Vichyssoise

In der Gemüsekiste war Lauch, es ist Sommer, ich hatte noch nie eine Vichyssoise gemacht. Foto: Frau Rau Das Wort „Vichyssoise“ kannte ich seit früher Jugend. Begegnet war es mir vielleicht bei Es muss nicht immer Kaviar sein, oder in der Anekdotensammlung im Bücherschrank meiner Eltern, die voll war von Orten, Begriffen und Personen, die mir nichts sagten. (Ganz erstaunlich, wie viel Weltwissen man aus leicht verstaubten Anekdotensammlungen gewinnen kann.) Richtig auseinandergesetzt habe ich mich mit Vichyssoise aber erst – wie viele meiner Generation – bei The Secret of Monkey Island, als es darum ging, einen Aushilfskoch um seine Stelle … Continue reading „Vichyssoise“

Shirley Temple

Am Wochenende gab es auf einer Party Cocktails, darunter auch einen alkoholfreien: Shirley Temple. Das weckte Erinnerungen. Erinnerungen an Besuche bei der Verwandtschaft in New York, mit Abendessen beim Chinesen („Just feed us“, winkte der Onkel etwas großspurig der Bedienung statt einer Bestellung) und Treffen in Cocktailbars. 1980, Manhattan Nach dem touristischen Erkunden von Manhattan für uns, beziehungsweise dem Arbeitstag für Onkel und Tante, trafen sich alle in der einen oder anderen Bar, bevor das Abendprogramm begann. Also: Tageslicht, wenig Publikum, Shrimps in Teighülle und andere warmgehaltene Snacks. Spritzer für die Erwachsenen, für die Kinder alkoholfreie Cocktails. (An Bier und … Continue reading „Shirley Temple“

Mittagessen in Brighton

Das kleine Bällchen auf dem Teller ist übrigens ein englisches Breadcrumb-Zwiebel-Salbei-Falafel, oder könnte zumindest als solches vermarktet werden. („Stuffing.“)

Kohlenhydrat-Einkaufstour, sehr freundlich

Eigentlich ging es nur um Roggenschrot, von dem es an meiner üblichen Quelle nicht genug gab. Also irrte ich in der Münchner Innenstadt umher auf der Suche nach mehr davon. Und das muss gestern so ein Tag gewesen sein: alle waren freundlich zu mir. Auch wenn sie alle kein Roggenschrot hatten. Beim einen Ökobäcker war gerade „unser Müller“ da, bei dem hätte ich welches bestellen können. Oder Roggenschrotbot kaufen, aber das wollte Frau Rau ja selber machen. Fündig wurde ich dann bei einem Reformhaus, nicht dem ersten das ich besuchte. Dort mischte ich mich noch in ein Gespräch zwischen Kunde … Continue reading „Kohlenhydrat-Einkaufstour, sehr freundlich“

Warum nicht mal Schwein kochen?

Angefangen hatte es mit dem Wunsch, mal pease puding zu kochen, englisches Erbspüree. Im Prinzip geht das so: gelbe Erbsen kochen, zerstampfen. Man kann auch noch Kräuter ins Kochwasser geben oder Wurzelgemüse, und dann natürlich Salz. Jamie Oliver merkte an, die Erbsen würden besonders lecker, wenn man sie gleich mit dem boiled bacon zusammen gekocht würden, zu dem sie oft als Beilage serviert wurden. Also machte ich den. In den USA kommt bacon aus dem Schweinebauch und wird in Scheiben als Frühstücksspeck herausgebraten, anderswo kommt bacon aus anderen Teilen vom Schwein, boiled bacon hat jedenfalls nichts mit Frühstücksspeck zu tun. … Continue reading „Warum nicht mal Schwein kochen?“

