Lernerinnerungen an die Schule

Bob Blume fragt, wie “in der eigenen Schulzeit gutes Lernen, d.h. was an Projekten, Stunden und gemeinsamen Arbeiten in Erinnerung geblieben ist.” Schöne Erinnerungen an Schule habe ich sehr viele. Schöne Erinnerungen an Unterricht auch. Meine mündliche Beteiligung war wohl ordentlich, obwohl ich das Gefühl hatte, mich nicht viel zu melden und eher passiv zu folgen. Das heißt wohl, dass ich lediglich mich für meine Verhältnisse zurückgehalten haben mag. Aber ich habe aufgepasst (auch wenn ich nebenbei gemalt oder gelesen habe, aber das hat dem keinen Abbruch getan) und ich habe meine Hausaufgaben gemacht – zwar immer wieder erst in …

Rollenspielen 2014

18. April – 17. April 1938 Überfahrt auf der RMS Andania von Liverpool nach Nova Scotia, auf dem Weg nach Montreal. Wir müssen aus dem Nachlass einer Anthropologin ein seltenes Buch über Afrika besorgen. 1. Mai – 5. Mai 1938 Montreal. Die Übergabe des Buches gelingt nicht: Die Kanzlei wird überfallen, das Buch geraubt. Wir recherchieren und vermuten als Drahtzieher Deveraux Cartier aus Ottawa. Der hat wohl nicht nur das Buch geraubt, sondern ist verantwortlich für den Diebstahl eienr Reihe afrikanischer Statuen, die sein Großvater einst besessen (oder eher: gestohlen) hatte, die aber in alle Winde verstreut wurden. 6. Mai …

Kochbücher lesen

Neulich in Berlin, in der Pension, stieß ich auf das: Mmmmh. Karl-May-Bände, und zwar die guten, exotischen. Mit Winnetou und Old Shatterhand konnte ich nicht gar so viel anfangen, auch wenn ich etliche der Wildwest-Romane mehrfach gelesen habe und mich dabei durchaus vergnügte. Aber die sechs Bände des Orient-Zyklus, die habe ich oft gelesen: Durch die Wüste, Durchs wilde Kurdistan, Von Bagdad nach Stambul, In den Schluchten des Balkan, Durch das Land der Skipetaren, Der Schut. Kurzer Test: “Hadschi Halef Omar ibn Hadschi Abul Abbas ibn Hadschi Dawud Als Gossarah”… na ja, fast: Wikipedia korrigiert einmal meine Rechtschreibung und ändert …

Ach, Familie

Die letzten Tage war ich in Berlin, anlässlich einer Beerdigung, ein Lehrerkollege und Familienmitglied. Ich kannte ihn nur von wenigen Treffen, aber die Witwe viel besser – wir haben in unserer Kindheit viel zusammen unternommen. Überhaupt hatte ich in meiner Kindheit viel Familie um mich herum. Eltern, zwei Brüder, Großeltern, die Geschwister meiner Mutter (vier davon, die den Krieg überlebt haben), jeweils mit Partnern und Kindern und in alle Welt verstreut. Auf der väterlichen Seite nur ein Tante-Onkel-Paar, aber dafür eine unübersichtlichere, aber große Zahl an entfernteren Verwandten. Und meine Mutter war zumindest für ihren Teil der Familie ein zentraler …

Punschtorte

Meine Totemtorte ist die Punschtorte. In meiner Kindheit gab es zumindest gelegentlich Torte vom Konditor. Sonntagnachmittag, mit meinen Großeltern, oder wenn Besuch da war, und Besuch war oft da. Erwachsene bringen bei solchen Gelegenheiten meist ein Sortiment mit, irgendwas mit Obst, irgendwas mit Creme, irgendwas mit Schokolade, da ist für jeden etwas dabei. Kinder nehmen das ernst, ich jedenfalls. Wenn ich mitreden durfte, und das durfte ich früh, wollte ich: Punschtorte. (Die aß auch meine Großmutter gerne, und von der kam ich auf den Geschmack.) Es ging ja gar nicht soweit, dass ich vor Freude in die Luft sprang beim …

Facharbeit 1987: “The impact of Edgar Allan Poe on the work of Howard Phillips Lovecraft”

