Fünf Tage ohne Kamm

Ich bin gerade in Darmstadt. Ich war schon mindestens einmal in Darmstadt, 1984, glaube ich. Das war auf Burg Frankenstein, mit Übernachtung im Zelt, ein Treffen eines Clubs, der aus historischen Gründen Fantasy-Department hieß. Oder so. Auf dem Bild bin ich rechts in der Mitte: Und wir spielen gerade DSA. In Darmstadt habe ich auch zum ersten Mal Kingmaker gespielt, und Civilization, bei einem Besuch bei Herrmann Ritter. – Dieses Mal war ich die ersten zwei Nächte in einem Naturfreundehaus im Wald unter lauter Informatikdidaktikern, als Teil einer kleinen Arbeitsgruppe. Das war ein bisschen so ähnlich. Geradezu gerührt hat mich, …

Codefunde, und Programmieranregungen

Zwei Funde aus der letzten Zeit, und beide kurz, quelloffen und verständlich. 1. A Dark Room Ein minimalistisches Spiel, das mit Maus und später ein wenig Tastatur im Browser bedient wird. Nach den ersten Klicks befindet man sich in vertrauter Atmosphäre, ein textbasiertes City-Building-Spiel also, und doch… man beginnt in einem dark room, und muss erst einmal das Feuer anheizen. Eine Fremde kommt in die Hütte, wärmt sich, und stellt sich als builder heraus, die mit dem gesammelten Holz einfache Dinge bauen kann. Nach und nach kommen weitere Wanderer, eine zweite Hütte wird gebaut. Bereits bei den ersten, der interactive …

Rollenspielen 2014

18. April – 17. April 1938 Überfahrt auf der RMS Andania von Liverpool nach Nova Scotia, auf dem Weg nach Montreal. Wir müssen aus dem Nachlass einer Anthropologin ein seltenes Buch über Afrika besorgen. 1. Mai – 5. Mai 1938 Montreal. Die Übergabe des Buches gelingt nicht: Die Kanzlei wird überfallen, das Buch geraubt. Wir recherchieren und vermuten als Drahtzieher Deveraux Cartier aus Ottawa. Der hat wohl nicht nur das Buch geraubt, sondern ist verantwortlich für den Diebstahl eienr Reihe afrikanischer Statuen, die sein Großvater einst besessen (oder eher: gestohlen) hatte, die aber in alle Winde verstreut wurden. 6. Mai …

Euclid: The Game

Tolles Spiel: Euclid: The Game. In bisher 20 Leveln muss man geometrische Konstruktionen nachvollziehen, ganz wie damals und heute auch noch in der 7. und 8. Klasse. Es beginnt harmlos, man muss zu einer gegebenen Strecke ein gleichseitiges Dreieck konstruieren. Zur Verfügung: Zirkel (um einen Kreis um Punkt A durch Punkt B zu ziehen) und Lineal (um zwischen Punkt A und B eine Strecke beziehungsweise Halbgerade zu zeichnen). Sobald man den Level gelöst hat, kriegt man “gleichseitiges Dreieck” in seinen Werkzeugkasten, und kann das bei den folgenden Aufgaben benutzen, ohne ganz von vor konstruieren zu müssen. Die folgenden Aufgaben: Da …

Rollenspielen 2013

Mit unserer Kampagne, die vor vor vier Jahren im Jahr 1932 begann, befinden wir uns inzwischen im Jahr 1937. Unser Kontaktmann ruft uns nach Paris; dort bestaunen wir am Flughafen Orly die sensationellen Beton-Luftschiffhangars (1944 zerstört), nehmen Cocktails in Harry’s New York Bar, übernachten im Ritz, wo wir einen Blick auf Coco Chanel erhaschen. Wir erfahren Deails über die Geschichte des Ritz. Abends trifft Thea in der Hotelbar (Gückswurf gelungen) auf Cole Porter, wir anderen haben die Wahl zwischen Paradis Latin, Moulin Rouge, Lido, den Folies Bergère. Am nächsten Tag wird es geheimnisvoll: Abgefangene Funksprüche einer deutschen Expedition in Venezuela …