Wieviel Aufwand man mit einem warmen Käsebrot treiben kann

Man braucht dafür Folgendes: Ich weiß nicht, wo und wann ich dem Käsebrot, von dem dieser Blogeintrag handelt, zum ersten Mal begegnet bin. „Welsh rabbit“ oder „Welsh rarebit“ hieß es, und das allein ließ mich das Gericht nicht vergessen. In jungen Jahren muss ich bei der Zubereitung des Gerichts einmal versagt haben, dunkel erinnere ich mich an so etwas. Zum vorletzten Mal bin ich dem Gericht bei Karl Philipp Moritz begegnet, jawohl, dem von Anton Reiser, in seinem schönen Buch Reisen eines Deutschen in England im Jahr 1782, das es leider beim Project Gutenberg nur auf Englisch gibt. Nur beim … Continue reading „Wieviel Aufwand man mit einem warmen Käsebrot treiben kann“

Lime Pie

Weil Ferien sind, habe ich einen Kuchen gebacken. Einen Marshmallow Lime Pie. Der Lime Pie ist für mich etwas zutiefst amerikanisches. Saure Füllung, zuckriger Schaum oben drüber. Kennengelernt habe ich ihn in Nora Ephrons Heartburn (wo ich jahrelang über der Bezeichnung Key Lime Pie gegrübelt habe), wo auf der vorletzten Seite die Erzählerin endlich ihren Mann verlässt und ihm auf einer Party den mitgebrachten Pie ins Gesicht wirft. Das Buch enthält viele Rezepte, auch für den Pie. Damals machte man es sich noch einfach: der Boden einer Form wird mit Kekskrümeln ausgelegt, darauf kommt eine Masse aus Limettensaft, Eigelb und … Continue reading „Lime Pie“

Der beste Rice Pudding

Ich mag Reisauflauf, noch mehr Milchreis (arroz con leche; möglichst flüssig, lieber noch mit Zimt als nur mit Zitronenschale aromatisiert). Und dann gibt es dann auch noch rice pudding, extrem lecker. Das Rezept ist ganz einfach: 1 Liter Milch in eine gebutterte Form gießen, 1/2 Teelöffel Salz, 3 Esslöffel Rundkornreis (Milchreis, Arborio, Carnaroli) und 75 g Zucker dazu; nach Geschmack etwas Muskatnuss. Alles verrühren, für 3 1/2 Stunden in den Herd mit 150°C; während der ersten Stunde dreimal umrühren, damit der Reis nicht unten anklebt. Das war’s. Keine Sahne, kein Vanille. Vorsichtige Menschen können erst mal weniger Zucker nehmen. Und … Continue reading „Der beste Rice Pudding“

Selber machen: Gyoza

In den Ferien habe ich dieses Rezept ausprobiert: Gyoza, japanische Teigtäschchen, gebraten und gedämpft, die es zum Beispiel bei Wagamama oder im Shoya in München als Vorspeise gibt. Unter dem Link oben gibt es richtig schöne Fotos, aber hier dokumentiere ich meinen ersten Versuch. Ich habe im Asialaden nur quadratische Teigplättchen gekriegt und keine runden. Rezept und Verkäuferin rieten mir zwar, einfach runde Formen auszustechen, das habe ich aber nach den ersten Versuchen aufgegeben und stattdessen improvisiert. Die Füllung besteht aus Schweinehackfleisch, Ingwer, Knoblauch, Frühlingszwiebel, Miso-Paste, Sesamöl und Chinakohl. Die Mengen im Rezept haben für etwa 50 Stück gereicht. Die … Continue reading „Selber machen: Gyoza“

Oh Fudge!

Hilfe! Hiiiilfe!! Man hat mich allein zu Hause gelassen, ich habe gerade aus einem Pfund Zucker und einem Becher Sahne Bonbons hergestellt und bin Sklave derer Leckerheit. Nie wieder in den Ferien, sondern nur noch zur Schulzeit, wenn ich das Kollegen und Schülern vorsetzen kann. Außer vielleicht morgen noch. Denn so ganz geklappt hat es heute noch nicht mit dem Zuckerbäcknern: Also, das sind natürlich keine Bonbons, sondern das ist Fudge, oder zumindest so etwas Ähnliches. Meine Liebe begann, als ich ein kleines Kind war. Weichkaramell oder Toffee oder gar Hartkaramell mochte ich nicht besonders, Karamellsauce schon, aber die Kuhbonbons … Continue reading „Oh Fudge!“