Vom Weben (Poverty Knock und anderes)

Das Lied habe ich anno 1997 oder 1998 als Referendar in Straubing im Englischunterricht eingesetzt. (Green Line 5, Ausgabe Bayern, 9. Klasse, Unit 2: ein schönes Kapitel mit gutem Material. Zum Einstieg etwas Landschaftsmaleri, ein ländlicher Constable und eine „British Steel Mill at night“ eines unbekannten Künstlers, ein Essay „Down the Mine“ von George Orwell und ein Ausschnitt aus Hard Times von Charles Dickens. Und „Dirty Old Town“ zum Anhören.) Aus den Charts kannten die Schüler damals Chumbawamba mit „Tubthumping“ („I get knocked down/But I get up again“); ich hatte selber ihre Platte mit English Rebel Songs 1381-1914. Alle Lieder … Continue reading „Vom Weben (Poverty Knock und anderes)“

Claymore Pipes and Drums

Gestern war ich auf einem Dudelsackkonzert. Und schön war’s. Veranstalter waren die Claymore Pipes and Drums, es war ihr Jahresabschlusskonzert; Gäste waren vier Solisten vom National Piping Centre in Glasgow, bei einigen Nummern spielte die deutsche Band adrenalin mit. Aber hauptsächlich spielte die Dudelsackband, mindestens 25 Leute, ein Drittel mit diversem Schlagzeug, der Rest mit Dudelsack. Am Eingang lagen Wattebällchen für die Ohren aus – im leeren Saal muss es bei den Proben wohl sehr laut gewesen sein, aber mit geschätzten 300 Zuschauern im vollen Saal war davon nichts mehr zu spüren, das ganze war keineswegs lauter als ein übliches … Continue reading „Claymore Pipes and Drums“

Proud Mary: Boinin‘ and toinin‘

Big wheel keep on turnin‘, Proud Mary keep on burnin‘. Rollin‘, rollin‘, rollin‘ on the river. Wer seinen sprachinteressierten Englischschülern mal etwas Recherchearbeit geben möchte, kann ja mal versuchen, sie auf diese Frage eine Antwort finden zu lassen: Warum singt John Fogerty in „Proud Mary“ eigentlich immer toining statt turning und boining statt burning? Ein Freund und ich haben versucht, der Frage nachzugehen, sind aber zu keiner schlüssigen Erklärung gekommen. Klar ist wohl: John Fogerty macht einen Akzent nach, Louisiana würde Sinn machen. So richtig kenne ich dieses vokalisierte r aber nur aus alten Gangstergeschichten, oder eher noch aus alten … Continue reading „Proud Mary: Boinin‘ and toinin‘“

The WPA

Frau Rau ist neulich beim Romanelesen auf einen Helden gestoßen, für den in den 30er Jahren „a spell of the WPA“ anstand. Und weil sie nicht wusste, was das ist, und ich noch schneller bin als als das Internet, jedenfalls wenn ich im Nebenzimmer sitze, hat sie mich gefragt. Dank mausloser Blitzbedienung des Rechners konnte ich ihr auch in Sekunden das Lied „The WPA“ von Louis Armstrong und den Mills Brothers vorspielen (1940). Die WPA (Works Progress Administration, Wikipedia) war in den Jahren 1935-1943 eine Maßnahme der Roosevelt-Regierung gegen die Arbeitslosigkeit der Depressionszeit. Das war keine Arbeitslosenunterstützung im engeren Sinn, … Continue reading „The WPA“

Freunde der klingonischen Oper

Heute nacht um 0:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur: juHrop („tschuh-rop“, dt. Heimweg), eine Klingonische Oper von Frieder Butzmann. Via netzpolitik.org, zu Details siehe dort. Ja, es ist genau das, an das man denkt. (Außerdem wird auf Bayern 2 um 21.30 Uhr die erste Folge von Jonas, der letzte Detektiv wiederholt. Die ersten 6 Folgen werden immer am ersten Mittwoch des Monats ausgestrahlt. Hat mir ein Schüler heute zugesteckt.)

