Der Rum meiner Kindheit

Es war wirklich ein ordentlicher Haushalt. Aber einmal brachte ein Amerikareisender diesen Rum mit: 40%, karamellig und mit viel Kokosnussgeschmack. Und der wurde dann häufig zum Flambieren benutzt. Es waren die 70er und frühen 80er, da wurde viel flambiert. Dazu kam, dass der Rum sonst nicht zu bekommen war; man musste schon auf einen Fernreisenden warten.

Vor einem Jahren habe ich ihn wieder entdeckt, importiert: Sehr lecker. Flambiert habe ich damit noch nicht (auch das kommt wieder, ich sag’s euch), aber er trinkt sich auch so sehr gut. Oder mal ein Schuss davon in die Milch, bevor daraus Vanillepudding wird – der Kindheit wegen.

(Bitte den Kokosnussrum nicht verwechseln mit Malibu oder Batida de Coco oder so etwas, das wäre ja auch Teenagerzeit und nicht Kindheit.)

Mad Hot Ballroom

Seit gestern auch in Deutschland: Mad Hot Ballroom.

Für New Yorker Schüler (fünfte Klasse, also zehn, elf Jahre alt) gibt es einen jährlichen Tanzwettbewerb: Standard- und lateinamerikanische Tänze, und zwar vor allem Foxtrott, Tango, Merengue und Rumba. Dieser Dokumentarfilm (englisch, deutsche Untertitel) begleitet die Gruppen aus drei Schulen von den ersten Schritten bis zum Viertel- und Halbfinale und in die Endausscheidung.

Der Film ist wunderbar. Der Großteil des Films gehört den Schülern, die sich ganz unbefangen vor der Kamera unterhalten: Über Schule, Eltern, Zukunftspläne, Drogendealer, Freunde, Mädchen und Jungs. Sie sind in der Schule, draußen beim Spielen, daheim, auf der Straße. Sie verändern sich durchs Tanzen, werden vielleicht reifer: Aber man sieht vor allem, dass sie tatsächlich toll tanzen gelernt haben, und dass ihnen das Tanzen Spaß macht. Dabei bleiben die Kinder immer Kinder und werden nicht auf kleine Erwachsene getrimmt. Vor allem ist der Film aber ein Tanzfilm mit tolle Musik und lustigen Szenen und macht Lust auf mehr. (Mir muss man das nicht erzählen, aber ich mache fleißig Werbung bei Schülern und Kollegen.)

Told from their candid, sometimes hilarious perspectives, these kids are transformed, from reluctant participants to determined competitors, from typical urban kids to “ladies and gentlemen”, on their way to try to compete in the final city-wide competition.
Providing unique insight into the incredible cultural diversity that is New York City, this film profiles several kids from three schools (out of 60) at this dynamic age, when becoming that “cool” teenager vies for position with familiar innocence, while they learn the Merengue, Rumba, Tango, Foxtrot and Swing.

Ein tanzender Lehrer sei auch als Rollenvorbild wichtig für die Schüler hieß es im Film – heute, wo es keinen Fred Astaire oder Gene Kelly mehr gebe. Ich schätze mich glücklich, aufgewachsen zu sein mit Fred Astaire und Gene Kelly als Rollenvorbild – nur so habe ich nach dem ersten, eher katastrophalen Tanzkurs nicht aufgehört. Ich wusste schließlich, dass Tanzen eigentlich Spaß macht.

Erfahrungen beim Busfahren

Schon der Bus zur Uni quer durch Garching war verspätet; beim Heimfahren kamen gar nicht alle hinein. Aber die jungen und alten Studenten machten den Bus voll, so gut es eben ging, und ohne so arg zu quetschen wie morgens im Berufsverkehr. Etwa fünfzehn Leute gingen nicht mehr hinein und warteten draußen brav auf den nächsten. Von der TU nach Garching fahren aber auch öfter Busse.
Im Bus dann Geplauder von Busfahrer mit den Leutem um ihn herum. “Ist das Russisch?” “Nein, Bulgarisch.” Ein Fahrgast, “Professor” genannt, wurde zwischen zwei Stationen rausgelassen, da der Verkehr ohnehin oft stehend war. Aber friedlich-fröhliche Stimmung im Bus; Abendrot; ich ganz vorne mit Aussicht aus der großen, großen Scheibe. Keiner hatte einen Mp3-Player im Ohr. Der Busfahrer kündigte eine Abkürzung an, uns und der Leitstelle, quer durch die Stadt. Ob wer zwischendrin aussteigen wolle? Nein, gleich durch bis zur U‑Bahn.

In der U‑Bahn dann nur noch gehört, wie eine ältere Dame einer nicht ganz so alten berichtete, wie sie den neuen Zivi anlernen musste. Weil der nicht wusste, wie man bügelt. Aber beim nächsten Mal könne er es dann.

Alles natürlich kein Vergleich zur atemberaubenden Zug-Erfahrung bei knoerer.

(Und für die regelmäßigen Leser: Hattrick übrigens…)

get real

Eine Zehntklässlerin, die eine Halloweenparty für die kleine Schwester ausrichten soll und dabei nicht alle Register ziehen darf:

Wenn man mit zehn “Sex and the City” schauen kann, kann man auch mal drei Wochen nicht schlafen können.

