Alternative zur Pubertät

Die 80er Jahre waren eine schöne Zeit für mich, trotz allgemeiner Endzeitstimmung. (Vor ein paar Tagen im Fernsehen kurz in Terminator hineingeschaut. Hat sich gut gehalten, aber mir fiel auf, wie kaputt und düster doch die Welt im Film war – nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart. Das gilt für viele Filme der 80er, denke ich.) Zu Beginn des Jahrzehnts hörte ich auf, die Micky-Maus-Bastelbögen zu basteln, und Reagan wurde Präsident, zum Ende studierte ich an der Universität und die Mauer war gefallen. Dazwischen hatten andere Pubertät und ich trieb Fandom. Fandom hieß: Clubs gründen (1981 die Erweiterung des „SFC …

Nachschlagewerke, die ich von A-Z gelesen habe

Zu den sechs kuriosen Dingen über mich als Nachtrag meine kleine Liste der Nachschlagewerke, die ich von A-Z gelesen habe. In keiner besonderen Reihenfolge: The Penguin Dictionary of Modern Humorous Quotations. Compiled by Fred Metcalf. (319pp) Very interesting… but stupid. A book of catchphrases from the world of entertainment. Compiled and introduced by Nigel Rees. (160pp) Frankensteins Gruselkabinett von A-Z. Carey Miller, Schneider-Buch. (128pp) Imaginary People. A Who’s Who of Modern Fictional Characters. David Pringle. (518pp) On the Air. The Encyclopedia of Old-Time Radio. John Dunning. (822pp) Oulipo Compendium. Edited by Harry Mathews & Alastair Brotchie. (333pp) The Oxford A …

Gehört und gelesen: Podcasts & Superhelden 2

Der zweite Podcast aus den letzten Tagen ist Escape Pod – ein kommerzieller Science-Fiction-Podcast mit einer Kurzgeschichte pro Woche und ein paar Minuten redaktionellem Beitrag, ein SF-Audio-Zine sozusagen. Vorgelesen werden die Geschichten von erfahrenen Sprechern. Die Texte stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (attribution/no derivatives/non-commerical): Man muss die Quelle nennen, darf kein Geld damit verdienen und das Material nicht bearbeiten, also etwa ausschneiden oder abschreiben. Aber man darf es weitergeben, kopieren, verteilen, auf seine Webseite stellen, verschenken. Das alles ist kostenlos, aber wem es gefällt, der darf gerne bei PayPal spenden. Fünf Dollar pro Monat werden vorgeschlagen. Autoren kriegen pro angenommener Geschichte …

Kazuo Ishiguro, Never Let Me Go

(Buchbesprechung mit minderen Spoilern.) Kathy erzählt aus ihrem Leben: Wie sie in Hailsham mit Tommy und Ruth und den anderen aufwuchs, einer Bestimmung entgegen. Kathy ist carer, sie kümmert sich um ihre donors. Beides ist für Kathy so selbstverständlich, dass sie nicht darüber nachdenkt und dem Leser diese Begriffe auch nicht erklärt. So findet man sich nur nach und nach zurecht. Aber auch für weniger geübte Science-Fiction-Leser ist das eine leichte Übung: Diese Kinder, students genannt, wachsen gängiger Praxis nach als geklonte und wandelnde Organreservoire für ihre Originale auf. In einer besonderen Schule abseits der anderen Menschen werden sie auf …

Comics bei Estara

Ich habe eine Erbschaft gemacht. So habe ich es jedenfalls meinen Nachbarn und dem Hausmeister erzählt, die mich beim Ausladen dieser Kartons aus dem Auto erwischten: Immerhin 25 Kartons, ein ganzer Kombi voll, Rücklehne umgeklappt, aber nach oben noch gut Platz. Tatsächlich habe ich die Kartons und ihren Inhalt nicht geerbt; die ehemalige Besitzerin Estara lebt und erfreut sich noch, aber eben nicht mehr an den Kartons. Also lieh ich mir das Auto meiner Eltern und fuhr ganz allein Richtung Nürnberg, etwa zwei Stunden lang. Das Auto hatte ein Satelliten-Navigationssystem und es war das erste Mal, dass ich das nicht …

The Time Traveler’s Wife

Die dreifach hochgezogene Augenbraue in Gold für: Audrey Niffenegger, The Time Traveler’s Wife. Ich hatte das Buch einige Wochen im Regal, ohne rechte Lust. „The International Bestseller“ steht vorne drauf, und dass die Autorin eine Künstlerin ist, die in Chicago am College unterrichtet. Und dann habe ich’s gelesen. Die Prämisse ist wunderbar simpel: Henry leidet an Zeitsprüngen. Immer wieder reißt es ihn aus seiner Gegenwart und er landet, nackt, in der Vergangenheit (ganz selten auch in die Zukunft), oft zu Zeiten und an Orten, die für sein Leben wichtig waren. Nach Minuten oder Stunden reißt es ihn dann wieder zurück …

Lee Server, Danger Is My Business

Danger Is My Business. An illustrated history of the fabulous pulp magazines Lee Server Danger Is My Business. An illustrated history of the fabulous pulp magazines, 1896-1953. San Francisco: Chronicle Books 1993 144 pp. Wer heißt Clark mit Vornamen, hat eine Festung der Einsamkeit in der Arktis und wird in den stets nach Synonymen ringenden Zeitungen gern als Mann aus (einem bestimmten) Metall bezeichnet? Wem auf diese Frage nur eine Antwort einfällt, der sollte sich schleunigst wieder hinsetzen und seine Hausaufgaben machen. Hilfreich ist dabei dieses Buch. Es erzählt die Geschichte der amerikanischen pulp magazines, der mit billigsten Druckverfahren und …

Filk

Nach der amerikanischen Volksballade „The Ballad of Jesse James“: Sauron had some rings, they were very useful things, And he only wanted One to keep. But Isildur took the One just to have a little fun. Sauron’s finger was inside it–what a creep! CHORUS: Now, Sauron had no friend to help him at the end, Not even an Orc or a slave. (Orc! Orc!) It was dirty Frodo Baggins that fixed his little wagon And laid poor Sauron in his grave. „Filk music“ hat wohl irgend etwas mit „folk music“ zu tun. Entstanden ist das, sagen wir mal, auf Fantasy- …

Terry Pratchett, Thief of Time

1. What happens 2. Why I want to write about it 3. My credentials 1. What happens: The Auditors from outside our dimensions audit the Discworld universe. It’s what they do. Ever since humans appeared, things have become much more complicated. The Auditors resent that, but they cannot interfere too much. They find a loophole in the cosmic laws and trick a clockmaker on Discworld into making a Perfect Clock, which measures the tick of the universe. In this universe at least, there is a basic time unit, which is the time for the the briefest possible thing to happen. …