Tag Archives: Essen und Trinken

Weihnachten II

By | 22.12.2015

2002 habe ich meinen letzten Christmas Cake gemacht, eineinhalb Jahre vor diesem Blog, aber 2004 habe ich mal davon berichtet, mit mehr Fotos. 2006 hatte ein Schüler statt Referat die Aufgabe, einen Christmas Cake zu präsentieren. Und jetzt habe ich wieder einen gemacht, damit ich mich bei meinen Eltern ein wenig für die Punschtorte bedanken kann.

Bosna in Augsburg

By | 14.12.2015

Es ergibt sich, dass ich gerade einmal im Jahr an eine Bosna komme: Auf dem Augsburger Christkindlesmarkt. Da treffe ich mich jedes Jahr einmal mit alten Freunden und esse dabei eine Bosna, und zwar hier: Ich bin aufgewachsen mit Bosna, die waren etwas ganz Normales. Am Judenberg unten, hieß es, gab es die besten. Eine Bosna, das ist: Eine weiße Rinderbratwurst, rohe Zwiebeln, scharfes Paprika- oder Cayennepulver, das in einer langen Semmel. Mit scharf dann Jaguar oder Super-Jaguar. Optional alles mit Käse, aber das ist eine Verirrung. Als ich dann aus Augsburg fortzog, kam nach und nach die Erkenntnis: Nirgendwo… Read More »

Chicken Tikka Masala

By | 20.8.2014

Curries koche ich sporadisch seit über zwanzig Jahren. Ich habe diverse Rezepte, diverse Kochbücher ausprobiert; nie systematisch oder wirklich ernsthaft, aber doch in ordentlichem Unfang. Die Ergebnisse waren mäßig bis gut, teilweise auch sehr lecker – aber nie kamen sie an das heran, was ich aus England kannte. (Anders als die Rezepte für Samosas und Dals übrigens.) Doch jetzt habe ich ein Rezept, das funktioniert. Der Fundort: „How to make the perfect chicken tikka masala“ von Felicity Cloake beim Guardian online. Das Rezept ist Teil einer Kolumne von Cloake; in jeder Folge stellt sie ein Gericht (oder auch mal einen… Read More »

Punschtorte

By | 15.6.2014

Meine Totemtorte ist die Punschtorte. In meiner Kindheit gab es zumindest gelegentlich Torte vom Konditor. Sonntagnachmittag, mit meinen Großeltern, oder wenn Besuch da war, und Besuch war oft da. Erwachsene bringen bei solchen Gelegenheiten meist ein Sortiment mit, irgendwas mit Obst, irgendwas mit Creme, irgendwas mit Schokolade, da ist für jeden etwas dabei. Kinder nehmen das ernst, ich jedenfalls. Wenn ich mitreden durfte, und das durfte ich früh, wollte ich: Punschtorte. (Die aß auch meine Großmutter gerne, und von der kam ich auf den Geschmack.) Es ging ja gar nicht soweit, dass ich vor Freude in die Luft sprang beim… Read More »

Vichyssoise

By | 2.8.2013

In der Gemüsekiste war Lauch, es ist Sommer, ich hatte noch nie eine Vichyssoise gemacht. Foto: Frau Rau Das Wort „Vichyssoise“ kannte ich seit früher Jugend. Begegnet war es mir vielleicht bei Es muss nicht immer Kaviar sein, oder in der Anekdotensammlung im Bücherschrank meiner Eltern, die voll war von Orten, Begriffen und Personen, die mir nichts sagten. (Ganz erstaunlich, wie viel Weltwissen man aus leicht verstaubten Anekdotensammlungen gewinnen kann.) Richtig auseinandergesetzt habe ich mich mit Vichyssoise aber erst – wie viele meiner Generation – bei The Secret of Monkey Island, als es darum ging, einen Aushilfskoch um seine Stelle… Read More »

Shirley Temple

By | 18.6.2013

Am Wochenende gab es auf einer Party Cocktails, darunter auch einen alkoholfreien: Shirley Temple. Das weckte Erinnerungen. Erinnerungen an Besuche bei der Verwandtschaft in New York, mit Abendessen beim Chinesen („Just feed us“, winkte der Onkel etwas großspurig der Bedienung statt einer Bestellung) und Treffen in Cocktailbars. 1980, Manhattan Nach dem touristischen Erkunden von Manhattan für uns, beziehungsweise dem Arbeitstag für Onkel und Tante, trafen sich alle in der einen oder anderen Bar, bevor das Abendprogramm begann. Also: Tageslicht, wenig Publikum, Shrimps in Teighülle und andere warmgehaltene Snacks. Spritzer für die Erwachsenen, für die Kinder alkoholfreie Cocktails. (An Bier und… Read More »

Kohlenhydrat-Einkaufstour, sehr freundlich

By | 27.8.2011

Eigentlich ging es nur um Roggenschrot, von dem es an meiner üblichen Quelle nicht genug gab. Also irrte ich in der Münchner Innenstadt umher auf der Suche nach mehr davon. Und das muss gestern so ein Tag gewesen sein: alle waren freundlich zu mir. Auch wenn sie alle kein Roggenschrot hatten. Beim einen Ökobäcker war gerade „unser Müller“ da, bei dem hätte ich welches bestellen können. Oder Roggenschrotbot kaufen, aber das wollte Frau Rau ja selber machen. Fündig wurde ich dann bei einem Reformhaus, nicht dem ersten das ich besuchte. Dort mischte ich mich noch in ein Gespräch zwischen Kunde… Read More »

Warum nicht mal Schwein kochen?

By | 23.8.2011

Angefangen hatte es mit dem Wunsch, mal pease puding zu kochen, englisches Erbspüree. Im Prinzip geht das so: gelbe Erbsen kochen, zerstampfen. Man kann auch noch Kräuter ins Kochwasser geben oder Wurzelgemüse, und dann natürlich Salz. Jamie Oliver merkte an, die Erbsen würden besonders lecker, wenn man sie gleich mit dem boiled bacon zusammen gekocht würden, zu dem sie oft als Beilage serviert wurden. Also machte ich den. In den USA kommt bacon aus dem Schweinebauch und wird in Scheiben als Frühstücksspeck herausgebraten, anderswo kommt bacon aus anderen Teilen vom Schwein, boiled bacon hat jedenfalls nichts mit Frühstücksspeck zu tun.… Read More »

Wieviel Aufwand man mit einem warmen Käsebrot treiben kann

By | 10.9.2010

Man braucht dafür Folgendes: Ich weiß nicht, wo und wann ich dem Käsebrot, von dem dieser Blogeintrag handelt, zum ersten Mal begegnet bin. „Welsh rabbit“ oder „Welsh rarebit“ hieß es, und das allein ließ mich das Gericht nicht vergessen. In jungen Jahren muss ich bei der Zubereitung des Gerichts einmal versagt haben, dunkel erinnere ich mich an so etwas. Zum vorletzten Mal bin ich dem Gericht bei Karl Philipp Moritz begegnet, jawohl, dem von Anton Reiser, in seinem schönen Buch Reisen eines Deutschen in England im Jahr 1782, das es leider beim Project Gutenberg nur auf Englisch gibt. Nur beim… Read More »