Neulich herausgekramt: Meine Facharbeit, Leistungskurs Englisch. Getippt auf einem IBM-Computer, grün auf schwarz, ausgedruckt auf einem Typenraddrucker. Das Original der Facharbeit habe ich natürlich nicht, und auch keine unmittelbare Kopie. Aber eine kleine Weile nach der Facharbeit habe ich für einen Brieffreund die Datei noch einmal ausgedruckt; inzwischen war das “k” am Typenrad schon etwas beschädigt, und einen Ausdruck dieser Version habe ich, nebst der Punkteverteilung durch den Lehrer damals. Es gab 14 Punkte. Das war okay. Von einem Schüler heute würde ich deutlich mehr verlangen, aber auch dafür sorgen, dass der das auch leisten kann. Ich habe mir damals …

Fanzines

In einem großen Karton unter meinem Bett leben noch so etwa hundert Fanzines, die in meinen mittleren Teenagerjahren eine große Rolle spielten. Ich habe viele gelesen, ein paar herausgegeben, und an etlichen mitgearbeitet, zumindest an diesen hier: Fanzines: So heißen von Fans herausgegebene Magazine. Ich habe noch die letzten davon im Umdruckverfahren mitgekriegt, aber üblicherweise waren sie zu meiner Zeit schon kopiert. Die ganz feinen wurden im Offsetverfahren gedruckt, mit Auflagen bis zu sensationellen 100 Stück. Unser erstes Fanzine hieß Parsec und begann mit einer bescheidenen Auflage von um die 20 Stück, wenn ich mich richtig erinnere. Kurzgeschichten, Zeichnungen, Berichte, …

Douglas R. Hofstadter, Gödel, Escher, Bach

Das erste Mal gelesen habe ich das Buch vermutlich zu meiner Militärzeit, sicher jedenfalls in der Zeit nach dem Abitur und vor dem Studium. (Das war damals die ganz reguläre Wehrpflicht, Ältere erinnern sich.) Da hatte ich viel Zeit, und auch jemand getroffen, mit dem ich über Hoftstadter, Lord Dunsany, Rollenspiele und die Illuminatus!-Trilogie diskutieren konnte. Wenn man sucht, findet man Leute wie uns überall. Das erste Mal gehört hatte ich von diesem Buch im Englisch-Leistungskurs; Herr Gratzke benutzte es als Beispiel, um das Wort “pretentious” zu erklären. Da hörte ich natürlich besonders interessiert zu. Das Buch, 1979 erschienen, war …

Rollenspielen 2013

Mit unserer Kampagne, die vor vor vier Jahren im Jahr 1932 begann, befinden wir uns inzwischen im Jahr 1937. Unser Kontaktmann ruft uns nach Paris; dort bestaunen wir am Flughafen Orly die sensationellen Beton-Luftschiffhangars (1944 zerstört), nehmen Cocktails in Harry’s New York Bar, übernachten im Ritz, wo wir einen Blick auf Coco Chanel erhaschen. Wir erfahren Deails über die Geschichte des Ritz. Abends trifft Thea in der Hotelbar (Gückswurf gelungen) auf Cole Porter, wir anderen haben die Wahl zwischen Paradis Latin, Moulin Rouge, Lido, den Folies Bergère. Am nächsten Tag wird es geheimnisvoll: Abgefangene Funksprüche einer deutschen Expedition in Venezuela …

Fasching 1979

So sahen Faschingspartys damals aus. Hinweisen möchte ich auf die 50–50-Verteilung von traditionellen generischen Kostümen (Cowboys, Matrose) und benamsten Rollen, Marken-Namen – hier Superman, Spider-Man, Han Solo und Luke Skywalker. Ist das einzige traditionelle benamste Kostüm Robin Hood? Den habe ich zwar nie als Kostüm gesehen, aber ich kann ihn mir gut vorstellen neben Clown, Musketier, Prinzessin. Wie ist das heute, geht man als Kind als Markenfigur oder sind die Moden da so schnellebig, dass es sich nicht lohnt? Geht man als Zauberer oder als Harry Potter? Luke Skywalker, das ist mein Bruder; Spider-Man (damals “die Spinne”) bin ich, in …