Laienhafte Notizen zu germanischer Dichtung (mit Weltende)

Ja, die Germanen. Eine völkerwandernde Gruppe von Sprechern verwandter indoeuropäischer Dialekte. Grob kann man die Dialektgruppen Nordgermanisch (die Nachfolger davon in Skandinavien und Island), Ostgermanisch (Gotisch gehört dazu, Nachfolger gibt es keine mehr) und Westgermanisch (Althochdeutsch, Altenglisch, Altniederdeutsch/Altsächsisch) unterscheiden; es gibt natürlich noch weitere Klassifizierungen. Die Germanen auf dem Großteil des Kontinents, also die Sprecher westgermanische Dialekte, hinterließen nicht viele schriftliche Zeugnisse. Ein paar Namen sind noch da: Donar, der Donnergott, nach dem der Donnerstag benannt ist; Wodan/Wotan, auf den Wednesday zurückgeht. (Auch die meisten anderen Wochentagsbezeichnungen gehen auf germanische Götter zurück – die Germanen übernahmen die 7‑Tage-Woche von den …

Schiedsrichterhandzeichen

Bei Marginal Revolution gefunden (also, nicht wirklich selber gefunden, lange Geschichte): Das käme dann auch als Poster in meine Schulbibliothek. Beim Debattieren, Argumentieren, Philosophieren gibt es ebenso Spielfehler wie etwa beim Basketball, und wie schön wäre es, wenn Schüler und Lehrer diese Zeichen verstehen würden. Aber leider sind ja nicht mal die Spielfehler besonders bekannt. In den Kommentaren zu englischen Blogs stoße ich ständig auf Begriffe wie slippery slope, straw man, non sequitur, false analogy. Ich gehe mal davon aus, dass diese Begriffe in der Schule gelernt werden, weil sie so verbreitet sind. Deutsche Kommentare lese ich weniger, zugegeben, aber …

Dial L for Listening

Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr bei der Telekom, sondern kriege mein Telefon über meinen Internetanbieter. Dort kann ich mir ohne weitere Kosten zusätzliche Telefonnummern anlegen und auch wieder löschen, 10 Stück davon. Diese Nummern kann ich mit digitalen Anrufbeantwortern versehen, über mein Telefon und meinen Router oder über eine Webschnittstelle, wo ich eine Audiodatei hochladen kann (.wav, 8 kHz, also eher low-fidelity). Ich unterrichte ja kein Englisch mehr, aber wenn es doch mal wieder dazu kommt, werde ich mir zwei oder drei Nummern einrichten mit Ansagetexten verschiedenen Schwierigkeitsgrads, und dann lasse ich in der Schule Schüler die Nummern …

Literarisches Quartett in der Schule

Heute gab es eine etwas durcheinandere Stunde wegen Doppelbuchung des Computerraums. Wir haben zwar eine Liste, in die man sich eintragen kann, aber manchmal werden kurzfristig Stunden getauscht, ohne auf diese Liste Rücksicht zu nehmen – was technisch auch schwierig wäre; ich habe selber noch keine Lösung für dieses Problem. Da wir in dieser Klasse bald so eine Art literarisches Quartett machen, in ganz kleinem Rahmen allerdings, schlug ein Schüler vor, doch mal ein paar Szenen daraus anzuschauen. Klar. Beamer ging zwar nicht, aber der Monitor war groß genug und schließlich kommt es vor allem auf den Ton an. Also …

Who writes like who? Verzeihung, whom. Oder doch who?

Nettes Spielchen: I Write Like, eine Seite, bei der man einen zusammenhängenden englischen Text eingibt, theoretisch selbst verfasst, und die Maschine sagt einem dann, welchem – Englisch schreibenden – Autor man ähnelt. (via Anke Groener) Ich habe natürlich ausprobiert, was geschieht, wenn man gleich Texte englischer Autoren eingibt. Heraus kam: Ray Bradbury schreibt wie Stephen King. Rudyard Kipling schreibt wie Vladimir Nabokov. Robert Leslie Bellem schreibt wie Nabokov. Oder wie H.G. Wells, wenn man den Textausschnitt erweitert.* William Faulkner schreibt wie Margaret Mitchell. Ernest Hemingway schreibt wie Raymond Chandler. Henry James schreibt wie H.P. Lovecraft. H.P. Lovecraft schreibt wie H.P. …