Aus dem Blog einer Schülerin an meiner Schule, das ich hiermit zur wohlwollenden Lektüre empfehlen möchte. Die Seite sieht ein bisschen ungewohnt aus, aber die Texte sind immer wieder mal lesenswert. Deep Links auf die einzelnen Beiträge gehen nicht so einfach (Frames), deshalb habe ich hier ein paar herausgesucht:

Kindertisch
Erinnerungen an die 7. Klasse
Schuleinschreibung

(Ich habe vorher gefragt, ob ich verlinken darf, und auf Kommentarspam und ähnliche Gefahren hingewiesen.)

Nachtrag: Alle Links wegen Wechsel der Blog-Software leider nicht mehr aktuell.

Der Tod und das Mädchen

Ein Online-Cartoon, sehr witzig; unbedingt über den Prolog hinaus lesen. Aber nur anschauen, wenn man gerade Zeit hat, sich ablenken zu lasse:

Teil I: http://comics.orf.at/stories/5922/main?part=0
(Der Tramper im Auto, ich schmeiß mich weg.)
(Und jetzt bin ich grad bei “Mausezähnchen”. Spannend!)

Teil II: http://comics.orf.at/stories/16383/main

Fortsetzung dann hier:
http://www.cartoontomb.de/deutsch/tod2.php?bild=02_01_01.jpg

(Über Bolzbold im Forum.)

Ein paar gute, ein paar weniger gute Stunden

Einige Stunden liefen heute ganz gut, andere mittel, Informatik eher sehr mäßig. Ich hab zuviel auf einmal verlangt, und gleichzeitig auch wieder zu wenig – aber wenigstens habe ich die Stunde nachbereitet und mir Gedanken gemacht, wie ich das das nächste Mal wieder ausbügeln kann. Langsamer und schülernäher; ich erliege immer wieder der Versuchung, das zu abstrakt zu machen. Das ist in der Mittelstufe wichtig, in der Unterstufe soll es das aber noch gar nicht sehr sein. Dafür weiß ich jetzt, wie ich’s besser mache und habe schon einen Plan für die Stunde gemacht. Jetzt fühle ich mich besser. Ich erstatte dannin zwei Wochen Bericht (dazwischen liegen die Herbstferien).

Wiki in der Schule

Im Teilgebiet Informatik des Fachs Naturundtechnik sollen die Schüler Hypertext-Dokumente erstellen. In der 6. Klasse haben die Schüler hierarchische Strukturen kennen gelernt (Verzeichnisstruktur unter Windows, Wirbeltier-Taxonomie), jetzt sind es vernetzte Strukturen.

Zuerst wollte ich den Schüler quasi HTML-Grundwissen beibringen. Aber das brauchen die gar nicht. Je weniger Technik und Syntaxprobleme, desto besser. Informatik darf tatsächlich in der Unterstufe einfach sehr viel mit Information zu tun haben. Und das mache ich als Deutschlehrer doch sowieso.

Also habe ich Mediawiki installiert. Weil ich das bei Herrn typ.o so gesehen habe, ich geb’s zu. Das hat mir nämlich schon imponiert.
– Der Plan des Ganzen kommt am Anfang noch an die Pinnwand, mit angesteckten Objektdiagrammen der einzelnen Seiten (mit den Attributen Kurztitel, Autor und Inhalt) und Fäden zwischen den Seiten als Link.
Die selbst gewählten Themen der drei Klassen sind bislang “Berühmtheiten, die wir cool finden”, ” Musik und Sport – Interessen der 7a” und “ ‘So ticken Schüler’: Das Lösungsbuch für Lehrer”. Sobald genügend davon da ist, zeig ich’s auch mal her. Ich finde nämlich, dass Schüler eine Öffentlichkeit für ihre Projekte brauchen.

(Mehr zu Wikis in der Medienbox, bei Treffpunkt Deutsch und bei wiki.doebe.li.)

Tanzende Lehrer?

Heute hing ein Zettel im Lehrerzimmer: Anfänger-Tanzkurs für Lehrer; ein Tanzlehrer kommt in die Schule – wer ist interessiert? Sehr schön, besser als Kollegenfußball. Ich habe mich gleich mal eingetragen, auch wenn ich kein Anfänger mehr bin. Der Spaß ist es mir wert.
Den Rest des Vormittags über habe ich dann “Cheek To Cheek” und “Top Hat, White Tie And Tails” vor mich hin gepfiffen. Vielleicht melden sich ja wirklich genug Interessierte.

(Dafür habe ich in Deutsch wieder zuviel selber geredet. Berufskrankheit. Das ist für alle Beteiligten unterhaltsam, bringt aber nicht wirklich so viel, fürchte ich.)

Informatik Staatsexamen

Heute war Prüfung in theoretischer Informatik (und Algorithmik). Und was soll ich sagen… es war schon wieder eine Eins. Jetzt werde ich misstrauisch: Wissen die vielleicht gar schon etwas darüber, wie meine schriftlichen Arbeiten ausgefallen sind, und tun jetzt ihr Bestes, um mir mit den guten Noten doch noch zu einem bestandenen Examen zu verhelfen? :-)