Kochbücher lesen

Neulich in Berlin, in der Pension, stieß ich auf das: Mmmmh. Karl-May-Bände, und zwar die guten, exotischen. Mit Winnetou und Old Shatterhand konnte ich nicht gar so viel anfangen, auch wenn ich etliche der Wildwest-Romane mehrfach gelesen habe und mich dabei durchaus vergnügte. Aber die sechs Bände des Orient-Zyklus, die habe ich oft gelesen: Durch die Wüste, Durchs wilde Kurdistan, Von Bagdad nach Stambul, In den Schluchten des Balkan, Durch das Land der Skipetaren, Der Schut. Kurzer Test: „Hadschi Halef Omar ibn Hadschi Abul Abbas ibn Hadschi Dawud Als Gossarah“… na ja, fast: Wikipedia korrigiert einmal meine Rechtschreibung und ändert … Continue reading „Kochbücher lesen“

Ach, Familie

Die letzten Tage war ich in Berlin, anlässlich einer Beerdigung, ein Lehrerkollege und Familienmitglied. Ich kannte ihn nur von wenigen Treffen, aber die Witwe viel besser – wir haben in unserer Kindheit viel zusammen unternommen. Überhaupt hatte ich in meiner Kindheit viel Familie um mich herum. Eltern, zwei Brüder, Großeltern, die Geschwister meiner Mutter (vier davon, die den Krieg überlebt haben), jeweils mit Partnern und Kindern und in alle Welt verstreut. Auf der väterlichen Seite nur ein Tante-Onkel-Paar, aber dafür eine unübersichtlichere, aber große Zahl an entfernteren Verwandten. Und meine Mutter war zumindest für ihren Teil der Familie ein zentraler … Continue reading „Ach, Familie“

Punschtorte

Meine Totemtorte ist die Punschtorte. In meiner Kindheit gab es zumindest gelegentlich Torte vom Konditor. Sonntagnachmittag, mit meinen Großeltern, oder wenn Besuch da war, und Besuch war oft da. Erwachsene bringen bei solchen Gelegenheiten meist ein Sortiment mit, irgendwas mit Obst, irgendwas mit Creme, irgendwas mit Schokolade, da ist für jeden etwas dabei. Kinder nehmen das ernst, ich jedenfalls. Wenn ich mitreden durfte, und das durfte ich früh, wollte ich: Punschtorte. (Die aß auch meine Großmutter gerne, und von der kam ich auf den Geschmack.) Es ging ja gar nicht soweit, dass ich vor Freude in die Luft sprang beim … Continue reading „Punschtorte“

Facharbeit 1987: „The impact of Edgar Allan Poe on the work of Howard Phillips Lovecraft“

Neulich herausgekramt: Meine Facharbeit, Leistungskurs Englisch. Getippt auf einem IBM-Computer, grün auf schwarz, ausgedruckt auf einem Typenraddrucker. Das Original der Facharbeit habe ich natürlich nicht, und auch keine unmittelbare Kopie. Aber eine kleine Weile nach der Facharbeit habe ich für einen Brieffreund die Datei noch einmal ausgedruckt; inzwischen war das „k“ am Typenrad schon etwas beschädigt, und einen Ausdruck dieser Version habe ich, nebst der Punkteverteilung durch den Lehrer damals. Es gab 14 Punkte. Das war okay. Von einem Schüler heute würde ich deutlich mehr verlangen, aber auch dafür sorgen, dass der das auch leisten kann. Ich habe mir damals … Continue reading „Facharbeit 1987: „The impact of Edgar Allan Poe on the work of Howard Phillips Lovecraft““

Fanzines

In einem großen Karton unter meinem Bett leben noch so etwa hundert Fanzines, die in meinen mittleren Teenagerjahren eine große Rolle spielten. Ich habe viele gelesen, ein paar herausgegeben, und an etlichen mitgearbeitet, zumindest an diesen hier: Fanzines: So heißen von Fans herausgegebene Magazine. Ich habe noch die letzten davon im Umdruckverfahren mitgekriegt, aber üblicherweise waren sie zu meiner Zeit schon kopiert. Die ganz feinen wurden im Offsetverfahren gedruckt, mit Auflagen bis zu sensationellen 100 Stück. Unser erstes Fanzine hieß Parsec und begann mit einer bescheidenen Auflage von um die 20 Stück, wenn ich mich richtig erinnere. Kurzgeschichten, Zeichnungen, Berichte, … Continue reading „Fanzines“