Serious Text Games

“The Republia Times” ist ein schönes Spiel, das sich vielleicht auch für das rasche Leseverstehen (skimming) im Englischunterricht eignet. Flashbasiert, im Browser zu spielen; man kann die Flashdatei aber auch einfach lokal speichern. (Via Aaron A. Reed.) Das Spiel ist einfach, aber reizvoll: Man spielt den eben ernannten Redakteur der Republia Times, einer Zeitung im diktatorisch regierten Republia. Die Presse dort ist alles andere als frei; die Familie des Redakteurs befindet sich in Geiselhaft der Regierung. Man muss zehn Tage als Redakteur überstehen: In den ersten Tagen muss man die Loyalität der Leserschaft auf einen gegebenen Wert erhöhen, indem man …

Kartenspielen mit der 10a, aus Gründen

In der letzten Stunde habe ich mit der 10a Karten gespielt. So eine Art Mau-Mau. Mau-Mau geht ja ganz einfach: Am Anfang deckt man eine Karte auf, und die Spieler versuchen der Reihe nach ihre Karten loszuwerden, indem sie sie ablegen. (Lassen wir alle Sonderkarten mal weg.) Die Ablageregel lautet: Man kann eine Karte ablegen, wenn sie die gleiche Farbe (Herz, Pik, Kreuz, Karo) hat wie die oben liegende Karte, oder wenn sie den gleichen Wert hat. In meiner Variante wurde allerdings eine andere Regel verwendet, die nur ich als Spielleiter, sozusagen, kannte. Eine geheime also. Einige Schüler waren die …

Harharharhar.… nein, ernsthaft, richtig breit grinsend…

Heute Vertretungsstunde in einer 6. Klasse. Angenehme Klasse: Fenster waren geschlossen, Rollläden unten. Habe sie gelobt für ihren einsichtigen Umgang mit Sommerhitze. Außerdem Sitzordnung gelobt, weil ein großer Gruppentisch dabei war. Ich gebe zu, ich war überrascht worden von der Vertretungsstunde, hatte mir keine großen Gedanken gemacht, für den Computerraum war nicht wirklich genug Zeit. (Dort gibt es immer genug zu tun.) Und Hausaufgaben machen oder gar spielen lassen, das mag ich nicht. Aber man ist ja digital und methodenkompetent. Computer und Beamer funktionierten im Klassenzimmer, also angeworfen und – ziemlich kommentarlos – auf diese Seite gegangen: http://ifwizz.de/allein-mit-kai-%282010-de%29-play-online-726.html Dort kann …

Interactive Fiction in der Schule

Ich glaube, ich habe da etwas entdeckt, das mir viel Spaß machen wird. Über Text Adventures/Interactive Fiction habe ich ja vor ein paar Tagen geschrieben. Im Englischunterricht habe ich auch schon gelegentlich eine Zork-Stunde eingeschoben, und mit einer Unterstufenklasse, die ich in Informatik und Englisch hatte, habe ich selber mit dem Schreiben experimentiert. Aber da geht noch mehr. Einmal für den Literatur- und Fremdsprachenunterricht. Es gibt tolle Spiele: Manchmal muss man viele Rätsel lösen; bei anderen Spielen geht es darum, das historische New York kennenzulernen. Man schlüpft in die Rollen von Papageien oder Kleinkindern im Krabbelalter, mit entsprechend eingeschränkten Möglichkeiten, …

Text Adventures

1. Mmmh, Text Adventures… Irgendwann früh in den 1980ern war ich bei Jan zu Besuch und wir spielten am Computer. Das Spiel gehörte zu einer Art Spiel, die mir bis dahin unbekannt war: es war ein Text Adventure. Liebe auf den ersten Blick. Man sah nur Text – die Beschreibung einer Welt (Gegenwart, eine Wohnung), und man konnte auf diesen Text nur mit weiterem Text reagieren. Tippte man “go north” ein, kam man in einen anderen Raum, befahl man “press button”, geschah auch etwas, jedenfalls wenn ein Knopf im Raum war. Sonst hieß die Antwort nur “You don’t see that …