Podcast im P‑Seminar

In Bayern im G8 muss jeder Schüler in den letzten beiden Schuljahren, die bereits zum Abitur zählen, ein W‑Seminar und ein P‑Seminar belegen. Im W‑Seminar lernt man wissenschaftliches Arbeiten und schreibt eine Arbeit, im P‑Seminar macht man etwas Praktisches und ist Teil eines Projekts. Jeweils etwa 15 Schüler pro Seminar, jedes Gymnasium bietet einige solcher Seminare an, auf die sich dann die Schüler verteilen. Diese Seminare halte ich für eine sehr gute Idee. Deshalb rechne ich auch damit, dass sie bald abgeschafft und durch etwas Billigeres ersetzt werden. P‑Seminare gefallen mir vor allem dann, wenn es dabei etwas vorzuzeigen gibt. …

Ideen für unsere Bibliothek

Wenn ich mit unserer Bibliothek mehr zu tun hätte, dann würde ich dieses Poster aufhängen: Das Zitat stammt aus Wie man den Bachmannpreis gewinnt von Angela Leinen (a.k.a. sopranisse), sehr lesenswert, auch für Schüler interessant. Das Poster habe ich selbst gebastelt unter Verwendung von freiem Bildmaterial von openclipart.org; wer weiterbasteln will, hier die erweiterte .svg-Datei zum Herumbasteln mit Inkscape, hier als pdf. Überhaupt würde ich einige Dinge ausprobieren, um die Bibliothek beliebter zu machen. Für das Hauptproblem, dass die Bibliothek nämlich nicht oft genug besetzt, also vor allem am Nachmittag geschlossen ist, habe ich allerdings keine rasche Lösung. Ich hätte …

Die nächste Vorgangsbeschreibung: der Schreibtischdrache

Bei Serendipita gefunden: eine wunderschöne optische Illusion in Form eines Papierdrachens zum Ausschneiden und Zusammenkleben. Den Bastelbogen zum Drachen und weitere Erklärungen gibt es hier. Bei mir funktioniert die Illusion am besten (dann aber sehr, sehr gut), wenn ich ein Auge zukneife und etwa einen Meter vom Drachen entfernt bin. Wenn es dann erst einmal klick gemacht hat im Gehirn, dann kann ich auch bis auf zehn Zentimeter und näher heran, und werde dann wirklich verblüfft. Glücklicherweise funktioniert die Illusion auch auf Film: Das könnte meine nächste Vorgangsbeschreibung werden: in Blogbeitrag oder Brief an einen Freund erklären, wie man den …

Fundstücke (Lehrertest, Gedichte)

1. Sonderedition zum Mitauswählen Via Kunst Blog Buch: Auch die ZEIT gibt eine Serie preisgünstiger Sondereditionen heraus, die im Herbst erscheinen soll. Bei der Zeit-Leser-Edition dürfen die Leser mitbestimmen, welche 20 Klassiker der deutschen Literatur im Herbst als Teil der Reihe erscheinen. Diese Woche ist dran “Aufklärung, Sturm und Drang, Weimarer Klassik”, ab 2.7. kommt “Romantik, Biedermeier, Vormärz”, danach “Realismus, Naturalismus, Fin de Siècle” und ab 16.7. “Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur”. – Allerdings: Anmeldung nötig. Man wählt 5 aus 20 Kandidaten je Epoche aus, kann auch selber welche angeben, for what it’s worth. Lichtenberg fehlt und mein Lieblingstext von Lessing. …

Old Jews Telling Jokes

Old Jews Telling Jokes. Mehr muss man fast nicht dazu sagen. Und man kann sie per RSS abonnieren! Einer der saubersten, “Silent Gas Emission”: Für den muss man wissen, was ein schmuck ist: Und da ist auch schon das Problem, falls man diese Witze in der Schule verwenden wollte: Man braucht Weltwissen, um Witze zu verstehen. Und außerdem Humor. Anderseits sind Witze eine großartige Kommunikationssituation. Ich habe das vor vielen Jahren mal in einem Englisch-Grundkurs gemacht, als Ergänzung zu den üblichen Referaten: jeder Schüler musste einen Witz erzählen. Das hat damals nicht gut geklappt. Ich habe das nicht energisch genug …