Douglas R. Hofstadter, Gödel, Escher, Bach

Das erste Mal gelesen habe ich das Buch vermutlich zu meiner Militärzeit, sicher jedenfalls in der Zeit nach dem Abitur und vor dem Studium. (Das war damals die ganz reguläre Wehrpflicht, Ältere erinnern sich.) Da hatte ich viel Zeit, und auch jemand getroffen, mit dem ich über Hoftstadter, Lord Dunsany, Rollenspiele und die Illuminatus!-Trilogie diskutieren konnte. Wenn man sucht, findet man Leute wie uns überall. Das erste Mal gehört hatte ich von diesem Buch im Englisch-Leistungskurs; Herr Gratzke benutzte es als Beispiel, um das Wort „pretentious“ zu erklären. Da hörte ich natürlich besonders interessiert zu. Das Buch, 1979 erschienen, war … Continue reading „Douglas R. Hofstadter, Gödel, Escher, Bach“

Rollenspielen 2013

Mit unserer Kampagne, die vor vor vier Jahren im Jahr 1932 begann, befinden wir uns inzwischen im Jahr 1937. Unser Kontaktmann ruft uns nach Paris; dort bestaunen wir am Flughafen Orly die sensationellen Beton-Luftschiffhangars (1944 zerstört), nehmen Cocktails in Harry’s New York Bar, übernachten im Ritz, wo wir einen Blick auf Coco Chanel erhaschen. Wir erfahren Deails über die Geschichte des Ritz. Abends trifft Thea in der Hotelbar (Gückswurf gelungen) auf Cole Porter, wir anderen haben die Wahl zwischen Paradis Latin, Moulin Rouge, Lido, den Folies Bergère. Am nächsten Tag wird es geheimnisvoll: Abgefangene Funksprüche einer deutschen Expedition in Venezuela … Continue reading „Rollenspielen 2013“

Fasching 1979

So sahen Faschingspartys damals aus. Hinweisen möchte ich auf die 50-50-Verteilung von traditionellen generischen Kostümen (Cowboys, Matrose) und benamsten Rollen, Marken-Namen – hier Superman, Spider-Man, Han Solo und Luke Skywalker. Ist das einzige traditionelle benamste Kostüm Robin Hood? Den habe ich zwar nie als Kostüm gesehen, aber ich kann ihn mir gut vorstellen neben Clown, Musketier, Prinzessin. Wie ist das heute, geht man als Kind als Markenfigur oder sind die Moden da so schnellebig, dass es sich nicht lohnt? Geht man als Zauberer oder als Harry Potter? Luke Skywalker, das ist mein Bruder; Spider-Man (damals „die Spinne“) bin ich, in … Continue reading „Fasching 1979“

Shirley Temple

Am Wochenende gab es auf einer Party Cocktails, darunter auch einen alkoholfreien: Shirley Temple. Das weckte Erinnerungen. Erinnerungen an Besuche bei der Verwandtschaft in New York, mit Abendessen beim Chinesen („Just feed us“, winkte der Onkel etwas großspurig der Bedienung statt einer Bestellung) und Treffen in Cocktailbars. 1980, Manhattan Nach dem touristischen Erkunden von Manhattan für uns, beziehungsweise dem Arbeitstag für Onkel und Tante, trafen sich alle in der einen oder anderen Bar, bevor das Abendprogramm begann. Also: Tageslicht, wenig Publikum, Shrimps in Teighülle und andere warmgehaltene Snacks. Spritzer für die Erwachsenen, für die Kinder alkoholfreie Cocktails. (An Bier und … Continue reading „Shirley Temple“

Pretentious – moi?

(Bildungscontent entfällt heute leider.) In jungen Jahren habe ich mich ja im Fandom herumgetrieben (Blogeinträge dazu). Das fing an mit einem Perry-Rhodan- und Science-Fiction-Club, und richtig ernst wurde es dann mit einem Fantasy-Club. Der hatte mehr als dreißig Mitglieder, damals eine respektable Zahl. Wir schrieben uns Briefe, das waren bei mir schon so drei, vier pro Woche, mehrseitige, getippt. Und wir gaben Magazine heraus, kopiert oder – die älteren – im Offsetdruck. Selbstgeschrieben und gezeichnet, gesetzt mit der Schreibmaschine oder an grünschwarzblinkenden Computern. Kurz nach meinem 15. Geburtstag war ich auf meinem ersten Con, einem Star-Wars-Con, obwohl ich eher Perry-Rhodan-Fan … Continue reading „Pretentious – moi?“