Songtexte abschreiben

Eine verlorene Fähigkeit. Meine Generation hat noch Liedtexte nach dem Gehör abgeschrieben. Es gab zwar auch kleine Texthefte zu kaufen, aber meist nur mit aktuellen Hits, und es gab Pfadfinderliederbücher im Selbstverlag mit sehr wenig zuverlässigen Versionen (und den gleichen Abschreib- und Zuschreibungsfehlern, wie man sie aus mittelalterlichen Liedersammlungen kennt). Also musste man selber ran. An drei Lieder kann ich mich erinnern, deren Texte ich fein säuberlich mit dem Füller herausschrieb, immer wieder Lücken lassend, um beim fünften, sechsten, siebten Anhören vielleicht darauf zu kommen, was das für ein Wort sein konnte. Zwei Wörterbücher nebendran, was man damals halt so … Continue reading „Songtexte abschreiben“

From Glen to Glen

Fragt mich heute nach der 6. Stunde beim Einpacken im Computerraum ein vorbeikommender Schüler (7. Klasse, ich hatte ihn in 5 und 6), ob ich wüsste, was „from glen to glen“ heißt. So schnell konnte man nicht schauen, da sangen wir gemeinsam „Danny Boy“. O Danny Boy, the pipes, the pipes are ca-a-lling from glen to glen and down the mountainside Wenn auch, zugeben, mehr laut als richtig. (Ich wäre jetzt glatt enttäuscht, wenn er das im Musikunterricht gelernt hätte. Muss ihn mal fragen.)

The Great Depression

Der Anlass: Die Library of Congress, bei der es ohnehin unglaublich viel an Material zu finden gibt, hat vor ein paar Tagen über 3000 Fotos bei flickr eingestellt. Ich finde den Gedanken schon mal toll, dass staatliche Institutionen ihr Material öffentlich zugänglich machen, und dass die dazu dann auch noch die Mittel nutzen, mit denen man heute Publikum erreicht. (Lobenswert ist bei uns die Bundeszentrale für politische Bildung, die viel anbietet – die Texte der Informationen zur politischen Bildung etwa, auch wenn mir das ganze Heft als pdf lieber wäre.) Es gefällt mir, dass die USA so ein sammelwütiges Verhältnis … Continue reading „The Great Depression“

Salome in der S-Bahn

Gestern kam Kollegin M. in der S-Bahn in den Genuss einer Kurzfassung meines schon lange nicht mehr gehaltenen Vortrags DasAmerikanischeRadioDer30erBis50erJahre. Im Zuge des Vortrags habe ich auch mit meinem Mp3-Player herumgefuchtelt, Podcasts angesprochen und vorgespielt – und wo ich schon dabei war, durfte ich auch ein paar meiner neuesten Schätze vorführen: Deutsche Schlager der 50er Jahre. Und das kam so. Wie schon mal erwähnt, hatten wir mit 14 und 15 Jahren einen Clubraum auf dem Speicher eines Freundes. Dort gab es auch einen alten Plattenspieler (33, 45 und 78 rpm) und einige Dutzend Singles aus eben diesen 50er Jahren. In … Continue reading „Salome in der S-Bahn“

Die Fledermaus

Wie neulich angekündigt, und wie Frau Nachtgedanken auch war ich gestern in der Oper, Die Fledermaus anschauen. Meine Eltern hatten uns zu Weihnachten Karten gekauft. Da hatten wir aber schon selber welche für die gleiche Vorstellung, also haben wir meine Eltern mit deren Karten eingeladen. (Jetzt fühlen sie allerdings, dass sie noch ein Geschenk schuldig sind. Ist schon ein Kreuz mit den Erwachsenen.) Schön war’s. Ich hatte aufgrund widriger Umstände (=Blödheit) die Hälfte der Karten zu Hause vergessen, wie wir beim Eintreten merkten. Das sind die Leute dort allerdings schon gewöhnt: An der Kasse kann man sich Ersatzkarten ausdrucken lassen, … Continue reading „Die Fledermaus“