anderen Ecken: Dem Monsterfilm der 1950er Jahre oder dem Verrückten Wissenschaftler der frühen 1960er. Darum geht es in Lucy: Unfreiwillige Drogenkurierin erhält Überdosis einer experimentellen Droge und verwandelt sich daraufhin nach und nach in ein mit übermenschlichen Kräften versehenes Wesen, das a) nach und nach seine Menschlichkeit verliert und b) in dieser Form bald nicht mehr existieren kann. (Daneben: Peinliche Pseudowissenschaft, Anklänge an 2001, ein naives …

Captain America 2: The Winter Soldier (deutsch: The Return of the First Avenger)

War ich also neulich im Kino, den neuen Captain America anschauen. Wie er mir gefallen hat? Ganz nett, bunt, habe mich nicht gelangweilt, war okay. Aber wie er mir gefallen hat, interessiert mich weniger als das, was da gerade passiert. Das war jetzt der neunte Film im Marvel Cinematic Universe, der neunte Film seit 2008. Finanziell ist das eine der erfolgreichsten Filmserien überhaupt. Mehr Geld, vor allem weltweit, hat die Harry-Potter-Serie eingebracht. Star Wars, Star Trek, James Bond, alle weit abgeschlagen – zum Teil, weil es weniger Filme in der Serie gibt, klar, etwa bei den bisher zwei Hunger-Games-Filmen. Die …

Was ich von Fred Astaire noch nicht kannte

Fred Astaire hatte seinen großen filmischen Höhepunkt in den RKO-Schwarzweißproduktionen mit Ginger Rogers in den (eher frühen) 1930er Jahren. In den 1940ern gab es dann nicht mehr so viel; man wollte die jüngere Generation sehen. Für das MGM-Musical Easter Parade (1948) war eigentlich Gene Kelly vorgesehen, aber der war verletzt, so dass noch einmal der alte Astaire herausgeholt wurde. Easter Parade wurde ein Klassiker. Und darauf folgte dann ein zweiter Höhepunkt, mit Die Tänzer vom Broadway (1949), Seidenstrümpfe (1957) und vor allem dem großartigen Vorhang auf! (1953). Darin spielt Fred Astaire einen Tanzstar jenseits seines Höhepunkts, der noch einmal für …

James Bond im Kino, und Rollenspielen 2012

Seit langem wieder im Kino gewesen, den neuen James Bond (“Skyfall”) anschauen. Hat mir gut gefallen, sogar besser als die Pierce-Brosnan-Filme davor. Brosnan mochte ich gerne, aber die Filme waren eher so mäßig. Diesmal gab es keine überflüssigen Schauplatzwechsel, nur um ein neues Set demonstrieren zu können. Der Schurke war hervorragend, und von meinen monierten Plot Holes wollte mir Frau Rau nur einige zugestehen. Nach einer spannenden Pre-Title-Sequenz war der erste Akt des Films nostalgisch schön – mehrfach musste ich an Indiana Jones und frühe Bond-Filme denken. Eine schöne Verbeugung vor dem traditionellen Haifischbecken gibt es auch. Mit der Entdeckung …

Moonrise Kingdom

War vorhin im Kino, als einer von wenigen, in Moonrise Kingdom von Wes Anderson, Drehbuch von Wes Anderson und Roman Coppola, mit vielen Schauspielern drin, die man gerne sieht: Ganz wunderbar. Erfrischend nicht realistisch. Ich mag den realistischen Erzählmodus in Filmen nicht – weil mir anders als bei Romanen immer klar ist, dass Film nicht Realität abbilden kann, und wenn er es versucht, versagt er meist. Deswegen mag ich die Kategorie Drama im Film gar nicht, sondern eigentlich nur verschiedene Genre-Formen – Musical, Film Noir, Komödie, Science Fiction, Abenteuer, Horror, bei denen klar ist, dass die Regeln, denen der Film …

The Avengers, im Kino

Wahrlich, was sind das für Zeiten, wo jedermann meine kleine Marvel-Comic-Welt kennt. Das freut mich, und ich rechne das den Filmen hoch an, selbst wenn nicht alle davon besonders gut sind. Zum Hintergrund: Hulk kennen wir schon aus zwei Filmen, Iron Man auch, Thor und Captain America aus jeweils einem. In den meisten Filmen tauchte auch die Regierungsorganisation SHIELD auf, gar köstlich eingeführt im ersten Iron Man. SHIELD, dessen Leiter, und andere Elemente verbinden die Filme und künden nach und nach einen gemeinsamen Film aller Helden an, eben diesen: The Avengers. So nennt sich seit 1963 Marvels erstes Superheldenteam im …

Noir-Box, der Rest

Vor zwei Jahren oder mehr habe ich mir eine Box mit neun Klassikern des film noir gekauft. Einige ganz wichtige Filme fehlen darin zwar – The Maltese Falcon, The Big Sleep, vielleicht sogar Kiss Me Deadly – aber die hatte ich ohnehin schon. Vor einigen Sommerferien hatte ich die erste Hälfte dieser Filme gesehen und verbloggt, hier der Rest. Weil gerade Winterferien sind, im tatsächlichen Sprachgebrauch besser bekannt als Faschingsferien.   6. The Glass Key Regie: Stuart Heisler Drehbuch: Jonathan Latimer Darsteller: Alan Ladd, Veronica Lake, Brian Donleavy Jahr: 1942 Romanvorlage: Dashiell Hammett Motive: Treue, Loyalität, femme fatale (ein bisschen). …

Captain America

War im Kino, Captain America anschauen. Ich habe mich nicht gelangweilt, insgesamt eher positiv, aber begeistert oder beschwingt bin ich nicht aus dem Kino gegangen. Höhepunkte: der kurze Gastauftritt der original human torch auf der Weltausstellung; Howard Stark – der Vater von Tony “Iron Man” Stark – mit Howard Hughes als unverkennbarem Vorbild; der Kinnhaken, den die Heldin des Films (sonst unterbeschäftigt) austeilen darf; dass die Howling Commandos dabei waren, mit Dum Dum Dugan (Bilder), der aussieht wie Sascha Lobo (Bilder); und die geniale Idee, Caps buntes Kostüm dadurch zu erklären, dass er zuerst als patriotische Witzfigur vermarktet wurde. Dass …

Thor

Also in Thor gewesen. In den USA ist der Film ein Erfolg bei Kritik und dann wohl auch beim Publikum im erwarteten, nicht übermäßig spektakulären Rahmen, das freut mich. Selber fand ich ihn nicht besonders gut, und das lag an Drehbuch und Regie. Und der Musik. Die Schauspieler sind okay, die Sets wirkten nicht übertrieben und waren keine reinen Vorzeigestücke, aber besonders schön fand ich sie nicht. In Asgard fehlten die Bäume, und ich hatte nie das Gefühl, dass es da eine ganze Welt zu erkunden gäbe. Durchweg gefehlt haben kleine kurze Szenen, die für mich die Figuren individualisieren und …